Auf jeden Fall soll 2026 kein Update von 2025 werden. Nicht nur, weil ich Updates insgesamt nicht als Heilsbringer sehe. Sondern weil 2025 insgesamt jetzt nicht ganz so gut war. Also kein Update bitte, sondern wieder mal Vollgas! Oder Vollstrom.
Die Rahmenbedingungen sind halt so, wie sie sind. Daran lässt sich von meiner Seite aus nichts ändern. Also,einfach das Beste aus dem machen, was man hat. Und das ist gar nicht mal so schlecht.
Erstmal sehe ich weiter auf beiden Augen durchs Leben – das hätte in 2025 auch blöder ausgehen können. Blutwerte in Sachen Diabetes und Blutfettwerte sind gut eingestellt, sagen mir die Ärzte. Die rund 20 Kilo weniger Gewicht gegenüber meinem „Höchststand“ helfen schon auch, mit noch ein paar Kilo weniger auf den Rippen würde ich mich noch ein bisschen wohler fühlen, das probiere ich ab sofort konsequent aus. Vielleicht sehen wir uns in 2026 ja öfter mal beim Radlfahren?
Ach ja, fahren: unser Autoslalom-Hobby war jetzt 2025 nicht ganz so von Erfolg gekrönt.
Für den Wanderpokal des MSC Straubing hat es dann aber irgendwie doch gereicht. Das wird 2026 wieder mehr Spaß bringen, mit dem bewährten Cup-Yaris und auch mit kleinen Änderungen am GR Yaris.
Änderungen stehen auch sonst so einige an. Der größte Umbau seit Jahrzehnten im Geschäft ist in Planung.
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Die Zeit lässt sich nicht zurückdrehen.
Nicht geplant, naja, eher nicht gewollt ist das Ausscheiden unseres dienstältesten Mitarbeiters nach nunmehr 47 Jahren Betriebszugehörigkeit – sowas gibts auch nicht so oft.
Jeden Tag irgendwas Neues in Sachen Digitalisierung – und das ist nicht immer positiv. So muss man z.B. keine Werkstatthandbücher mehr kaufen – aber die Software-Lizenzgebühren treffen uns als kleineren Betrieb im Verhältnis besonders hart. Ausserdem bekommt man dafür ja nicht mal was dauerhaft nutzbares wie ein Buch, sondern wenn irgendjemand einfällt, uns vom Zugang abzuknipsen, dann ist einfach Schluss. Als neuester Digitalisierungs-Gag kommt eine Art elektronische Zugangskontrolle, für die jeder Mitarbeiter ein Smartphone braucht – und die in unserem Fall zusätzlich rund 2000€ pro Jahr kostet. Eben zusätzlich zu den etwa 5000€, die wir ohnehin bereits bezahlen, und dazu kommt dann noch der Bedarf an zusätzlichen Geräten. Tut mir leid, ich muss das an unsere Kunden weitergeben – der Werkstatt-Stundenverrechnungssatz wurde also erhöht.
Die Mobilitäts- oder Antriebswende ist angeblich in vollem Gange. Aktuell sieht es bei uns so aus, dass elektrisch fährt, wer es dienstlich tun muss oder soll – oder, wer z.B. zuhause noch kostengünstig per eigener Photovoltaik-Stromerzeugung nachladen kann. Technisch funktioniert das alles gut, dennoch kauft sich kaum jemand freiwillig einen Stromer oder schwankt bei der Kauf-Entscheidung zwischen Verbrenner und Eelktroantrieb. Wenn, dann wird oft geleast – man weiss ja nicht, was mit den Restwerten passiert. Gebrauchte Akku-Autos sind wirklich recht billig zu haben, im Falle eines Defektes (auch ausserhalb des Antriebssystems, z.B. bei einem Ausfall der Klimaanlage) wird dennoch gefühlt recht unverschämt von den Herstellern über die Teilepreise abkassiert. Meine Meinung dazu: vergleichbare Elektroautos müssen wesentlich,mindestens 20-30% billiger als ein Verbrenner-Pendant sein, dann geht das richtig los mit dem Interesse der Verbraucher. Das hab ich auch vor ein paar Jahren hier schonmal geschrieben, auch in einer Diskussion mit dem damaligen Toyota Deutschland-Vertriebsleiter ich das gesagt – der hat mich quasi ausgelacht, ein Elektroauto wäre sicher für 20, 30% mehr im Markt zu verkaufen. Jetzt, gerade eben, habe ich den Preis des 2026er bZ4X und des (noch aktuellen) RAV4 Hybrid Allrad verglichen: das Elektroauto ist heute schon günstiger! Die Differenz wird noch wesentlich größer, wenn man das mit dem RAV4 PlugIn vergleicht. Eigentlich gibt es genug Gründe, die gegen einen Verbrenner sprechen … uups, hab ich das jetzt wirklich geschrieben?
