Europäische Toyota – Händlertagung 2014 in Berlin

In Berlin, in einer riesigen Halle im ehemaligen Flughafen Tempelhof fand die gesamteuropäische Toyota – Händlertagung statt.

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Wir Toyota-Händler aus allen europäischen Ländern, auch Russland, wurden über die geplanten Schritte und die neuen und zukünftigen  Fahrzeuge informiert.

Ich bin natürlich morgens mit dem Auto nach Berlin angereist – so wie sich das gehört, mit dem GT86. Die zwei Stunden vor der Veranstaltung waren mit interessanten Kollegengesprächen gut gefüllt. Zum Beispiel der Austausch darüber, mit welchen durchaus ähnlichen Herausforderungen die Kollegen in Österreich zu kämpfen haben – diese aber mit anderen rechtlichen Voraussetzungen auf ganz andere Art meistern.

Zum Einlass in die Halle mussten wir sämtliche elektronischen Geräte abgeben – aus Gründen der Geheimhaltung. Es wurden Fahrzeug – Prototypen gezeigt, die in der Öffentlichkeit und bei Journalisten noch nicht einmal angekündigt sind – da sollten keine Fotos auftauchen. Allerdings hab ich mich schon gewundert, wie mein USB-Stick am Schlüsselbund Fotos machen könnte – den musste ich auch abgeben.

Es gab zwar kein „richtiges“ Essen, aber für alkoholfreie Getränke und eine echte Berliner Currywust, alternativ noch ein bisschen anderer Fingerfood, hats dann doch gereicht.

Die Präsentation fand in einer Halle statt, durch die eine „Fahrbahn“ führte – dort wurden die zukünftigen Modelle gezeigt und auch die zukünftige Stratgegie Toyota’s in Europa erläutert.

Ein kommendes Modell hat mir optisch mit am meisten imponiert:

Der neue kleine Aygo, von dem Fotos auch in den nächsten Tagen in der Presse auftauchen werden. Frisch, frech – und in vielerlei Hinsicht individualisierbar!

Ein richtig schöner, kleiner Flitzer – bin auf den Preis mal gespannt.

Nicht alle Marketing- und Vertriebsvorstellungen der europäischen Führungsmannschaft bekam volle Zustimmung, wie aus den durchaus unterschiedlichen Beifallslautstärken leicht zu entnehmen war. Auch die Ideen zur zukünftigen Ausrichtung in Sachen Kundenkontakt trafen nicht auf volle Zustimmung – das liegt aber sicher in jeder Branche und bei jeder so großen Organisation ähnlich.

Als alle neuen und zukünftigen Modelle vorgestellt waren, wurde auf riesigen Leinwänden ein Film gezeigt, in dem Akio Toyoda, der Präsident der Toyota Motor Corporation, über sich und seine Firma erzählt hat – die im Moment im Begriff ist, sich wieder einmal komplett neu zu erfinden!

Em Ende des Films kam ein TS030 – Hybridrennwagen in die Halle gefahren, hinterher ein GT86 – Rennfahrzeug. Und wer steigt aus dem GT86 aus?

Richtig!! Niemand geringerer als Akio Toyoda selbst !

Er stand vor – wieviel waren es überhaupt, irgendetwas zwischen 1000-2000 Leuten, und hielt in gut verständlichem Englisch eine Rede, ganz ohne irgendwelche zusätzlichen Videoeffekte oder Hilfsmittel, die alle von den Sitzen gerissen hat! Standing Ovations! Ich hab ja schon viel von dem Mann gelesen, aber ihn live zu erleben, ist doch nochmal eine ganz andere Nummer. Er weiss genau, wo es hingehen soll und hat eine Vision, was Toyota erreichen will. Und wird, er ist überzeugt und ich nehme ihm das ab.

Ich bin tief beeindruckt, ganz ehrlich. Sympathisch, authentisch, offen. Unglaublich. Steht da und verbeugt sich vor seinen Händlern.

Gänsehaut-Feeling pur.

Das war alleine die Anreise wert.

Dass danach noch die neuen Modelle ausgestellt waren, ich hab sie kurz angesehen, ok, wir sind mit den Wettbewerbern auf gleicher Höhe und teilweise etwas voraus. Zukünftig hoffentlich etwas weiter voraus.

