Sparen beim Autofahren – was geht?

Hochverehrtes Publikum! Es gibt viele Sprüche über die Beziehung von Auto und Geld: „Rollende Spardose“ oder „Auto fängt mir Ahhh an und hört mit ooooh auf“ sind nur zwei davon. Für einen privaten Benutzer/Besitzer gibt es tatsächlich bis heute keine „Flatrate“, also keine Möglichkeit, alle Fahrzeugkosten zusammen in einer festen, kalkulierten Summe zu bezahlen.

Natürlich können sich die meisten Fahrzeugbesitzer ihr Gefährt auch locker leisten. Sie zeigen das auch gerne und fahren entsprechende Modelle. Dennoch sind Versicherungsrechnung, Werkstatt- oder Servicebesuch, ja sogar das Tanken immer wieder der Grund für einen tiefen Seufzer in Verbindung mit dem „Puuuh ist das teuer“ Gedanken.

Wie kann also so eine Situation vermieden werden? Nun ja, erstmal beim Kauf, weil der Wertverlust immer noch der größte Finanzposten beim Auto ist – aber darum soll es erst einmal nicht gehen, wir gehen jetzt mal davon aus, dass schon ein Auto da ist.

Es geht vor dem Einsteigen und damit lange vor Beginn der Fahrt los: ist am Auto technisch alles in Ordnung? Bitte regelmässig den Luftdruck in den Reifen kontrollieren, am besten gleich heute damit anfangen! Ich weiss, fast niemand sieht alle 4 Wochen danach, aber wenigestens 2-3x pro Saison (Sommer-Winterreifen) müssen einfach sein. Das spart auf zwei Arten Geld: zum einen ist bei zu niedrigem Luftdruck – um den geht es fast immer, zu hoch wird er selten sein – der Kraftstoffverbrauch höher als nötig. Zum anderen ist der Reifenverschleiss wesentlich höher – und der Reifenverschleiss kostet, je nach Reifengröße, pro 100km fast genauso viel wie alle anderen Wartungs/Reparaturkosten.

Weiter vor dem Einsteigen: ist genug Motoröl eingefüllt? Das kann zum einen teure Schäden ersparen, aber auch auf viel einfachere Art Geld sparen: Einfach beim ölwechsel in der Werkstatt einen zusätzlichen Liter Öl zum Auffüllen mit bestellen. Erstens passt das Öl dann 100%ig von der Spezifikation her, zum anderen muss man während der Langstrecken-Fahrt nicht möglicherweise auf Tankstellenöl zurückgreifen, das teilweise zu absolut unverschämten Preisen angeboten wird.

Wenn das Öl grad kontrolliert wird: ist die Scheibenwaschanlage aufgefüllt, bis obenhin? Ich würde das immer machen, wenn ich die Motorhaube schon grad offen habe. Ein bisschen Reinigungs- und/oder Frotschutzkonzentrat und Wasser kostet nicht die Welt. Unterwegs, wo man darauf angewiesen ist, sieht man „Pre-Mixed“ (also verdünnten) Scheibenreiniger im 3-Liter-Beutel für Preise jenseits der 10 Euro – das muss nichtmal ein Viertel davon kosten, wenn man es zuhause macht!

Das Gleiche gilt für Wischerblätter oder z.B. ein heutzutage fast unverzichtbares Smartphone-Ladekabel: unterwegs auf Reisen, an der Autobahn oder am Autohof kosten diese Dinge oft ein vielfaches vom Normalpreis. Auch eine Flasche stilles Mineralwasser kann fast immer im Auto liegen und fällt weder vom Budget noch vom Gewicht her großartig auf, wenn man es in Ruhe zuhause besorgt. Unterwegs wiederum wirds da schon teurer.

Damit kann man schon sparen, bevor die Fahrt überhaupt losgeht – und durch die Fahrweise ist auch noch ganz schön viel drin. Auch, wenns Spaß machen soll. Das wird auch eine Geschichte, bald in diesem Blog.

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Autoradio, was geht da ab in 2017

Den alten Zeiten nachzutrauern, ist in Sachen Autoradio nicht angebracht. Geht los mit dem UKW-Empfang, der bis in die 90er Jahre oft mehr Rauschen als Töne produziert hat. Die Abspielmedien wie Kassetten waren umständlich in der Handhabung und empfindlich.