Veränderungen beginnen im Kopf. Meiner wär soweit. Jetzt müsste man nur noch Spaß haben können damit. Hey Toyota, wo bleibt ein elektrisch angetriebener MR2?
Was noch? Braucht man in 2026 einen Saugroboter, was meint Ihr?
Am ersten Juli-Wochenende, Samstag nachmittag oder am Sonntag, so genau weiss ich es nicht, gings los. Rechtes Auge, im Sichtfeld unten links. So komische Schlieren, Kopf nach unten oder schütteln, dann hab ich wieder ganz normal gesehen.
Am Montag früh unten links im Eck ein kleiner schwarzer Fleck, wie wenn sich was Kreisförmiges vors Auge schiebt. Uiuiui – ab zum Augenarzt. Der schaut kurz rein – und überweist sofort in die Uni Klinik, Notoperation, Netzhautablösung.
Dort angekommen, hab ich erstmal im falschen Wartebereich zwei Stunden verbracht. Die Diagnose wurde bestätigt, die Netzhaut war schon so weit abgelöst, dass man das Auge nicht mehr richtig vermessen konnte – weils schon so weit runter hängt. In der zwischenzeit ist der Halbkreis viel weiter gewandert und verdeckt etwa ein Drittel des Sichtfeldes des rechts Auges – jetzt krieg ich aber richtig Angst. Was passiert da grade? Werd ich blind? Hab ich durch mein Verhalten, Ernährung, Stress, sonstwas, dazu beigetragen? Zefix, Hilfe!
Einzug ins Krankenzimmer. Da kommt gleichzeitig mit mir noch einer, der hat sich bei der Reparatur seines landwirtschaftlichen Geräts ein Kugellager ins linke Auge integriert. Fast. Da gehts mir ja noch fast gut. Narkosegepräch, Vorbereitung zur OP, Strümpfe, OP-Hemderl, nicht mehr essen, Medikamente etc. Angeblich werd ich gegen 10:00 Uhr am nächsten Tag operiert.
Es wurde nix um 10, um 11, 12, 13, 14, 15 Uhr – um 15:45 dann die Nachricht, dass es so viele Not-Notfälle gibt, dass ich erst am nächsten Tag drankomme. Das Sichtfeld ist mittlerweile zu drei vierteln schwarz, eieiei, was für ein Gefühl. Ablenkung durch ein späteres Mittagessen …
Am Mittwoch früh vielleicht noch 10% des Sichtfelds hell, 90% schwarz.
Um 7:00 kommt eine Pflegerin mit der Nachricht, dass ich jetzt dann gleich geholt werde. Von da an geht alles wie am Schnürchen: nochmal die Abfragen zur Narkose. Test, ob die Nadel im Arm auch noch durchgeht. Geht’s gut? Naja, plötzlich müde – und schon wieder wach, Auge ist zugeklebt. Natürlich frage ich sofort im Aufwachraum, ob alles geklappt hat. Alle sagen, die Operation ist erwartungsgemäss verkaufen. Was das heisst? Schauen wir nachmittag.
Nach ein paar Stunden zur Ärztin. Runter mit dem Verband. Bitte Auge aufmachen – „werd ich wieder normal sehen, wenn ich aufmache?“ – „Die OP ist normal verlaufen, wie gut sie wieder sehen, wissen wir noch nicht.! – „…dann mach ich auch das Auge nicht auf, wenn ich nicht garantiert wieder sehe …“. “ eine 100% Garantie gibts bei so einer OP nicht …“ Das hat schon einige Minuten gedauert, bis die mich überzeugt hatten, dass sowieso nix übrig bleibt. Das Gefühl, als es hell wurde – wow.
