Uitwaaien.

Das Wort ist angeblich holländisch und bedeutet etwa „Eine Pause machen, um den Kopf frei zu bekommen“.

Das mach ich doch gerne. Es reicht auch eine kurze Pause. In dieser Pause hab ich in die AutoBild Nr.6/2016 und in den DAT-Report 2015 geschaut. Erst nacheinander, dann gleichzeitig vergleichend. Das musst erstmal in den Kopf reinbekommen.

Den unglaublich großen Unterschied zwischen Wunsch (Journalisten – Berichte in der AutoBild) und Wirklichkeit (Befragung von 4000 Endverbrauchern im DAT-Report).

So legen die Tester der Automagazine seit geraumer Zeit größten Wert auf die sogenannten „Assistenzsysteme“ -laut dem DAT-Report kennen aber gerade einmal 56% der Autofahrer die sicherlich noch weit weniger zahlreichen technischen Funktionen ihres jetzigen Autos!

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Die vielfältigen Möglichkeiten muss man erstmal kennenlernen- und sich dann auch noch merken können! Gar nichts hilft, wenn man zum Händler fährt und sich das „nervige Gepiepse“ vom Spurwechselwarner deaktivieren lässt. Dann geht das Ding auch in einer Gefahrensituation nicht mehr. Wozu hat mans dann gekauft?

Jetzt sitze ich täglich in verschiedenen neuen Autos und es ist mein Job,- zumindest gehört es nach meinem Verständnis definitiv dazu-, mich damit möglichst perfekt auszukennen und die Bedienung zu beherrschen. Jetzt lacht mich nicht aus, aber manchmal wird es schon kompliziert, ein 10 Jahre altes Navigationssystem eines Gebrauchtwagen zu erklären. Wie soll jetzt jemand, der im Schnitt pro Tag gerade mal eine halbe Stunde im Auto verbringt (14350km statistische Durchschnitts-Fahrleistung pro Auto lt. DAT-Report, bei 60km/h Durchschnittsgeschwindigkeit und 360 Tagen pro Jahr) sich die Bedienung der Systeme überhaupt einprägen können?

In vielen Kundengesprächen wird mir das immer wieder bestätigt: etliche Funktionen der umfangreichen Komfort- und Sicherheitsausstattungen der modernen Autos werden gar nicht genutzt. Wozu wird’s dann gekauft? Regelmässig oder immer genutzt werden Helfer, die man in maximal 15 Sekunden erklären kann – nur dann ist es möglich, das Ding während der Fahrt auch mal zu „probieren“. Wenn man zur Benutzung stehenbleiben muss oder es zuhause in der Garage üben, dann hat es keinen Sinn. Denn es wird kaum genutzt werden.

Noch dazu, wenn es zumindest zeitweise mehr nervt als nutzt. Was mir selbst passiert ist: ich bin auf einer meiner Hausstrecken mit einem Auto etwas flotter unterwegs gewesen, das mit einem Spurwarner und Müdigkeitserkennung ausgerüstet ist. Nach einem ca. 3km langem Strassenstück, auf dem eine Kurve der anderen folgt und es keine 100m geradeaus gibt, erschien im Display die Warnung: „Achtung! Sie sollten eine Pause einlegen, sie werden müde“. In meiner ersten Reaktion habe ich den elektronischen Hanswurst gleich mal ordentlich beschimpft, es war ihm aber egal. Er warnte weiter. Nach ein bisschen nachdenken und rumprobieren habe ich festgestellt, dass von dem System ein oftmaliges Korrigieren der Fahrspur in Verbindung mit immer wiederkehrenden Fahrspur-Fehlern als Müdigkeit interpretiert wird. Ich bin aber einfach nur flott unterwegs gewesen und hab die Toleranzen meiner Fahrspur ausgenutzt.

Bitte nicht falsch verstehen: wenn so ein System hilft, auch nur einen Unfall zu vermeiden, dann ist seine Existenz berechtigt. Wenn man aber damit nicht umgehen kann – wie soll es dann helfen können?

Nun sind solche Gerätschaften in modernen Neuwagen eingebaut, die oft – zumindest sollte es so sein – von einem Sach-Verständigen Menschen (Auto-Verkäufer, Berater) des Herstellers an seinen Benutzer/Besitzer ausgeliefert werden und dabei die Funktionen korrekt erklärt werden. Was aber passiert, wenn dann z.B. der 18 Monate alte Mietwagen von einem „Allemarkenhändler“ zu einem privatmarktgerechten Preis an einen privaten Benutzer ausgeliefert wird? Wir erfahren es oftmals, dass die frischgebackenen Autobesitzer nicht einmal wissen, wo der Tankdeckel zu öffnen geht. Wenn das schon nicht erklärt wird (oder erklärt werden kann), wie soll dann der stolze Inhaber eines günstig erworbenen EU-Fahrzeugs aus seiner dänisch-sprachigen Betriebsanleitung herauslesen können, wie ein Abstandstempomat richtig bedient werden soll?

