Fahrbericht: Respekt und Ehre. Hilux.

Wann ich ihn zum ersten Mal einen gesehen hab, weiss ich nicht mehr. Der erste Eindruck – es war ein RN45 – ist aber im Gedächtnis geblieben: Hat der eine Riesen-Bodenfreiheit! Das war zu einer Zeit, als ich selbst noch lange nicht Auto fahren durfte. Aber gezeichnet hab ich solche Autos. Und davon geträumt. In Zeitungen davon gelesen.

IMG_0098

Irgendwann hab ich dann einen Hilux als Plastik-Modellbausatz bekommen. Den hatte ich rot lackiert. Die aktuelle Recherche im Keller hat leider ergeben, dass zur Ersatzteilgewinnung irgendwann einige Sachen ausgebaut wurden. Aber definitiv: Wenn man ihn von vorne angesehen hat, war das komplette Achsrohr zu sehen – wie auch beim Original, natürlich. Ein fast unendlicher Rampenwinkel vorne ergab sich dadurch. Das Modell war ohne Stoßstange hinten, so dass die Geländewerte viel besser waren als bei all meinen anderen Modellautos. Um so größer die Enttäuschung, als ich erstmals bei einem Skiausflug in Österreich bei einem Hüttenwirt einen  Hilux „live“ gesehen hab: der hatte eine Anhängevorrichtung montiert, die aussah, als ob ein Krankonstrukteur eine nach unten reichende Abstützvorrichtung gebastelt hätte. Klar, das ging nicht anders – irgendwie musste der Kugelkopf auf eine Höhe, in der die Anhänger waren.

Später dann festigten zwei filmische Erlebnisse meine Pickup-Verbundenheit: einmal die Serie „Ein Colt für alle Fälle“ mit dem hochgelegten GMC-Pickup. Wobei ich da schon kapiert hatte, dass das nicht ganz alles mit rechten Dingen zugehen konnte, wenn Colt Seavers einen Porsche Turbo auf einer Landstraße überholte. Noch emotionaler wurde es Mitte der achziger Jahre im Kino: bei den „Zurück in die Zukunft“-Filmen spielte ein schwarzer Hilux eine mittragende Nebenrolle. Mann, war das Auto schön. Aber damals unerreichbar.

Ein paar Jahre später, mit den LN85, kamen die Hilux dann in meinem echten Leben an. Leider ohne Starrachse vorne – aber mit ganz viel Spaß am Fahren und Benutzen. Eine der intensiveren Erfahrungen der neunziger Jahre: alleine, ohne Beifahrer, mit dem 2,4 ltr. Saugdiesel und heißblütigen 75 Pferden mit dem Anhänger nach Spanien, in die Nähe von Alicante, einfache Strecke über 2000km. Dort ein Auto mit Automatikgetriebeschaden aufgeladen und wieder zurück. Dem Hilux wars völlig egal, die 2000km nach Hause waren ausnahmslos mit Vollgas-Stellung zu absolvieren – bergab in Sachen Geschwindigkeit an der Grenze der Legalität, bergauf haben mich die LKW’s öfter mal wieder erwischt. Es konnte schon vorkommen, dass Autobahnsteigungen mit dem dritten Gang kaum noch zu packen waren. Der Hilux hat alles ausgehalten und musste gleich wieder im Geschäft los, ich war nach den drei Tagen Fahrerei noch drei Tage lang völlig fertig.

Wie gesagt, Respekt vorm Hilux. Wir fahren seit 2005 einen 2,5 ltr. Xtracab ohne Ladeluftkühler, mit 102 PS – der zieht jetzt seit deutlich über 200000km ohne Murren Tag für Tag den Autoanhänger, schleppt verunfallte Autos ab oder zieht bei glatter Strasse schon öfter mal jemand aus dem Graben.

Jetzt kommen wir zur aktuellsten Version mit dem derzeit einzigen in Europa für den Hilux offiziell erhältlichen Motor, dem 2,3 ltr. GD-16-Ventil-Diesel. Er leistet 110kW (150PS) und stellt rund 400Nm Drehmoment bereit. In der „Duty“-Ausführung werden die an die Hinterachse per manuellem 6-Gang-Getriebe weitergeleitet. Ist das zu wenig oder ausreichend? Ich finde: sehr ausreichend! Das Auto geht in Sachen Beschleunigung mindestens genauso gut wie ein als „legendär“ bekannter HDJ80 Landcruiser. Und kostet als Neuwagen kaum mehr als so ein altes Liebhaberstück.