Es wurde auch gleich, weil ich ja über 50 Jahre alt bin, eine neue (Kunst)Linse eingebaut – aus Texas, mit UV- und Blau-Filter. Na, dann bin ich ja gerüstet.
Ich sehe immer noch unscharf auf dem Auge. Liegt aber auch daran, dass der Glaskörper teilweise entfernt und das Auge mit Gas „aufgepumpt“ wurde – ich darf jetzt nicht fliegen oder so, hatte ich auch ganz bestimmt nicht vor.
Das Sichtfeld ist ungefähr so, als ob ich mit einer Taucherbrille halb unter Wasser bin, Unten schwappt was, oben seh ich so einigermassen. Der Augenarzt sagt, das wird wieder – wie scharf oder gut ich genau sehen werde, kann man erst nach einigen Wochen oder sogar noch längerer Gewöhnungszeit sagen. Es wird täglich besser, klarer, das Gas weicht.
Was soll ich sagen? DANKE!!!
Danke an meine Frau, meine Kinder, meine Freunde, die mir beigestanden haben. DANKE an die Uniklinik, ans Ärzteteam, an die Entwickler dieser Technik zur Augenoperation – eine Generation früher wäre man einfach blind geworden. Unser Gesundheitsystem hat – für mich – perfekt funktioniert. Man muss da nicht darüber nachdenken, ob man sich so einen Eingriff leisten kann, es wird einfach so gemacht. Ich seh wieder was. A bissl Glück brauchst, zur richtigen Zeit und am richtigen Ort zu leben. Auch, wennst dann in der Oberpfalz wiederhergestellt wirst, aber mei, nobody is totally perfect 🙂
Die Autos bekommen immer mehr Systeme, die dabei helfen sollen, Unfälle zu vermeiden. Die Entwickler haben die Herausforderung angenommen und alle sind auf dem Weg zum selbstständig fahrenden Auto, das automatisch seine Geschwindigkeit an die anderen Verkehrsteilnehmer anpassen kann, von selbst bremst, lenkt und natürlich auch einparkt. Teilweise werden die System von den Gesetzgebern zwingend vorgeschrieben, damit ein neues Fahrzeug überhaupt zugelassen werden darf.
Damit sind auch Herausforderungen verbunden: die Technik muss erst einmal erlernt und bedient werden können, damit das gesamte Potential auch genutzt werden kann und die Sicherheit auch tatsächlich verbessert wird. Vor ca. 30 Jahren gabs so etwas schon einmal: als das Antiblockiersystem eingeführt wurde, gab es plötzlich eine neue Ausrede bei Unfällen: „das ABS hat versagt…“ musste herhalten, wenn es Schäden aufgrund von Unaufmerksamkeit oder zu geringem Abstand gab. Jetzt müsste also die Bedienung aller vorgeschriebenen Sicherheitsassistenten gleich in der Fahrschule erlernt werden. Was ist aber mit dem Fahrermaterial, das jetzt rumfährt und nicht darauf geschult ist? Und warum macht man es dann nicht gleich so, dass bei allen Fahrzeugen die Sicherheitssysteme gleich bedienbar sind? Das wär mal eine Aufgabe für eine Verordnung!
Die Begegnung mit analog fahrenden, also älteren Autos auf den Strassen muss auch beherrscht werden. Sehr großen Respekt vor den Programmieren habe ich, die sind davon überzeugt, irgendwann alle Situationen beherrschen zu können. Oder die künstliche Intelligenz wird das lernen. In welchem Zeitrahmen wird das passieren? Wenn das so schnell geht, wie manche glauben – dann erledigt sich das Thema mit dem Antriebswandel ohnehin. Eine „Vollautomatik“ wird man nicht nachrüsten können, damit kommen die alten Fahrzeuge irgendwann alle weg. Wieder der Zeitrahmen. Wann? Und wieder: wie wird mit anderen Verkehrsteilnehmern umgegangen, also Motorradfahrern, Baustellenfahrzeugen oder landwirtschaftlichen Maschinen? Müssen die auch automatisiert werden? Kann das funktionieren?
