Autoradio, was geht da ab in 2017

Den alten Zeiten nachzutrauern, ist in Sachen Autoradio nicht angebracht. Geht los mit dem UKW-Empfang, der bis in die 90er Jahre oft mehr Rauschen als Töne produziert hat. Die Abspielmedien wie Kassetten waren umständlich in der Handhabung und empfindlich.

DSCF6709

Mit den CD’s wurde es leichter. Sendersuchlauf und automatische Speichermöglichkeiten kamen immer mehr in dem gleichen Masse, wie Audiogeräte serienmässig in PKW’s immer mehr eingebaut wurden.

Heute, in 2017, ist ein Touch-Screen schon fast Standard. Bei Toyota in fast allen Modellen. Mit Bluetooth-Verbindung zum Telefon/Smartphone oder auch Musik-Abspielgerät – auch Bluetooth AudioStreaming genannt. Selbstverständlich auch mit USB-Buchse, über die auch mögliche Updates eingespielt bzw. geladen werden. Das Gerät kann aber nicht nur FM-Radioempfang, sondern oft auch schon DAB+ und stellt gleichzeitig auch die Rückfahrkamera sowie Bordcomputerfunktionen dar.

DSCF6703

Ein Suchlauf ist oft schon gar nicht mehr notwendig, die neue Generation der Geräte zeigt ständig alle, am aktuellen Standort des Fahrzeugs empfangbaren, Sender an. Mit Sendername – nicht nur die Frequenzangabe, sondern auch andere Infos wie z.B. Musiktitel oder aktuelle Schlagzeilen werden angezeigt.

DSCF6701

Selbstverständlich ist auch der bewährte Verkehrsfunk integriert, ein kleiner Tipp hierzu: Wenn die „TP“ (TrafficProgram) Funktion aktiviert ist und eine Verkehrsdurchsage kommt, dann wird die Lautstärke des Geräts immer auf das Niveau angepasst, das der Benutzer bei der letzten Verkehrsdurchsage eingestellt hat. Das heisst, wenn man eine Verkehrsdurchsage nicht hören will und in diesem Moment „leise“ einstellt, dann wird man das nächste Mal auch keine Verkehrsdurchsage mitbekommen.

Da gibts auch eine neue Funktion bei den Toyota DAB+ – Geräten: Man kann sich bereits gehörte Beiträge / Lieder / wasauchimmer noch einmal anhören, also einfach mal die Zeit zurückdrehen! Noch nicht einmal der DeLorean aus „Zurück in die Zukunft“ konnte das, anno 1985.

DSCF6712

Ganz zu schweigen vom Klang: was so eine JBL-Anlage zustande bringt, ist schon wirklich sehr imponierend. So etwas haben nur wenige Leute zuhause in gleicher Soundqualität.

DSCF6710

Also alles gut, perfekt, praktisch? Naja, ganz so leider auch nicht: bei vielen Geräten wird mittlerweile auf ein CD-Laufwerk verzichtet – sehr unpraktisch für die nicht ganz so jungen Leute, die Musik nicht nur vom Handy oder online kennen, sondern über eine CD-Sammlung verfügen.

DSCF6707

Beim Starten des Fahrzeugs muss das „Infotainment“-System erst hochfahren. Das bedeutet für mich, vor allem mit einem Hybrid-Toyota, folgendes: ins Auto einsteigen, anschnallen, auf den Startknopf drücken, Rückwärtsgang einlegen, rückwärts aus der Einfahrt fahren – und jetzt erst ist das System so weit, dass das Bild der Rückfahrkamera angezeigt wird. Also erst dann, wenn ich schon ein ganzes Stück gefahren bin.

DSCF6705

Was mich persönlich ganz furchtbar stört: es gibt bei vielen Geräten, auch bei anderen Herstellern (Volkswagen) keinen Drehknopf für die Lautstärke mehr! Fürchterlich, das zigfache Herumgetippe, um eine zu hohe Lautstärke schnell beim Einsteigen zu reduzieren. Ja, ich weiß, das geht auch am Lenkrad – dauert aber auch mindestens fünfmal so lang wie mit einem Drehknopf und nervt einfach. An diejenigen, die sowas entwickelt und freigegeben haben: setzen, ungenügend, nochmal machen!

DSCF6699

Alles natürlich, wie immer, persönliche Meinung, garantiert nicht ganz neutral und erst recht nicht frei von Vorurteilen.

