Intelligenz, künstlich, selber

Laaang, sehr lang ist der letzte Beitrag her. Die Welt dreht und verändert sich unablässig.

Veränderungen kommen ja schleichend, sind aber dann doch plötzlich da. Wann war das genau, dass man sich nicht mehr eine Woche vorher auf StarWars im ZDF freuen muss, sondern einen Film einfach online anschaut? Komisch, irgendwie wurde da umgeschaltet.

Wie auch hier:

Seit wann ist das denn so, mit der künstlichen Intellizenz?

Die soll ja Menschen als Werktätige überflüssig machen. Soso. Nachrichten und Texte werden automatisch verfasst. Wer meint, das Leben sich dadurch zu erleichtern, dass er seine EMails von jemand schreiben lässt, der bei der gleichen Anforderung („Prompt“) auf unerklärliche Weise unterschiedliche Antworten gibt – oke. Bei mir hier gibts auf jeden Fall keine KI-generierten Texte oder Bilder, wer Schreibfehler findet, kann sie gerne behalten. Aber was kann das künstlich intelligente Elektrowesen, ausser gleich aussehende Plakate/Einladungen und künstliche Bilder zu erstellen?

Muss man wirklich Angst davor haben, dass sich was verselbständigt? Meiner Meinung nach sollte man auf jeden Fall vermeiden, dass Entscheidungen durch eine KI gefällt werden und dadurch Menschen in ihrem Verhalten verändert werden. Die Regularien müssen so sein, dass der Mensch auf jeden Fall die Maschine überstimmen kann.

Was funktioniert, zumindest vermeintlich und ärgert sachkundige Leute? Technische Anleitungen ermöglichen es theoretisch jedermann, jede Reparatur selbst durchzuführen – oder zumindest der Werkstatt gleich mal Bescheid zu sagen, wie das geht und was es kosten darf. Oder auch: Jeder ist jetzt auch Rechtsanwalt, weil: die KI erklärts ihm ja genau. Und was irgendwo steht, kann ja nicht falsch sein. Oder??

Immer wieder liest man aber auch kritische Artikel darüber. Die wurden vermutlich nicht automatisch, sondern von einem Menschen verfasst. Es werden einfach Dinge von den „Maschinen“ als korrekt dargestellt, die es einfach nicht sind. Das Ding sagt nie „Es könnte soundso sein, ich bin mir aber nicht sicher…“ – sondern stellt einfach eine Behauptung auf.

Leute, die sich mit diesen Maschinen und Programmen auch beruflich und professionell beschäftigen, bestätigen das. Die Qualität der Ergebnisse ist schon davon abhängig, ob man ein kostenloses Modell der KI nutzt oder dafür bezahlt – und wieviel man bezahlt. Wird die Entwicklung so sein, dass man fürs „Googlen“, also die Recherche im Internet, zukünftig mal bezahlen muss? Ich bin überzeugt: ja.

Es kann ja auch gar nicht anders sein. Da gibt es Tech-Konzerne, die für Milliarden von Dollars oder Euros jetzt Rechenzentren bauen – die müssen ja von irgendetwas bezahlt werden. Es wird damit nichts produziert – also muss die Zahlung für die Rechenleistung von den Benutzern kommen. Und bei den Summen, die da angeblich investiert werden, müssen das ganz schön viele Benutzer sein. Für die muss das Ding irgendeinen Vorteil haben, sonst werden die nicht dafür bezahlen. Der Strom für die Rechner muss ja auch erstmal erzeugt werden.

Die Benutzer von Autos – jetzt sind wir wieder bei meinem Kernthema – müssen auch für Dinge zahlen, mit denen ich in dieser Form vor relativ kurzer Zeit noch nicht gerechnet habe. So zum Beispiel bei unseren Toyota-Fahrzeugen teilweise für die Online-Navigationsfunktion nach Ablauf der kostenlosen Phase von vier Jahren.