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Mit den CD’s wurde es leichter. Sendersuchlauf und automatische Speichermöglichkeiten kamen immer mehr in dem gleichen Masse, wie Audiogeräte serienmässig in PKW’s immer mehr eingebaut wurden.

Heute, in 2017, ist ein Touch-Screen schon fast Standard. Bei Toyota in fast allen Modellen. Mit Bluetooth-Verbindung zum Telefon/Smartphone oder auch Musik-Abspielgerät – auch Bluetooth AudioStreaming genannt. Selbstverständlich auch mit USB-Buchse, über die auch mögliche Updates eingespielt bzw. geladen werden. Das Gerät kann aber nicht nur FM-Radioempfang, sondern oft auch schon DAB+ und stellt gleichzeitig auch die Rückfahrkamera sowie Bordcomputerfunktionen dar.

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Ein Suchlauf ist oft schon gar nicht mehr notwendig, die neue Generation der Geräte zeigt ständig alle, am aktuellen Standort des Fahrzeugs empfangbaren, Sender an. Mit Sendername – nicht nur die Frequenzangabe, sondern auch andere Infos wie z.B. Musiktitel oder aktuelle Schlagzeilen werden angezeigt.

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Selbstverständlich ist auch der bewährte Verkehrsfunk integriert, ein kleiner Tipp hierzu: Wenn die „TP“ (TrafficProgram) Funktion aktiviert ist und eine Verkehrsdurchsage kommt, dann wird die Lautstärke des Geräts immer auf das Niveau angepasst, das der Benutzer bei der letzten Verkehrsdurchsage eingestellt hat. Das heisst, wenn man eine Verkehrsdurchsage nicht hören will und in diesem Moment „leise“ einstellt, dann wird man das nächste Mal auch keine Verkehrsdurchsage mitbekommen.

Da gibts auch eine neue Funktion bei den Toyota DAB+ – Geräten: Man kann sich bereits gehörte Beiträge / Lieder / wasauchimmer noch einmal anhören, also einfach mal die Zeit zurückdrehen! Noch nicht einmal der DeLorean aus „Zurück in die Zukunft“ konnte das, anno 1985.

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Ganz zu schweigen vom Klang: was so eine JBL-Anlage zustande bringt, ist schon wirklich sehr imponierend. So etwas haben nur wenige Leute zuhause in gleicher Soundqualität.

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Also alles gut, perfekt, praktisch? Naja, ganz so leider auch nicht: bei vielen Geräten wird mittlerweile auf ein CD-Laufwerk verzichtet – sehr unpraktisch für die nicht ganz so jungen Leute, die Musik nicht nur vom Handy oder online kennen, sondern über eine CD-Sammlung verfügen.

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Beim Starten des Fahrzeugs muss das „Infotainment“-System erst hochfahren. Das bedeutet für mich, vor allem mit einem Hybrid-Toyota, folgendes: ins Auto einsteigen, anschnallen, auf den Startknopf drücken, Rückwärtsgang einlegen, rückwärts aus der Einfahrt fahren – und jetzt erst ist das System so weit, dass das Bild der Rückfahrkamera angezeigt wird. Also erst dann, wenn ich schon ein ganzes Stück gefahren bin.

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Was mich persönlich ganz furchtbar stört: es gibt bei vielen Geräten, auch bei anderen Herstellern (Volkswagen) keinen Drehknopf für die Lautstärke mehr! Fürchterlich, das zigfache Herumgetippe, um eine zu hohe Lautstärke schnell beim Einsteigen zu reduzieren. Ja, ich weiß, das geht auch am Lenkrad – dauert aber auch mindestens fünfmal so lang wie mit einem Drehknopf und nervt einfach. An diejenigen, die sowas entwickelt und freigegeben haben: setzen, ungenügend, nochmal machen!

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Alles natürlich, wie immer, persönliche Meinung, garantiert nicht ganz neutral und erst recht nicht frei von Vorurteilen.

Immer wieder gerne. Hybrid Teil 3.

Einer meiner allerliebsten „Keine-Ahnung“-Klassiker:

„Wie weit fährt der denn jetzt, so rein elektrisch?“

Ja, wie ist die Antwort?