Advertisements

Trickser oder Genie – und wer glaubt was

Diesel Skandal – warum haben wir da nicht eher was bemerkt

Zwischendrin was ganz ohne Hybridsystem: der Diesel-Diskussion kann man seit Monaten kaum entkommen. Wer hat wann und wo wen betrogen, wer hat nicht kontrolliert oder falsche Richtlinien angewandt, wer ist böse, wer ist ein Opfer geworden …

Jetzt sollen sich die (deutschen) Autohersteller auch noch abgesprochen haben. Liebe Presse: glaubt ihr wirklich, die Hersteller sind untereinander so zerstritten, dass die nicht miteinander reden? Ein Mitarbeiter von Audi redet im Biergarten nicht mit seinem BMW Kollegen und tauscht sich mit ihm aus? Ja? Dann seid ihr noch wesentlich weiter weg von der Alltagswelt, als ich das ohnehin schon befürchtet hab. Sogar Autohändler reden miteinander, stellt euch das mal vor!

Abgesehen davon kommt alles so nach und nach auf den Tisch: ja, auch der Daimler kann per Softwareupdate nachbessern. Und gibt damit zu, dass nicht alles so ganz optimal aufeinander eingestellt ist. Ja, was ist denn jetzt los? Ein paar geänderte Programmierzeilen sorgen also für weniger NOx Ausstoss ohne sonstige Nachteile? Wer das glaubt, sucht bestimmt auch im Frühwinter nach fliegenden Rentieren.

Was mich wurmt: eigentlich wissen wir das seit über 10 Jahren. Warum und woher? Anfang der 2000er Jahre kam ein neuer Produktmanager/Entwicker zu TME (Toyota Motor Europe), der eine ganz neue, bis dahin bei Toyota nicht vorstellbare Generation von Turbodieselmotoren eingeführt hat (AD-Motorenfamilie). Das war der erste Toyota-Dieselmotor, der so richtig „geschubst“ hat, wie man das von europäischen Dieseln kennt. Das Ganze dann auch gleich noch mit Partikelfilter und NOx-Redukationskatalysator. Also alles top? Leider nicht ganz: es gab anfangs mit Dieselruss verklebte/zugwachsene Abgas-Rückführventile. (weil das System immer aktiv ist und nicht, wie bei anderen Herstellern und seit kurzem bekannt, bei vielen Umweltbedingungen einfach ausgeschltet wird). Wichtiger und noch mehr im Fokus: der Motor geht genauso gut wie z.B. ein VW- oder BMW-Motor, braucht aber 10-20% mehr Kraftstoff. Was wir natürlich bei unserem Hersteller reklamiert haben. Die Antwort lautete sinngemäss, man könne den Verbrauch nicht weiter reduzieren, ohne die Grenzwerte für den Schadstoffausstoss zu überschreiten. Wie die anderen das können, hat man leider nicht herausfinden können.

Jetzt, mit den heutigen Kenntnissen über Prüfstands-Erkennungsmodus und weitere illegale Tricksereien, wird das schon nachvollziehbar. Aber wir sind auch überhaupt nicht auf die Idee gekommen, dass die Wettbewerber einfach schlau bescheissen.

Anstatt ein Eingeständnis abzugeben, dass man möglichst billige Technik verwendet hat, um den eigenen Gewinn zu maximieren, erzählt man dem Verbraucher jetzt, dass man per Softwareupdate eine erhebliche Verbesserung der Motorverhaltens erzielt. Aha. Ohne Nachteile für Rest des Motors. Soso. Ohne Erhöhung des Kraftstoffverbrauchs – HAHA!!

Einem Hersteller hat man schon nachgewiesen, dass im Rahmen des Softwareupdates auch die Verbrauchsanzeige des Bordcomputers so rekonfiguriert wird, dass wieder der gleiche, niedrige Verbrauch wie zuvor angezeigt wird – tatsächlich an der Tankstelle aber mehr pro Kilometer nachgefüllt werden muss.

O wie groß ist die Verarsche.

Crownbesuch06

Immer wieder gerne. Hybrid Teil 3.

Einer meiner allerliebsten „Keine-Ahnung“-Klassiker:

„Wie weit fährt der denn jetzt, so rein elektrisch?“

Ja, wie ist die Antwort?

Es gibt keine. Weil das kein Elektroauto ist. Und damit die elektrische Reichweite gar nicht wichtig ist. Eher schon wichtig: wie weit kommt der mit einer Tankfüllung?

Aber von vorne.

