Fastenzeit 2017.

Abgesehen von der körperlichen Entgiftung soll die Fastenzeit den Blick für das Wesentliche schärfen.

Seit 01.03.2017 , 06.44 Uhr ist mein mobiles Internetdatenvolumen ausgeschaltet.

wp_ss_20170301_0001

Und so solls auch die ganze Fastenzeit bleiben. Whatsapp lese ich weiterhin – aber nur noch ein- oder zweimal täglich am Computer übers Web.

Ich werd zu alt für die Minibildschirmwischerei. Oder denke, dass mir zu wenig Lebenszeit bleibt, um sie damit zu verschwenden.

Wenn das problemlos geht, dann hol ich mir vielleicht ein neues Nokia 3310 …

Coupe High Rider. Soso.

Weil mich jetzt schon einige darauf angesprochen haben: ein erstes Fazit zum neuen Toyota C-HR. Ganz persönlich und garantiert nicht frei von Vorurteilen.

chrbild16

Ich hatte ja geschrieben, dass ich gespannt bin, wie sich die Geschichte entwickelt. Ganz allgemein, zu den SUV-Crossover-und-was-die-sonst-noch-für-Bezeichnungen-haben Fahrzeugen, und zum Toyota C-HR im besonderen.

Der C-HR schneidet ja in Autotests derzeit ganz besonders gut ab. Was mich zu zwei Möglichkeiten der Interpretation bringt: entweder die Mitbewerber bauen in dieser Klasse wirklich nicht besonders gute Autos – oder die Auto-Journalisten sind zwar vielleicht Journalisten, aber keine Auto – Leute.

Das Auto sieht ja auf jeden Fall mal echt cool aus. Es hat auch genügend Platz für mindestens vier Leute. Wobei mir auch seit Jahren ein Yaris Hybrid reicht, als Familienauto, für Einkäufe, Ausflüge. Der C-HR hat auch einen ausreichend großen Kofferraum. Der Einstieg ist für mich ok – allerdings auf gar keinen Fall so gut, wie das in den Tests beschrieben wird: man hat auch einen Türschweller zu überwinden. Die Autotester, die sich über einen herausragenden Tiguan (oder eines seiner Konzern-Derivate) freuen, sind an so einen Mist natürlich gewöhnt. Wer schonmal einen Toyota RAV4 hatte, der hat gesehen, dass es noch besser geht.

chrbild12

Mal fahren. Der erste Eindruck: das Auto hat eine hervorragende Strassenlage. Der Schwerpunkt konnte offensichtlich niedrig gehalten werden, er lässt sich kaum aus der Ruhe bringen. Wirklich für 99% aller Fahrsituationen bestens abgestimmt. Und dabei ausreichend komfortabel. Gut gemacht!

OK, wenn man ans fahrdynamische Limit geht, dann wirds ziemlich indifferent. Aber das wird mit so einem Auto wohl selten jemand machen. Ausser so ein Depp wie ich vielleicht.

Wie wird er im Alltag wohl genutzt? Zum Gleiten durch die Stadt. Mit dem top abgestimmten Hybridantrieb. Ausserhalb der Stadt wird ihm allerdings die SUV-Form zum Verhängnis: bei höherer Geschwindigkeit ist einfach die Höhe der Karrosserie entscheidend dafür, wieviel Luft davor hergeschoben bzw. verdrängt weden muss. Da merkt man dann doch deutlich den Unterschied zum Prius, der als ökonomisches Auto entwickelt wurde: der C-HR braucht bei gleichem Antrieb einfach deutlich mehr Sprit.

Der 1,2er mit Allradantrieb lässt sich noch etwas engagierter um Kurven treiben – bietet allerdings über etwas mehr Querdynamik hinaus sonst nicht wirklich mehr. Die Traktion bei Schnee ist in Ordnung, die Bodenfreiheit leider nicht. Und das stufenlose Getriebe muss man mögen – mehr sag ich dazu nicht.

Was wollte ich mit diesem Post eigentlich sagen? Ach ja, Fazit: Kann der C-HR was? Ja, tut er. Aber ist ist ganz sicher kein „Coupe“, so wie ich das verstehe. Und er ist kein „Hybrid-Gleiter“, so wie ich ihn mag. Von allem a bissl was. Um bei Vorurteil zu bleiben: wie nicht anders zu erwarten – nix davon optimal. Aber wenn man keine Kompromisse eingehen will, hoch sitzen muss/mag und auf die wirklich unendlich coole Optik steht: (noch) ein echter Geheimtip.