HiluxschwarzDutyXtracabBild01

Apropos Kosten: So ein „Duty“ hat alles, was man zum Fahren braucht, und noch etwas mehr. Wenn man das Paket mit Klimaanlage und (Sicherheit muss einfach sein) Safetysense-Paket nimmt, kann man so einen XtraCab-Hilux mit den praktischen, gegenläufig öffenden Türen schon als Tageszulassung oder Vorführwagen unter 30000 Euro bekommen! Deutlich billiger als z.B. ein RAV4. Nichts gegen den RAV4, aber da steht Blechspielzeug gegen legendär haltbare Hilux-Qualität! Natürlich ist auch ein moderner Hilux nicht ganz unzerstörbar, er muss halt auch einiges an Elektronik aufbieten, um aktuelle Schadstoff- und Sicherheitsnormen zu erfüllen. Und prinzipiell sind die unvermeidlichen Clips und Klammern im Auto die gleichen wie z.B. bei einem Prius, beim Hilux sträuben sie sich aber irgendwie zäher gegen das Abreissen. Alles eben eine Frage der Ehre, wenn man in einem Hilux verbaut wurde.

HiluxschwarzDutyXtracabBild19

Wie fährt denn so ein Auto jetzt, mit vermeintlich altertümlicher Fahrwerkstechnik? Er zieht gut los, ist nicht zu laut – aber natürlich bekommt man mit, dass da ein Verbrennungsmotor unter der Haube steckt. Der Verbrauch in unserem Alltag liegt bei etwa 9 Liter Diesel pro 100km, etwas über 1 Liter AdBlue sind alle 1000km zusätzlich fällig, um die Abgase sauber zu halten. Das Fahrwerk ist in der strafferen „Duty“-Abstimmung mitteilsam, was die Straßenoberflächenbeschaffenheit betrifft – das stört mich nicht im geringsten, man bleibt wenigstens wach. Also eigentlich ein Sicherheitsfeature, das keinen Aufpreis kostet! Noch dazu bewirkt die Abstimmung, dass sich das Gefährt ziemlich engagiert um Kurven jeglicher Radien fahren lässt.

HiluxschwarzDutyXtracabBild16

Immer wieder überraschend: die Beweglichkeit im Verkehr, die überraschend leichte Parkbarkeit durch die gute Übersicht. Das Auto ist verhältnismässig schmal und passt dadurch in viele Parklücken – er kann halt mit seinen über fünf Metern Länge mal ein bissl drüberschauen, über die Abgrenzungen. Ja mei.

HiluxschwarzDutyXtracabBild15

Er kann tatsächlich auch richtig was im Gelände! Natürlich der starr zuschaltbare Allradantrieb und die kurze Geländeübersetzung. Eine ziemlich gute Flexibiliät des Fahrwerks, dabei auch noch einen 100% Hinterachssperre. Ein bisserl Kritik: die elektrische Umschalterei funktioniert leider nicht immer 100%ig so schnell, wie man das gerne hätte. Und man kann nicht bei eingelegtem Gang in der Untersetzung ohne getretene Kupplung starten – das hat mir früher einige Male aus brenzligen Situationen geholfen. Vielleicht muss man vor extremen Offroad-Abenteuern da mal mit Klebeband den entsprechenden Schalter, wie sagt man da, modifzieren.

HiluxschwarzDutyXtracabBild10

Für mich super-angenehm: das Originalradio ohne irgendwelchen „Touch“-Mist, wo man erst in 12 Untermenüs irgendwas findet und so lange ohne Strassenaufmerksamkeit dahinrollt. Radio, USB-Anschluss, Bluetooth-Verbindung – mehr braucht man doch nicht, oder?

 

Ich könnte noch einige Zeit weitermachen, will aber keinesfalls hier im Blog einen Beitrag mit über 1000 Worten haben. Darum: wer immer schon mal mit einem Pickup geliebäugelt hat – jetzt ist das richtige Auto, passend in Sachen Fahrleistung zur aktuellen Stimmungslage, da! Gebt dem Hilux die Ehre und probiert ihn einfach mal aus. Aber Vorsicht: er ist soooo cool, Män!

20200209_002054335_iOS

 

Fahrbericht: Corolla 2019

Oha.

Jetzt ist er wieder da, der legendäre Name auch wieder in größerer Anzahl auf europäischen Straßen. Aus dem hervorragendem Auris wird ein noch besserer Corolla? Mal sehen.