Das ist schon richtig gemein: man lässt die Leute sich an was angenehmes gewöhnen, und wenn sie nicht mehr gerne darauf verzichten, dann kostet das nichtmal so wenig Geld, jeden Monat, jedes Jahr. Noch dazu tut man alles, um ja allen Ertrag selber einzusacken: Die Buchung des Zugangs funktioniert nur über die APP (wehe den älteren Leuten, die kein Smartphone nutzen) und kann nur per Kreditkarte (keine Girocard!) bezahlt werden. Die Leute kommen zu uns und sind einigermassen verzweifelt, weil sie mit dem Mist nicht klarkommen. Wir dürfen/sollen/können schon aus Datenschutzgründen nicht helfen, und natürlich bekommen wir auch keine Bezahlung für die Dienstleistung. Im richtigen Leben helfen wir, je nach Verzweiflungsgrad, dann dennoch: die Leute sagen einem dann bereitwillig von der E-Mail-Adresse bis zur Geheimzahl alles, wenn nur endlich das Navi wieder funktioniert und man die viel ältere Tante endlich ins 50km entfernte Klinikum fahren kann. Das heisst, mit Navi-Hilfe einigermassen sicher dort hinfindet.

Wenn das nur alles wäre. Da gehts dann weiter mit dem Fahrzeugzugang per Smartphone – der ist dann schon nur noch ein Jahr lang nach der Erstzulassung ohne Zusatzzahlung dabei. Auch Funktionen für die Fern-Klimatisierung oder das Abrufen von Tank – oder Ladestand wird kostenpflichtig werden. Bekommen die nicht genug? Scheinbar ist das so, über alle Fahrzeugklassen hinweg – fast alle Hersteller benehmen sich hier alle wie Raubritter. Es gibt scheinbar eine Ausnahme, mir es verursacht schon direkt körperliche Schmerzen, das hier zu schreiben: Tesla. Die bauen aber halt auch keine Autos, sondern mobile Internet-Zugangscomputer mit Rädern dran.

Die im Fahrzeug eingebaute intelligente Steuerung wie der Spurhalteassisten, Notbremsassisten, Einparkautomat, Licht- und Fernlichtautomatik oder ganz simpel der regensensor-geteuerte Scheibenwischer: diese Dinge erfüllen ihre Aufgabe bisher ganz ohne Zwangs-Kontoregistrierung oder Vorab-Zahlung. Das sollte auch so bleiben, zumindest bis man sich auch hier etwas kreatives Neues ausgedacht hat.

Bin ich zu alt für diese Welt? Vielleicht bin ich nicht veränderungswillig genug. Keines meiner privaten Autos ist konnektiert oder wird es jemals sein, solange ich das irgendwie vermeiden kann. Darum:

Dieses Navi wird niemals wegen fehlender Datenverbindung den Dienst quittieren, es liegt im Handschuhfach: das Finden der besten Route ist ein Prozess, der die Fähigkeiten des/der Benutzer trainiert. Dieses Gehirntraining für einen selber gibts auch noch kostenlos dazu!

Yaris Rückblick

Rückschau auf 2025 – oder Vorschau auf 2026.

Auf jeden Fall soll 2026 kein Update von 2025 werden. Nicht nur, weil ich Updates insgesamt nicht als Heilsbringer sehe. Sondern weil 2025 insgesamt jetzt nicht ganz so gut war. Also kein Update bitte, sondern wieder mal Vollgas! Oder Vollstrom.

Die Rahmenbedingungen sind halt so, wie sie sind. Daran lässt sich von meiner Seite aus nichts ändern. Also,einfach das Beste aus dem machen, was man hat. Und das ist gar nicht mal so schlecht.

Erstmal sehe ich weiter auf beiden Augen durchs Leben – das hätte in 2025 auch blöder ausgehen können. Blutwerte in Sachen Diabetes und Blutfettwerte sind gut eingestellt, sagen mir die Ärzte. Die rund 20 Kilo weniger Gewicht gegenüber meinem „Höchststand“ helfen schon auch, mit noch ein paar Kilo weniger auf den Rippen würde ich mich noch ein bisschen wohler fühlen, das probiere ich ab sofort konsequent aus. Vielleicht sehen wir uns in 2026 ja öfter mal beim Radlfahren?

Ach ja, fahren: unser Autoslalom-Hobby war jetzt 2025 nicht ganz so von Erfolg gekrönt.

Für den Wanderpokal des MSC Straubing hat es dann aber irgendwie doch gereicht. Das wird 2026 wieder mehr Spaß bringen, mit dem bewährten Cup-Yaris und auch mit kleinen Änderungen am GR Yaris.