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Ohje, liebe Autoindustrie. Ich glaube, ihr überfordert einen großen Teil Eurer Kunden. Die haben den Kopf dann nicht mehr frei, um sich auf den Straßenverkehr konzentrieren zu können. Aber ich weiß ja, ihr braucht den Umsatz aus dem Ersatzteilgeschäft, um eure Händler am Leben zu halten … aber das ist wieder eine andere Geschichte Weiterlesen „Uitwaaien.“

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Vorsätze, Version realistisch

Hochverehrtes Publikum! Man muss ja nicht immer den 1. Januar als Stichtag für neue, gute Vorsätze nehmen. Der kam nämlich wieder mal so plötzlich, dass mir zu dem Zeitpunkt noch gar nichts Gutes dazu eingefallen ist.

Dann nehme ich halt heute – den 5. Januar 2016. Weil mir jetzt was eingefallen, besser aufgefallen ist, was Sinn macht und erreichbar ist (neben den 15kg weniger Körpergewicht, die fest angepeilt werden). Das letztjährige Vorhaben hat ja auch geklappt, zumindest zu ca. 99%: ich verwende seit 01.01.2015 keine Einweg-Plastitüten mehr. Das geht, sogar einfach, und schränkt in keiner Weise ein.

Das hoffe ich auch bei meiner nächsten Aktion. Irgendwo habe ich gelesen, dass in einem arabischen Land vor kurzem das Mobiltelefonnetz für zwei Wochen ausgefallen ist. Die Menschen haben das ganz gut überlebt, besser sogar als gedacht: die Zahl der Verkehrsunfälle ging in dieser Zeit um die Hälfte zurück! Das hat mich zum Nachdenken und Recherchieren angeregt, und ich hab mit Entsetzen festgestellt, dass offensichtlich durch „Tippen“ beim Autofahren (SMS, Whatsapp, wasauchimmer) eine große Zahl an schlimmen Autounfällen verursacht wird. Texte am Steuer zu lesen oder zu schreiben erhöht das Fahrt-Risiko stärker als Alkohol, so haben es Studien ergeben.AygoXCite

Zugegeben: ich hab da schon auch mal hingeschaut. Jetzt mein Vorsatz: das mach ich nicht mehr, auf keinen Fall. Sollte ich mal lange im Auto sitzen, hab ich ziemlich sicher auch eine Freisprechanlage und bin telefonisch erreichbar für Notfälle – und sobald Zeit dazu ist, werde ich auch Nachrichten checken und beantworten. Die Stunde oder auch drei muss dann ganz einfach Zeit sein.

Wer macht mit? Das macht Sinn! Ich verspreche mir davon weniger „Stress“ durch ständige Erreichbarkeit und eine Verbesserung der Verkehrssicherheit. Für alle.

 

Kalt wirds! Tips zur automobilen Überwinterung.

Das macht erstmal in Sachen Automobil fast gar nix aus. Erst dann, wenn man das Auto bei Kälte auch fahren will, sollte man verschiedene Dinge beachten.

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Als erstes und allerwichtigstes die Funktionsfähigkeit. Damit durch Frost keine Schäden entstehen, muss im Kühlwassersystem des Motors ausreichend viel Frostschutzmittel beigemischt sein. Dies kann man an der Tankstelle messen lassen  – …  wenn das noch eine Tanke aus dem vorigen Jahrtausend ist und an der Theke nicht nur eine Bockwurstverkäuferin steht, die auch den Sprit kassiert. Tschuldigung, ich schweife ab. Weiter. Auch die Scheibenwaschanlage sollte genug Frostschutzmittel intus haben. Wenn dann schonmal die Motorhaube offen ist, auch gleich noch den Ölstand kontrollieren und nachsehen, wann der letzte Ölwechsel war – wenn da wieder einer fällig ist, ist jetzt die richtige Zeit! Frisches Leichtlauföl macht dem Motor, dem Anlasser und der Batterie im Winter das Leben leichter.

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Apropos Batterie: wenn das Auto nicht allzu modern ist und seinen Akku irgendwo unter der Rücksitzbank oder im Kofferraum versteckt hat, kann man da auch einen Blick drauf werfen. Einen kurzen Batterietest gäbs auch an der Tan … nein, gibts tatsächlich kostenlos beim FTH (freundlichen Toyota Händler).

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Als zweites die Sicherheit. Weil man auch auch fahren will. Da gibts eine Werbung, die bringt es auf den Punkt: das einzige Sicherheitssystem, das tatsächlich mit der Straße verbunden ist und alle, sämtliche Kräfte beim Beschleunigen, Kurvenfahren, Bremsen und so weiter übertragen muss und kann, sind die Reifen. Wenn ein Auto ein älteres Baujahr hat, wird die Fahrsicherheit nicht automatisch besser. Ein Auto sammelt ja keine Lebenserfahrung. Darum ist es einfach nicht verständlich, dass ältere Autos immer billigere und schlechtere Reifen bekommen – vor allem im Winter! Also bitte: lasst ordentliche Winter-Reifen auf Eurer Auto machen. Die Beratung vom Profi ist meistens kostenlos. Die Profiltiefe der Winterreifen sollte beim Wechsel mindestens 5mm betragen – weil unter 4mm gelten die Reifen, ganz unabhängig von der Markierung und Schneeflockensymbol, zum Beispiel in Österreich nicht mehr als Winterreifen. Man fährt ja auch ein paar tausend Kilometer übern Winter und das verursacht entsprechend Verschleiss – also, darum beim Wechseln mindestens 5mm Profiltiefe. Wer mit den sogenannten „Allwetterreifen“ unterwegs ist (die haben auch M+S – bzw. Schneeflockenmarkierung), sollte sich darüber im klaren sein, dass bei extremen Verhältnissen seine Pneus in Sachen Haftung den Spezialisten nicht das Wasser reichen können. Also im Zweifel vorsichtiger fahren – und ebenfalls mindestens 5mm Profilgummi beachten.