Oder ist absolute Sicherheit eine Illusion? „Totale Sicherheit hat die totale Unfreiheit zum Ergebnis“, so ein Zitat von Friedrich von Borries in Weltentwerfen. Also kann dann keiner mehr fahren, wie er will. Dann wärs für mich vorbei, glaub ich.
Was passiert aktuell in Sachen Sicherheit? Leider in vielen Bereichen genau das, was viele befürchten: durch die kostenoptimierten Konstruktionen der Fahrzeuge entstehen Defekte, die es in der Häufigkeit bisher nicht gegeben hat. Ein Beispiel an den Fahrwerkskomponenten: es gab bei unseren Fahrzeugen jahrzehntelang nur absolut minimale Schadensquoten bei den Fahrwerksfedern der Autos. Seit ein paar Jahren müssen wir aber mit ansehen, wie diese Teile – immer an der gleichen Stelle – an einer wegen Korrosion abplatzenden Stelle rosten und brechen. Meist ist das unproblematisch, weil nur der unterste halbe Ring bricht, der im Federteller aufliegt – aber es kann ja auch mal anders kommen. Bei einem deutschen Premiumfabrikat hatten wir jetzt schon zweimal dadurch aufgeschlitzte Reifen. Nicht lustig, wenn das bei hoher Geschwindigkeit passieren sollte. Wäre es nicht erforderlich, hier in Sicherheit zu investieren? Vielleicht ist bei älteren Autos eine jährliche Sicherheitsprüfung doch nicht nur Geldschneiderei, wer weiss, was da noch an angelegten Defekten kommt.
Jetzt kommts: werden die Fahr-Assistenzsysteme erkennen, was im Falle eines Defektes da jetzt gerade los ist? Wird dann das Auto sofort abgestellt, auch wenn es gerade an einer gefährlichen Stelle steht oder die Zeit (Nacht, kalt, einsam, sonstwas) es wünschenswert oder erfoderlich macht, sich mit dem waidwunden Fahrzeug zur nächsten sicheren Stelle zu schleppen? Die Herausforderungen werden immer interessanter, wenn man da drüber nachdenkt. Große Veränderungen werden kommen und sind notwendig, ob man will oder nicht.
Ein Neukunde ist ja immer für uns was Interessantes. In diesem Fall ein Zurazogna – wer das Wort grad nicht versteht, der kann vermutlich auch nicht nachvollziehen, warum der Mensch bei uns in Niederbayern ohne weiteres Zutun schonmal keinerlei Vorab-Bonuspunkte gutgeschrieben bekommt. Was nicht heisst, dass es nicht auch sehr nette Menschen gibt, die „nach der Schrift“ sprechen.
Jetzt kommt dieser Mann mit einem ziemlich neuen Toyota, der aus Osteuropa stammt – vielleicht war das Angebot das billigste, was im Internet zu finden war. Das macht ihn für uns auch nicht sympathischer.
Er will die preisgünstigste Durchsicht, die wir anbieten. Keinen Service. Oke, ein sparsamer Mensch, verstanden. Er hat da noch was als Garantie-Reklamation – ah, jetzt kommts, Garantie für eine EU-Zulassung, das heisst, ein Riesen-Papieraufwand – wenn überhaupt vom Garantiegeber was bezahlt wird. Worum gehts? Das Navigationssystem funktioniert seit ein paar Tagen nicht mehr, und die Klimaanlage funktioniert auch nicht.
Na dann, ab in die Werkstatt. Durchsicht. Navi? Funktioniert nicht – aber ist da überhaupt ein Navi-Modul verbaut? Also ran ans Internet, die Ausstattungsliste für das EU-Auto raussuchen, wo steht der Mist mit dem Navi? Ahja, bei diesem Auto mit dieser Fahrgestellnummer, da ist kein Wegfinder verbaut. Zur Sicherheit nochmal im Teilekatalog geschaut, es ist wirklich kein Navigationssystem drin.
