Wenn alles Neue alt aussieht.

Das Jahr 2017 hatte für mich seinen ersten Höhepunkt am siebten Tage. Direkt biblisch, oder? Was passiert ist:

Ich hatte überraschend die Gelegenheit, die Zukunft des Autofahrens selber zu fahren – das erste richtige Brennstoffzellenauto, den Toyota Mirai ! Ganz normal im Strassenverkehr im Raum München. Bei keineswegs optimalen Straßenbedingungen, halt im richtigen Leben.

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Dafür bedanke ich mich ganz herzlich bei Herrn D. P. von der Toyota – Versicherung, der mir diese Möglichkeit verschafft hat! Ich hätte nicht damit gerechnet, hatte es letztes Jahr auch einige Male bei Toyota Deutschland versucht – aber so eine Vertriebsabteilung ist ja schliesslich nicht dafür da, sich die Zeit mit mir zu vertreiben.

Wie wars? Als erstes verblüffend unspektakulär. Obwohl es der bisher kälteste Tag des Winters war, funktioniert die Technik ganz einfach. Das Auto ist von seiner Aussenansicht her klar anders als gewohnt – das schadet aber nichts. Fahrer und bis zu 3 Beifahrer sind bestens untergebracht und haben alle Sitzheizung sowie reichlich Platz. Es gibt sogar so etwas wie Rundumsicht, man fühlt sich auf Anhieb wohl.

Die Bedienung ist für jemanden, der ein Toyota Hybridauto kennt, ohne irgendeine Anweisung oder Studium einer Anleitung völlig problemlos und selbsterklärend. bei getretener Bremse auf den Startknopf drücken, Wählhebel auf „D“ – und los geht die wilde Fahrt!

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Wobei …  überraschend „wild“ ist die Beschleunigung, der Mirai geht richtig gut ab, auch bei höheren Geschwindigkeiten (im erlaubten Rahmen). Ungewohnt und unglaublich angenehm: es kommt keinerlei Geräusch an meinen Ohrwascheln an, nur Reifenabrollgeräusche. Deutlich leiser als z.B. ein kürzlich gefahrener Nissan Leaf. Ein Prius hat ähnliche Fahrleistungen, da kommt halt immer bei erhöhter Leistungsanforderung der Benziner dazu. Das bin ich jetzt seit 16 Jahren so gewohnt – Zeit, wieder was Neues zu erleben, oder?

Wenn wir grad beim Vergleich sind: als ich den Leaf gefahren habe, sagte mir das Fahrzeug-System, mein in 65km Entfernung liegendes Ziel ist möglicherweise nicht erreichbar (obwohl ich das Auto unmittelbar von der Ladesäule abgeholt habe. Kälte und Heizung machen den Elektroautos schwer zu schaffen). Der Mirai dagegen war nicht frisch betankt und hatte immer noch 270km Reichweite. Kein Problem, das Auto auch bei sehr niedrigen Temperaturen zu nutzen.

Im Raum München gibt es derzeit 3 Wasserstoff-Tankstellen, die allerdings alle  mit weniger Abgabedruck arbeiten, als der Mirai verträgt. Er könnte sogar über 500km weit kommen – von entsprechend ausgerüsteten Tankstellen betankt.

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Nochmal zum Fahren: wenn die Zukunft so wird, kann sie gerne kommen. Man fährt mit dem Mirai selbstbestimmt, mit gutem Schadstoff-Ausstoss-Gewissen und viel Komfort. Sogar sowas wie Fahrspass kommt auf. Gut, man müsste das mal bei einem Winterfahrtraining ein bissl intensiver probieren. Die Toyota – Versicherung ist, wie schon öfter mal, hier ein absoluter Vorreiter und sammelt schon einmal Erfahrungen mit neuester und optimal umweltverträglicher Technik. Klar wollen und müssen die auch damit Geld verdienen – aber wenn solche Aktionen Vorteile für alle Leute bringen, warum denn nicht?

Wenn jetzt jemand Lust bekommen hat, den Wasserstoffantrieb selbst zu erleben: meldet Euch bei mir. In einem gewissen Rahmen wird es schon möglich sein, sich das Auto anzusehen und zu erleben. Ich bin gespannt, ob es bei uns – oder unter meinem hochverehrten Bloglesern – Leute gibt, die mit in eine positive Individual-Mobilitäts-Zukunft schauen wollen.