Es gibt keine. Weil das kein Elektroauto ist. Und damit die elektrische Reichweite gar nicht wichtig ist. Eher schon wichtig: wie weit kommt der mit einer Tankfüllung?

Aber von vorne.

Derzeit gibt es eine Aktion bei Toyota, da werden Kunden-Probefahrten per „Äpp“ aufgezeichnet und ausgewertet. Da kommt raus – das sage ich voraus, ohne eine Auswertung gesehen zu haben-, dass ein Anteil von etwa 50% durchschnittlich elektrisch stattfindet. Dieser Anteil ist deswegen so hoch, weil die allermeisten Verkaufshändler ihren Standort in einem urbanen Umfeld haben. Somit finden die meisten Testfahrten dort statt, wo man eigentlich gar kein Auto braucht – uups, das ist jetzt eine ganz andere Geschichte und einen komplett anderen Beitrag wert.

Zurück dorthin, wo man wirklich ein Auto braucht und es auch noch Spaß macht, damit zu fahren – also in unseren Alltag.

Weil wir von Toyota Deutschland die App und die Technik aus vertragsrechtlichen Gründen nicht bekommen, haben wir uns selber ein Auswertungs-System am freien Markt besorgt. Mit dem zusätzlichen Vorteil, dass hier nicht „auswertungsoptimiert“ aufgezeichnet wird. Man sieht dennoch, wie groß der Hybrid-Vorteil ist!

Im folgenden eine Aufzeichnung einer ganz normalen Alltagsfahrt in einem Auris TS Hybrid von Neukirchen nach Niederwinklung, kurz aussteigen (in diesem Fall 10 Minuten, dabei das Fahrzeug inklusive Klimaanlage laufen lassen) und was besorgen, wieder zurück nach Neukirchen.

Das sieht dann so aus:

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Von den gut 35km Gesamtstrecke ist der Auris dabei über 8km elektrisch unterwegs gewesen. Gar nicht schlecht, oder? Darum kommt ein hochgerechneter Gesamt-Durchschnittsverbrauch auf 100km von grad mal viereinhalb Litern raus. Und der Benzinmotor (also Autofahren mit Geräuschentwicklung) lief nur ziemlich genau die Hälfte der gesamten Reisezeit.

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Dabei wurde der Benzinmotor hauptsächlich nur dann betrieben, wenn er zur Gesamt-Systemleistung zwischen 15-35kw Leistung beisteuert. Da ist er am effizientesten. Mit Drehzahlen, die meist unter 3000min-1 liegen.

Auch eine ganz interessante Grafik: welcher Antrieb trägt bei welcher Geschwindigkeit wieviel zum Vortrieb bei?

Bild3Die grünen Werte unter Null zeigen an, welche Leistung durch die E-Maschinen an den Akku zurückgeliefert wurden.

Zu guter Letzt: die Bremserei. Wie oft insgesamt gebremst, wie oft „gut“ (elektrisch) und wie oft „schlecht“ (mit hydraulischer Bremsanlage und damit mit Verschleiss). Über 30 mal gebremst, ganz schön oft, finde ich.

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Zurück zum Anfang: wie weit fährt er denn elektrisch? Auch im Bayerischen Wald auf jeden Fall rund ein Viertel der gesamten Fahrstrecke. Das sind, wenn man nur 12000km im Jahr fährt, auch schon immerhin 3000km! Rein elektrisch, oder Abgas, ohne Lärm. Schon einiges gespart (der Umwelt er-spart), oder?

Wollt Ihr mehr solcher Auswertungen sehen? Oder selber mal mit einem Vollhybrid-Toyota das eigene Fahrprofil auswerten? Einfach bei mir melden …

 

Kein Beweis nötig. Hybrid Teil 2

Das kommt natürlich immer drauf an, wen man überzeugen will. Oder muss. Es gibt ja da ein politisches Trampeltier, das den Umweltschutz – so, wie ihn die restliche Welt versteht – auf irgendeine andere Art und Weise sicherstellen will. Hab ich heute gehört.

Auf jeden Fall und aus eigener Erfahrung ist es ein unglaublich gutes Gefühl, ohne laufenden Verbrennungsmotor z.B. im Stop- und -Go – Verkehr mitzuschwimmen. Macht irgendwie das Gewissen ein bissl sauberer, wenn man nicht in so einer stinkenen Dieselkiste sitzt.