Derzeit gibt es eine Aktion bei Toyota, da werden Kunden-Probefahrten per „Äpp“ aufgezeichnet und ausgewertet. Da kommt raus – das sage ich voraus, ohne eine Auswertung gesehen zu haben-, dass ein Anteil von etwa 50% durchschnittlich elektrisch stattfindet. Dieser Anteil ist deswegen so hoch, weil die allermeisten Verkaufshändler ihren Standort in einem urbanen Umfeld haben. Somit finden die meisten Testfahrten dort statt, wo man eigentlich gar kein Auto braucht – uups, das ist jetzt eine ganz andere Geschichte und einen komplett anderen Beitrag wert.

Zurück dorthin, wo man wirklich ein Auto braucht und es auch noch Spaß macht, damit zu fahren – also in unseren Alltag.

Weil wir von Toyota Deutschland die App und die Technik aus vertragsrechtlichen Gründen nicht bekommen, haben wir uns selber ein Auswertungs-System am freien Markt besorgt. Mit dem zusätzlichen Vorteil, dass hier nicht „auswertungsoptimiert“ aufgezeichnet wird. Man sieht dennoch, wie groß der Hybrid-Vorteil ist!

Im folgenden eine Aufzeichnung einer ganz normalen Alltagsfahrt in einem Auris TS Hybrid von Neukirchen nach Niederwinklung, kurz aussteigen (in diesem Fall 10 Minuten, dabei das Fahrzeug inklusive Klimaanlage laufen lassen) und was besorgen, wieder zurück nach Neukirchen.

Das sieht dann so aus:

Bild2

Von den gut 35km Gesamtstrecke ist der Auris dabei über 8km elektrisch unterwegs gewesen. Gar nicht schlecht, oder? Darum kommt ein hochgerechneter Gesamt-Durchschnittsverbrauch auf 100km von grad mal viereinhalb Litern raus. Und der Benzinmotor (also Autofahren mit Geräuschentwicklung) lief nur ziemlich genau die Hälfte der gesamten Reisezeit.

Bild1

 

Dabei wurde der Benzinmotor hauptsächlich nur dann betrieben, wenn er zur Gesamt-Systemleistung zwischen 15-35kw Leistung beisteuert. Da ist er am effizientesten. Mit Drehzahlen, die meist unter 3000min-1 liegen.

Auch eine ganz interessante Grafik: welcher Antrieb trägt bei welcher Geschwindigkeit wieviel zum Vortrieb bei?

Bild3Die grünen Werte unter Null zeigen an, welche Leistung durch die E-Maschinen an den Akku zurückgeliefert wurden.

Zu guter Letzt: die Bremserei. Wie oft insgesamt gebremst, wie oft „gut“ (elektrisch) und wie oft „schlecht“ (mit hydraulischer Bremsanlage und damit mit Verschleiss). Über 30 mal gebremst, ganz schön oft, finde ich.

Bild4Bremse

Zurück zum Anfang: wie weit fährt er denn elektrisch? Auch im Bayerischen Wald auf jeden Fall rund ein Viertel der gesamten Fahrstrecke. Das sind, wenn man nur 12000km im Jahr fährt, auch schon immerhin 3000km! Rein elektrisch, oder Abgas, ohne Lärm. Schon einiges gespart (der Umwelt er-spart), oder?

Wollt Ihr mehr solcher Auswertungen sehen? Oder selber mal mit einem Vollhybrid-Toyota das eigene Fahrprofil auswerten? Einfach bei mir melden …

 

Kein Beweis nötig. Hybrid Teil 2

Das kommt natürlich immer drauf an, wen man überzeugen will. Oder muss. Es gibt ja da ein politisches Trampeltier, das den Umweltschutz – so, wie ihn die restliche Welt versteht – auf irgendeine andere Art und Weise sicherstellen will. Hab ich heute gehört.

Auf jeden Fall und aus eigener Erfahrung ist es ein unglaublich gutes Gefühl, ohne laufenden Verbrennungsmotor z.B. im Stop- und -Go – Verkehr mitzuschwimmen. Macht irgendwie das Gewissen ein bissl sauberer, wenn man nicht in so einer stinkenen Dieselkiste sitzt.

Und, noch dazu, wenn das Gefährt über viele Jahre zuverlässig funktioniert, ohne Ausfälle oder Mucken. Damit nochmal zur häufigsten Hybridautofrage:

Wie lange hält die Batterie?