Mein allererstes ganz eigenes Auto war ein Corolla. AE86 – der war wirklich eine Legende. Davon durfte ich mehrere besitzen und auch im Motorsport einsetzen. Später dann noch ein paar Corolla E9, von denen mir eine AE92 Limousine ganz besonders in Erinnerung blieb – mit dem Auto bin ich mal mit handgeschnittenen Slicks drauf bei strömendem Regen auf der Autobahn 200km nach Hause gefahren. Gottseidank gings gut – eine Jugendsünde. Einer der liebsten war ein Corolla Compact Si – ein schwarzer 3-türer, mit Einspritzmotor, der ging schon auch richtig gut. Gekauft als 3-jährigen Leasingausläufer mit bescheuert hoher Laufleistung – das Auto war günstig, machte mit TTE 16″-Rädern und 215/40R16-Dunlops viel Spaß auch weit jenseits 200000km.

Tja, Erinnerungen kommen da schnell mal hoch, wenn man vor einem neuen Corolla steht. Allerdings keine Optischen – so sah noch keiner aus, nicht mal annähernd.

Corolla2019Bild01

Faktencheck mit Presse und Technikinfos. Die Technik ist auf aktuellem Prius/C-HR – Niveau, die Ausstattungsliste schon fast beängstigend lang, vor allem die Features der Sicherheitsausstattung können einen schon mal ins Grübeln bringen. Über 700 Seiten PDF-Betriebsanleitung, da ist das Navi noch nicht mal dabei. Kann man die Vielfalt der Systeme bedienen, und vor allem: kann ich das ganze Zeugs auch einem „Normalkunden“ erklären? Das wird sich noch herausstellen müssen. Zumindest die Umstellung der Uhr muss ich nie wieder für einen Kunden vornehmen – das ist einer der ganz wenigen Toyota’s, die das selber machen. Da kommt sie schon wieder hoch, die verklärte Erinnerung an die kleine grüne Digitaluhr mit der 12-Stunden-Anzeige. Schließlich weiß ich doch noch selber, obs Tag oder Nacht ist – wer braucht also eine Funkuhr? Die Leute sind doch eine faule Bande …

Schluss jetzt, ran ans Auto und reinsetzen.

Corolla2019Bild07

Als Toyota’ner findet man sich natürlich schnell zurecht, die IPad-artig aufs Armaturenbrett gekleisterten Radio/Multimediadisplay haben mir persönlich bisher noch nie gefallen und tun es auch hier nicht. Egal, hier folgt man einfach der Masse.

Corolla2019Bild09

Der Instrumenteneinsatz entspricht fast exakt dem aktuellen RAV4 – er steht ja auch auf der gleichen „Plattform“, gar nicht blöd. Viele Knöpfe auf dem Lenkrad – huii, da muss man sich schon erst einmal orientieren. Aber zumindest ein Lautstärke-Regelknopf am Radio ist da (statt der Tipp-Tasten), eine einfache, logische Klimaregelung – leider fehlt eine mechanische Handbremse. Gut, für Leute, die eine Handbremse nur zum Parken nutzen, ist die automatische/elektrische Lösung ohnehin besser.

Corolla2019Bild10Je nach Ausstattung gibts tatsächlich ein paar, für mich ganz neue, Dinge – wie die Ladeschale zum kabellosen Laden von entsprechend ausgerüsteten Smartphones.

Die ersten Fahr-Kilometer zeigen große Ähnlichkeit zum aktuellen C-HR Hybrid, nur ein Stockwerk tiefer sitzend und vielleicht eine Spur dynamischer um die Kurven.

 

Corolla2019Bild03

Mit dem 2,0 Liter-Hybridsystem mit 180PS Systemleistung gehts natürlich etwas hurtiger voran, so rein beschleunigungsmässig. Das ist aber im Alltag vermutlich nicht für viele Leute notwendig. Auch wenn es der Kombi, entschuldigung, natürlich „TS“ (TouringSport) ist, der etwas größer und auch schwerer ist. Um die Kurven hat er natürlich keinen Vorteil durch die höhere Leistung. Wie sich das verbrauchsmässig in der Praxis verhält – darüber werde ich hier in nächster Zeit berichten.

Soll ich auf irgendwas besonders eingehen?

 

Sparen beim Autofahren – was geht?