Die Türschlösser: bitte auch dran denken. Ja, ich weiß, kaum jemand sperrt mehr mit dem Schlüssel auf. Aber sollte bei extrem niedrigen Temperaturen die Fahrzeug- oder Schlüselbatterie zusammenbrechen, dann ist es doppelt blöd, wenn auch das Schloss nicht funktionsfähig, weil eingefroren, ist. Im besten Falle wird die Türöffnung dann zeitaufwendig. Kann aber auch richtig teuer werden.

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Das war die Pflicht – als Kür kommen die optischen Angelegenheiten. Wer jetzt den Lack perfekt reinigt und versiegelt, der schützt das Blech nicht nur vor dem Verlust des Glanzes, sondern vermindert auch die Anhaftung von Schmutz und Flugrost. Der Frühjahrsputz geht in ein paar Monaten dann um so leichter. Wenn das Auto schon ein bissl älter ist und der Original-Rostschutz am Fahrzeugboden sich schon verflüchtigt hat, dann sollte man hier nachbessern (lassen). Das Salz im Winter auf den Strassen bedeutet extreme Rostgefahr fürs Blech! Löcher im Boden sieht der Inschenööör bei der Hauptuntersuchung gar nicht gerne. Wer das alles nicht selber machen will oder kann – für den gibts ja immer noch den FTH. Weil die Tankstelle machts vermutlich nicht mehr …

Geständnisse eines Süchtigen – ist es wahre Liebe?

Tatsächlich wird das hier nicht nur ein Fahrbericht. Beim Prius hab ich geschrieben, es geht um eine „kleine Liebeserklärung“. Der Prius macht mir Spaß und ich bin mir sicher, gleichzeitig vernünftig und verantwortungsvoll gegenüber der Umwelt und im Sinne meiner Kinder zu fahren. Eigentlich reicht das ja aus, für alle automobilen Bedürfnisse. Eigentlich. Wenn da nicht die zweite Seele wäre, die in meinem Körper wohnt. Und die ist einfach ein kleiner Redline-Junkie.

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Genau für die gibts den Toyota GT86: Wer mit dem Auto fährt, um von einem Ort zum anderen zu kommen, kann jetzt aufhören zu lesen. Das geht mit dem GT86 zwar auch, aber wer keinen Spaß am Fahren an sich hat, für den wird sich die Faszination dieses Fahrzeugs ohnehin nicht erschliessen. Denn nur darum gehts: um die Liebe am Spüren des selbst-verantworteten Fahrens, das Gegenteil des kürzlich vorgestellten lenkradlosen Google-Autos. Spüren der Fahrbahn, der Rückmeldung der Lenkung, der Unebenheiten der Strasse und darauf richtig und schnell zu reagieren.

Als Abstandsradar hat man zwei Augen, auf visuelle Störungsmeldungen reagieren Beine, Füsse, Hände: selber bremsen und lenken. Das Lenkrad ist frei von Knöpfen und Schaltern und hat nur die Aufgabe, den Fahrer über die Lenkung mit der Strasse zu verbinden. Wer Rückenprobleme hat, muss diese vor der Fahrt lösen – ein GT86 wird keine Massagesitze bekommen. Keine Kameras, die vor dem Auto die Fahrbahn abtasten. Keine Totwinkelsensoren oder automatische Einparksysteme.

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Kein Monstermotor, kein Turbolader, kein Ladeluftkühler: Der GT86 hat einen ganz „normalen“ 2,0-Liter-Saugmotor in Boxer-Anordnung, der einen sensationell niedrigen Schwerpunkt ermöglicht. Wer sportliches Fahrerlebnis nur mit Beschleunigungswerten und Höchstgeschwindigkeitsangaben (die meisten der heutigen „sportlichen jungen Fahrer“ sind ja Turbo- und Dieselverwöhnt) nachmisst, der kann jetzt auch aufhören zu lesen – da muss und will der GT86 gar kein Rekordjäger sein.

Stattdessen: Fokussierung auf Beherrschbarkeit und Handling, ehrliches Fahrverhalten und ungefilterte Rückmeldungen. Dieses Auto lässt mich machen und gibt mir nicht nur das Gefühl, der Herr der Lage zu sein – sondern macht mich zum aufmerksamen Fahr-Erlebnis-Geniesser!

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Ganz ehrlich: wenn es den GT86 nicht gäbe, bin ich mir nicht sicher, ob ich noch bei Toyota wäre und sich mein Leben – auch beruflich – wesentlich anders laufen würde. 2005, 2006 war der „Frust“ bei mir ziemlich gross. Einstellung aller bezahlbaren Spassautos bei Toyota, ausser dem Hilux. Kein MR2 mehr, kein Celica. Alle neuen Autos mit Frontantrieb, keine fahrspassrelevanten Neuentwicklungen. Persönliche Fahrspass-Sinnkrise. Arbeiten nur wegen des Geldes und um die Familie zu versorgen – wars das jetzt? Bis ich davon gelesen habe, dass Toyota in Zusammenarbeit mit Subaru plant, einen legitimen Nachfolger für den AE86 zu entwickeln. Von dem Moment an hab ich auf die Vorstellung des Autos gewartet. Danke für das, was dabei rausgekommen ist, Tada-San! Für die nicht-so-Insider:  Tetsuya Tada ist der Chefkonstrukteur des Projekts.