Es braucht keinen Beweis für die Haltbarkeit – weil es, mit dem jährlichen Hybridcheck, von Toyota in Europa 10 Jahre Garantie auf den Akku gibt!

win_20170602_11_07_57_pro.jpgOhne allzuviel Kleingedrucktes – einfach selber mal lesen.

Dann kommt oft die Frage:

Und wenn die Batterie dann doch mal kaputtgeht – was kostet die dann?

Ich hab das mal rausgesucht für einen Prius II: 1823,41 € inklusive Mehrwertsteuer, Preisstand 02.06.2017.

Das ist in etwa der Bereich, den viele Fahrer deutscher Premiumfabrikate mit Kompressionszündungszerknalltreibling für einen sogenannten Turbolader ausgeben – und zwar mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit, innerhalb der 10 Jahre.

Also auch im Falle eines Falles bei einem alten Auto gar nicht sooo tragisch. Wir reden schliesslich von einem Toyota Hybridauto – und nicht von einem relativ kurzlebigen Elektrofahrzeug.

Darum, und das ist eine weitere, häufig gestellte Frage, ist auch kein Ladeanschluss draussen am Bürgersteig notwendig. Weil so ein Fahrzeug sich immer und aussliesslich selbst auflädt – beim Bremsen, Rollen, Bergabfahrt oder einfach durch den sauberen Benzinmotor.

Wieso der Benzinmotor sauber ist?

Na, einfach weil der immer so betrieben wird, dass sich das Verhältnis Leistung/Verbrauch/Schadstoffausstoss immer in einem optimalen Bereich befindet. Nicht mit zu wenig und nicht mit zu viel Drehzahl. Ohne Turbolader, Direkteinspritzung oder andere empfindliche und emissionsfördernde Bauteile.

Wie der das kann? Durch das Planetengetriebe, das von Toyota auch THS-Kraftweiche genannt wird und schlichtweg genial und extrem haltbar konstruiert ist.

Wie das funktioniert?

Ich wollte jetzt grad ein kleines Video hochladen, merke aber, dass mein WordPress-Account das nicht zulässt. Mal überlegen, ob ich jetzt dafür zahle, Youtube nutze – oder gibts was anderes, kann  mir jemand helfen?

 

Jede Menge keine Ahnung. Hybrid. Teil 1.

Nach zwei Tagen Verbraucherinformation am 26. und 27. Mai bei der Möbel Wanninger Autoschau in Straubing sind zwei Erkenntnisse in mir gereift:

  1. Gefühlt über 80% der Autofahrer haben keine Ahnung, wie einfach sich ein Vollhybrid-Antrieb im Alltag darstellt.
  2. Sie haben Angst davor!!

Woher kommt das? Die besten, und die allermeisten Vollhybridautos baut Toyota. Und Toyota hat einen Marktanteil in Deutschland von ungefähr 2,5 %. Wenn ich jetzt realistisch davon ausgehe, dass etwas weniger die Hälfte „unserer“ Kunden diese Technik schon richtig kennengelernt haben, dann wissen etwa 99% der Autofahrer gar nicht, wovon ich rede. Und unsere Wettbewerber mit ihrer Markt-Übermacht machen alles, damit das auch so bleibt. Natürlich gibt es Anforderungen, für die der Vollhybridantrieb weniger oder sogar gar nicht geeignet ist – aber für die allermeisten Leute passt das!

Eigentlich muss man nur zwei Dinge wissen, wenn es stimmt, dass der „Bauch“ die Kaufentscheidung so massgeblich beeinflusst, mehr Argumente  brauchts nicht:

  • Ein Vollhybridauto zu fahren ist weniger anstrengend und weniger schwierig als andere Autos durch die Gegend zu lenken.
  • Es ist sicherer und problemloser als alles andere in Sachen Auto, was ich kennenlernen durfte.

Aber irgendwie reicht das als Kaufargument doch nicht. Oder, man glaubt mir das nicht. Ich würde nicht selbst seit so vielen Jahren mit Hybridautos rumfahren, wenn das nicht vernünftig funktionieren würde. Zur Verdeutlichung: schon vor ca. 15 Jahren ging unser Familienurlaub mit Prius, Kinder und Klamotten über kleine Bergpässe und einfach schöne Landstraßen nach Istrien.

IMG_0590

 

Wenn ich der Technik nicht vertraut hätte – eine Reparatur wär dort damals ziemlich sicher nicht möglich gewesen. Das Auto damals – einer der allerersten Prius II – war übrigens exakt das Auto, mit dem die AutoBild damals den Marathon-Test vom Nordkap nach Gibraltar gemacht hat. Ich hatte das Auto aus dem Pressefuhrpark von Toyota Deutschland gekauft und dann weiter getestet – ohne irgendwelche Ausfälle oder Auffälligkeiten natürlich.