Wenn alles Neue alt aussieht.

Das Jahr 2017 hatte für mich seinen ersten Höhepunkt am siebten Tage. Direkt biblisch, oder? Was passiert ist:

Ich hatte überraschend die Gelegenheit, die Zukunft des Autofahrens selber zu fahren – das erste richtige Brennstoffzellenauto, den Toyota Mirai ! Ganz normal im Strassenverkehr im Raum München. Bei keineswegs optimalen Straßenbedingungen, halt im richtigen Leben.

wp_20170107_14_00_13_pro

Dafür bedanke ich mich ganz herzlich bei Herrn D. P. von der Toyota – Versicherung, der mir diese Möglichkeit verschafft hat! Ich hätte nicht damit gerechnet, hatte es letztes Jahr auch einige Male bei Toyota Deutschland versucht – aber so eine Vertriebsabteilung ist ja schliesslich nicht dafür da, sich die Zeit mit mir zu vertreiben.

Wie wars? Als erstes verblüffend unspektakulär. Obwohl es der bisher kälteste Tag des Winters war, funktioniert die Technik ganz einfach. Das Auto ist von seiner Aussenansicht her klar anders als gewohnt – das schadet aber nichts. Fahrer und bis zu 3 Beifahrer sind bestens untergebracht und haben alle Sitzheizung sowie reichlich Platz. Es gibt sogar so etwas wie Rundumsicht, man fühlt sich auf Anhieb wohl.

Die Bedienung ist für jemanden, der ein Toyota Hybridauto kennt, ohne irgendeine Anweisung oder Studium einer Anleitung völlig problemlos und selbsterklärend. bei getretener Bremse auf den Startknopf drücken, Wählhebel auf „D“ – und los geht die wilde Fahrt!

wp_20170107_13_45_27_pro

Wobei …  überraschend „wild“ ist die Beschleunigung, der Mirai geht richtig gut ab, auch bei höheren Geschwindigkeiten (im erlaubten Rahmen). Ungewohnt und unglaublich angenehm: es kommt keinerlei Geräusch an meinen Ohrwascheln an, nur Reifenabrollgeräusche. Deutlich leiser als z.B. ein kürzlich gefahrener Nissan Leaf. Ein Prius hat ähnliche Fahrleistungen, da kommt halt immer bei erhöhter Leistungsanforderung der Benziner dazu. Das bin ich jetzt seit 16 Jahren so gewohnt – Zeit, wieder was Neues zu erleben, oder?

Wenn wir grad beim Vergleich sind: als ich den Leaf gefahren habe, sagte mir das Fahrzeug-System, mein in 65km Entfernung liegendes Ziel ist möglicherweise nicht erreichbar (obwohl ich das Auto unmittelbar von der Ladesäule abgeholt habe. Kälte und Heizung machen den Elektroautos schwer zu schaffen). Der Mirai dagegen war nicht frisch betankt und hatte immer noch 270km Reichweite. Kein Problem, das Auto auch bei sehr niedrigen Temperaturen zu nutzen.

Im Raum München gibt es derzeit 3 Wasserstoff-Tankstellen, die allerdings alle  mit weniger Abgabedruck arbeiten, als der Mirai verträgt. Er könnte sogar über 500km weit kommen – von entsprechend ausgerüsteten Tankstellen betankt.

wp_20170107_13_43_52_pro

Nochmal zum Fahren: wenn die Zukunft so wird, kann sie gerne kommen. Man fährt mit dem Mirai selbstbestimmt, mit gutem Schadstoff-Ausstoss-Gewissen und viel Komfort. Sogar sowas wie Fahrspass kommt auf. Gut, man müsste das mal bei einem Winterfahrtraining ein bissl intensiver probieren. Die Toyota – Versicherung ist, wie schon öfter mal, hier ein absoluter Vorreiter und sammelt schon einmal Erfahrungen mit neuester und optimal umweltverträglicher Technik. Klar wollen und müssen die auch damit Geld verdienen – aber wenn solche Aktionen Vorteile für alle Leute bringen, warum denn nicht?

Wenn jetzt jemand Lust bekommen hat, den Wasserstoffantrieb selbst zu erleben: meldet Euch bei mir. In einem gewissen Rahmen wird es schon möglich sein, sich das Auto anzusehen und zu erleben. Ich bin gespannt, ob es bei uns – oder unter meinem hochverehrten Bloglesern – Leute gibt, die mit in eine positive Individual-Mobilitäts-Zukunft schauen wollen.