Und, noch dazu, wenn das Gefährt über viele Jahre zuverlässig funktioniert, ohne Ausfälle oder Mucken. Damit nochmal zur häufigsten Hybridautofrage:

Wie lange hält die Batterie?

Es braucht keinen Beweis für die Haltbarkeit – weil es, mit dem jährlichen Hybridcheck, von Toyota in Europa 10 Jahre Garantie auf den Akku gibt!

win_20170602_11_07_57_pro.jpgOhne allzuviel Kleingedrucktes – einfach selber mal lesen.

Dann kommt oft die Frage:

Und wenn die Batterie dann doch mal kaputtgeht – was kostet die dann?

Ich hab das mal rausgesucht für einen Prius II: 1823,41 € inklusive Mehrwertsteuer, Preisstand 02.06.2017.

Das ist in etwa der Bereich, den viele Fahrer deutscher Premiumfabrikate mit Kompressionszündungszerknalltreibling für einen sogenannten Turbolader ausgeben – und zwar mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit, innerhalb der 10 Jahre.

Also auch im Falle eines Falles bei einem alten Auto gar nicht sooo tragisch. Wir reden schliesslich von einem Toyota Hybridauto – und nicht von einem relativ kurzlebigen Elektrofahrzeug.

Darum, und das ist eine weitere, häufig gestellte Frage, ist auch kein Ladeanschluss draussen am Bürgersteig notwendig. Weil so ein Fahrzeug sich immer und aussliesslich selbst auflädt – beim Bremsen, Rollen, Bergabfahrt oder einfach durch den sauberen Benzinmotor.

Wieso der Benzinmotor sauber ist?

Na, einfach weil der immer so betrieben wird, dass sich das Verhältnis Leistung/Verbrauch/Schadstoffausstoss immer in einem optimalen Bereich befindet. Nicht mit zu wenig und nicht mit zu viel Drehzahl. Ohne Turbolader, Direkteinspritzung oder andere empfindliche und emissionsfördernde Bauteile.

Wie der das kann? Durch das Planetengetriebe, das von Toyota auch THS-Kraftweiche genannt wird und schlichtweg genial und extrem haltbar konstruiert ist.

Wie das funktioniert?

Ich wollte jetzt grad ein kleines Video hochladen, merke aber, dass mein WordPress-Account das nicht zulässt. Mal überlegen, ob ich jetzt dafür zahle, Youtube nutze – oder gibts was anderes, kann  mir jemand helfen?

 

Jede Menge keine Ahnung. Hybrid. Teil 1.

Nach zwei Tagen Verbraucherinformation am 26. und 27. Mai bei der Möbel Wanninger Autoschau in Straubing sind zwei Erkenntnisse in mir gereift:

  1. Gefühlt über 80% der Autofahrer haben keine Ahnung, wie einfach sich ein Vollhybrid-Antrieb im Alltag darstellt.
  2. Sie haben Angst davor!!

Woher kommt das? Die besten, und die allermeisten Vollhybridautos baut Toyota. Und Toyota hat einen Marktanteil in Deutschland von ungefähr 2,5 %. Wenn ich jetzt realistisch davon ausgehe, dass etwas weniger die Hälfte „unserer“ Kunden diese Technik schon richtig kennengelernt haben, dann wissen etwa 99% der Autofahrer gar nicht, wovon ich rede. Und unsere Wettbewerber mit ihrer Markt-Übermacht machen alles, damit das auch so bleibt. Natürlich gibt es Anforderungen, für die der Vollhybridantrieb weniger oder sogar gar nicht geeignet ist – aber für die allermeisten Leute passt das!

Eigentlich muss man nur zwei Dinge wissen, wenn es stimmt, dass der „Bauch“ die Kaufentscheidung so massgeblich beeinflusst, mehr Argumente  brauchts nicht:

  • Ein Vollhybridauto zu fahren ist weniger anstrengend und weniger schwierig als andere Autos durch die Gegend zu lenken.
  • Es ist sicherer und problemloser als alles andere in Sachen Auto, was ich kennenlernen durfte.