 

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Die Welt ändert sich. Und selber?

Sachen gibts, die konnte man sich vor kurzer Zeit noch gar nicht vorstellen.

Ein Komiker wird von einem Staatsoberhaupt verklagt.

Über 300000 Leute leisten eine Anzahlung von 1000$ für ein Auto von Tesla, von dem sie nicht genau gesagt bekommen, was es mal kosten wird, was es kann und wann sie es bekommen.

Autohersteller nutzen die kleinsten Lücken in gesetzlichen Regelungen, um immer noch mehr Geld als Managerbonus zahlen zu könn…, nein, natürlich um immer bessere Entwicklungen zum Vorteil der Verbraucher machen zu können (/ironiemodus aus).

Die Autobranche ist halt nun mal meine Welt. Und die ändert sich ganz gewaltig. Nicht nur wegen Elon Musk, der viel Geld damit verdient, dass seine Firma Tesla bei der Herstellung von Elektroautos riesige Summen Verlust macht. Offensichtlich muss das so sein. Was modern ist wie z.B. Zalando, muss als Firma Kosten produzieren und soll gar keinen Gewinn abwerfen.

Im deutschen Autohandel ist ja seit Jahren die Konzentration auf große Händler und Handelsgruppen im Gange. Ganz egal, ob Kunden lieber vor Ort kaufen oder nicht: der Vertragshändler muss schon ein paar Millionen der EZB-verteilten Euros in Grund, Boden und Gebäude investieren, um vom Hersteller / Importeur akzeptiert zu werden. Auf jeden Fall sollte die Investition so gross sein, dass ein einzelner Unternehmer es nicht ganz schaffft, alles in einem Leben abzuzahlen. Damit ist er immer motiviert bei der Sache und bei allen Torheiten, die seiner Marke so einfallen, mit Begeisterung dabei ist. Glauben die großen Manager – und bislang gab ihnen der Markt recht.

Bisher ist die Art und Weise, wie Autos gekauft und genutzt werden, seit gefühlten 100 Jahren kaum anders geworden. Das wird sich aber dramatisch ändern, sagen viele Marktforscher. Die Digitalisierung ändert womöglich alles – lest mal diesen Artikel von Derek Finke.

Und das ist nicht die einzige umwälzende Veränderung. Die Toyota Hybridautos kennen und betreuen wir jetzt seit über 15 Jahren – hier ist schon deutlich sichtbar, dass sich die Rolle des Händlers/der Werkstatt ändert: an den Dingern geht einfach fast gar nix kaputt! Wenn bald massentaugliche, besser massenleistbare Fahrzeuge mit Wasserstoff-Betrieb auf dem Markt sind, wird das vermutlich nochmal wesentlich deutlicher, die Autos werden nochmal weniger Wartungs- und Instandsetzungsaufwand haben (das gilt auch für Elektrofahrzeuge, an deren Markt-Durchsetzung ich aber bisher nicht glaube).

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Was sind dann die Aufgaben in der Werkstatt? Software-Updates der Connectivity-Funktionen, zum Beispiel. Das neue Smartphone aktivieren und mit dem Navi koppeln. Allerdings auch ein paar Herausforderungen, wie Lichteinstellung bei den neuen LED-Lichtsystemen – da geht nix mehr mit einem Strich an der Wand, da ist wieder richtig Geld in die Hand nehmen angesagt, für Testsysteme in den Werkstätten. Allerdings müssen auch die Verbraucher/Autofahrer sich auf andere Kosten einstellen: statt dem häufigen Zündkerzenwechsel kostet halt der Lichttest zukünftig jährlich ein paar Euro.

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Und wenn ein neues Gefährt gewünscht wird oder zum Kauf ansteht? Vielleicht passiert die Probefahrt bald auch schon mit einer VR-Brille und in virtueller Realität. Brauchts dann noch einen Riesen-Showroom, in dem Autos stehen? Wenn das neue Gefährt dann sowieso individuell online konfiguriert und im Store bestellt wird? Eher nicht. Sogar gebrauchte Fahrzeuge werden per Software-Updates/Änderungen an individuelle Wünsche angepasst werden können. Ganze Heerscharen von Programmieren werden dazu notwendig sein. Eine Aufgabe für die Leute, deren Integration unsere größte Herausforderung in den nächsten Jahren ist. Vielleicht. Hoffentlich.