 

Abgas-Skandal, gutes Ende?

Vor einiger Zeit hab ich hier mal geschrieben, man sollte doch die Kirche beim Dorf lassen – so schlimm ist die ganze Sache nicht, sie wird halt von den Amerikanern hochgepuscht, um die eigene Industrie zu unterstützen.

Zum Teil muss ich meine Aussage revidieren:

Es ist schon ein ganz schön schlimmer Betrug. Nicht nur das, was sich der VW – Konzern da über alle Marken leistet. Und es bis heute nicht vollumfänglich zugibt, wohl aus wirtschaftlichen Erwägungen. Immer wieder kommt was Neues raus. Aber nie mit Infos vom Hersteller, sondern immer wieder finden Prüforganisationen oder Journalisten irgendwelche weiteren Bausteine. Als letztes: Auch Benzinerfahrzeuge sind offensichtlich  mit Software ausgerüstet, die Prüfstandsbedingungen erkennt und entsprechend auf das Motormanegement einwirkt.

Noch schlimmer aber ist, dass unser Gesetzgeber den Betrug schon seit vielen Jahren kennt – und absolut nichts unternimmt! Nicht nur der ADAC hat in einem offenen Brief schon 2010 darauf hingewiesen, dass manche Dieselfahrzeuge auf der Straße einen vielfach (!!!) höheren Schadstoffausstoss haben als das eigentlich sein sollte und als  erlaubt ist. Nochmal: es ist nicht Rede von den Abweichungen des „Prospektangabenverbrauchs“, der im Strassenverkehrsalltag um 20, 40, von mir aus 100% höher ausfällt  als am Prüfstand ermittelt. Das kann jeder Fahrer auch zum großen Teil durch seine Fahrweise beeinflussen. Hier geht es um mehr: Der Ausstoss einer krebserregenden Substanz (NOx) ist um ein vielfaches, teilweise 1000% und mehr höher, als das der Fahrzeughersteller verspricht!

Begründet wird die temporäre Abschaltung der Abgasreinigung mit halbseidenen Argumenten wie zum Beispiel „Aggregateschonung bei niedrigen/hohen Temperaturen“ (was halt grad in den Kram passt), auch lustig wegen „extrem hoher Belastung“ (über 120km/h). Soso. Aber es wird eben auch erst begründet, seit die US-Umweltbehörde da reingestochert hat! Oder man sucht juristische Finten und Formulierungen, die gleich mal die Tasachen verleugnen und verniedlichen.

Die Presse berichtet immer öfter so wie hier: Das Märchen vom sauberen Diesel

Keineswegs ist das so, dass die Sache nicht technisch beherrschbar/lösbar wäre. Nur: die Regierung hat die Industrie vor höheren Kosten zu Lasten der Abgasqualität verschont. Das ist die eigentliche, riesige Sauerei. Wenn der aktuelle Verkehrsminister Dobrindt derzeit darauf angesprochen wird, gibt er einfach keinen Kommentar ab. Normalerweise   müsste der Gesetzgeber die entsprechenden Fahrzeuge aus dem Verkehr ziehen, die Betriebserlaubnis entziehen – das wird aber nicht gemacht. Aber wehe, jemand hat auf einem Auto nicht ordnungsgemäss abgenommenes Zubehör. Da reichen schon Scheibentönungsfolien, um jemand aus dem Verkehr zu ziehen.

Auffällig: japanische Hersteller sind, wenn überhaupt, nur mit Fahrzeugen als Betrüger dabei, wenn die Autos rein in Europa entwickelt wurden und mit europäischen Zuliefererteilen gebaut werden. Die trauen sich nicht – sind halt alte Samurai mit Ehre …

Was aber passiert jetzt? Ich gehe ziemlich fest davon aus, dass es sich der Volkswagen-Konzern zukünftig nicht mehr erlauben wird, zu betrügen wie bisher. So gesehen, ein Gewinn für  Umwelt und Menschen. Vor allem, wenn die Verbraucher dadurch drarauf kommen, dass es wirklich wesentlich weniger umweltschädliche Alternativen gibt. Heute schon.

hybridmacht02

 

 

 

 

Ob das was wird?