Die Klimaanlage funktioniert aber einwandfrei, alles gut. Ok, dann sagen wir das mal dem netten Kunden.
Die Reaktion war vorhersehbar: „Was, glauben Sie mir vielleicht nicht? Vorgestern hab ich das Navi doch noch verwendet!!“ – Äehm … nein, haben Sie nicht. „Was soll das? Ich weiss es doch genau!!“ -Könnte es sein, daß Sie per Smartphone navigieren und das Gerät per AppleCarPlay oder AndroidAuto verbunden haben? „Keine Ahnung, das Auto gehört meiner Frau-“ Ja klar, das erklärt doch dann auch, warum vorgestern noch klappte. Dürfen wir Ihnen noch zeigen, dass die Klimaanlage einwandfrei funktioniert? „Warum funktioniert das jetzt?“ Vielleicht hatten Sie den Knopf mit der Aufschrift „A/C“ deaktiviert? „Da musste ich noch nie was einschalten, das hat immer so funktioniert.“
Na dann passts jetzt ja. Gute Fahrt noch. Mit vier, fünf solchen Fällen pro Tag wäre man ausreichend beschäftigt und würde dennoch keinen Umsatz machen.
Wovor ich mich wirklich fürchte? Wenn auch bei uns die Autos ausschliesslich per TouchScreen bedient werden, irgendwann. Scheinbar ist diese blöde Entwicklung nicht aufzuhalten. Wie soll man dann den Leuten erklären, was wie funktioniert und warum der Bildschirm jetzt nach dem Update ein bissl anders ausschaut? Das ist ja eine Geschichte für sich, einfach mal hier klicken.
Hoffentlich erkennen die Fahrzeugentwickler rechtzeitig, dass man hier in die falsche Richtung steuert und sich doch lieber am echten Bedarf der Kunden orientiert. Sonst bekommen eines Tages auch diejenigen Probleme, die gar nie keine Breissn nicht sind. Uuups …
Das wird keiner der üblichen Fahrberichte – davon gibts schon viel zuviel.
Worum gehts und was weiß ich überhaupt darüber?
Mein erster intensiver Supra-Kontakt war ein mehrtägiger Alpen- und Italien-Trip, lang bevor ich selbst einen Autoführerschein hatte – mit einem MA61 Supra. Der erste Sport-Sechszylinder von Toyota bei uns.
Der nächste war dann der MA70, mit Saugmotor. Nicht gerade ein Ausbund an Temperament, aber das Auto war stabil wie ein Panzer. Ein kleine Eskalation dann mit dem Turbomotor: der war schon richtig schnell, also richtig, richtig schnell. Ohne jede Abregelung sind wir Ende der 80er Jahre mit dem Ding auf der Autobahn (laut Tacho) bis zu 280km/h gefahren. Allerdings nur tagsüber oder nachts mit ganz viel Mut und eingeschalteten Nebelscheinwerfern auf bekannter Strecke – weil mit geöffneten Klappscheinwerfern fehlten knapp 10km/h. Ein richtiger „Gran Turismo“ mit Luxus und Kraft, sogar mit abnehmbarem Targadach. Er war absolut auf Augenhöhe mit dem damaligen Sportkäfer. Also dem Porsche 911. Ich hatte damals etliche tausend Kilometer mit dem Supra gefahren. Den Turbo hab ich im 5ten Gang durch Steinburg fahren können mit knapp 50km/h und im gleichen Gang auf der Autobahn mit jenseits 250km/h. Einmal hatten wir so ein Gerät, ein „Vector“-Umbau mit Leistungssteigerung, irgendwas zwischen 300 und 400 PS. Vor dem hatte ich Angst, den bin ich nur ganz langsam gefahren.
Dann kam der, den heute alle verklären. Der JZA80. Wir hatten nie selbst so ein Auto, da kenne ich nur Kundenfahrzeuge. Der war mit Automatik echt eine Gurke, meiner Meinung nach. Trotz 70 Mehr-PS keine Chance gegen einen 964er Porsche. Der Schalter war flotter, aber die Abregelung und Traktionskontrolle machte das Ganze ein bissl langweilig. Die aufgeblasenen 1000PS-Monster sind halt noch heute auf der Autobahn eine Macht, aber wie gut wäre so einer auf schmalen Bayerwald-Landstraßen?