Wie viele „alte“ Leute werden sich dieser neuen Welt nicht ausliefern wollen oder können? Fahren die dann nur noch mit Old- oder Youngtimern? Wenn Tesla das neue Apple ist, dann wird es auf jeden Fall kein Oldtimer-Elektroauto geben können – denn nach Ablauf der Garantiezeit haben diese Firmen kein Interesse mehr daran, das Produkt funktionsfähig zu halten. Mit den aktuellen Geräten war und ist das so, das habe ich selber erleben dürfen. Das könnte ein gar grausiges Erwachen geben, wenn die „alten“ Firmen dann nicht mehr auf dem Markt sind. Aber es wird akzeptiert werden, denn es bleibt ja gar nichts anderes übrig – wie beim Aussterben der kleinen Lebensmittelhändler. Die Geldflüsse werden umgelenkt zu ein paar wenigen Großkonzernen – und keiner braucht zu glauben, dass eine Regierung da einen lenkenden Einfluss haben wird. Die Regierungen sind die Hure der Industrie, der Zug ist abgefahren.

Um wieder den Kreis zur Überschrift zu schliessen: Ja, klar werde ich mich ändern (müssen) und ich will das auch. So fahr ich zum allerersten Mal mit dem Zug zu einer Toyota-Händlerversammlung. Weils einfach so viel billiger ist, dass wir auch bei einer Fahrgemeinschaft da nicht hinkommen. Aber alleine da dran hängts nicht: die Strecke dorthin ist fast ausschliesslich Autobahn, und die macht nun wirklich keinen Spaß mehr zu fahren. Zumindest wenn man einen engen zeitlichen Rahmen einhalten muss und zu Zeiten mit hohem Verkehrsaufkommen auf der A3 unterwegs sein muss. Ansonsten würde ich schon mit einem Auto dort hinfahren. Entweder Landstraßen-Erlebnis-Intensiv mit einem GT86 oder ganz relaxed mit einem Hybrid-Toyota (oder einem der besten Autos der Welt überhaupt, mit einem LandCruiser). Daran wird sich für mich auch nichts ändern. Zumindest nicht so schnell. Irgendwas muss man ja auch der nächsten Generation überlassen, oder?

Downsizing. Gut oder gut – und für wen?

Der Begriff wird seit ein paar Jahren in der Autopresse immer öfter verwendet.

Downsizing – was bedeutet das?

Es soll aussagen, dass ein neuer Motor die gleiche oder sogar etwas höhere Leistung bei geringerem Hubraum entwickelt. Oft reduziert sich auch die Anzahl der Zylinder im Motor – es sind sogar deutsche „Premiumautomobile“ mit 3-Zylinder-Motor zu haben, wo vor ein paar Jahren standesgemäss noch mindestens ein 6-Zylinder eingebaut war. Gleichzeitig mit der Reduzierung der Motorgröße wird die Aufladung, meist per Turbolader, erhöht.

Was ist der Effekt?

Die Hersteller werben mit Verbrauchs (CO2) – und Schadstoffreduzierungen. Auf dem Papier nachvollziehbar, die Verbrauchswerte laut Angabenverordnung reduzieren sich. Allerdings: in der Praxis ist davon nicht viel zu spüren, das kann man  auch nachvollziehen, z.B. auf www.spritmonitor.de (hier ermitteln viele tausend Autofahrer die tatsächlichen Verbräuche ihrer Autos) . Das liegt meiner Meinung nach daran, dass die Hersteller die Motor – Steuerungselektronik mittlerweile ganz exakt auf die vorgeschriebenen Zyklusfahrten hin optimieren. Für die alltäglichen Fahren leider meist ohne Auswirkung, mache Fahrzeuge haben sogar einen höheren Verbrauch als die direkten Vorgänger.

Mittlerweile wird die Drehmomententwicklung dieser aufgeladenen Motoren so gesteuert, dass der Fahrer im meistens genutzten niedrigen Drehzahlbereich das Gefühl von viel „Motorkraft“ vermittelt bekommt. Bei mehr Leistungsanforderung / höheren Drehzahlen merkt man dann aber schnell, dass auch hier nur mit Wasser gekocht wird – vor allem im direkten Vergleich zu einem guten Saugmotor auf der Straße.