Hochverehrtes Publikum! Es gibt viele Sprüche über die Beziehung von Auto und Geld: „Rollende Spardose“ oder „Auto fängt mir Ahhh an und hört mit ooooh auf“ sind nur zwei davon. Für einen privaten Benutzer/Besitzer gibt es tatsächlich bis heute keine „Flatrate“, also keine Möglichkeit, alle Fahrzeugkosten zusammen in einer festen, kalkulierten Summe zu bezahlen.

Natürlich können sich die meisten Fahrzeugbesitzer ihr Gefährt auch locker leisten. Sie zeigen das auch gerne und fahren entsprechende Modelle. Dennoch sind Versicherungsrechnung, Werkstatt- oder Servicebesuch, ja sogar das Tanken immer wieder der Grund für einen tiefen Seufzer in Verbindung mit dem „Puuuh ist das teuer“ Gedanken.

Wie kann also so eine Situation vermieden werden? Nun ja, erstmal beim Kauf, weil der Wertverlust immer noch der größte Finanzposten beim Auto ist – aber darum soll es erst einmal nicht gehen, wir gehen jetzt mal davon aus, dass schon ein Auto da ist.

Es geht vor dem Einsteigen und damit lange vor Beginn der Fahrt los: ist am Auto technisch alles in Ordnung? Bitte regelmässig den Luftdruck in den Reifen kontrollieren, am besten gleich heute damit anfangen! Ich weiss, fast niemand sieht alle 4 Wochen danach, aber wenigestens 2-3x pro Saison (Sommer-Winterreifen) müssen einfach sein. Das spart auf zwei Arten Geld: zum einen ist bei zu niedrigem Luftdruck – um den geht es fast immer, zu hoch wird er selten sein – der Kraftstoffverbrauch höher als nötig. Zum anderen ist der Reifenverschleiss wesentlich höher – und der Reifenverschleiss kostet, je nach Reifengröße, pro 100km fast genauso viel wie alle anderen Wartungs/Reparaturkosten.

Weiter vor dem Einsteigen: ist genug Motoröl eingefüllt? Das kann zum einen teure Schäden ersparen, aber auch auf viel einfachere Art Geld sparen: Einfach beim ölwechsel in der Werkstatt einen zusätzlichen Liter Öl zum Auffüllen mit bestellen. Erstens passt das Öl dann 100%ig von der Spezifikation her, zum anderen muss man während der Langstrecken-Fahrt nicht möglicherweise auf Tankstellenöl zurückgreifen, das teilweise zu absolut unverschämten Preisen angeboten wird.

Wenn das Öl grad kontrolliert wird: ist die Scheibenwaschanlage aufgefüllt, bis obenhin? Ich würde das immer machen, wenn ich die Motorhaube schon grad offen habe. Ein bisschen Reinigungs- und/oder Frotschutzkonzentrat und Wasser kostet nicht die Welt. Unterwegs, wo man darauf angewiesen ist, sieht man „Pre-Mixed“ (also verdünnten) Scheibenreiniger im 3-Liter-Beutel für Preise jenseits der 10 Euro – das muss nichtmal ein Viertel davon kosten, wenn man es zuhause macht!

Das Gleiche gilt für Wischerblätter oder z.B. ein heutzutage fast unverzichtbares Smartphone-Ladekabel: unterwegs auf Reisen, an der Autobahn oder am Autohof kosten diese Dinge oft ein vielfaches vom Normalpreis. Auch eine Flasche stilles Mineralwasser kann fast immer im Auto liegen und fällt weder vom Budget noch vom Gewicht her großartig auf, wenn man es in Ruhe zuhause besorgt. Unterwegs wiederum wirds da schon teurer.

Damit kann man schon sparen, bevor die Fahrt überhaupt losgeht – und durch die Fahrweise ist auch noch ganz schön viel drin. Auch, wenns Spaß machen soll. Das wird auch eine Geschichte, bald in diesem Blog.

IMG_3459

Autoradio, was geht da ab in 2017

Den alten Zeiten nachzutrauern, ist in Sachen Autoradio nicht angebracht. Geht los mit dem UKW-Empfang, der bis in die 90er Jahre oft mehr Rauschen als Töne produziert hat. Die Abspielmedien wie Kassetten waren umständlich in der Handhabung und empfindlich.

DSCF6709

Mit den CD’s wurde es leichter. Sendersuchlauf und automatische Speichermöglichkeiten kamen immer mehr in dem gleichen Masse, wie Audiogeräte serienmässig in PKW’s immer mehr eingebaut wurden.