IMG_4516.JPG

Wenn man das sicher wüsste, müsste man nicht so viel nachdenken …  aber mal von vorne, worum gehts:

Natürlich um ein Auto. Eines, das zu einer relativ neuen Kategorie gehört. Ein „Crossover“. Oder SUV-Coupe. Wie man auch immer zukünftig dazu sagen wird. Zum Toyota C-HR – der „Coupe High Rider“

IMG_4578.JPG

Von Fahrfans für Fahrfans? Ja cool, da kann ich ja voll dahinter stehen, und wovon man selber überzeugt ist (wie das z.B. bei der ersten Version des Toyota RAV4 mitte der 90er Jahre war), das kann man auch erfolgreich verkaufen.

Also bin ich schon mal voll positiver Vorfreude. Bin auch extra nach Genf gefahren, um das Gerät möglichst früh in Augenschein nehmen zu können. Der Vorverkauf startet demnächst.

Und jetzt sind die ersten offiziellen Daten da. Mein erstes Interesse gilt dem Auto so, wie ich es selber fahren würde: Mit Allradantrieb, weil ein Auto mit zwei angetriebenen Rädern ist schliesslich blos nicht ganz fertig konstruiert. Oha. Zwangsweise mit stufenloser Automatik, naja, muss man mögen und kann man auch. Dann der Motor. ein 1,2 Liter-Turbo, mit relativ viel Drehmoment und irgendwie muss der ganz eng mit ein paar Turbodieselmotoren aufgewachsen sein – der dreht ja keine fünfeinhalbtausend Umdrehungen. Was kommt dabei raus? Ohje, 116PS, das Ding wiegt vermutlich locker 1,4 Tonnen, der wird beschleunigen wie eine Wanderdüne …  STOPP !

IMG_4558.JPG

Vielleicht sind meine Erwartungen gar nicht die von der „Zielgruppe“? Vielleicht stehen die auf Design, Flow, Radio-statt Auspuffsound und Umweltverträglichkeit?

Darum gibts den ja schliesslich mit dem Hybrid-Antriebsstrang aus dem neuen Prius!

Da hat er zwar keinen Allradantrieb, aber den haben ganz viele andere SUV auch nicht – hab ich mir sagen lassen. Nochmal: nicht in diesem Leben für mich persönlich/privat, aber vielleicht mögen andere Leute das? Wenn Hybrid, dann möglichst sparsam, finde ich – und auch gerne ein bissl spacig wie der Prius. Es hilft nix, wenn man aussieht, als könnte man am Feld ackern – und in Wirklichkeit sind Randsteine das maximal erklimmbare Hindernis.

Es fahren jedoch so viele von diesen Dingern rum – und wenn schon SUV-Optik sein muss, dann doch wenigstens möglichst umweltverträglich und bequem zu fahren mit höchstmöglicher Sicherheit.

IMG_4566.JPG

Wer weiß, vielleicht macht das „Hybrid-Gleiten“ auch mit erhöhter Sitzposition sogar noch mehr Spaß – probier‘ ma’s mal!

IMG_4565.JPG

Damals, beim RAV4, haben die meisten anderen Leute nicht geglaubt, dass das Auto so ein Riesenerfolg wird und sogar der Begründer einer ganzen, neuen Fahrzeugklasse – davon war ich vom ersten Moment an überzeugt. Und jetzt? Lass ich mich gerne überzeugen, dass der C-HR ein Vorreiter ist – weil ichs noch nicht erkennen kann. Bin gespannt, ob das was wird.

 

 

Vergleichstest mal anders.

Normalerweise werden immer Produkte verglichen, die den gleichen oder ähnlichen Zweck erfüllen, ähnlich aufgebaut sind und für eine ähnliche Menge des Tauschmittels Geld erhältlich sind. Bei Autos ist das nicht anders.

Einen Autovergleich der etwas anderen Art hatte ich letzte Woche: von Neukirchen nach Karlsruhe und wieder zurück, jeweils rund 400km.

Eine Wegstrecke mit einem neuwertigen Toyota Aygo – die andere mit einem 19 Jahre alten Lexus GS300.

AygoXplayTouch01

Geht gar nicht zu vergleichen? Doch, ich find schon. Die Fahrzeit war mit beiden Autos fast genau gleich. Und darum gehts doch eigentlich, von A nach B zu kommen, oder etwa nicht?

GS30007

Viele sagen, für weite Strecken braucht man einen ordentlich motorisierten, schweren Wagen mit viel Komfort. Der Lexus hat einen 3-Liter-6-Zylinder unter der Haube, mit Automatikgetriebe, Heckantrieb und einem höchst komfortablen Fahrwerk.