Ich hab meinen USB-Stick von der Garderobe geholt und mich beschwert, dass er immer noch keine Fotos macht – dann in den GT86 gesetzt, im Berliner Stau gestanden …

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..und hab an Akis Toyoda ’s Worte gedacht. Sinngemäss: „arbeitet hart, um die Toyota-Fahrer zufriedenzustellen – vergesst aber dabei nicht, auch selbst Spaß zu haben!“ Ich nehme ihm auch das ab …

Au (t) o – Ersatzteilpreise – ein grosser Kreis

Vermutlich hat es jeden Autobesitzer schonmal erwischt:

Die Ersatzteile waren doch einiges teurer, als man das erwartet hätte.

Ein lieber Kunde brachte den Yaris seiner Tochter, die damit eine leichte Feindberührung mit der Garagenmauer hatte, zur Erstellung eines Kostenvoranschlages für die entsprechende Reparatur. Es war nicht schlimm und liess sich per SmartRepair, mit einer Spotlackierung für unter 200€ beheben. Er hat sich da richtig darüber gefreut – was schon etwas ungewöhnlich ist. Er gab die Reparatur dann auch sofort in Auftrag.

Bei der Abholung erzählte er dann auch von sich aus, warum er sich über die faire Rechnung gefreut hat: zwei Wochen zuvor war er mit seinem Geschäftswagen – ein europäisches „Premiumfabrikat“ – mit dem Aussenspiegel unglücklich gegen die gleiche Garagenmauer gekommen. Er hat bei seinem Händler einen neuen Spiegel bestellt und montieren lassen – bei der Rechnung wäre er fast umgefallen, sagte er: über 1500.- € !

Schon eine stolze Summe, die bei vielen Leuten für den jährlichen gesamten Wertverlust des Autos reichen muss. Warum ist das so?

Meine Meinung dazu:

Nun, zum einen steckt da einiges an Technik drin in so einem Teil. Weil man ja eine Spurwechselwarner, elektrische Anklappfunktion, Heizung, Blinker und natürlich elektrische Verstellung dabei haben will. Allerdings kosten ein paar kleine Elektromotoren und Elektronikbauteile ja nicht die Welt, wie man bei den Supermarkt-Gadgets täglich gezeigt bekommt. Warum also dieser horrende Preis?

Weil es der Auto-Hersteller durchsetzen kann, ganz einfach. Vielleicht sogar muss. Mit dem Verkauf der Neuwagen wird kaum Geld verdient: vor allem in den höheren Fahrzeugklassen sind Nachlässe im 2-stelligen Prozentbereich schon fast üblich, mit zusätzlichen Unterstützungsmassnahmen bei gewerblichen Leasingverträgen. Damit verdient vielleicht der Hersteller noch ein bisschen was, aber keinesfalls mehr der Händler, wenn er seine Kosten realistisch kalkuliert.

Was macht also der Hersteller oder Importeur, damit ihm seine Händler nicht pleitegehen? Er sucht und findet die Möglichkeit, sein Vertriebsnetz am Leben zu halten, im Service bzw. bei der Reparatur.

Bei Teilen, die wenig wettbewerbsgefährdet sind, wird ein fast schamloser Preis verlangt oder eine schon unverschämte Marge draufgeschlagen. Der Händler kann und will sich kaum dagegen wehren, weil: ein paar Prozent Rabatt von 1000€ sind halt viel schöner in der Kasse als von 200€. Bei einfach herzustellenden Teilen wie z.B. Filtern oder Bremsklötzen können viele Lieferanten  schnell und in ähnlicher Qualität wie der Hersteller liefern, da kann man nicht allzuviel zuschlagen – darum passen hier die Preise auch einigermassen.

Die Geschichte mit dem Spiegel hat mir keine Ruhe gelassen, und ich habe die Preise für die Aussenspiegel unserer Autos mal nachgesehen: ein Spiegel für den Prius, mit elektrischer Anklappfunktion und integriertem LED-Blinker, kostet komplett knapp 470.-€. Für den GT86, ohne LED-Blinker, etwas über 600.-€. Wieso ist der GT86-Spiegel teurer? Weil es weniger Autos davon gibt?