Aber irgendwie reicht das als Kaufargument doch nicht. Oder, man glaubt mir das nicht. Ich würde nicht selbst seit so vielen Jahren mit Hybridautos rumfahren, wenn das nicht vernünftig funktionieren würde. Zur Verdeutlichung: schon vor ca. 15 Jahren ging unser Familienurlaub mit Prius, Kinder und Klamotten über kleine Bergpässe und einfach schöne Landstraßen nach Istrien.

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Wenn ich der Technik nicht vertraut hätte – eine Reparatur wär dort damals ziemlich sicher nicht möglich gewesen. Das Auto damals – einer der allerersten Prius II – war übrigens exakt das Auto, mit dem die AutoBild damals den Marathon-Test vom Nordkap nach Gibraltar gemacht hat. Ich hatte das Auto aus dem Pressefuhrpark von Toyota Deutschland gekauft und dann weiter getestet – ohne irgendwelche Ausfälle oder Auffälligkeiten natürlich.

Zurück zur Gegenwart: Helfen vielleicht rein rationale Argumente für den Hybridantrieb, kann man damit Menschen zu ihrem Fahrzeug-Glück zwingen?

Ein paar Dinge, die ich von den Leuten in den letzten Tagen immer wieder gehört habe:

  • Wie lange hält die Batterie bei einem Hybridauto?
  • Was kostet die Batterie?
  • Was soll das mit dem Hybrid überhaupt bringen?
  • Ich hab keine Lademöglichkeit
  • Sind zwei Motoren nicht viel schwerer und anfälliger?
  • Warum gibts den nur mit diesem CVT-Getriebe, das ist ja so eine seltsame Technik
  • Der darf sicher nur weniger zuladen, weil die Batterien so schwer sind

Ganz Pauschal kann man zu jedem Punkt mit „kein Problem“ oder „stimmt nicht“ antworten.

Ich werde aber in der nächsten Zeit auf alle diese Punkte, und vielleicht noch ein paar mehr, hier eingehen. Das werden mehrere Folgen hier im Blog werden – alles aus meiner Sicht, mit nun 17 Jahren Hybridauto-Erfahrung. Wenn ich auf einen Punkt  nicht ausführlich genug eingehe – einfach schreiben oder kommentieren, wir reden drüber!

Die häufigste Frage:

  • Wie lange hält die Batterie?

hat die einfachste Antwort:

  • so lange wie das Auto.

Warum fragen das so viele Leute? Ich denke, weil man aus allgemeiner Lebenserfahrung gelernt hat, wenn eine Batterie oder ein Akku nicht mehr funktioniert, muss man das Ding wegschmeissen und für relativ viel Geld ein neues Teil kaufen.

Daher also der Faktor Angst – also wirtschaftliche Unsicherheit. Jede Batterie, jeder Akku geht irgendwann kaputt, egal ob Taschenlampe, Mobiltelefon oder Transistorradio (gibts sowas eigentlich noch?)

Bisher, bis heute, haben wir bei rund zweihundert im Kundenstamm laufenden Toyota- und Lexus-Vollhybridautos nicht eine einzige Batterie gewechselt.

Warum ist das so?

Es gibt einige Faktoren, die hier zusammentreffen.

Der wichtigste wird die Laderegelung sein:

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Die sorgt dafür, dass der SOC (Ladezustand) des Nickel-Metallhydrid-Hybrid-Akkus immer in einem relativ kleinen, begrenzten Bereich bleibt (zwischen etwas mehr als 50% bis ca. 80% der maximalen Kapazität des Akkus). Diese Regelung sorgt dafür, dass sich die Zyklenfestigkeit des Akkus um etwa den Faktor 3 erhöht. Hab ich gelesen – wenn es jemanden gibt, der das genauer erklären kann – immer gerne her damit!

Ein weiterer Faktor ist aus meiner Sicht das Wettbewerbsumfeld: Toyota war und ist hier der führende Hersteller und Pionier dieser Technik. Wie gerne würden die Wettbewerber einen Konstruktions- oder Serienfehler finden und über die neutrale Presse verteilen! Das wissen die Konstrukteure bei Toyota sehr genau und legen darum bei der Produktion der Hybridautos die Latte mit zusätzlichen Qualitätskontrollen und überwiegender Eigenfertigung der Komponenten (hier bei der Batterie: Joint-Venture-Unternehmen) so hoch, dass die Wettbewerber andere Fabriken mit anderen Abläufen bauen müssten, um einen ähnlichen Qualiätsstandard zu erreichen. Das gilt übrigens nicht nur für die Batterie.