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Als ich den GT86 dann, Anfang August 2012, auf dem Nürburgring erstmals selbst erleben durfte, wars geschehen. Er ist es! Ganz genau und absolut. Tim Schrick- ein Rennfahrer und Autotester – hat in einem Fernsehbericht sinngemäss gesagt: Ich wüsste nicht, was ich spontan dran ändern würde. Das seh ich auch so. Oder so ähnlich.

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Gibts eigentlich noch die Leute, die in den 80 ern selbst aktiv Motorsport betrieben haben – zum Beispiel im nationalen Slalom/Rallye/Bergrennsport oder das heute noch tun?

Habt ihr nicht auch – wie ich heimlich – neidvoll auf die heissen 2-Liter Opel C-Kadett geschielt? Waren die Dinger geil! Die in-etwas-Daten kennt jeder heute noch. Und jetzt zum Vergleich der GT86: auch ein 2-Liter-Saugmotor, der 7400U/min dreht und dabei 200PS freisetzt. Wenig Gewicht (grad mal 1200kg), Heckantrieb und eine Sperre, die richtig gut und dauerhaft funktioniert! Klingelts schon? Annähernd ausgeglichene Gewichtsverteilung. Kleines Lenkrad und direkte Lenkung. Und, noch besser als früher: genial schaltbares 6-Gang-Getriebe mit geringen Drehzahlsprüngen. Die ersten drei Gänge sind über einen Dreifach-Konus synchronisiert, und schwimmende Lager sorgen für knackige und dennoch leichtgängige Schaltvorgänge. Die Koordination mit der Kupplung ist wieder Aufgabe des Fahrers – Konzentration ist notwendig. Das alles im Vergleich zu früher absolut standfest und im Alltag problemlos zu bewegen. Schwerpunkt nur 46cm über der Fahrbahn – das ist in etwa das Niveau eines Ferrari 458!

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Wenn wir grade bei der Technik sind: beim Erforschen des fahrdynamischen Limits ist es absolut notwendig, dass auch die Reaktionen auf Gaspedalbewegungen spontan und unmittelbar erfolgen. In Zeiten von Euro5-Abgasnorm verfügen fast alle Autos über ein elektronisches Gaspedal, das eine gewisse Verzögerung zwischen der Bewegung des Pedals im Fussraum und der entsprechenden Reaktion im Motorraum durch das Bewegen der Drosselklappe per Stellmotor bedingt. Bei den meisten Autos hat man den Eindruck, die Elektronen in den Übertragungskabeln müssten sich immer erstmal gegenseitig aufwecken, um dann letztlich den Wunsch des Fahrers weiterzugeben. Nun, die Elektronen des GT86 benehmen japanisch-traditionell sich äusserst diszipliniert: unmittelbar und ohne spürbare Verzögerung erfolgt jegliche Reaktion. Wie auch bei der Bremse und der Lenkung.

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In Testberichten liest man manchmal, er hätte zu wenig Leistung für einen Sportwagen. Liest hier immer noch ein Turbo-Frontantriebs-Fan mit? Bist neugierig, oder? Okay, meine Meinung dazu: In den allermeisten Ländern Europas darf man auf relevanten Strassen (solche mit nennenswerten Kurven 😉 ) maximal 100km/h schnell fahren. Egal, wie eng die Kurve war und wie mit welcher Querbeschleunigung man in ihrem Verlauf Spaß hatte: Innerhalb maximal 4 oder 5  Sekunden ist man mit dem serienmässigen GT86 in dem Geschwindigkeitsbereich, der beim Erwischt-werden zum Entzug der Fahrerlaubnis führt. Wie viel schneller soll denn noch sein? Und dort, wo man darf (auf Rennstrecken): ich kann nur für den Nürburgring und die Nordschleife sprechen. Bestimmt bin ich kein Weichei in Sachen Fahren am Limit, aber wenn man mit über 200km/h am Schwedenkreuz ankommt und dort anbremst, ist das schon ein Bereich, der auch mein persönliches Limit ankratzt. Ein Profi-Rennfahrer mit einem Rennwagen wird darüber nur schmunzeln, aber ich kann ja damit nicht mein Geld verdienen, sondern will Spaß dabei haben. Nochmal zurück zum C-Kadett: ich werde mit dem GT86 in Zukunft bei nationalen Slaloms antreten und bin mir sicher, dabei viel Spaß zu haben. Gewinnen muss nicht sein, aber mal schauen.