Egal: wenn damit der Fahrzeugpreis bzw. der Nachlass subventioniert wird, dann hätte ich lieber den echten Preis fürs Auto – und dafür faire Teilepreise. Da kann man sich drauf einstellen, als Kunde und als Händler.

Wenn nämlich die Kundenzufriedenheit im Autogeschäft wirklich wichtig ist, dann, finde ich, soll mit offenen Karten gespielt werden. Wenn ich mir dann ein Auto nicht leisten kann, fahre ich halt eines aus meiner Preiskategorie – und muss beim Unterhalt und kleinen Reparaturen keine unliebsamen Überraschungen erleben.

Vielleicht  bin ich ja ein Träumer, und eine faire Welt gibts gar nicht. Oder die will fast gar niemand haben, lieber immer ein bisschen vorgespielt bekommen, wie gut und schön doch alles ist. Die mittelfristige Entwicklung nicht nur in Sachen Mobilität wird es zeigen.

Car Multimedia. Segen oder Teufelszeug?

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Immer wichtiger, immer mehr Funktionen. Wie viele Autokäufer können mit den neuen Geräten überhaupt umgehen?

Wieviel der eingebauten Möglichkeiten nutzen?

Wer kann das alles erklären und überblicken? Ich gebe zu: bis vor kurzem habe ich nicht gewusst, das es einige verschiedene Bluetooth-Profile (Verbindungs-Protokolle) gibt, die regeln, in welcher „Sprache“ die Geräte miteinander kommunizieren. Zum Beispiel für Bluetooth-Audiostreaming direkt auf die Fahrzeug-Stereoanlage. Und dass dadurch verschiedene Funktionen eben möglich oder nicht möglich sind. Wo, in welchem Mobiltelefon,  was verbaut ist, wissen oft nichtmal die Telekom-Verkäufer – die Angaben sind nur auf der Hersteller-Homepage zu finden.

Eine Funktion, die z.B. mit einem Apple-Handy (aber nur ab Version 4) einwandfrei funktioniert, geht mit einem nigelnagelneuen Nokia-Gerät überhaupt nicht. Beim nächsten Auto, das eingebaute Gerät des gleichen Herstellers sieht sehr ähnlich aus, funktionieren plötzlich beide. Und im nächsten Auto ist es genau umgekehrt, ein Nokia funktioniert und das Apple nicht. Warum ganz genau das so ist, kann auch keine Hotline klären – ich hab das selber erleben müssen.

Die Autofahrer haben da auch einen sehr stark differierenden Wissens – bzw. Nutzungsstand:  So kann es gut vorkommen, am gleichen Nachmittag einen Kunden zu beraten, der Internet per WLAN-Hotspot im Auto zum Betrieb seines Druckers im Kofferraum will (weil er da als Aussendienstler per iPad seine Bestellungen gleich beim Kunden vor Ort ausdrucken will) – und gleich darauf kommt ein Autofahrer, der es nicht mehr schafft, bei seinem Draufdrückbildschirm zurück zum UKW-Radioempfang zu wechseln – nachdem seine Frau versehentlich mit dem Handrücken drangekommen ist und auf Mittelwelle umgeschaltet hat.

Mittlerweile sogar bei Kleinwagen verfügbar, beim Toyota Yaris in vielen Versionen serienmässig dabei: die wahrscheinlich nützlichste Erweiterung des Draufdrückbildschirms im Auto – eine Rückfahrkamera. Die hilft auf jeden Fall, Schäden und Unfälle zu vermeiden.

Wobei es auch hier Menschen gibt, die das Bild nicht „zuordnen“ können – eine Aussage: „wenn ich jetzt rückfährts fahre, ist ja links und rechts vertauscht, ich schau jetzt ja vorwärts“.

Also auch nicht so einfach.