Die Profiteure davon sind ausnahmsweise wir Verbraucher: da geht einfach nix kaputt.

Jetzt hab ich schon über 700 Wörter geschrieben, das sind für einen Sonntagmorgen viel genug. Die nächste Folge folgt demnächst, erstmal gehts jetzt zum Autoslalom – Fahrspass geniessen, ausnahmsweise ohne Hybridantrieb. Weil: die Hybrid’ler sind vom Reglement her ausgeschlossen. Sonst würde ich mit einem Yaris Hybrid im nationalen Slalom-Clubsport dabei sein.

 

Wenn alles Neue alt aussieht.

Das Jahr 2017 hatte für mich seinen ersten Höhepunkt am siebten Tage. Direkt biblisch, oder? Was passiert ist:

Ich hatte überraschend die Gelegenheit, die Zukunft des Autofahrens selber zu fahren – das erste richtige Brennstoffzellenauto, den Toyota Mirai ! Ganz normal im Strassenverkehr im Raum München. Bei keineswegs optimalen Straßenbedingungen, halt im richtigen Leben.

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Dafür bedanke ich mich ganz herzlich bei Herrn D. P. von der Toyota – Versicherung, der mir diese Möglichkeit verschafft hat! Ich hätte nicht damit gerechnet, hatte es letztes Jahr auch einige Male bei Toyota Deutschland versucht – aber so eine Vertriebsabteilung ist ja schliesslich nicht dafür da, sich die Zeit mit mir zu vertreiben.

Wie wars? Als erstes verblüffend unspektakulär. Obwohl es der bisher kälteste Tag des Winters war, funktioniert die Technik ganz einfach. Das Auto ist von seiner Aussenansicht her klar anders als gewohnt – das schadet aber nichts. Fahrer und bis zu 3 Beifahrer sind bestens untergebracht und haben alle Sitzheizung sowie reichlich Platz. Es gibt sogar so etwas wie Rundumsicht, man fühlt sich auf Anhieb wohl.

Die Bedienung ist für jemanden, der ein Toyota Hybridauto kennt, ohne irgendeine Anweisung oder Studium einer Anleitung völlig problemlos und selbsterklärend. bei getretener Bremse auf den Startknopf drücken, Wählhebel auf „D“ – und los geht die wilde Fahrt!

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Wobei …  überraschend „wild“ ist die Beschleunigung, der Mirai geht richtig gut ab, auch bei höheren Geschwindigkeiten (im erlaubten Rahmen). Ungewohnt und unglaublich angenehm: es kommt keinerlei Geräusch an meinen Ohrwascheln an, nur Reifenabrollgeräusche. Deutlich leiser als z.B. ein kürzlich gefahrener Nissan Leaf. Ein Prius hat ähnliche Fahrleistungen, da kommt halt immer bei erhöhter Leistungsanforderung der Benziner dazu. Das bin ich jetzt seit 16 Jahren so gewohnt – Zeit, wieder was Neues zu erleben, oder?

Wenn wir grad beim Vergleich sind: als ich den Leaf gefahren habe, sagte mir das Fahrzeug-System, mein in 65km Entfernung liegendes Ziel ist möglicherweise nicht erreichbar (obwohl ich das Auto unmittelbar von der Ladesäule abgeholt habe. Kälte und Heizung machen den Elektroautos schwer zu schaffen). Der Mirai dagegen war nicht frisch betankt und hatte immer noch 270km Reichweite. Kein Problem, das Auto auch bei sehr niedrigen Temperaturen zu nutzen.

Im Raum München gibt es derzeit 3 Wasserstoff-Tankstellen, die allerdings alle  mit weniger Abgabedruck arbeiten, als der Mirai verträgt. Er könnte sogar über 500km weit kommen – von entsprechend ausgerüsteten Tankstellen betankt.