Eine unglaubliche Vielfalt von Individualisierungsmöglichkeiten ist verfügbar: nicht nur Felgen, Räder, Auspuff, Fahrwerk – sondern auch andere, teilweise wirkungsvolle Verbesserungen wie Karrosserieverstrebungen, Aerodynamikteile, Optik-Tuning … Das Auto wurde so konzipiert, dass jeder seinen eigenen Traum verwirklichen kann. Und dabei möglicherweise eine enge Bindung zu seinem GT86 aufbaut. Denn die Gefühle, mit den man vom Fahrersitz eines GT86 aus einen übersichtlichen, leeren Kreisverkehr sieht und verlässt, gehören zu den allerbesten Erlebnissen im Leben – und können immer wieder wiederholt werden. Nein, das soll jetzt kein Aufruf zu unangepasster Fahrweise sein, drum ja ein leerer Kreisverkehr …

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Natürlich ist der GT86 vielleicht nicht unbedingt zum Fortbestand der menschlichen Zivilisation notwendig. Für mich persönlich aber schon. Zumindest, solange es irgendwie finanzierbar ist. Ist das jetzt schon ein Zeichen der Sucht? Natürlich könnte ich ohne den GT86 leben. Zu 98%. Aber, in den 2%, wenn der Schlüssel da liegt, der Tank voll ist und Kennzeichen auf dem Auto drauf sind – da geht es nicht ohne! Er ist in dem Moment mein Held, das absolut Beste, was ich mir auf der Strasse zu bewegen vorstellen kann. Mein voller Ernst! Mit noch mehr Leistung könnte ich nichts anfangen. In einem Cabrio hab ich immer beim schnellen Fahren ein blödes, unsicheres Gefühl. Klar gibts ja auch Porsche, Lamborghini und Co., die vielleicht genauso viele Emotionen hervorrufen. Allerdings: Mit einem wesentlich teureren Auto hätte ich Hemmungen, mal Richtung Limit unterwegs zu sein zu erkunden – der GT86 ist dafür einfach perfekt!

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Aus aktuellem Anlass: nein, verkaufe ich nicht.

 

Heute früh beim Spaziergang habe ich einen Kunden getroffen.

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Er fragt mich: „Verkaufst Du mir auch einen XY? Ich hab ihn mir angesehen, der gefällt mir. Was hältst Du von dem Auto?“

Ganz klar: Nein, ich verkaufe keine Neuwagen eines anderen Fabrikates. Und ich halte auch nichts davon. Weil ich mich damit nicht so gut auskenne, und nicht so gut beraten kann, wie das der Käufer eines Neu- oder Dienstwagens mit Recht erwarten kann (bei gebrauchten Fremdfabrikaten, mit denen ich mich am Hof eine Zeitlang beschäftigen kann, siehts etwas anders aus). Natürlich weiss ich, dass es auch andere Fabrikate gibt, die fast so gut wie unsere Toyota’s sind.

Aber: Wenn Qualität wirklich eine Rolle spielt, geht man zum Spezialisten. Das fängt an beim Arzt an, über den Computerladen, Dachdecker, Kleidung und hört bei Lebensmitteln noch lange nicht auf.

Lieber mal ein Steak vom Metzger des Vertrauens, vorbestellt, ja – das ist teuer, klar. Aber da lohnt es sich dann auch, dafür mal ein paar Tage zurückzustecken und zu geniessen. Gesünder ist diese Methode sowieso.

Beim Auto ist das genau so: wie könnte ein Gemischtwarenhändler (Viel-Marken, Jahreswagenhändler, „wir besorgen jedes Auto“) denn überhaupt genau wissen, wovon er spricht? Weder bekommt er besonders viel Informationen vom Hersteller (der auch gar kein Interesse daran hat, ihm die zur Verfügung zu stellen) – noch hat er die Möglichkeit, entsprechende Schulungen zu absolvieren oder an detaillierte Unterlagen zu kommen. Er kann selbst zwischen den verschiedenen Modellen vergleichen, klar. Das kann aber auch jeder Kunde selbst.

Ein „gutes“ oder „schlechtes“ Auto kann der Vielmarkenhändler auch nicht für seinen Kunden ermitteln. Denn wirklich schlechte Autos zu bauen, kann sich heutzutage eigentlich kein Hersteller mehr erlauben. Es gibt noch Unterschiede in Sachen Dauerhaltbarkeit, die von Veröffentlichungen wie dem TÜV-Report oder Zuverlässigkeits-Statistiken belegt werden.

Die Autos verschiedener Hersteller sehen auch unterschiedlich aus, und Marken haben ein unterschiedliches Image – das ist alles schon Geschmackssache. Jeder, wie es ihm gefällt – oder er sich sich leisten kann, oder leisten will.

Hier ist genau ein entscheidender Punkt: Den Status des Premiumautos möchten viele deutsche Autofahrer geniessen. Da der Listenpreis aber bei der Besichtigung beim Markenhändler einen mittelschweren Finanzschock ausgelöst hat, geht man jetzt zum Jahreswagen- oder Import-Händler. Der bietet eine Import-Kiste  mit weniger Garantieleistung (und bestenfalls vergleichbarer, oft minderer Ausstattung) für ein paar Tausender weniger an. Gutes Geschäft? Kann sein, oder auch nicht: ein bereits gefahrenes Fahrzeug hätte der Vertragshändler vielleicht sogar billiger anbieten können. Und über die Dinge wie herstellergestütze Sonderfinanzierung, Inzahlungnahme und Sondernachlass hat man mit dem Marken-Profi gar nicht gesprochen.