Änderungen stehen auch sonst so einige an. Der größte Umbau seit Jahrzehnten im Geschäft ist in Planung.

created by dji camera

Die Zeit lässt sich nicht zurückdrehen.

Nicht geplant, naja, eher nicht gewollt ist das Ausscheiden unseres dienstältesten Mitarbeiters nach nunmehr 47 Jahren Betriebszugehörigkeit – sowas gibts auch nicht so oft.

Jeden Tag irgendwas Neues in Sachen Digitalisierung – und das ist nicht immer positiv. So muss man z.B. keine Werkstatthandbücher mehr kaufen – aber die Software-Lizenzgebühren treffen uns als kleineren Betrieb im Verhältnis besonders hart. Ausserdem bekommt man dafür ja nicht mal was dauerhaft nutzbares wie ein Buch, sondern wenn irgendjemand einfällt, uns vom Zugang abzuknipsen, dann ist einfach Schluss. Als neuester Digitalisierungs-Gag kommt eine Art elektronische Zugangskontrolle, für die jeder Mitarbeiter ein Smartphone braucht – und die in unserem Fall zusätzlich rund 2000€ pro Jahr kostet. Eben zusätzlich zu den etwa 5000€, die wir ohnehin bereits bezahlen, und dazu kommt dann noch der Bedarf an zusätzlichen Geräten. Tut mir leid, ich muss das an unsere Kunden weitergeben – der Werkstatt-Stundenverrechnungssatz wurde also erhöht.

Die Mobilitäts- oder Antriebswende ist angeblich in vollem Gange. Aktuell sieht es bei uns so aus, dass elektrisch fährt, wer es dienstlich tun muss oder soll – oder, wer z.B. zuhause noch kostengünstig per eigener Photovoltaik-Stromerzeugung nachladen kann. Technisch funktioniert das alles gut, dennoch kauft sich kaum jemand freiwillig einen Stromer oder schwankt bei der Kauf-Entscheidung zwischen Verbrenner und Eelktroantrieb. Wenn, dann wird oft geleast – man weiss ja nicht, was mit den Restwerten passiert. Gebrauchte Akku-Autos sind wirklich recht billig zu haben, im Falle eines Defektes (auch ausserhalb des Antriebssystems, z.B. bei einem Ausfall der Klimaanlage) wird dennoch gefühlt recht unverschämt von den Herstellern über die Teilepreise abkassiert. Meine Meinung dazu: vergleichbare Elektroautos müssen wesentlich,mindestens 20-30% billiger als ein Verbrenner-Pendant sein, dann geht das richtig los mit dem Interesse der Verbraucher. Das hab ich auch vor ein paar Jahren hier schonmal geschrieben, auch in einer Diskussion mit dem damaligen Toyota Deutschland-Vertriebsleiter ich das gesagt – der hat mich quasi ausgelacht, ein Elektroauto wäre sicher für 20, 30% mehr im Markt zu verkaufen. Jetzt, gerade eben, habe ich den Preis des 2026er bZ4X und des (noch aktuellen) RAV4 Hybrid Allrad verglichen: das Elektroauto ist heute schon günstiger! Die Differenz wird noch wesentlich größer, wenn man das mit dem RAV4 PlugIn vergleicht. Eigentlich gibt es genug Gründe, die gegen einen Verbrenner sprechen … uups, hab ich das jetzt wirklich geschrieben?

Veränderungen beginnen im Kopf. Meiner wär soweit. Jetzt müsste man nur noch Spaß haben können damit. Hey Toyota, wo bleibt ein elektrisch angetriebener MR2?

Was noch? Braucht man in 2026 einen Saugroboter, was meint Ihr?

Danke an die Medizin. Technik. Ausbildung. Können.

Am ersten Juli-Wochenende, Samstag nachmittag oder am Sonntag, so genau weiss ich es nicht, gings los. Rechtes Auge, im Sichtfeld unten links. So komische Schlieren, Kopf nach unten oder schütteln, dann hab ich wieder ganz normal gesehen.

Am Montag früh unten links im Eck ein kleiner schwarzer Fleck, wie wenn sich was Kreisförmiges vors Auge schiebt. Uiuiui – ab zum Augenarzt. Der schaut kurz rein – und überweist sofort in die Uni Klinik, Notoperation, Netzhautablösung.