Es hat viele, viel zu viele Jahre gedauert, bis Akio Toyoda den Auftrag für die Fertigung des aktuellen Supra gen Steyr geschickt hat. Felix Austria! Von dort kommen alle Supra für die ganze Welt.
Unser aktueller Supra ist einer, über den die sogenannten „Fans“ mit hochgezogener Nase reden. Ein Vierzylindermotor! Im Supra! Die wenigsten Leute wissen, dass der schnellste Supra überhaupt, die japanischen Rundstreckenautos, immer einen 2-Liter-Vierzylinder hatten. Mit bis zu 800PS. Also ist der Vierzylinder durchaus legitim.
Von aussen sieht das keiner, und über die Optik brauchen wir auch gar nicht zu diskutieren. Also rein in die Bude:
Uii, bequem. Und Knöpfe links am Sitz, mal probieren, was passiert denn jetzt – und schon hat er mich: ein Fahrersitz, bei dem man die Lehne in Sachen Abstützung / Weite verstellen kann, wie damals beim MA61 (bei dem war das damals eine Sensation). Sehr schön. Die Bedienung im Allgemeinen ist anders als bei anderen Toyota-Fahrzeugen, aber mei … wer sich nicht mit seinem Auto beschäftigen will, der braucht auch kein solches Sportwagerl.
Starten: Öha, der hört sich ja richtig gut an! Nicht nervig, passt schon. Gut, die zweipedalige Antriebssystem-Energiezufuhr/Energieentnahme-Regelung würde ich mir lieber als traditionelles 3-pedaliges System mit manueller Antriebsübersetzungsänderungseinrichtung (Schaltgetriebe) wünschen. Aber die Möglichkeit gibts ja nicht. Noch nicht oder niemals nicht?
Losfahren. Schon merkt man, warum es da kein Schaltgetriebe gibt: vor dem Verlassen des Kreisverkehrs ist schon der dritte, nein, der vierte Gang drin. Ja leck, schaltet der viel und schnell. Aber irgendwie … egal, in nullkommanix ist man bei den erlaubten 100km/h angekommen und fährt angenehm dahin.
Verschiedene Sicherheits- und Fahrprogramme kann man teils unabhängig voneinander aus- und einschalten. Und per Schaltwippe am Lenkrad oder per Schalthebel die Gänge wechseln. Wenn man sich daran gewöhnt hat und ein bisschen rumprobiert, dann merkt man: die betrügen ja, die Softwareanzeiger! Ein Beispiel: man rollt durch einen Ort mit 50km/h und will nach Ortsende die wirklich beeindruckende Durchzugskraft nutzen. Ein kleines bisschen Gas geben und an der „Plus“-Schaltwippe gezupft: sofort springt die Anzeige auf den nächsten Gang, die Drehzahlanzeige fällt runter – der nächste Gang ist aber in Wirklichkeit erst ein paar Zehntelsekunden später kraftschlüssig drin! Das selbe Spiel beim engagierten runterschalten. Ja, Hund sans scho. Vorgaukeln, dass man noch schneller ist, als man in Wirklichkeit ist. Obwohl das ja reichen würde.
Man sagt ja als Verkaufsargument für den kleiner motorisierten Supra, der 2,0-Liter hätte eine noch bessere Gewichtsverteilung und er ist damit noch besser für die genussvolle Landstraßen-Kilometer-Inhalation geeignet.
Das stimmt natürlich, denn Marketing-Menschen würden nie lügen. Zumindest nicht die von Toyota. Grundsätzlich richtig, hakts irgendwie im Gebälk. Das Auto lenkt bei erlaubten Geschwindigkeiten zackig ein und bleibt auch problemlos auf dem gewünschten Kurs. Wenn man einen Lastwechsel in den Kurvenverlauf mit einbaut, wirds irgendwie komisch: erst „wackelt“ der Hintern ein bisschen, dann hakt unter Last die Sperre ein – von da an kann man zwar wieder ordentlich beschleunigen, ist aber ganz schnell wieder bei Geschwindigkeiten angelangt, die nicht mehr erlaubt sind. Im Vergleich z.B. mit einem GT86 ist der Fahrspass erst bei wesentlich höheren Kurvengeschwindigkeiten da. Das ist gefährlicher, wenn man korrigieren muss – und auch nicht erlaubt. Leider hat man sooooo weit zu fahren, von uns aus, wenn man auf eine abgesperrte Strecke, Fahrsicherheitszentrum oder Rennstrecke zum Ausloten des fahrdynamischen Limits will.
