Herausragende Monate liegen hinter uns. Was kommt jetzt?

So manch einer hatte in den vergangenen Monate den Eindruck, es läuft einiges verkehrt in unserer Welt.

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Dabei war doch auch vieles recht positiv in den vergangenen 12 Monaten!

Gut, für die allermeisten Leute (da schliesse ich mich ein) war die finanzielle Situation nicht so gut, wie man sich das wünschen würde oder wie es in den letzten Jahren war. Aber es sagen doch ohnehin immer alle, Geld ist nicht das Wichtigste auf der Welt! Wenn das stimmt, dann hat es doch für die große Mehrheit gepasst, oder?

Für mich, für uns, war 2020 tatsächlich gespickt mit Höhepunkten, die es so zuvor nicht gab. Nicht nur in Sachen automobiler Fortbewegung. Ein paar Beispiele – die chronologische Reihenfolge mal nicht immer berücksichtigt: Es ging los mit einem Eis-Training mit Allrad-Evo’s.

Dazu passend kam Kalle Rovanperä zu Toyota Gazoo Racing. Anfang Februar: Schotterslalom Emmersdorf – Gaudi pur.

Dann kam die erste Absperr-Welle, in der wir sehr, sehr viel probiert und gelernt haben. Zum Beispiel, dass man aus altem Restholz und einer kaputten Windschutzscheibe einen hervorragenden Spuckschutz bauen kann

Oder, dass die Rücken-Papplkartons von Schreibblocks in Verbindung mit einer Packung Gummiringen das ganze Jahr als Markierungsanhänger für Autoschlüssel hervorragende Dienste leisten.

Zwei Beispiele für „Upcycling“ oder Wiederverwenden von Dingen, die eigentlich nur zum Wegwerfen gut sind. Jaja, ich weiss, kleine Beispiele. Aber wenn immer wieder was dazukommt, wird das doch ganz schön viel vermiedener Müll!

In dieser Zeit hab ich mein letztes, privates neues Auto im Leben mit Verbrennungsmotor bestellt: GR Yaris. Und wurde bei der Lieferung nach 9 Monaten nicht enttäuscht, sondern begeistert.

Das das Verlassen der eigenen Wohnung zeitweise mit 150 Euro Strafandrohung belegt war, musste ein 3D – Drucker ins Haus, um manchmal notwendige Kleinteile zukünftig selber herstellen zu können.

In Bayern 1 läuft plötzlich Musik, die man sich tatsächlich ganz gut anhören kann. Nix mehr für alte Leute. Das liegt doch nicht an mir, oder?

Die Maskenpflicht: tja, da hat keiner damit gerechnet, dass das soooo lange dauert. Dabei wirds noch viel länger werden, denke ich. Für unsere Region vielleicht gar nicht schlecht: Straubing->Hochschule->Nachwachsende Rohstoffe->Wald->Zellstoff für Masken->Pflicht für Mund/Nasenschutzmasken->Straubing … naja, ganz so hats nicht geklappt.

Irgendwann gab es auch den Totalausfall des Telekom-Mobilfunknetzes bei uns im Dorf. War interessant – manche wurden panisch, bei manchen sank der Blutdruck nach ein paar Tagen Ruhe vor dem Mobiltelefon auf gesundheitsfördernde Werte.

Beim GT86drivers.de – Forumstreffen waren wieder viele nette Leute da. Genauso viele übrigens, wie es erlaubt war, zu diesem Zeitpunkt.

Sogar der „Supra No.1“ war da. Ein Erlebnis, optisch und auch in Fahrt!

Irgendwann in diesem jahr hat ein Gericht entschieden, dass die Bedienung des TouchScreens eines Tesla während der Fahrt so stark ablenkt, dass es gar nicht erlaubt sein kann, die Einstellungen während der Fahrt zu ändern.

Wir sind 2020 nicht in den Urlaub gefahren – das hat mir gar nix ausgemacht. Störend war aber, dass man nicht mal schnell abends mal irgendwo auf einen Burger hinfahren kann. Damit ist unsere Challenge auf 2021 verschoben: die niederbayerischen Burger-Läden alle einmal besuchen. Vielleicht sogar noch ein paar im befreundeten Ausland (z.B. Oberpfalz).

Mehrmals konnten wir in der Eifel die Nordschleife besuchen. Ein Erlebnis, absolut und wiederholbar.

Es gab den Sprit zeitweise unter einem Euro – Diesel, ok, dennoch unter einem Euro … aber fast 20 Cent Unterschied zwischen Klingelwasser und Sprit für richtige Autos

Ein ganz, ganz langjähriger Freund wurde zum Diakon geweiht. Ich durfte im Regensburger Dom dabeisein – es waren zwei Leute, die in der heutigen Zeit so ein Amt auf sich nehmen. Da habe ich sehr großen Respekt. Ich war mit dem Willi das allererste Mal alleine von zuhause weg (ohne Eltern, Onkel etc.) – eine Woche zum Skifahren, mit dem Jugendring. Mit ihm konnte man auch damals schon gut reden.