Zurück zur Gegenwart: Helfen vielleicht rein rationale Argumente für den Hybridantrieb, kann man damit Menschen zu ihrem Fahrzeug-Glück zwingen?

Ein paar Dinge, die ich von den Leuten in den letzten Tagen immer wieder gehört habe:

  • Wie lange hält die Batterie bei einem Hybridauto?
  • Was kostet die Batterie?
  • Was soll das mit dem Hybrid überhaupt bringen?
  • Ich hab keine Lademöglichkeit
  • Sind zwei Motoren nicht viel schwerer und anfälliger?
  • Warum gibts den nur mit diesem CVT-Getriebe, das ist ja so eine seltsame Technik
  • Der darf sicher nur weniger zuladen, weil die Batterien so schwer sind

Ganz Pauschal kann man zu jedem Punkt mit „kein Problem“ oder „stimmt nicht“ antworten.

Ich werde aber in der nächsten Zeit auf alle diese Punkte, und vielleicht noch ein paar mehr, hier eingehen. Das werden mehrere Folgen hier im Blog werden – alles aus meiner Sicht, mit nun 17 Jahren Hybridauto-Erfahrung. Wenn ich auf einen Punkt  nicht ausführlich genug eingehe – einfach schreiben oder kommentieren, wir reden drüber!

Die häufigste Frage:

  • Wie lange hält die Batterie?

hat die einfachste Antwort:

  • so lange wie das Auto.

Warum fragen das so viele Leute? Ich denke, weil man aus allgemeiner Lebenserfahrung gelernt hat, wenn eine Batterie oder ein Akku nicht mehr funktioniert, muss man das Ding wegschmeissen und für relativ viel Geld ein neues Teil kaufen.

Daher also der Faktor Angst – also wirtschaftliche Unsicherheit. Jede Batterie, jeder Akku geht irgendwann kaputt, egal ob Taschenlampe, Mobiltelefon oder Transistorradio (gibts sowas eigentlich noch?)

Bisher, bis heute, haben wir bei rund zweihundert im Kundenstamm laufenden Toyota- und Lexus-Vollhybridautos nicht eine einzige Batterie gewechselt.

Warum ist das so?

Es gibt einige Faktoren, die hier zusammentreffen.

Der wichtigste wird die Laderegelung sein:

IMG_3618 (1)

Die sorgt dafür, dass der SOC (Ladezustand) des Nickel-Metallhydrid-Hybrid-Akkus immer in einem relativ kleinen, begrenzten Bereich bleibt (zwischen etwas mehr als 50% bis ca. 80% der maximalen Kapazität des Akkus). Diese Regelung sorgt dafür, dass sich die Zyklenfestigkeit des Akkus um etwa den Faktor 3 erhöht. Hab ich gelesen – wenn es jemanden gibt, der das genauer erklären kann – immer gerne her damit!

Ein weiterer Faktor ist aus meiner Sicht das Wettbewerbsumfeld: Toyota war und ist hier der führende Hersteller und Pionier dieser Technik. Wie gerne würden die Wettbewerber einen Konstruktions- oder Serienfehler finden und über die neutrale Presse verteilen! Das wissen die Konstrukteure bei Toyota sehr genau und legen darum bei der Produktion der Hybridautos die Latte mit zusätzlichen Qualitätskontrollen und überwiegender Eigenfertigung der Komponenten (hier bei der Batterie: Joint-Venture-Unternehmen) so hoch, dass die Wettbewerber andere Fabriken mit anderen Abläufen bauen müssten, um einen ähnlichen Qualiätsstandard zu erreichen. Das gilt übrigens nicht nur für die Batterie.

Die Profiteure davon sind ausnahmsweise wir Verbraucher: da geht einfach nix kaputt.

Jetzt hab ich schon über 700 Wörter geschrieben, das sind für einen Sonntagmorgen viel genug. Die nächste Folge folgt demnächst, erstmal gehts jetzt zum Autoslalom – Fahrspass geniessen, ausnahmsweise ohne Hybridantrieb. Weil: die Hybrid’ler sind vom Reglement her ausgeschlossen. Sonst würde ich mit einem Yaris Hybrid im nationalen Slalom-Clubsport dabei sein.

 

Fastenzeit 2017.

