Mobilität jetzt und in Zukunft – Fahrersicht.

Mittendrin sind wir, in der Mobilitätswende.

Hier bei uns am Land hat sich noch nicht so viel geändert, aber die Stadtleute sollen ja voll dabei sein. Zumindest, wenn man den Aussagen von Presse, Fahrzeugherstellern und gewählten Regierungsvertretern glauben darf.

Die Mobilitätswende ist ja bisher eher eine Antriebsartenänderung zugunsten des batterieelektrischen Antriebs, zumindest plant man das so. Diese Änderung passt bestimmt nicht für alle Anwendungen, bisher zumindest. Es wird auch noch eine ganze Zeitlang ins Land gehen – bisher werden immer noch überwiegend Verbrenner-Fahrzeuge gekauft, und deren Lebensdauer beträgt ganz sicher im Schnitt mehr als 10 Jahre. Also erstmal langsam angehen lassen?

Wenns passt – also die Nutzung des Fahrzeugs, hier meist ein Fahrzeug zur Personenbeförderung, mit den Fähigkeiten (oft ist die maximale Reichweite der entscheidende Faktor) des Autos zusammenpasst und das Budget auch noch passt, dann steht doch nichts dagegen. Oder??

Wenn man locker an die Sache herangeht, wird das gut klappen. Sich selbst darauf vorbereiten hilft sicher. Eine Möglichkeit wäre, mal ein ganz exaktes Fahrtenbuch zu führen. Einfach, wie lange die jeweilige Strecke ist, die man fährt und wo das Auto für wie lange abgestellt wird. Und dann die Uhrzeit dazu. Dann kann man sich das Ganze in Ruhe ansehen und mit einer Tabelle ein bisschen kalkulieren. Wann steht das Auto wie lange an einem Ort, an dem ich eine möglichst günstige Lademöglichkeit habe?

Für wenige „Extremstrecken“ im Jahr könnte es durchaus eine Möglichkeit sein, sich ein Auto auszuleihen. Oder vielleicht gibt es ja mehrere Autos in der Familie, dann kann man ja auch das andere Auto nutzen. Schon oft habe ich überlegt, wie man eine Art „privates Carsharing“ hinbekommen könnte. Mehrere Leute / Familien könnten sich ein Auto teilen und dadurch Kosten senken. Die Logistik für Fahrten zu Großeinkäufen sollte man doch hinbekommen können. Es kann dann halt nicht jeder am Samstag zwischen 10-13 Uhr zum Einkaufen z.B. mit dem gemeinschaftlich genutzten Kleinbus fahren, sondern man müsste sich vorher abstimmen. Unmöglich und zu wenig spontan? Auf irgendetwas wird man verzichten müssen. Entweder die Mobilität wird deutlich teurer – oder ein bisschen weniger flexibel. Dafür viel entspannter, weil weniger Fahrzeuge gleichzeitig unterwegs sein würden. Will man das, sind wir als Gesellschaft so weit? Darüber läst sich trefflich diskutieren.

Das alles betrifft jetzt nicht nur die reine „von-A-nach-B“-Nutzmobilität, bei denen hinter den jeweiligen Fahrten eine Notwendigkeit (Einkaufen, Arztbesuch, Behördengänge, sowas in der Art) steckt. Was ist mit den Leuten, die aus Spaß am Fahren fahren? Könnten die sich nicht auch z.B. einen Sportwagen oder Roadster teilen? Die Versicherungs- und Fixkosten pro Nutzer wären wesentlich niedriger, und die jährliche Laufleistung solcher Fahrzeuge ist oft ohnehin sehr gering. Also, warum nicht vereinbaren, dass jedes Wochenende ein anderer dran ist? Je nach Arbeitszeitmodell haben manche Leute auch während der Arbeitswoche Zeit, und andere können nur an gesetzlichen Feiertagen mal richtig raus. Hier sollte ein Carsharing also fast noch leichter machbar sein.

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Oder jetzt bitte nicht lachen, eine Rolle rückwärts, Mobilität könnte sich ja insgesamt ändern: ein Transport von Fahrzeugen per Bahn ins gewünschte Zielgebiet. Warum nicht auf der Schiene in ein fahrtechnisch erlebenswertes Gebiet transportieren lassen (Toskana, Nürburgring, Alpen, was auch immer) und dort dann das Genussfahrzeug nutzen? Autobahnfahrten sind für „Spaß-am-Fahrern-Fahrer“ halt ohnehin extrem langweilig.

Wäre denn jemand dabei, bei meinen gspinnerten Ideen? Oder was gibts sonst für Möglichkeiten? Ich wäre traurig, wenn es zukünftig irgendwann nur noch fahrerlose, langweilige Transportkisten gäbe. Was fällt Euch dazu ein?

Veröffentlicht von Michael Ströher

Auto- und Motorradldamisch seit kurz nach der Geburt. Toyota - Profi und Fan von allem, was auf Rädern Spaß macht. Hybrid - Junkie - mit eigener Meinung.