Sebastien Ogier wurde Rallye-Weltmeister – mit einem Yaris. Ok, das ist jetzt vielleicht nicht die wichtigste Meldung des Jahres. Mich hats aber dennoch gefreut.

Es gab etliche neue, interessante Autos. Über den GR Yaris muss ich mal extra was schreiben, der ist absolut herausragend.

Der „normale“ Yaris Hybrid ist auf seine Art aber genauso einmalig: weit besser als alles andere, was in der Klasse aktuell am Markt ist. Meiner Meinung nach.

Die Hybrid-Toyota’s werden immer besser. Und bleiben unglaublich zuverlässig.

Wieder sind mehrere PlugIn-Hybrids bestellt worden – es geht langsam, aber stetig voran.

Vielleicht fahren wir 2021 den ersten Wasserstoff-Mirai in unserer Region. Wer weiss … die Zukunft beginnt jeden Tag!

Was ich mir wünsche:
Dass wir unsere Mitarbeiter, Kunden und Freunde im nächsten Jahr wiedersehen und wir zusammen wieder durchstarten.

Sonntagsgedanken.

Wie so ein Sonntag ablaufen kann:

Aufstehen um 6e, dann erstmal Walking: ca. 12 km zu Fuss unterwegs, auf unserem mehrmals pro Woche benutzten Wanderweg.

Dann gibts das Frühstück – mit isotonischen Quarktaschen, man ernährt sich ja schliesslich gesund.

Weil Sonntag ist, darf mal genossen werden: die Fahrt zum letzten Automobil-Slalom der Saison.

Zwischen Neukirchen und Grün springt plötzlich vor unserem Gespann ein Mann auf die Straße und erzählt fast schon verzweifelt:

Ein paar Leute sind schon stehengeblieben, aber niemand konnte helfen. Weil keiner mehr Werkzeug im Auto hat.

Der Mann war unterwegs mit seinem BMW V8 Baujahr 1959 – und, es sei dem Oldtimer verziehen, der Auspuff hinten ist abgefallen.

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Wir haben ihm natürlich geholfen, das Rad demoniert, telefonisch zu Hause Schrauben bestellt und bringen lassen – soooo viel zu früh waren wir gar nicht losgefahren, wir wollten schliesslich auf gar keinen Fall den Slalom versäumen!

Danach hatte ich ein intensives Gespräch im Auto mit Roman.

Dieser BMW-Oldtimer wurde gebaut, 8-9 Jahre vor meiner Geburt, und er ist ein Oldtimer, der auch schon an meinem 18.Geburtstag eine alte, zum dynamischen Fahren nicht mehr brauchbare Kiste war. Die Fahrdynamik ist auf jeden Fall so weit weg von den Autos, die in meiner Zeit als Autofahr-Anfänger üblicherweise genutzt wurden, dass ich niemals darauf gekommen wäre, dass so ein Gefährt für mich erstrebenswert gewesen wäre.

Roman ist 2001 geboren, 8 Jahre vorher gab es den Supra JZA 80 oder auch Porsche 964 – diese Autos müssen sich bis heute in Sachen Fahrdynamik absolut auch vor neuen Entwicklungen nicht verstecken!

Die Entwicklung bei Autos hat sich also sicher extrem verlangsamt oder ist stehengeblieben! Fahrwerk, Gewicht, Nutzbarkeit – keine großen Fortschritte! Nur „Elektronikschmarrn“ gibts immer mehr. Äpps zum Aufzeichnen von Fahrten oder zum wiederfinden des Autos – weil alle Blechkisten immer mehr Ähnlichkeit haben und auch niemand was farbiges fahren will. Nicht mal Elektroautos sind richtig giftgrün.

So ein 2-Tonnen-Tesla-ElektroPanzer macht sowieso nur beim Beschleunigen kurzzeitig Spaß. Aber dann wird das hohe Gewicht ganz schnell zum Stimmungskiller. Wo sind denn die agilen, leichten Elektrofahrzeuge, die von der Industrie seit Jahrzehnten versprochen werden?

Sind wir jetzt Teil einer kleinen Minderheit, die Spaß am Autofahren hat und gerne weiter haben möchte? Oder gibts mehr Menschen, für deren Wünsche und finanzielle Möglichkeiten keine neuen Fahrzeuge mehr von den großen Herstellern angeboten werden?

Wir hatten in den folgenden Stunden noch viel Spaß beim Erforschen des Limits – was geht, was ist grad noch beherrschbar?karnbruckWende

Das Ganze ohne schlechtes Gewissen, da der Hauptsponsor der niederbayerischen Motorsportmeisterschaften den CO2-Ausstoss aller Wettbewerbs- und Transportfahrten durch verschiedene Umweltmassnahmen ausgeglichen hat.

Wir verzichten weitestgehend auf Flüge (2x in den letzten 20 Jahren gings leider gar nicht anders) und nutzen für die täglichen Wege Hybridautos, die sparsam und wirklich extrem umweltverträglich gefahren werden.