Dort angekommen, hab ich erstmal im falschen Wartebereich zwei Stunden verbracht. Die Diagnose wurde bestätigt, die Netzhaut war schon so weit abgelöst, dass man das Auge nicht mehr richtig vermessen konnte – weils schon so weit runter hängt. In der zwischenzeit ist der Halbkreis viel weiter gewandert und verdeckt etwa ein Drittel des Sichtfeldes des rechts Auges – jetzt krieg ich aber richtig Angst. Was passiert da grade? Werd ich blind? Hab ich durch mein Verhalten, Ernährung, Stress, sonstwas, dazu beigetragen? Zefix, Hilfe!

Einzug ins Krankenzimmer. Da kommt gleichzeitig mit mir noch einer, der hat sich bei der Reparatur seines landwirtschaftlichen Geräts ein Kugellager ins linke Auge integriert. Fast. Da gehts mir ja noch fast gut. Narkosegepräch, Vorbereitung zur OP, Strümpfe, OP-Hemderl, nicht mehr essen, Medikamente etc. Angeblich werd ich gegen 10:00 Uhr am nächsten Tag operiert.

Es wurde nix um 10, um 11, 12, 13, 14, 15 Uhr – um 15:45 dann die Nachricht, dass es so viele Not-Notfälle gibt, dass ich erst am nächsten Tag drankomme. Das Sichtfeld ist mittlerweile zu drei vierteln schwarz, eieiei, was für ein Gefühl. Ablenkung durch ein späteres Mittagessen …

Am Mittwoch früh vielleicht noch 10% des Sichtfelds hell, 90% schwarz.

Um 7:00 kommt eine Pflegerin mit der Nachricht, dass ich jetzt dann gleich geholt werde. Von da an geht alles wie am Schnürchen: nochmal die Abfragen zur Narkose. Test, ob die Nadel im Arm auch noch durchgeht. Geht’s gut? Naja, plötzlich müde – und schon wieder wach, Auge ist zugeklebt. Natürlich frage ich sofort im Aufwachraum, ob alles geklappt hat. Alle sagen, die Operation ist erwartungsgemäss verkaufen. Was das heisst? Schauen wir nachmittag.

Nach ein paar Stunden zur Ärztin. Runter mit dem Verband. Bitte Auge aufmachen – „werd ich wieder normal sehen, wenn ich aufmache?“ – „Die OP ist normal verlaufen, wie gut sie wieder sehen, wissen wir noch nicht.! – „…dann mach ich auch das Auge nicht auf, wenn ich nicht garantiert wieder sehe …“. “ eine 100% Garantie gibts bei so einer OP nicht …“ Das hat schon einige Minuten gedauert, bis die mich überzeugt hatten, dass sowieso nix übrig bleibt. Das Gefühl, als es hell wurde – wow.

Es wurde auch gleich, weil ich ja über 50 Jahre alt bin, eine neue (Kunst)Linse eingebaut – aus Texas, mit UV- und Blau-Filter. Na, dann bin ich ja gerüstet.

Ich sehe immer noch unscharf auf dem Auge. Liegt aber auch daran, dass der Glaskörper teilweise entfernt und das Auge mit Gas „aufgepumpt“ wurde – ich darf jetzt nicht fliegen oder so, hatte ich auch ganz bestimmt nicht vor.

Das Sichtfeld ist ungefähr so, als ob ich mit einer Taucherbrille halb unter Wasser bin, Unten schwappt was, oben seh ich so einigermassen. Der Augenarzt sagt, das wird wieder – wie scharf oder gut ich genau sehen werde, kann man erst nach einigen Wochen oder sogar noch längerer Gewöhnungszeit sagen. Es wird täglich besser, klarer, das Gas weicht.

Was soll ich sagen? DANKE!!!

Danke an meine Frau, meine Kinder, meine Freunde, die mir beigestanden haben. DANKE an die Uniklinik, ans Ärzteteam, an die Entwickler dieser Technik zur Augenoperation – eine Generation früher wäre man einfach blind geworden. Unser Gesundheitsystem hat – für mich – perfekt funktioniert. Man muss da nicht darüber nachdenken, ob man sich so einen Eingriff leisten kann, es wird einfach so gemacht. Ich seh wieder was. A bissl Glück brauchst, zur richtigen Zeit und am richtigen Ort zu leben. Auch, wennst dann in der Oberpfalz wiederhergestellt wirst, aber mei, nobody is totally perfect 🙂

Totale Sicherheit im Strassenverkehr

Es geht unübersehbar los.