Genauso wie erweiterte Garantieleistungen. Klar, die gesetzlichen Vorgaben muss jeder Hersteller in Sachen Garantie auch beim Import-Auto einhalten. Aber nichts, schon gleich gar nichts darüber hinaus. Wie zum Beispiel freiwillige Serviceaktionen für Autos, die schon mehrere Jahre aus der Garantie sind. Die bekommt halt der Kunde des Vertragshänders gerne und oft kostenlos – der WaldWiesenalleMarkenhändler macht in dieser Beziehung gar nichts und kann es auch gar nicht. Niemals möchte ich, wie das bei andernorts geschieht, ein Auto ausliefern, ohne dem Kunden die Bedienung exakt erläutern zu können. Ich hab schon Leute gesehen, die mit ihrem „neuen“ Auto, mit Blumenstrauss und Herzerl vom Händler losfahren und nicht einmal gesagt bekommen haben, wo dennn der Tankdeckel zu öffnen ist …

Wie mit dem Steak: das extra vorbereitete Stück vom Metzger ist meistens einfach doch eine andere Klasse als das plastikverpackte, gleichschwere Teil der gleichen Tierart aus dem Discountmarkt. Wenn zwei das selbe anbieten, ist es noch lange nicht das gleiche.

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Veränderung. Notwendig? Was macht Sinn?

Am 01. Mai 2014 treten die Änderungen des Bussgeldkataloges in Kraft, die Punktereform der Verkehrssünderkartei.

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Die Punkte werden getauscht – man hat jetzt zukünftig nur noch halb so viele.

Aber nicht zu früh freuen – der Führerschein ist auch schon bei 8 Punkten in allergrösster Gefahr!

Die Vergabe wird geändert.

Einen Punkt gibt es ab dann erst ab 60€ Bussgeld – allerdings nur dann, wenn das Vergehen für die Verkehrssicherheit relvant ist.

So wird z.B. ab 1. Mai trotz auf 80€ angehobenen Bussgelds keinen Punkt mehr für das Befahren einer Umweltzone ohne grüne Plakette vergeben – finde ich ja auch sinnvoll.

Allerdings gibts es mindestens einen schon bei 60€ für das Telefonieren am Steuer oder für den Verstoss gegen die Winterreifenpflicht. Das mit dem Telefonieren und überhaupt der Bedienung von irgendwelchen Geräten während der Fahrt ist ja eines meiner Lieblingsthemen: da werden Radios und Displays in Autos eingebaut, bei denen man zum Ändern der eingestellten Innenraumtemperatur ins zweite Untermenü wechseln muss – und dabei zwangsläufig hunderte von Metern im Strassenverkehr seine Aufmerksamkeit eben gerade nicht auf die Strasse richtet. Das darf aber sein? Man darf gespannt sein, ob es irgendwann entweder eine Vereinheitlichung von Bediensystemen für alle Fahrzeughersteller gibt (da glaube ich noch nicht dran) – oder ob es mal eine Vorschrift gibt, die eine intuitive Bedienung ohne grossen visuellen Kontakt zur Pflicht macht.

Ich verstehe nicht den Gefährdungs-Unterschied zwischen den Bedienen eines Mobiltelefons, das man in der Hand hält – und dem Tippen der Nummer auf dem Bildschirm, bei dem man auch von der Strasse wegsieht und oft auch noch die Sitzposition zum Erreichen des Eingabegerätes ungünstig verändert.

Naja, wenigstens sind die entsprechenden Freisprech-Geräte (meist mit Bluetooth-Technologie)  jetzt zumindest bei den meisten Neuwagen schon mit an Bord – und für alle, die auch beim Autofahren erreichbar sein wollen oder müssen, auch bei älteren Modellen nachrüstbar.

Mal sehen, was die nächsten Jahre bringen.

Am sichersten ist es, wenn man sich einfach an die Verkehrsregeln hält. Dann gibts auch nichts an einer Verkehrssünderkartei zu kritisieren.

Mehr Infos dazu gibts auch zum Beispiel hier beim ADAC: http://ow.ly/vNkeb

Fahrbericht: Prius . Eine kleine Liebeserklärung.

 

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Der erste Hybrid-PKW, der in Großserie gebaut wurde.

Was wurden wir am Anfang, als 2001 der allererste Prius 1 bei uns war, damit belächelt und ausgelacht! Er war keine Schönheit, ok, zumindest nicht nach europäischem Geschmack. Aber wie langweilig wär denn die Welt, wenn sich jeder in die gleiche Schönheit verlieben würde?

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Der Prius II – ab Baujahr 2003 – zeigte schon die bis heute typische, aerodynamisch optimierte Form:

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Immer wieder lese ich Leserbriefe und Kommentare zum Hybridantrieb im Allgemeinen und zum Toyota Prius im Detail – von Lesern von Automobilzeitschriften, Motorjournalisten und vielen anderen Menschen, die gerne Ihre Meinung öffentlich verbreiten.