Damit unterwegs, vergisst man sofort, dass dieses Gefährt schon 19 Jahre und knapp 300000 km auf dem Buckel hat. Die Lederausstattung ist noch einwandfrei, jede der ungefähr 19 Sitzverstellungsoptionen funktioniert noch absolut perfekt, natürlich elektrisch. Das Soundsystem mit vielen Lautsprechern sorgt für Unterhaltung an Bord, weil man den Motor ohnehin fast nicht hört. Da quietscht und knarzt nichts, dieses Auto ist scheinbar für die Ewigkeit gebaut.

GS30011

In Sachen Antrieb sehr deutlich zu unterscheiden: der Aygo mit seinem Motor mit grad mal einem Drittel des Hubraums (1,0 Liter) und der halben Zylinderanzahl des Lexus.

AygoXplayTouch004.jpg

Der Aygo erreichte bei meiner Testfahrt die höhere Endgeschwindigkeit – zwar hauptsächlich verkehrsbedingt, aber man fühlt sich in dem modernen Kleinwagen auch bei „Tacho über 170 bergab“ immer noch gut aufgehoben. Etwas lauter als im Lexus zwar, aber – dafür mit Wunschmusik per Bluetooth-Audiostreaming und auch am Telefon jederzeit und legal erreichbar dank Freisprecheinrichtung.

Wenn ich es mir aussuchen könnte, welcher wär mir lieber? Schwierig, aber die Tendenz geht zum Aygo. Das Ding reicht wirklich! Und passt auf jeden Parkplatz. Nebenher hat er grad mal, wie schon erwähnt, bei identischer Reisezeit, nur die Hälfte Kraftstoff verbraucht wie der Lexus.

Für den Lexus spricht natürlich der Komfort, der Audio-Sound und das Fahrgefühl, dass einfach eine gewisse Überlegenheit vermittelt. Und, verkehrte Welt, der Preis: der Lexus kostet gerade mal ein Viertel des Aygos! Wirklich! So ein neuer oder neuwertiger Aygo kostet um oder knapp unter 10000€, der Lexus unter 2500€. Da kann man mit dem Geld einiges an Sprit verbrennen, bevor alles die Chinesen kriegen …

Die Welt ändert sich. Und selber?

Sachen gibts, die konnte man sich vor kurzer Zeit noch gar nicht vorstellen.

Ein Komiker wird von einem Staatsoberhaupt verklagt.

Über 300000 Leute leisten eine Anzahlung von 1000$ für ein Auto von Tesla, von dem sie nicht genau gesagt bekommen, was es mal kosten wird, was es kann und wann sie es bekommen.

Autohersteller nutzen die kleinsten Lücken in gesetzlichen Regelungen, um immer noch mehr Geld als Managerbonus zahlen zu könn…, nein, natürlich um immer bessere Entwicklungen zum Vorteil der Verbraucher machen zu können (/ironiemodus aus).

Die Autobranche ist halt nun mal meine Welt. Und die ändert sich ganz gewaltig. Nicht nur wegen Elon Musk, der viel Geld damit verdient, dass seine Firma Tesla bei der Herstellung von Elektroautos riesige Summen Verlust macht. Offensichtlich muss das so sein. Was modern ist wie z.B. Zalando, muss als Firma Kosten produzieren und soll gar keinen Gewinn abwerfen.

Im deutschen Autohandel ist ja seit Jahren die Konzentration auf große Händler und Handelsgruppen im Gange. Ganz egal, ob Kunden lieber vor Ort kaufen oder nicht: der Vertragshändler muss schon ein paar Millionen der EZB-verteilten Euros in Grund, Boden und Gebäude investieren, um vom Hersteller / Importeur akzeptiert zu werden. Auf jeden Fall sollte die Investition so gross sein, dass ein einzelner Unternehmer es nicht ganz schaffft, alles in einem Leben abzuzahlen. Damit ist er immer motiviert bei der Sache und bei allen Torheiten, die seiner Marke so einfallen, mit Begeisterung dabei ist. Glauben die großen Manager – und bislang gab ihnen der Markt recht.

Bisher ist die Art und Weise, wie Autos gekauft und genutzt werden, seit gefühlten 100 Jahren kaum anders geworden. Das wird sich aber dramatisch ändern, sagen viele Marktforscher. Die Digitalisierung ändert womöglich alles – lest mal diesen Artikel von Derek Finke.