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Nochmal zum Fahren: wenn die Zukunft so wird, kann sie gerne kommen. Man fährt mit dem Mirai selbstbestimmt, mit gutem Schadstoff-Ausstoss-Gewissen und viel Komfort. Sogar sowas wie Fahrspass kommt auf. Gut, man müsste das mal bei einem Winterfahrtraining ein bissl intensiver probieren. Die Toyota – Versicherung ist, wie schon öfter mal, hier ein absoluter Vorreiter und sammelt schon einmal Erfahrungen mit neuester und optimal umweltverträglicher Technik. Klar wollen und müssen die auch damit Geld verdienen – aber wenn solche Aktionen Vorteile für alle Leute bringen, warum denn nicht?

Wenn jetzt jemand Lust bekommen hat, den Wasserstoffantrieb selbst zu erleben: meldet Euch bei mir. In einem gewissen Rahmen wird es schon möglich sein, sich das Auto anzusehen und zu erleben. Ich bin gespannt, ob es bei uns – oder unter meinem hochverehrten Bloglesern – Leute gibt, die mit in eine positive Individual-Mobilitäts-Zukunft schauen wollen.

 

Vergleichstest mal anders.

Normalerweise werden immer Produkte verglichen, die den gleichen oder ähnlichen Zweck erfüllen, ähnlich aufgebaut sind und für eine ähnliche Menge des Tauschmittels Geld erhältlich sind. Bei Autos ist das nicht anders.

Einen Autovergleich der etwas anderen Art hatte ich letzte Woche: von Neukirchen nach Karlsruhe und wieder zurück, jeweils rund 400km.

Eine Wegstrecke mit einem neuwertigen Toyota Aygo – die andere mit einem 19 Jahre alten Lexus GS300.

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Geht gar nicht zu vergleichen? Doch, ich find schon. Die Fahrzeit war mit beiden Autos fast genau gleich. Und darum gehts doch eigentlich, von A nach B zu kommen, oder etwa nicht?

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Viele sagen, für weite Strecken braucht man einen ordentlich motorisierten, schweren Wagen mit viel Komfort. Der Lexus hat einen 3-Liter-6-Zylinder unter der Haube, mit Automatikgetriebe, Heckantrieb und einem höchst komfortablen Fahrwerk.

Damit unterwegs, vergisst man sofort, dass dieses Gefährt schon 19 Jahre und knapp 300000 km auf dem Buckel hat. Die Lederausstattung ist noch einwandfrei, jede der ungefähr 19 Sitzverstellungsoptionen funktioniert noch absolut perfekt, natürlich elektrisch. Das Soundsystem mit vielen Lautsprechern sorgt für Unterhaltung an Bord, weil man den Motor ohnehin fast nicht hört. Da quietscht und knarzt nichts, dieses Auto ist scheinbar für die Ewigkeit gebaut.

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In Sachen Antrieb sehr deutlich zu unterscheiden: der Aygo mit seinem Motor mit grad mal einem Drittel des Hubraums (1,0 Liter) und der halben Zylinderanzahl des Lexus.

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Der Aygo erreichte bei meiner Testfahrt die höhere Endgeschwindigkeit – zwar hauptsächlich verkehrsbedingt, aber man fühlt sich in dem modernen Kleinwagen auch bei „Tacho über 170 bergab“ immer noch gut aufgehoben. Etwas lauter als im Lexus zwar, aber – dafür mit Wunschmusik per Bluetooth-Audiostreaming und auch am Telefon jederzeit und legal erreichbar dank Freisprecheinrichtung.

Wenn ich es mir aussuchen könnte, welcher wär mir lieber? Schwierig, aber die Tendenz geht zum Aygo. Das Ding reicht wirklich! Und passt auf jeden Parkplatz. Nebenher hat er grad mal, wie schon erwähnt, bei identischer Reisezeit, nur die Hälfte Kraftstoff verbraucht wie der Lexus.

Für den Lexus spricht natürlich der Komfort, der Audio-Sound und das Fahrgefühl, dass einfach eine gewisse Überlegenheit vermittelt. Und, verkehrte Welt, der Preis: der Lexus kostet gerade mal ein Viertel des Aygos! Wirklich! So ein neuer oder neuwertiger Aygo kostet um oder knapp unter 10000€, der Lexus unter 2500€. Da kann man mit dem Geld einiges an Sprit verbrennen, bevor alles die Chinesen kriegen …