Die Autos bekommen immer mehr Systeme, die dabei helfen sollen, Unfälle zu vermeiden. Die Entwickler haben die Herausforderung angenommen und alle sind auf dem Weg zum selbstständig fahrenden Auto, das automatisch seine Geschwindigkeit an die anderen Verkehrsteilnehmer anpassen kann, von selbst bremst, lenkt und natürlich auch einparkt. Teilweise werden die System von den Gesetzgebern zwingend vorgeschrieben, damit ein neues Fahrzeug überhaupt zugelassen werden darf.

Damit sind auch Herausforderungen verbunden: die Technik muss erst einmal erlernt und bedient werden können, damit das gesamte Potential auch genutzt werden kann und die Sicherheit auch tatsächlich verbessert wird. Vor ca. 30 Jahren gabs so etwas schon einmal: als das Antiblockiersystem eingeführt wurde, gab es plötzlich eine neue Ausrede bei Unfällen: „das ABS hat versagt…“ musste herhalten, wenn es Schäden aufgrund von Unaufmerksamkeit oder zu geringem Abstand gab. Jetzt müsste also die Bedienung aller vorgeschriebenen Sicherheitsassistenten gleich in der Fahrschule erlernt werden. Was ist aber mit dem Fahrermaterial, das jetzt rumfährt und nicht darauf geschult ist? Und warum macht man es dann nicht gleich so, dass bei allen Fahrzeugen die Sicherheitssysteme gleich bedienbar sind? Das wär mal eine Aufgabe für eine Verordnung!

Die Begegnung mit analog fahrenden, also älteren Autos auf den Strassen muss auch beherrscht werden. Sehr großen Respekt vor den Programmieren habe ich, die sind davon überzeugt, irgendwann alle Situationen beherrschen zu können. Oder die künstliche Intelligenz wird das lernen. In welchem Zeitrahmen wird das passieren? Wenn das so schnell geht, wie manche glauben – dann erledigt sich das Thema mit dem Antriebswandel ohnehin. Eine „Vollautomatik“ wird man nicht nachrüsten können, damit kommen die alten Fahrzeuge irgendwann alle weg. Wieder der Zeitrahmen. Wann? Und wieder: wie wird mit anderen Verkehrsteilnehmern umgegangen, also Motorradfahrern, Baustellenfahrzeugen oder landwirtschaftlichen Maschinen? Müssen die auch automatisiert werden? Kann das funktionieren?

Oder ist absolute Sicherheit eine Illusion? „Totale Sicherheit hat die totale Unfreiheit zum Ergebnis“, so ein Zitat von Friedrich von Borries in Weltentwerfen. Also kann dann keiner mehr fahren, wie er will. Dann wärs für mich vorbei, glaub ich.

Was passiert aktuell in Sachen Sicherheit? Leider in vielen Bereichen genau das, was viele befürchten: durch die kostenoptimierten Konstruktionen der Fahrzeuge entstehen Defekte, die es in der Häufigkeit bisher nicht gegeben hat. Ein Beispiel an den Fahrwerkskomponenten: es gab bei unseren Fahrzeugen jahrzehntelang nur absolut minimale Schadensquoten bei den Fahrwerksfedern der Autos. Seit ein paar Jahren müssen wir aber mit ansehen, wie diese Teile – immer an der gleichen Stelle – an einer wegen Korrosion abplatzenden Stelle rosten und brechen. Meist ist das unproblematisch, weil nur der unterste halbe Ring bricht, der im Federteller aufliegt – aber es kann ja auch mal anders kommen. Bei einem deutschen Premiumfabrikat hatten wir jetzt schon zweimal dadurch aufgeschlitzte Reifen. Nicht lustig, wenn das bei hoher Geschwindigkeit passieren sollte. Wäre es nicht erforderlich, hier in Sicherheit zu investieren? Vielleicht ist bei älteren Autos eine jährliche Sicherheitsprüfung doch nicht nur Geldschneiderei, wer weiss, was da noch an angelegten Defekten kommt.