Heute, in 2017, ist ein Touch-Screen schon fast Standard. Bei Toyota in fast allen Modellen. Mit Bluetooth-Verbindung zum Telefon/Smartphone oder auch Musik-Abspielgerät – auch Bluetooth AudioStreaming genannt. Selbstverständlich auch mit USB-Buchse, über die auch mögliche Updates eingespielt bzw. geladen werden. Das Gerät kann aber nicht nur FM-Radioempfang, sondern oft auch schon DAB+ und stellt gleichzeitig auch die Rückfahrkamera sowie Bordcomputerfunktionen dar.

DSCF6703

Ein Suchlauf ist oft schon gar nicht mehr notwendig, die neue Generation der Geräte zeigt ständig alle, am aktuellen Standort des Fahrzeugs empfangbaren, Sender an. Mit Sendername – nicht nur die Frequenzangabe, sondern auch andere Infos wie z.B. Musiktitel oder aktuelle Schlagzeilen werden angezeigt.

DSCF6701

Selbstverständlich ist auch der bewährte Verkehrsfunk integriert, ein kleiner Tipp hierzu: Wenn die „TP“ (TrafficProgram) Funktion aktiviert ist und eine Verkehrsdurchsage kommt, dann wird die Lautstärke des Geräts immer auf das Niveau angepasst, das der Benutzer bei der letzten Verkehrsdurchsage eingestellt hat. Das heisst, wenn man eine Verkehrsdurchsage nicht hören will und in diesem Moment „leise“ einstellt, dann wird man das nächste Mal auch keine Verkehrsdurchsage mitbekommen.

Da gibts auch eine neue Funktion bei den Toyota DAB+ – Geräten: Man kann sich bereits gehörte Beiträge / Lieder / wasauchimmer noch einmal anhören, also einfach mal die Zeit zurückdrehen! Noch nicht einmal der DeLorean aus „Zurück in die Zukunft“ konnte das, anno 1985.

DSCF6712

Ganz zu schweigen vom Klang: was so eine JBL-Anlage zustande bringt, ist schon wirklich sehr imponierend. So etwas haben nur wenige Leute zuhause in gleicher Soundqualität.

DSCF6710

Also alles gut, perfekt, praktisch? Naja, ganz so leider auch nicht: bei vielen Geräten wird mittlerweile auf ein CD-Laufwerk verzichtet – sehr unpraktisch für die nicht ganz so jungen Leute, die Musik nicht nur vom Handy oder online kennen, sondern über eine CD-Sammlung verfügen.

DSCF6707

Beim Starten des Fahrzeugs muss das „Infotainment“-System erst hochfahren. Das bedeutet für mich, vor allem mit einem Hybrid-Toyota, folgendes: ins Auto einsteigen, anschnallen, auf den Startknopf drücken, Rückwärtsgang einlegen, rückwärts aus der Einfahrt fahren – und jetzt erst ist das System so weit, dass das Bild der Rückfahrkamera angezeigt wird. Also erst dann, wenn ich schon ein ganzes Stück gefahren bin.

DSCF6705

Was mich persönlich ganz furchtbar stört: es gibt bei vielen Geräten, auch bei anderen Herstellern (Volkswagen) keinen Drehknopf für die Lautstärke mehr! Fürchterlich, das zigfache Herumgetippe, um eine zu hohe Lautstärke schnell beim Einsteigen zu reduzieren. Ja, ich weiß, das geht auch am Lenkrad – dauert aber auch mindestens fünfmal so lang wie mit einem Drehknopf und nervt einfach. An diejenigen, die sowas entwickelt und freigegeben haben: setzen, ungenügend, nochmal machen!

DSCF6699

Alles natürlich, wie immer, persönliche Meinung, garantiert nicht ganz neutral und erst recht nicht frei von Vorurteilen.

Immer wieder gerne. Hybrid Teil 3.

Einer meiner allerliebsten „Keine-Ahnung“-Klassiker:

„Wie weit fährt der denn jetzt, so rein elektrisch?“

Ja, wie ist die Antwort?

Es gibt keine. Weil das kein Elektroauto ist. Und damit die elektrische Reichweite gar nicht wichtig ist. Eher schon wichtig: wie weit kommt der mit einer Tankfüllung?

Aber von vorne.