Nach ein paar Wochen, nicht nur nach ein paar Kilometern Rennstrecke, will ich euch sagen:
Die Motorleistung des 2-Liter-Supra ist jederzeit ausreichend. Ich behaupte, der geht im einigermassen legalen Geschwindigkeitsbereich (bis ca. 120km/h) besser als ein Serien-JZA80 mit Automatik. Er klingt auch als Vierzylinder richtig gut, für mich, und nervt nicht die Umwelt. Er hat eine echt gute Stereo-Anlage. Er ist teuer, aber im Vergleich zu anderen, vergleichbaren Sportwagen das Geld wert. Er ist routiniert verarbeitet, da klappert nix. Die gelbe Farbe ist eine Sensation, die find ich super. Und er sorgt für Arbeit in unserer Region: diverse Teile für Front und Heck werden für die Produktion in Viechtach gefertigt. Das Fahrwerk ist in Serienzustand oke, für einen „Gran Turismo“ auch genug Bewegung um die Hochachse möglich.
Aaaaber: er hat kein Kupplungspedal, er hat viel zu viele Gänge, er hat keine Handbremse (die man im Sinne der Fahrdynamik nutzen könnte) und er hat eine Lenkung, an die ich mich auch nach vielen hundert Kilometern nicht so richtig gewöhnen kann. Einerseits fast zu direkt, andererseits passiert nix, wenn man ein bisschen korrigieren möchte.
Update Ostern 2024: jetzt steht ein Supra Lightweight bereit. Mit Schaltgetriebe, 6 Gängen und Kupplungspedal. Haben die auf mich gehört? Wir werden ihn testen. Na gut, Handbremshebel hat er immer noch keinen. Aber genug Leistung, um so beschäftigt mit der Bändigung der Kraft zu sein, dass man die Handbremse erstmal nicht vermisst.
Was ist da anders? Er hat den 340PS-6-Zylinder-Motor und ein bisschen weniger Gewicht – durch Weglassen von Ausstattungsdetails, die bei einem Sportwagen ohnehin niemand braucht. Sowas wie elektrische Sitze oder zwölf Lautsprecher sind nicht erforderlich. Die Sitze in Leder/Alcantara-Kombination halten bei Querbeschleunigung besser als ein Voll-Leder-Gestühl und sehen auch noch top aus.
Was man sieht: das rote „Supra“ – Emblem am Heck. Er gewinnt viel durch den Schalthebel, sagt man in vielen Testberichten. Erster Eindruck: stimmt, fährt irgendwie völlig anders als der bisherige 2,0-Liter, der „Dunkle Lord“. Das Wackeln mit dem Hintern am Kurveneingang ist immer noch da. Ist das Bumpsteer? Danach ist es doch sehr, sehr unterhaltsam. Ich werde weiter berichten.
Man kommt nicht darum herum: der 3-Liter-Sechszylinder-Motor ist schon ein echter Hammer, auch wenn er jetzt nicht komplett von Toyota entwickelt wurde. Unglaublich. Mit dem Schaltgetriebe, bei dem das Diff kürzer übersetzt wurde, kann man tatsächlich – wie mit dem MA70 Turbo damals – im letzten (hier 6.ten Gang) durchs Dorf rollen und dann ohne jedwede Rucklerei einfach beschleunigen. Landstraßensurfen im dritten Gang ist ein Traum, es ist immer mehr Kraft da als benötigt wird. Und der Verbrauch unter 10l/100km, laut Anzeige.
Ein richtiger Hammer an Fahrspass wird natürlich draus, wenn man ihn vor Fahrtantritt gegen einen GR Yaris austauscht. An dem passt einfach komplett alles.