Ein „Must-have“: eine Bluetooth-Freisprechanlage. Wenn es auch jetzrt noch einige Leute gibt, die kein entsprechendes Telefon haben und nutzen, wird das in ein paar Jahren sicher zum allergrössten Teil vorausgesetzt. Wohl dem Gebrauchtwagen, der dann darüber verfügt – und das Ganze auch noch bedienungsfreundlich und zukunftssicher (jetzt sind wir wieder bei den Bluetooth-Profilen) verpackt. Restwert, ich hör Dich wachsen …

Wenn dann noch der nächste Kunde kommt, der in seinem RAVv4 Baujahr 2001 damals ein Navigationssystem eingebaut bekommen hat, das Ding in den ersten paar Monaten ein paarmal nutzte und jetzt, heute, in 2014 mit seiner alten Tante in die Klinik in der großen Stadt fahren will: „Bitte stell mir das Ziel doch mal kurz ein, Du kannst das sicher, ich find keine Anleitung mehr …“ dann gehts mir schon auch  so, dass ich da steh wie der Ochs vorm Berg. Aber bisher haben wirs noch immer geschafft. Wie das mit der Vielfalt der aktuellen Geräte in ein paar Jahren aussieht, bin ich ja mal gespannt. Mal sehen, ob meine eingebaute Festplatte mit der Entwicklung Schritt halten kann.

 

Was kommt?

In diesen Tagen läuft die grosse nordamerikanische Autoshow, die USA feiert die individuelle Mobilität.

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Fast nichts ist zu hören von den zukünftigen energieeffizienten Fahrzeugen.

Stattdessen Riesen-Pickups und wirklich emotionsgeladene Sportautos.

Hat die Ölgewinnung durch das „Fracking“ alles auf den Kopf gestellt? Besteht keine Notwendigkeit mehr, sparsam mit dem Energieträger umzugehen?

Das glaub ich nicht!

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Die Kunst für die Hersteller wird darin bestehen, den „Habenwill“-Faktor bei der jungen Generation von Autofahrern einzupflanzen. Formen und Fahrleistungen müssen dazu animieren, auch unbedingt so ein Gefährt nicht nur mal fahren, sondern auch besitzen zu wollen!

Was man bisher sehen kann, könnte das gelingen – bei mir haben sie das schon geschafft.

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Hybrid Power und Fahrspass!

Warm, wärmer, Autoheizung. Und schnell solls gehen.

Wer ins kalte Auto einsteigt und keine Standheizung hat, will natürlich möglichst schnell eine angenehme Temperatur im Innenraum.

Aber ganz egal, ob die Heizung manuell gesteuert wird oder ob eine Klimaautomatik für die Wohlfühltemperatur sorgt:

Es bringt nichts, den Heizungsregler bei kaltem Motor auf ganz maximale Temperatur zu stellen.

Erst wird das Wasser für den Motor aufgewärmt, dann erst öffnet das Thermostat und auch die Heizung bekommt von der Wärmeenergie  etwas ab.

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Die Klimaautomatik (oder automatische Heizungsregelung) macht das selbsttätig:

Das Gebläse wird erst dann auf höhere Leistung gebracht, wenn die Temperatur im Wärmetauscher des Fahrzeugs hoch genug ist, um den Innenraum effektiv zu erwärmen. Es bringt daher auch nichts, die Temperatur bei kaltem Motor höher einzustellen: er wird deswegen nicht schneller warm.

Also bei der Klimaautomatik die Temperaturregelung einfach immer auf „Wohlfühltemperatur), meist zwischen 20 – 23 °, einstellen.

28° oder mehr würde man mit  dicker Kleidung ohnehin nicht aushalten 😉

Noch wichtig: wenn eine Klimaanlage vorhanden ist, sollte diese auch im Winter immer wieder mal laufen. Zum einen funktioniert damit auch die Beschlagentfernung wesentlich besser und zum anderen wird die Zuverlässigkeit und der Anlage erhöht, wenn das im System befindliche Kompressoröl immer wieder mal durch die Leitungen gepumpt wird und damit die Dichtungen/O-Ringe geschmeidig hät. Das sichert auf längere Zeit die Dichtigkeit der Klimaanlage.

Was benutzt wird, funktioniert länger! Gilt auch in vielen anderen Bereichen – technische Dinge, die nur rumstehen, gehen einfach von selbst kaputt.