Wie sieht es mit der Haltbarkeit von solch aufgeladenen kleinen Motoren aus? Nun, prinzipiell glaube ich schon, dass die Entwicklungsabteilungen der Autohersteller das Thema im Griff haben und die Motoren technisch halten werden, auch bei hohen 6-stelligen Laufleistungen. Allerdings ist das ganze „Drumherum“ um so einen Motor so kompliziert, aufwendig und damit störanfällig, dass schon relativ kleine Defekte an dem Turboladersystem oder Abgasrückführung den Motor in einen Notlauf mit minimaler Leistungsabgabe zwingen. Solche Reparaturen sind, da sie meist auch ausserhalb der Garantiezeit auftreten, aber dann schnell im 4-stelligen Eurobereich angesiedelt, bei schon relativ geringer Laufleistung – im Vergleich ist sogar ein Akku eines Hybridautos (der bei Toyota bis zu 10 Jahre Garantie hat) günstig. Die Hersteller machen auch unverständliche Fehler, so dass z.B. viele VW- und BMW – Motoren mit abgerissenen, weil offensichtlich unterdimensionierten Steuerketten verenden – ganze Internetforen werden mit dem Thema gefüllt. Manche meinen gar, die Hersteller machen die ganzen Dinge mit der Reduzierung der Dauerhaltbarkeit, um den Umsatz und die Absatzzahlen auf dem hohen Niveau zu halten.

Gibt es Alternativen ? Ja, aber relativ wenige: Es gibt ein paar Benzin-Saugmotoren, die mittels spezieller Verbrennungsverfahren und hohen Verdichtungen bessere Effizienz versprechen. Ansonsten und vor allem bei allen Dieselmotoren bleibt den Herstellern derzeit kein anderer Ausweg. Ausser ein Vollhybridsystem wie bei Toyota: das arbeitet mit relativ anspruchslosen Benzinmotoren, die nur in einem gewissen Drehzahlbereich arbeiten müssen (kein unter- oder zu hochtouriges Fahren) und in diesem Bereich auf maximale Effizienz getrimmt werden.

Wie gehts weiter, vielleicht mit einer Kombination aus Downsizing und Hybridantrieb? Man darf gespannt bleiben.

Alternative Antriebe auf IAA

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Ein paar Tage nach dem IAA – Besuch habe ich mir Zeit gelassen.

Irgendwie war jetzt nichts, was mich so richtig begeistert. Wie beim iPhone. Nicht wirklich was Neues oder wenigstens eine ganz neue, mutige Form.

Sind die Ideen ausgegangen? Nein, es gab schon ein paar Ansätze. Der Lexus LF-NX mit wirklich coolem, aber noch nicht serientauglichem Design. Der BMW i3 mit Carbon-Karosserie und Elektro (Hybrid) – Antrieb – leider klein und teuer. Die in Köln bei Toyota Motorsport gebaute Yaris Hybrid – Studie – da sollte die Reise hingehen, mit etwas weniger Leistung vielleicht schon bald für die Serie reif? Das Alfa – Mittelmotorcoupe – die Italiener können halt Autos designen. Der BMW i8 – leider einfach sehr teuer.

Der erste i8 war jetzt ungetarnt bei uns im Bayerischen Wald auf der Strasse. Optisch von vorne so-lala, von hinten der Hammer. Ganz seltsam, oder sagen wir ungewoht, der Sound von aussen: beim langsamen Fahren wie ein Rasenmäher, wenn der Fahrer Gas gibt, wie die Trompeten von Jericho. Aber insgesamt doch ein relativ „normaler“ Sportwagen.

Was einfach immer noch fehlt: ein günstiges Auto, das bei kurzen Strecken mit möglichst hohem Anteil an preiswerter Energie (Elektrisch!) fährt und dennoch keine Einschränkungen in Sachen Reichweite und praktischer Nutzen hat. So wie der Toyota Prius Plug-in, den es ja schon fast ein ganzes Jahr zu kaufen gibt. Etwas mehr Batteriekapazität sollte man sich bestellen können. Und das alles noch etwas günstiger, wenns geht.

Wenn wir gerade beim Wünsch-Dir-Was sind: Wenn mich persönlich aktuell für ein Auto wirklich begeistern würde, dann wär das ein maximal 4,30 langer Hochdach – Kombi mit traktionsstarkem Hybrid – Allradantrieb, der über eine elektrische Reichweite von 50-70km verfügt und wie der Prius PlugIn in einer Stunde an einer Haushaltssteckdose aufgeladen werden kann. Mit einfacher, pflegeleichter Innenausstattung und simpel bedienbarem Multimedia-System – ToyotaTouch ist da schon sehr nahe dran. Und aussen mit unlackierten Stossfängern, die den Namen auch verdienen und den einen oder anderen Parkrempler wegstecken. Apropos Parken: eine Rückfahrkamera muss natürlich auch drin sein. Aber das ist ja heute auch schon üblich.