 

Meistens sind das Aussagen, die zu 100% „pro-Hybrid“ oder absolut dagegen stehen – und ganz sicher haben viele, die schlau darüber
referieren, nur wenig oder gar keine Erfahrung damit. Natürlich habe ich in gewissem Maß einen „Toyota-Brille“ auf – wenn man diese Autos seit seinem 4. Lebensjahr kennt und schon weit über 25 Jahre damit arbeitet, bleibt das nicht aus. Andererseits kenne ich sehr wohl die „Schwächen“ Toyota’s und auch des Hybridsystems – und werde diese auch nie als positiv hinstellen.
Fest steht: wenn man sich Gedanken um seine Zukunft – und die unseres Planten – macht, war die Entwicklung des Toyota-Hybridsystems (auch wenn sie von einem anderen Hersteller käme) ein notwendiger Schritt. Sogar, wenn er nur beweisen würde, dass dies
ein Schritt in die falsche Richtung sein würde. Das betrifft nicht nur die Emissionen und den Verbrauch an natürlichen Ressourcen, auch wenn diese Vorteile in der Presse und auch vom Hersteller immer wieder betont und herausgestellt werden.
Jetzt, wo die Leistungsfähigkeit des Straßennetzes – zumindest in dem Bereich, den ich erlebe – an seine Grenzen stößt (habt Ihr Euch in den letzten Jahren nachts schon mal einen Autobahnparkplatz angesehen?) und die Verkehrsdichte in jeder Sekunde die größtmögliche Aufmerksamkeit fordert, sollte es das Auto seinem Fahrer so einfach wie möglich machen. Die Altersstruktur der Autofahrer ändert sich auch nicht in Richtung zu jungen, bestens ausgebildeten Reflexwundern vom Schlage eines potentiellen Rennfahres – eher im Gegenteil. Hier kommt der größte Vorteil des Hybridsystems zum Tragen: nicht nur, dass es absolut führend am Markt in Sachen Bedingungskomfort und Einfachheit ist (es gibt per heute meines Wissens nach kein Auto, das einfacher zu fahren ist als ein Vollhybrid-Toyota) und dadurch die Aufmerksamkeit des Fahrers dem Verkehr zuleiten kann. Es erzieht durch das enorme Sparpotential und die logischen Anzeigehilfen hierzu den Fahrer zu einer gleichmäßigen, sparsamen und sicheren Fahrweise.

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Dennoch bietet der Prius ganz hervorragende Fahrleistungen und vor allem sehr gute Praxis-Beschleunigungswerte – das Fahrerlebnis ist nur völlig anders. Wir haben hier bei uns im Bayerischen Wald ganz in der Nähe eine Straße, die nach einer scharfen Kehre mit immer größerer Steigung auf einen Bergkamm führt. Ich fahre diese Straße mit jedem Auto, das mir in die Finger kommt, lasse es um die Kehre rollen und beschleunige dann voll bis zum immer gleichen Verkehrsschild. Der Prius III  ist hier etwa genauso schnell wie ein 2,0ltr-Diesel-Fahrzeug europäischer (deutscher) Produktion, das von der Presse immer für seine hervorragenden Fahrleistungen gelobt wird. Ein Lexus RX400h ist hier von keinem anderen Fahrzeug unter 300PS Leistung zu schlagen. Nur: man hat beim Hybridauto nicht den Eindruck dieser Fahrleistungen! Das gebe ich zu, obwohl ich jetzt seit 2001 mit Toyota-Hybridfahrzeugen regelmäßig unterwegs bin und mich eigentlich dran gewöhnt haben sollte. Die stufenlose Kraftübertragung (Getriebe im bisher bekannten Sinne ist das keines) in Verbindung mit dem Elektromotor macht einfach einen ganz anderen Eindruck.
Ganz klar: der Prius taugt nicht zum Spaß-Sportwagen. Das tut aber aufgrund des Motor-Ansprechverhaltens nach meinem Verständnis von Fahrspass auch kein Diesel, eigentlich bis auf ganz wenige Ausnahmen gar kein modernes Auto, das sich ein Normalverdiener durch Verzicht auf andere Hobbys noch gerade so leisten könnte (unter 40000.- Euro)

Aber er ist ein absolut optimales Alltagsauto! Das Fahrwerk ist bequem, er lenkt leicht und exakt. Leise fährt er sowieso, von innen und auch von aussen. Das mag ich so an ihm.

Vier Erwachsene (notfalls auch fünf) können bequem sitzen und vor allem auch problemlos ein- und aussteigen, weil die Türen etwas höher sind als bei vielen anderen Mittelklasse-Autos.

Der Kofferraum ist durch die riesige Heckklappe ganz problemlos zu beladen und optimal nutzbar, in 3 Sekunden etsteht durch das Umlegen der Sitze eine 1,70 Meter lange Ladefläche.

 

Es gibt sogar die Möglichkeit, in einem Prius 2 Fahrräder im Innenraum stehend zu transportieren – und dann auch noch Gepäck mitzunehmen!

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Ich oute mich zwar vielleicht bei vielen Sportwagenfahrern jetzt, gebe aber zu:  ich fahre ich aber gerne und viel mit dem Prius. Eben eine kleine Liebeserklärung.

Und lasse auch gerne andere Leute mal probieren.
Es hat noch niemand gesagt, das Auto wäre zu kompliziert oder man könnte sich nicht daran gewöhnen. Man braucht auch keine Steckdose zum Aufladen 😉  – ja, der Meinung sind immer noch viele Leute!

Obwohl: mittlerweile gibts auch die Möglichkeit, ein spezielles Modell des Prius – den Prius PlugIn – mit seinem grösseren Akku an der Steckdose aufzuladen und dadurch Strecken bis zu ca. 20km ohne Einsatz des Verbrennungsmotors zurückzulegen. Das ist aber ein eigenes Kapitel.

Der Prius gefällt mir auch optisch, vor 30 Jahren sahen so oder so ähnlich die Zukunftsfahrzeuge in den Zeitschriften aus.