Derzeit gibt es eine Aktion bei Toyota, da werden Kunden-Probefahrten per „Äpp“ aufgezeichnet und ausgewertet. Da kommt raus – das sage ich voraus, ohne eine Auswertung gesehen zu haben-, dass ein Anteil von etwa 50% durchschnittlich elektrisch stattfindet. Dieser Anteil ist deswegen so hoch, weil die allermeisten Verkaufshändler ihren Standort in einem urbanen Umfeld haben. Somit finden die meisten Testfahrten dort statt, wo man eigentlich gar kein Auto braucht – uups, das ist jetzt eine ganz andere Geschichte und einen komplett anderen Beitrag wert.

Zurück dorthin, wo man wirklich ein Auto braucht und es auch noch Spaß macht, damit zu fahren – also in unseren Alltag.

Weil wir von Toyota Deutschland die App und die Technik aus vertragsrechtlichen Gründen nicht bekommen, haben wir uns selber ein Auswertungs-System am freien Markt besorgt. Mit dem zusätzlichen Vorteil, dass hier nicht „auswertungsoptimiert“ aufgezeichnet wird. Man sieht dennoch, wie groß der Hybrid-Vorteil ist!

Im folgenden eine Aufzeichnung einer ganz normalen Alltagsfahrt in einem Auris TS Hybrid von Neukirchen nach Niederwinklung, kurz aussteigen (in diesem Fall 10 Minuten, dabei das Fahrzeug inklusive Klimaanlage laufen lassen) und was besorgen, wieder zurück nach Neukirchen.

Das sieht dann so aus:

Bild2

Von den gut 35km Gesamtstrecke ist der Auris dabei über 8km elektrisch unterwegs gewesen. Gar nicht schlecht, oder? Darum kommt ein hochgerechneter Gesamt-Durchschnittsverbrauch auf 100km von grad mal viereinhalb Litern raus. Und der Benzinmotor (also Autofahren mit Geräuschentwicklung) lief nur ziemlich genau die Hälfte der gesamten Reisezeit.

Bild1

 

Dabei wurde der Benzinmotor hauptsächlich nur dann betrieben, wenn er zur Gesamt-Systemleistung zwischen 15-35kw Leistung beisteuert. Da ist er am effizientesten. Mit Drehzahlen, die meist unter 3000min-1 liegen.

Auch eine ganz interessante Grafik: welcher Antrieb trägt bei welcher Geschwindigkeit wieviel zum Vortrieb bei?

Bild3Die grünen Werte unter Null zeigen an, welche Leistung durch die E-Maschinen an den Akku zurückgeliefert wurden.

Zu guter Letzt: die Bremserei. Wie oft insgesamt gebremst, wie oft „gut“ (elektrisch) und wie oft „schlecht“ (mit hydraulischer Bremsanlage und damit mit Verschleiss). Über 30 mal gebremst, ganz schön oft, finde ich.

Bild4Bremse

Zurück zum Anfang: wie weit fährt er denn elektrisch? Auch im Bayerischen Wald auf jeden Fall rund ein Viertel der gesamten Fahrstrecke. Das sind, wenn man nur 12000km im Jahr fährt, auch schon immerhin 3000km! Rein elektrisch, oder Abgas, ohne Lärm. Schon einiges gespart (der Umwelt er-spart), oder?

Wollt Ihr mehr solcher Auswertungen sehen? Oder selber mal mit einem Vollhybrid-Toyota das eigene Fahrprofil auswerten? Einfach bei mir melden …

 

Kein Beweis nötig. Hybrid Teil 2

Das kommt natürlich immer drauf an, wen man überzeugen will. Oder muss. Es gibt ja da ein politisches Trampeltier, das den Umweltschutz – so, wie ihn die restliche Welt versteht – auf irgendeine andere Art und Weise sicherstellen will. Hab ich heute gehört.

Auf jeden Fall und aus eigener Erfahrung ist es ein unglaublich gutes Gefühl, ohne laufenden Verbrennungsmotor z.B. im Stop- und -Go – Verkehr mitzuschwimmen. Macht irgendwie das Gewissen ein bissl sauberer, wenn man nicht in so einer stinkenen Dieselkiste sitzt.

Und, noch dazu, wenn das Gefährt über viele Jahre zuverlässig funktioniert, ohne Ausfälle oder Mucken. Damit nochmal zur häufigsten Hybridautofrage:

Wie lange hält die Batterie?