Abgesehen von der körperlichen Entgiftung soll die Fastenzeit den Blick für das Wesentliche schärfen.

Seit 01.03.2017 , 06.44 Uhr ist mein mobiles Internetdatenvolumen ausgeschaltet.

wp_ss_20170301_0001

Und so solls auch die ganze Fastenzeit bleiben. Whatsapp lese ich weiterhin – aber nur noch ein- oder zweimal täglich am Computer übers Web.

Ich werd zu alt für die Minibildschirmwischerei. Oder denke, dass mir zu wenig Lebenszeit bleibt, um sie damit zu verschwenden.

Wenn das problemlos geht, dann hol ich mir vielleicht ein neues Nokia 3310 …

Coupe High Rider. Soso.

Weil mich jetzt schon einige darauf angesprochen haben: ein erstes Fazit zum neuen Toyota C-HR. Ganz persönlich und garantiert nicht frei von Vorurteilen.

chrbild16

Ich hatte ja geschrieben, dass ich gespannt bin, wie sich die Geschichte entwickelt. Ganz allgemein, zu den SUV-Crossover-und-was-die-sonst-noch-für-Bezeichnungen-haben Fahrzeugen, und zum Toyota C-HR im besonderen.

Der C-HR schneidet ja in Autotests derzeit ganz besonders gut ab. Was mich zu zwei Möglichkeiten der Interpretation bringt: entweder die Mitbewerber bauen in dieser Klasse wirklich nicht besonders gute Autos – oder die Auto-Journalisten sind zwar vielleicht Journalisten, aber keine Auto – Leute.

Das Auto sieht ja auf jeden Fall mal echt cool aus. Es hat auch genügend Platz für mindestens vier Leute. Wobei mir auch seit Jahren ein Yaris Hybrid reicht, als Familienauto, für Einkäufe, Ausflüge. Der C-HR hat auch einen ausreichend großen Kofferraum. Der Einstieg ist für mich ok – allerdings auf gar keinen Fall so gut, wie das in den Tests beschrieben wird: man hat auch einen Türschweller zu überwinden. Die Autotester, die sich über einen herausragenden Tiguan (oder eines seiner Konzern-Derivate) freuen, sind an so einen Mist natürlich gewöhnt. Wer schonmal einen Toyota RAV4 hatte, der hat gesehen, dass es noch besser geht.

chrbild12

Mal fahren. Der erste Eindruck: das Auto hat eine hervorragende Strassenlage. Der Schwerpunkt konnte offensichtlich niedrig gehalten werden, er lässt sich kaum aus der Ruhe bringen. Wirklich für 99% aller Fahrsituationen bestens abgestimmt. Und dabei ausreichend komfortabel. Gut gemacht!

OK, wenn man ans fahrdynamische Limit geht, dann wirds ziemlich indifferent. Aber das wird mit so einem Auto wohl selten jemand machen. Ausser so ein Depp wie ich vielleicht.

Wie wird er im Alltag wohl genutzt? Zum Gleiten durch die Stadt. Mit dem top abgestimmten Hybridantrieb. Ausserhalb der Stadt wird ihm allerdings die SUV-Form zum Verhängnis: bei höherer Geschwindigkeit ist einfach die Höhe der Karrosserie entscheidend dafür, wieviel Luft davor hergeschoben bzw. verdrängt weden muss. Da merkt man dann doch deutlich den Unterschied zum Prius, der als ökonomisches Auto entwickelt wurde: der C-HR braucht bei gleichem Antrieb einfach deutlich mehr Sprit.

Der 1,2er mit Allradantrieb lässt sich noch etwas engagierter um Kurven treiben – bietet allerdings über etwas mehr Querdynamik hinaus sonst nicht wirklich mehr. Die Traktion bei Schnee ist in Ordnung, die Bodenfreiheit leider nicht. Und das stufenlose Getriebe muss man mögen – mehr sag ich dazu nicht.

Was wollte ich mit diesem Post eigentlich sagen? Ach ja, Fazit: Kann der C-HR was? Ja, tut er. Aber ist ist ganz sicher kein „Coupe“, so wie ich das verstehe. Und er ist kein „Hybrid-Gleiter“, so wie ich ihn mag. Von allem a bissl was. Um bei Vorurteil zu bleiben: wie nicht anders zu erwarten – nix davon optimal. Aber wenn man keine Kompromisse eingehen will, hoch sitzen muss/mag und auf die wirklich unendlich coole Optik steht: (noch) ein echter Geheimtip.