Automobile Thesen 2017

Als ungewöhnlich kann man das abgelaufene Jahr in automobiler Hinsicht schon bezeichnen. Es fand jetzt keine große Reformation oder Revolution statt, aber alles vieles beginnt, sich zu ändern.

Öfter mal was Neues ist ja in Ordnung. Hier mal ein paar Gedanken dazu:

  1. Diesel. In der Öffentlichkeit, auf jeden Fall in den Medien sind die verschiedenen Diesel-Betrugsdelikte ein vieldiskutiertes Thema. Keine Angst, liebe Anhänger der nagelnden Klapper-Wärmekraftmaschine nach Art des des Rudolf Diesel: das Teil wird nicht aussterben. Aber ganz sicher gibt es für verschiedene Arten der motorgetriebenen Fortbewegung bessere Antriebsgerätschaften. Egal, ob Hybrid, Benzin, Elektro oder Wasserstoff: Alle benötigen in leichten Fahrzeugen weniger Aufwand zur Reduktion der Schadstoffemissionen, die beim Fahren nunmal entstehen, als ein Dieselmotor. Andersrum ist der Diesel unschlagbar, wenn das Gefährt mal 3, 4 oder mehr Tonnen auf die Waage bringt. Das wird auch für 2018 und viel, viel später gelten. Allerdings wird am 22. Februar 2018 das  Bundesverwaltungsgericht entscheiden, ob Dieselfahrverbote auf Grundlage des aktuell geltenden Rechts machbar sind. Je nachdem, wie die Entscheidung ausfällt, wird sich das Diesel-Geschäft wieder beleben oder weiter abschwächen.
  2. Elektromobilität. Immer noch sehr, sehr zögerlich gehts voran. Ein paar Hybridautos zum Aufladen (PlugIn-Hybrid), ein paar Tesla, einige BMW i3, wenige i8. Aber langsam werden es mehr. Den i8 durfte ich selbst erleben: gegen das Auto spricht ja ausser den bescheuerten Drehflügeltüren ja schon fast gar nix, wenn man das nötige Kleingeld für die Anschaffung hat! Mein lieber Mann, macht das Ding Spaß! Bei durchaus vertretbarem Verbrauch. Eine oder zwei Nummern kleiner bzw. weniger Leistung und dafür bitte unter 50000€ Anschaffungswert – hui, da würde aber was losgehen. Auch ohne die unsäglich furchtbare
  3. Dieselprämie, Abwrackprämie oder wie findige Marketingleute die neue Form der Verkaufsförderungsprämien der Hersteller nennen. So ein Schmarrn. Alle wissen, dass die Listenpreise viel zu hoch sind. Warum werden die nicht zurückgefahren? Dann würden die Restwerte bei Gebrauchtwagen auch wieder in realistische Verhältnisse kommen. Es gibt ja schon fast kein Auto mehr, dass nach etwas mehr als 3 Jahren, nach der Garantiezeit, mehr als die Hälfte des ursprünglichen Listenpreises inkl. Zubehör wert ist. Zurückrudern, bitte!
  4. Downsizing. Eine der wenigen Punkte, in denen die Automobilindustrie tatsächlich kleine Brötchen bäckt: die Hubräume und Zylinderzahlen der Motoren sinken, dafür steigt der Druck von den fast überall verbauten Turboladern und von der Hochdruckeinspritzung. Alles höchst komplizierte Technik, die auch der Wartung bedarf, zusätzliche Technik hinterher erfordert (Partikelfilter zukünftig auch für Benziner notwendig) und wodurch möglicherweise das Gesamtpaket „Auto“ nicht zuverlässiger oder langlebiger wird.
  5. Motorleistung wird mehr, mehr und mehr. Warum? Klar, ein Zweitonner-SUV  bewegt sich mit 100PS nicht besonders gut. Aber warum braucht jedes normale Familienmittelklassegefährt 500Nm Drehmoment und 200PS? Ist das wirklich notwendig – oder kommt es einfach daher, dass ein Hersteller dann viel, viel mehr Geld verdient? Wenn man schon die größere Maschine fährt, dann dürfen ja Ledersitze und Navigationssystem nicht fehlen. Das ist „uns“ Verbrauchern schon was wert. Da kommt ja gleich der nächste Punkt, die sogenannte
  6. Connectivity. Jetzt gäbs ja diesen Blog auch nicht ohne dieses Internet. Darum wärs blöd, jetzt auf die ganze Onlinegeschichte zu schimpfen. Unter sinnvoller Connectivity im Auto verstehe ich genau maximal drei Funktionen: Freisprechanlage, Audiostreaming und Ansage/Anzeige von Navigationsdaten. Und nicht mehr! Der wichtigste und eigentlich einzig relevante Bildschirm im Autoverkehr ist die Windschutzscheibe, da soll und muss rausgeschaut werden! Der Fahrer soll sich gefälligst um die Bedienung des Autos kümmern, und nicht sich mit irgendwelchen Wischkastlaktionen beschäftigen. Wenn jetzt einer sagt, es wäre ihm im Stau ohne die Unterhaltungselektronik langweilig, dann entgegne ich: genau wegen solcher Deppen wie Dir entsteht überhaupt erst so mancher Stau! Hat zu tun mit der
  7. Achtsamkeit. Wenn man mit dem Auto fährt, dann sollt man sich doch bitte darauf konzentrieren. Das fehlt bei immer mehr Autofahrern und wird nur zum Teil von elektronischen System wie Spurhalteassistent, Notbremsassistent etc. übernommen. Ein kleines Beispiel: wenn auch der dritte, vierte oder fünfte wartende Fahrer an der Ampel auf ebendiese achten würde und nicht auf den „Kevin-an-Bord“ Aufkleber am Fahrzeugheck vor ihm, dann könnte er sich schon fahrfertig machen, wenn die Ampel umschaltet. Das spart ein paar Sekunden – und durch so eine kleine Änderung  insgesamt würde der Verkehr viel, viel flüssiger werden. Solche Situationen gibts es viele. Einfach ein bissl mehr bei der Sache bleiben!