Es braucht keinen Beweis für die Haltbarkeit – weil es, mit dem jährlichen Hybridcheck, von Toyota in Europa 10 Jahre Garantie auf den Akku gibt!

win_20170602_11_07_57_pro.jpgOhne allzuviel Kleingedrucktes – einfach selber mal lesen.

Dann kommt oft die Frage:

Und wenn die Batterie dann doch mal kaputtgeht – was kostet die dann?

Ich hab das mal rausgesucht für einen Prius II: 1823,41 € inklusive Mehrwertsteuer, Preisstand 02.06.2017.

Das ist in etwa der Bereich, den viele Fahrer deutscher Premiumfabrikate mit Kompressionszündungszerknalltreibling für einen sogenannten Turbolader ausgeben – und zwar mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit, innerhalb der 10 Jahre.

Also auch im Falle eines Falles bei einem alten Auto gar nicht sooo tragisch. Wir reden schliesslich von einem Toyota Hybridauto – und nicht von einem relativ kurzlebigen Elektrofahrzeug.

Darum, und das ist eine weitere, häufig gestellte Frage, ist auch kein Ladeanschluss draussen am Bürgersteig notwendig. Weil so ein Fahrzeug sich immer und aussliesslich selbst auflädt – beim Bremsen, Rollen, Bergabfahrt oder einfach durch den sauberen Benzinmotor.

Wieso der Benzinmotor sauber ist?

Na, einfach weil der immer so betrieben wird, dass sich das Verhältnis Leistung/Verbrauch/Schadstoffausstoss immer in einem optimalen Bereich befindet. Nicht mit zu wenig und nicht mit zu viel Drehzahl. Ohne Turbolader, Direkteinspritzung oder andere empfindliche und emissionsfördernde Bauteile.

Wie der das kann? Durch das Planetengetriebe, das von Toyota auch THS-Kraftweiche genannt wird und schlichtweg genial und extrem haltbar konstruiert ist.

Wie das funktioniert?

Ich wollte jetzt grad ein kleines Video hochladen, merke aber, dass mein WordPress-Account das nicht zulässt. Mal überlegen, ob ich jetzt dafür zahle, Youtube nutze – oder gibts was anderes, kann  mir jemand helfen?

 

Jede Menge keine Ahnung. Hybrid. Teil 1.

Nach zwei Tagen Verbraucherinformation am 26. und 27. Mai bei der Möbel Wanninger Autoschau in Straubing sind zwei Erkenntnisse in mir gereift:

  1. Gefühlt über 80% der Autofahrer haben keine Ahnung, wie einfach sich ein Vollhybrid-Antrieb im Alltag darstellt.
  2. Sie haben Angst davor!!

Woher kommt das? Die besten, und die allermeisten Vollhybridautos baut Toyota. Und Toyota hat einen Marktanteil in Deutschland von ungefähr 2,5 %. Wenn ich jetzt realistisch davon ausgehe, dass etwas weniger die Hälfte „unserer“ Kunden diese Technik schon richtig kennengelernt haben, dann wissen etwa 99% der Autofahrer gar nicht, wovon ich rede. Und unsere Wettbewerber mit ihrer Markt-Übermacht machen alles, damit das auch so bleibt. Natürlich gibt es Anforderungen, für die der Vollhybridantrieb weniger oder sogar gar nicht geeignet ist – aber für die allermeisten Leute passt das!

Eigentlich muss man nur zwei Dinge wissen, wenn es stimmt, dass der „Bauch“ die Kaufentscheidung so massgeblich beeinflusst, mehr Argumente  brauchts nicht:

  • Ein Vollhybridauto zu fahren ist weniger anstrengend und weniger schwierig als andere Autos durch die Gegend zu lenken.
  • Es ist sicherer und problemloser als alles andere in Sachen Auto, was ich kennenlernen durfte.

Aber irgendwie reicht das als Kaufargument doch nicht. Oder, man glaubt mir das nicht. Ich würde nicht selbst seit so vielen Jahren mit Hybridautos rumfahren, wenn das nicht vernünftig funktionieren würde. Zur Verdeutlichung: schon vor ca. 15 Jahren ging unser Familienurlaub mit Prius, Kinder und Klamotten über kleine Bergpässe und einfach schöne Landstraßen nach Istrien.

IMG_0590

 

Wenn ich der Technik nicht vertraut hätte – eine Reparatur wär dort damals ziemlich sicher nicht möglich gewesen. Das Auto damals – einer der allerersten Prius II – war übrigens exakt das Auto, mit dem die AutoBild damals den Marathon-Test vom Nordkap nach Gibraltar gemacht hat. Ich hatte das Auto aus dem Pressefuhrpark von Toyota Deutschland gekauft und dann weiter getestet – ohne irgendwelche Ausfälle oder Auffälligkeiten natürlich.