Irgendwie sind wir also auch Sonntagsfahrer. Werden aber niemanden aufhalten, voraussichtlich.

 

 

 

 

 

Automobilslalom. Minutenlange Höchstspannung.

Die Saison 2015 ist vorbei. Ja, ich habs getan – nach vielen Jahren wieder einige Slaloms gefahren.

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Was ist das eigentlich, Automobilslalom? Wikipedia sagt, er zählt zum Breitensport und ist auch für Privatleute finanzierbar.

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Die Aufgabe besteht darin, eine mit Pylonen markierte Strecke auf Teer oder Beton möglichst fehlerfrei und schnell zu durchfahren. Das Umwerfen eines Pylons kostet 3 Strafsekunden – und damit meist auch die Chance auf eine vordere Platzierung.

Es geht also darum, ein Auto am fahrwerkstechnischen Limit, genau am Übergang von Haft- zur Gleitreibung zwischen Reifen und Strasse, möglichst exakt und schnell zu bewegen. Manchmal bin ich übermotiviert …

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Die Slaloms in unserer Region werden auf Flugplätzen, abgesperrten Straßen oder auch großen Firmen-Parkplätzen veranstaltet. Fast immer am Sonntag morgen gehts los, meistens mit 40-100 Teilnehmern. Man kennt sich untereinander, es herrscht eine super Atmosphäre und jeder Neueinsteiger wird auch noch mit Tips versorgt!

Der Aufwand ist wirklich nicht riesig: eine Lizenz kann man meist auch bei der Veranstaltung direkt beantragen. In der Gruppe G (seriennah) reicht ein ganz normales Strassenauto, um mal reinzuschnuppern. Viele Autos sind aber mit Fahrwerk und Reifen (profillose Renn-Slicks) so speziell vorbereitet, dass die Fahrer sie per Anhänger zur Veranstaltung bringen. Oder zumindest vorher die Räder tauschen.

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In der Gruppe F (verbessert, aber meist noch strassenzugelassen) oder H (da ist auch keine Zulassung mehr notwendig) ist der Aufwand schon höher. Es werden traumhaft schön vorbereitete Autos gefahren, von den massenhaft auftretenden Polos über viele BMW’s (02er, E30, E36, E46), NSU TT, Porsche oder die berühmtem C-Kadett-Coupes – alles, was einigermassen leicht und flott ist, kann vorne mitfahren. Leider sind die aktuellen Fahrzeuggenerationen fast alle zu schwer, zu aufwendig – es gibt wenige Ausnahmen, eine davon fahre ich.

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Mein „Renngerät“ ist ein weitestgehend serienmässiger Toyota GT86 für die Gruppe G in der höchsten Leistungsgewichtsklasse (da bekommt man es schonmal mit einem Porsche GT3 in der Klasse zu tun).

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Mit einem KW Clubsport-Fahrwerk ausgerüstet, das Wolfgang Weber von wwmotorsport eingestellt und abgestimmt hat – ich hab während der laufenden Saison nur minimale Anpassungen vorgenommen. Auch will ich nicht mit dem Anhänger rumfahren,

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sondern fahre mit den gleichen, strassenzugelassenen Reifen in Seriengröße auf Serienfelgen zur Veranstaltung hin, passe den Luftdruck an und fahr danach genauso wieder zurück.

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Also wirklich wenig Aufwand.

Das reicht, um einen Riesen-Spaß mit dem Auto zu haben und die Fahrzeugbeherrschung zu verbessern. Nirgend wo sonst im Motorsport gibts so viele Richtungsänderungen in so kurzer Zeit! Nach ein paar Veranstaltungen steht auch fest: man kann mit deaktiviertem Stabilitätsprogramm etwas schneller sein, muss aber natürlich 100%ig bei der Sache sein, um nicht abzufliegen. Das ist auf der Strasse niemals immer möglich – und hat mich überzeugt, dass die elektronischen Regelsysteme schon eine sehr gute Sache sind. Aber eben auch, dass die menschliche Vorausschau und Reaktion noch nicht von der Elektronik übertroffen wird, wenn man entsprechend geübt ist.

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Damit ist auch ein direkter Beitrag zur Verkehrssicherheit verbunden: es wird die schnelle Reaktion auf Hindernisse geübt und damit kann vielleicht die eine oder andere Kollision vermieden werden. Wollt Ihr mal mitfahren? Hier geht das, ich habs auf Youtube verewigt: Slalom Arnbruck 2015

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Was hat die Saison gebracht? Ich hab viele nette Leute kennengelernt, die allesamt auch den „Motorsport-Nagel“ im Kopf haben Es war immer lustig, und wir waren im Rahmen des Slalom-Städte-Pokals in Nordbayern, Tschechien und in unserer Region unterwegs, bis ganz in den Südosten. Sogar ein paar Pokale hats für mich gegeben. Ein Riesen – Spaß, fast unvergleichbar!

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Meine Reifen (Toyo R888 ) haben noch einiges an Restprofil, also muss ich ja eigentlich nächstes Jahr auch wieder …  mal sehen. Will noch jemand nittenaudabei sein?