  8. Fairness. Aus verschiedenen Gründen will ich das nicht an selber erlebten Beispielen festmachen, sondern an einem Beispiel, das auch durch die Presse ging: Der Automobilhersteller Volkswagen kündigt als Marktführer alle Händlerverträge. Und kündigt gleichzeitig an, dass die Partner zukünftig mit weniger Standards belegt werden, sondern sich noch mehr um den Kundenkontakt kümmern sollen. Ist das fair gegenüber denjenigen Händlern, die riesige Investitionen und Grundstücke und Bauten getätigt haben? Bestimmt trifft das keine Hartz 4-Gefährdeten, aber dennoch eine ziemliche Sauerei, wie da mit „Partnern“ umgegangen wird, von einer überlegenen Hersteller-Situation aus. Darum gibt es auch die
  9. Geplante oder künstliche Obsolenz. Wird immer noch und immer wieder abgestritten. Ich will jetzt gar nicht von elektronischen Bauteilen reden (wer weiss eigentlich, wie lange die Industrie eine Sorte „Chips“ produziert?), die vermutlich verhindern werden, dass ein im Jahr 2017 ausgeliefertes Fahrzeug zum fahrfähigen Oldtimer wird. Ein ganz einfaches Beispiel: der Korrosionschutz der Karosserie. Man schafft es mittlerweile ziemlich hersteller-übergreifend, dass ein 12 Jahre altes Auto zumindest von aussen betrachtet noch richtig gut aussieht. Aber gleichzeitig sind bei dem gleichen Gefährt in einem Alter von 15 Jahren die Federnbeindome dermassen rostzerfressen, dass eine mögliche Reparatur den Zeitwert bei weitem übersteigt. Zum Wert eines Autos überhaupt muss ich denken an
  10. SUV. SportUtilityVehicle sollte die Abkürzung mal bedeuten, als weichgespülte Geländewagen zuerst – wie könnte es bei einer Modeerscheinung denn anders sein – in den USA der große Renner wurden. Viele Jahre und zwei Modellgenerationen lang habe ich selbst ausschliesslich und mit Begeisterung einen der Urväter dieser Fahrzeuggattung gefahren – sieben oder acht verschiedene Toyota RAV4 ’s. Die Autos waren super, auch im nicht allzu schwerem Gelände zu gebrauchen, mit Schutzplanken an der Karosserie einfach praktisch, innen notfalls abwaschbar und das Gefährt halt richtig belastbar mit reichlich Fahrspaß. Als es dann losging mit partikelgefilterten Hochleistungsdieselmotoren und Niederquerschnittreifen, habe ich für mich keinen Sinn mehr an so einem Auto gesehen/gefunden. Jetzt ist es ja richtig schlimm: Autos, die höher sind als nötig und damit ein schlechteres Kurvenfahrverhalten und weniger Fahrsicherheit haben, als das mit einfachsten Konstruktionsmitteln möglich wäre, die lediglich mit Frontantrieb lieferbar sind, die mehr Kraftstoff verbrauchen als ein gleichviel Platz bietender Kompaktwagen, die weniger Platz bieten als ein gleich langer Van/Kleinbus – alles das sind „SUV“. Manche mehr, manche weniger optisch gelungen. Die meisten ziemlich sinn- und nutzlos. Aber halt einfach modisch „in“ und darum wird’s gekauft. Scheinbar gehts uns ziemlich gut. Wirklich schade in diesem Zusammenhang: die echten Geländewagen sind am Absteigen. Es gibt auch nur noch wenige – ein paar LandRover/RangeRover (schonmal mit englischer Elektrik zu tun gehabt? Ich sag nur: Lucas – der Erfinder der elektrischen Dunkelheit), die Jeeps (die immer noch sehr, sehr cool sind) und ein paar seltene Mitsubishi Pajero und Toyota LandCruiser – sehr viel mehr ernstzunehmende Offroader gibts heute gar nicht mehr zu kaufen. Wer sein Auto zum Arbeiten braucht, kauft sich scheinbar auch in good old Europe heutzutage einen
  11. Pickup. Immer mehr Hersteller bieten einen an. Wobei: ein Nissan wird auch als Renault und als Mercedes verkauft. Oder ein Fiat ist in Wirklichkeit ein Mitsubishi. Interessiert das die Kunden wirklich nicht? So scheint es zu sein. Die Entwicklung geht hier auch klar in Richtung „Lifestyle“ und – mir wird schlecht – Connectivity.  Nicht abzusehen, ob das zu einer wirklich größeren Verbreitung führt – durch die Form und Größe der Fahrzeuge werden bestimmte Nutzergruppen automatisch abgehalten. Glaube ich. Auch in diesen Autos gehts los mit