Zurück zur Gegenwart: Helfen vielleicht rein rationale Argumente für den Hybridantrieb, kann man damit Menschen zu ihrem Fahrzeug-Glück zwingen?

Ein paar Dinge, die ich von den Leuten in den letzten Tagen immer wieder gehört habe:

  • Wie lange hält die Batterie bei einem Hybridauto?
  • Was kostet die Batterie?
  • Was soll das mit dem Hybrid überhaupt bringen?
  • Ich hab keine Lademöglichkeit
  • Sind zwei Motoren nicht viel schwerer und anfälliger?
  • Warum gibts den nur mit diesem CVT-Getriebe, das ist ja so eine seltsame Technik
  • Der darf sicher nur weniger zuladen, weil die Batterien so schwer sind

Ganz Pauschal kann man zu jedem Punkt mit „kein Problem“ oder „stimmt nicht“ antworten.

Ich werde aber in der nächsten Zeit auf alle diese Punkte, und vielleicht noch ein paar mehr, hier eingehen. Das werden mehrere Folgen hier im Blog werden – alles aus meiner Sicht, mit nun 17 Jahren Hybridauto-Erfahrung. Wenn ich auf einen Punkt  nicht ausführlich genug eingehe – einfach schreiben oder kommentieren, wir reden drüber!

Die häufigste Frage:

  • Wie lange hält die Batterie?

hat die einfachste Antwort:

  • so lange wie das Auto.

Warum fragen das so viele Leute? Ich denke, weil man aus allgemeiner Lebenserfahrung gelernt hat, wenn eine Batterie oder ein Akku nicht mehr funktioniert, muss man das Ding wegschmeissen und für relativ viel Geld ein neues Teil kaufen.

Daher also der Faktor Angst – also wirtschaftliche Unsicherheit. Jede Batterie, jeder Akku geht irgendwann kaputt, egal ob Taschenlampe, Mobiltelefon oder Transistorradio (gibts sowas eigentlich noch?)

Bisher, bis heute, haben wir bei rund zweihundert im Kundenstamm laufenden Toyota- und Lexus-Vollhybridautos nicht eine einzige Batterie gewechselt.

Warum ist das so?

Es gibt einige Faktoren, die hier zusammentreffen.

Der wichtigste wird die Laderegelung sein:

IMG_3618 (1)

Die sorgt dafür, dass der SOC (Ladezustand) des Nickel-Metallhydrid-Hybrid-Akkus immer in einem relativ kleinen, begrenzten Bereich bleibt (zwischen etwas mehr als 50% bis ca. 80% der maximalen Kapazität des Akkus). Diese Regelung sorgt dafür, dass sich die Zyklenfestigkeit des Akkus um etwa den Faktor 3 erhöht. Hab ich gelesen – wenn es jemanden gibt, der das genauer erklären kann – immer gerne her damit!

Ein weiterer Faktor ist aus meiner Sicht das Wettbewerbsumfeld: Toyota war und ist hier der führende Hersteller und Pionier dieser Technik. Wie gerne würden die Wettbewerber einen Konstruktions- oder Serienfehler finden und über die neutrale Presse verteilen! Das wissen die Konstrukteure bei Toyota sehr genau und legen darum bei der Produktion der Hybridautos die Latte mit zusätzlichen Qualitätskontrollen und überwiegender Eigenfertigung der Komponenten (hier bei der Batterie: Joint-Venture-Unternehmen) so hoch, dass die Wettbewerber andere Fabriken mit anderen Abläufen bauen müssten, um einen ähnlichen Qualiätsstandard zu erreichen. Das gilt übrigens nicht nur für die Batterie.

Die Profiteure davon sind ausnahmsweise wir Verbraucher: da geht einfach nix kaputt.

Jetzt hab ich schon über 700 Wörter geschrieben, das sind für einen Sonntagmorgen viel genug. Die nächste Folge folgt demnächst, erstmal gehts jetzt zum Autoslalom – Fahrspass geniessen, ausnahmsweise ohne Hybridantrieb. Weil: die Hybrid’ler sind vom Reglement her ausgeschlossen. Sonst würde ich mit einem Yaris Hybrid im nationalen Slalom-Clubsport dabei sein.