Könnte das ein neues iPhone unter den Autos sein? Mehr Nutzungsmöglichkeiten und und in jeder Situation verwendbar. Langstrecke, Stadt, Autobahn, Transport, Skiurlaub – überall, wo man halt unterwegs sein will oder muss.

Vielleicht findet man so was ja auf der nächsten IAA. Zu einem Preis, den sich ein fleissig arbeitender Familienvater auch leisten kann. Bis bald!

Wiewaswo – Autofahren macht Spaß?

GT86AeroA03 2013-08-15 14.44.48Es Es gibt tatsächlich viele Leute, die sich nur in die Blechkiste setzen, um von A nach B zu kommen. Das find ich schade.

So viele verschiedene Autos es gibt, so viele verschiedene Seiten der automobilen Fortbewegung können Freude machen!

Und immer gibt es Neues zu entdecken. Und sportliche Herausforderungen. Wobei „sportlich“ gar nichts mit Raserei zu tun haben muss. Ein Beispiel ist unser privates Hybridauto, der aktuelle Toyota Prius: mittlerweile fährt auch meine Frau das Ding im Alltag, bei uns im bayerischen Wald, deutlich unter 5l/100km Verbrauch. Bergauf, bergab, Kurzstrecken, Einkaufen – alles dabei. Total entspannt und sicher.

Langsam aber sicher kommen wir jetzt in den Bereich, in dem ich mich anstrengen muss, um sparsamer als sie zu fahren. Irgendwo muss der Mann ja besser sein als das Mädel, meiner Meinung nach. Wobei wir beide immer grad so schnell fahren, wie es erlaubt ist – also keinesfalls als Verkehrshindernis rumschleichen. Schon aus Prinzip, um nicht mit den Sonntagsmithutmercedesfahrern verwechselt zu werden.

Mein neues „Projekt“ in dieser Beziehung: ich arbeite an meiner Disziplin in Sachen Ideallinie auf der Strasse. Also versuche ich, jede Kurve, jede Kreuzung mit einem möglichst großen Radius zu durchfahren, ohne nachlenken zu müssen.

Was das bringen soll? Jeder, der schonmal ein Auto geschoben hat, wird mitbekommen haben, dass mit eingeschlangenen Rädern der Widerstand stark ansteigt. Also braucht man in der Situation mehr Energie, richtig? Und die muss der Antrieb des Autos bereitstellen – dafür ist Energiezufuhr nötig.

Wenn also die Idealline auf der Strasse getroffen wird, müsste der Gesamtverbrauch pro gefahrene Strecke sinken. Ich kanns noch nicht beweisen, aber das kommt noch. Bestimmt.

Wobei: Es gibt für mich auch die andere Seite der Medallie. Am letzten Wochenende haben wir uns wieder mal was geleistet. Mit dem Sportwagen Toyota GT86 in den Alpen, Deutschland, Österreich, Schweiz unterwegs gewesen. Und rund um den Bodensee. Also einmal quer durch Deutschland und wieder zurück. Knapp 1600km in 36 Stunden. War das ein Genuss! Pässe mit dem GT86 zu fahren, fast ohne Verkehr, mit komplett deaktivierten elektronischen Fahrhilfen, in den Kurven die Grenze zwischen Haft- und Gleitreibung zu suchen, zu finden und den heissen Ritt im Drift zu beherrschen – ist das ein geiles Gefühl!

Das kann vermutlich jemand, der schon Angst hat, im Winter in einem „rutschenden“ Auto zu sitzen, nicht nachvollziehen. Das ist halt eine andere Facette der Auto-Fahrerei – und ich ganz persönlich geniesse das sehr!

Auf der Autobahn, auf den „Verbindungsetappen“, fahr ich immer ganz gemütlich mit 120-150km/h, selten schneller, weil es keinen Zeitvorteil bringt, keine Herausforderung darstellt und mir erst recht keinen Spaß macht. Darum: Gesamtverbrauch auf der Tour mit dem 200PS – GT86 war 7,3lt/100km. Geht doch. Da hab ich kein schlechtes Gewissen.