Und das ist nicht die einzige umwälzende Veränderung. Die Toyota Hybridautos kennen und betreuen wir jetzt seit über 15 Jahren – hier ist schon deutlich sichtbar, dass sich die Rolle des Händlers/der Werkstatt ändert: an den Dingern geht einfach fast gar nix kaputt! Wenn bald massentaugliche, besser massenleistbare Fahrzeuge mit Wasserstoff-Betrieb auf dem Markt sind, wird das vermutlich nochmal wesentlich deutlicher, die Autos werden nochmal weniger Wartungs- und Instandsetzungsaufwand haben (das gilt auch für Elektrofahrzeuge, an deren Markt-Durchsetzung ich aber bisher nicht glaube).

Prius201601

Was sind dann die Aufgaben in der Werkstatt? Software-Updates der Connectivity-Funktionen, zum Beispiel. Das neue Smartphone aktivieren und mit dem Navi koppeln. Allerdings auch ein paar Herausforderungen, wie Lichteinstellung bei den neuen LED-Lichtsystemen – da geht nix mehr mit einem Strich an der Wand, da ist wieder richtig Geld in die Hand nehmen angesagt, für Testsysteme in den Werkstätten. Allerdings müssen auch die Verbraucher/Autofahrer sich auf andere Kosten einstellen: statt dem häufigen Zündkerzenwechsel kostet halt der Lichttest zukünftig jährlich ein paar Euro.

WP_20160417_16_45_28_Pro

Und wenn ein neues Gefährt gewünscht wird oder zum Kauf ansteht? Vielleicht passiert die Probefahrt bald auch schon mit einer VR-Brille und in virtueller Realität. Brauchts dann noch einen Riesen-Showroom, in dem Autos stehen? Wenn das neue Gefährt dann sowieso individuell online konfiguriert und im Store bestellt wird? Eher nicht. Sogar gebrauchte Fahrzeuge werden per Software-Updates/Änderungen an individuelle Wünsche angepasst werden können. Ganze Heerscharen von Programmieren werden dazu notwendig sein. Eine Aufgabe für die Leute, deren Integration unsere größte Herausforderung in den nächsten Jahren ist. Vielleicht. Hoffentlich.

Wie viele „alte“ Leute werden sich dieser neuen Welt nicht ausliefern wollen oder können? Fahren die dann nur noch mit Old- oder Youngtimern? Wenn Tesla das neue Apple ist, dann wird es auf jeden Fall kein Oldtimer-Elektroauto geben können – denn nach Ablauf der Garantiezeit haben diese Firmen kein Interesse mehr daran, das Produkt funktionsfähig zu halten. Mit den aktuellen Geräten war und ist das so, das habe ich selber erleben dürfen. Das könnte ein gar grausiges Erwachen geben, wenn die „alten“ Firmen dann nicht mehr auf dem Markt sind. Aber es wird akzeptiert werden, denn es bleibt ja gar nichts anderes übrig – wie beim Aussterben der kleinen Lebensmittelhändler. Die Geldflüsse werden umgelenkt zu ein paar wenigen Großkonzernen – und keiner braucht zu glauben, dass eine Regierung da einen lenkenden Einfluss haben wird. Die Regierungen sind die Hure der Industrie, der Zug ist abgefahren.

Um wieder den Kreis zur Überschrift zu schliessen: Ja, klar werde ich mich ändern (müssen) und ich will das auch. So fahr ich zum allerersten Mal mit dem Zug zu einer Toyota-Händlerversammlung. Weils einfach so viel billiger ist, dass wir auch bei einer Fahrgemeinschaft da nicht hinkommen. Aber alleine da dran hängts nicht: die Strecke dorthin ist fast ausschliesslich Autobahn, und die macht nun wirklich keinen Spaß mehr zu fahren. Zumindest wenn man einen engen zeitlichen Rahmen einhalten muss und zu Zeiten mit hohem Verkehrsaufkommen auf der A3 unterwegs sein muss. Ansonsten würde ich schon mit einem Auto dort hinfahren. Entweder Landstraßen-Erlebnis-Intensiv mit einem GT86 oder ganz relaxed mit einem Hybrid-Toyota (oder einem der besten Autos der Welt überhaupt, mit einem LandCruiser). Daran wird sich für mich auch nichts ändern. Zumindest nicht so schnell. Irgendwas muss man ja auch der nächsten Generation überlassen, oder?