Jetzt kommts: werden die Fahr-Assistenzsysteme erkennen, was im Falle eines Defektes da jetzt gerade los ist? Wird dann das Auto sofort abgestellt, auch wenn es gerade an einer gefährlichen Stelle steht oder die Zeit (Nacht, kalt, einsam, sonstwas) es wünschenswert oder erfoderlich macht, sich mit dem waidwunden Fahrzeug zur nächsten sicheren Stelle zu schleppen? Die Herausforderungen werden immer interessanter, wenn man da drüber nachdenkt. Große Veränderungen werden kommen und sind notwendig, ob man will oder nicht.

Orientierungsverlust

Wo fang ich an, mit der verlorenen Orientierung?

Ein Neukunde ist ja immer für uns was Interessantes. In diesem Fall ein Zurazogna – wer das Wort grad nicht versteht, der kann vermutlich auch nicht nachvollziehen, warum der Mensch bei uns in Niederbayern ohne weiteres Zutun schonmal keinerlei Vorab-Bonuspunkte gutgeschrieben bekommt. Was nicht heisst, dass es nicht auch sehr nette Menschen gibt, die „nach der Schrift“ sprechen.

Jetzt kommt dieser Mann mit einem ziemlich neuen Toyota, der aus Osteuropa stammt – vielleicht war das Angebot das billigste, was im Internet zu finden war. Das macht ihn für uns auch nicht sympathischer.

Er will die preisgünstigste Durchsicht, die wir anbieten. Keinen Service. Oke, ein sparsamer Mensch, verstanden. Er hat da noch was als Garantie-Reklamation – ah, jetzt kommts, Garantie für eine EU-Zulassung, das heisst, ein Riesen-Papieraufwand – wenn überhaupt vom Garantiegeber was bezahlt wird. Worum gehts? Das Navigationssystem funktioniert seit ein paar Tagen nicht mehr, und die Klimaanlage funktioniert auch nicht.

Na dann, ab in die Werkstatt. Durchsicht. Navi? Funktioniert nicht – aber ist da überhaupt ein Navi-Modul verbaut? Also ran ans Internet, die Ausstattungsliste für das EU-Auto raussuchen, wo steht der Mist mit dem Navi? Ahja, bei diesem Auto mit dieser Fahrgestellnummer, da ist kein Wegfinder verbaut. Zur Sicherheit nochmal im Teilekatalog geschaut, es ist wirklich kein Navigationssystem drin.

Die Klimaanlage funktioniert aber einwandfrei, alles gut. Ok, dann sagen wir das mal dem netten Kunden.

Die Reaktion war vorhersehbar: „Was, glauben Sie mir vielleicht nicht? Vorgestern hab ich das Navi doch noch verwendet!!“ – Äehm … nein, haben Sie nicht. „Was soll das? Ich weiss es doch genau!!“ -Könnte es sein, daß Sie per Smartphone navigieren und das Gerät per AppleCarPlay oder AndroidAuto verbunden haben? „Keine Ahnung, das Auto gehört meiner Frau-“ Ja klar, das erklärt doch dann auch, warum vorgestern noch klappte. Dürfen wir Ihnen noch zeigen, dass die Klimaanlage einwandfrei funktioniert? „Warum funktioniert das jetzt?“ Vielleicht hatten Sie den Knopf mit der Aufschrift „A/C“ deaktiviert? „Da musste ich noch nie was einschalten, das hat immer so funktioniert.“

Na dann passts jetzt ja. Gute Fahrt noch. Mit vier, fünf solchen Fällen pro Tag wäre man ausreichend beschäftigt und würde dennoch keinen Umsatz machen.

Wovor ich mich wirklich fürchte? Wenn auch bei uns die Autos ausschliesslich per TouchScreen bedient werden, irgendwann. Scheinbar ist diese blöde Entwicklung nicht aufzuhalten. Wie soll man dann den Leuten erklären, was wie funktioniert und warum der Bildschirm jetzt nach dem Update ein bissl anders ausschaut? Das ist ja eine Geschichte für sich, einfach mal hier klicken.

Hoffentlich erkennen die Fahrzeugentwickler rechtzeitig, dass man hier in die falsche Richtung steuert und sich doch lieber am echten Bedarf der Kunden orientiert. Sonst bekommen eines Tages auch diejenigen Probleme, die gar nie keine Breissn nicht sind. Uuups …