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Kurz zu beliebten Kommentaren, die man immer wieder hört oder liest:
• „Hybrid ist zu schwer.“ Ein Golf (oder auch ein Toyota Auris) ist schwerer als ein Prius, am Hybridantrieb alleine liegt es nicht, wenn ein Auto zu schwer ist.
• „Gesamt-Ökobilanz durch die Batterieherstellung ist schlecht.“ Die Batterieherstellung ist nur mit einem Bruchteil des Energie- und Rohstoffaufwands beim Bau des Fahrzeugs beteiligt! Siehe auch hier: http://www.autohaus-stroeher.de/files/prius-nachhaltigkeit_und_umwelt.pdf
• „Wenn die Batterie kaputt ist, kann das doch kein Mensch bezahlen“ Ich persönlich kenne niemanden, auch keinen Händlerkollegen, der schon eine Batterie austauschen musste. Im Gegensatz dazu kenne ich viele, die einen Turbolader (wissen Sie, was so ein Teil kosten kann?), eine Einspritzpumpe, einen Injektor, …. für viel, viel Geld bei einem Dieselmotor austauschen mussten. Die Batterien gehen
nicht kaputt, es gibt nachweislich Hybrid-Toyotas in Skandinavien und auch Taxis in München, die mehr als 600000km mit dem ersten Akkupack gefahren sind- und immer noch weiterfahren. Und überhaupt hat die Batterie bis zu 10 Jahre Garantie.
• „Hybrid funktioniert nur in der Stadt“ Unsinn. Die entspannte Fahrweise ist auf Landstrassen genauso angenehm.
• „Hybrid ist schlecht auf Langstrecken“ Hier eine persönlicher Erfahrung: Fahrt von Neukirchen nach Köln und zurück mit dem Prius III, Gesamt- Durchschnittsgeschwindigkeit 119km/h, 1152km, gesamt verbraucht: 66,18ltr. Macht 5,8l/100km und eine total entspannte Fahrt, es waren insgesamt vielleicht 50km komplett freie Strecke, von denen bin ich ca. 30km mit 191km/h laut Tacho gefahren (das musste einfach zum Adrenalin aufpumen sein)
Zum Schluss – last but not least, wie es so schön heißt – der für mich persönlich wichtigste Punkt: ich kenne kein aktuelles Auto, das hohe Laufleistungen technisch so problemlos, ohne irgendwelche Ausfälle oder Reparaturen erreicht. Auch der natürliche Verschleiß ist, das hat sich herausgestellt,  wesentlich niedriger als bei anderen Fahrzeugen. Warum? Ich erkläre es mir so: das Auto fährt ohne irgendwelche Rucklereien beim Anfahren oder Schalten, die Krafteinleitung ist immer sehr sanft. Das schon natürlich Wellen, Lager, den gesamten Antriebsstrang. Beim Bremsen wird erst einmal versucht, das Fahrzeug durch Energie-Rückgewinnung zu verzögern – die Bremsbeläge werden weniger abgenutzt. Der Benzinmotor als Energielieferant läuft, je nach Fahrweise, nur zu 60-80% der Fahrzeit – wo ein konventioneller Motor immer, zu 100%, läuft. Auch sind viele Teile, die bei einem herkömmlichen Motor oft Defekte verursachen, gar nicht da: So hat z.B. der Prius III keinen einzigen Keilriemen mehr, keine Lichtmaschine muss angetrieben werden, es gibt einen Anlasser im herkömmlichen Sinne. Die Steuerung des Hybridsystems ist in einem geschlossenen, separat gekühlten System untergebracht und hat keine beweglichen Teile, die einem Verschleiß unterliegen.

Die meisten Eindrücke treffen auch auf den Toyota Auris Hybrid und den Yaris Hybrid zu – soweit es das Antriebssystem betrifft, das ist gleich wie beim Prius. Diese Autos, die Karrosserie davon, sind halt über die Prius-Technik übergestülpt worden – weil sich europäische Kunden offensichtlich nur schwer an die (aerodynamisch optimale) Form des Prius gewöhnen können. Aber was alle wollen, wollte ich noch nie …  vor allem auch der Innenraum ist eine Nummer „spaciger“ als bei üblichen Mittelklasse-Autos, gerade das finde ich so gut am Prius.

 

PriusSchwarz11
Jetzt schon freue ich mich auf zukünftige Hybridfahrzeuge von Toyota. Natürlich ist das heute verkaufte Toyota-Hybridsystem nicht das Ende der Entwicklung und der  Stein der Weisen – wo kämen wir da denn hin! Natürlich ist ein Brennstoffzellenauto ein Ziel, das keine Abgase produziert und abends auch noch Strom und Wärme für die Wohnung liefert. Aber bis es soweit ist, einen so großen Schritt zu machen (wie Armstrong auf den Mond), müssen viele Leute viele kleine Schritte machen – ich bin sicher, der Prius war ein ganz, ganz wichtiger. In 20 Jahren kann ich sagen: ich war von Anfang an dabei.

Wobei: es wohnen schon zwei Herzen in meiner Autofahrer-Brust. Die eine plädiert für die Vernunft und damit den Prius, und die andere fürs „Autofahren als pures Erlebnis“ – dazu aber ein anderes Mal. Es reichen drei, maximal vier Buchstaben: MR2, AE86 oder GT86 …  wahre Liebe …