  12. Infotainment. Wenn man für etwas schon nichtmal mehr eine deutschsprachige Bezeichnung finden kann, dann wirds Zeit darüber nachzudenken, ob man das braucht. In Wikipedia steht dazu: „Unter Infotainment (Kofferwort aus dem englischen information und entertainment) versteht man den Teil eines Medienangebotes, bei dem die Rezipienten gezielt sowohl informiert als auch unterhalten werden sollen. “ Aha. Und das Ganze im Auto. Information: Wichtig sind Verkehrsnachrichten. Unterhaltung: kann ich mir während der Fahrt nur durch  Musik in vernünftiger Lautstärke vorstellen. Hängt alles direkt zusammen mit der Connectivity. Meistens in Verbindung mit einem
  13. Touchscreen. Bildschirm. Oder Wischkastl fürs Auto. Das, wenn unser Gesetzgeber recht hat, viel weniger vom Geschehen auf der Fahrbahn ablenkt als ein Smartphone. Weil ein eingebautes Navigations- und/oder Infotainmentsystem darf man während der Fahrt bedienen.  Meiner Meinung nach lenkt das genauso oder sogar noch stärker ab, weil man es im Alltag weniger oft bedient und dadurch immer auf dem Bildschirm nach dem nächsten Schritt suchen muss. Bitte nicht falsch verstehen: ich bin gegen die Nutzung von Smartphones im Auto – das ist gefährlich! Ich finde aber, die anderen Bildschirme lenken genauso ab. Wenn mittlerweile auch die Instrumentenanzeigen als Bildschirm ausgeführt werden und in vielen Bereichen frei konfiguriert werden können, stelle ich mir folgende Situation vor: Der Fahrer ist auf einer langen Strecke unterwegs. Den Bildschirm vor sich bedient er vom Lenkrad aus. Er hat eine neue Einstellung gefunden, bei der er die Farbe , die Optik besonders schön findet. Jetzt sieht er eine Tankstelle mit besonders günstigen Angebot und sucht auf seinem Bildschirm nach der Tankanzeige – die er nicht findet und dadurch schon wieder mehrere Sekunden vom wirklich wichtigen Verkehrsgeschehen abgelenkt ist. Kann so vorkommen? Ich glaube schon. Man könnte aber auch einfach beim fest eingebauten Instrumentenbord mit echter 3D-Darstellung bleiben.
  14. Kein Tempolimit: diese speziell deutsche Regelung wird auch in der Regierungsbildungskrise kein einziges Mal angesprochen. Ist das wirklich eine so heilige Kuh? Naja, meist gilt auf der Autobahn ja ohnehin ein tageszeitabhängiges, baustellenbedingtes, staubedingtes, wetterabhängiges oder sonstwie begründetes Limit.
  15. Ach ja, Autobahn: weil die Österreicher gegen die deutsche Maut in Brüssel Einspruch eingelegt haben, kommt die Maut ohnehin frühestens 2019. Oder noch viel später. Wir sind als Industrienation einfach nicht in der Lage, ein paar Plaketten zu drucken.
  16. Autonomes Fahren und Digitalisierung: es gibt schon Autos, die viel mehr können, als sie dürfen. Im letzen Moment doch noch bremsen oder den entscheidenen Ruck am Lenkrad – das gibts tatsächlich schon. Und funktioniert, wenn Kamera und Radarsensoren freie Sicht haben. Die fallen aber beim ersten ernsthaften Schneefall aus – und warnen den Fahrer per Blinkzeichen. Hoffentlich ist der dann nicht ganz so gut dran gewähnt, dass er vergisst, entsprechend zu handeln. Bei einem Stauassistenten sähe das Ganze dann gar nicht gut aus. Bei aller Technik legt niemand ernsthaft Wert darauf, Staubildung frühzeitig zu erkennen und mittels Verkehrsleitsystemen weitgehend zu vermeiden, Da geht noch mehr, vor allem, wenn das Gefährt ohnehin Online verbunden sein wird (E-Call ab April 2018 Pflicht für neue Modelle) und jede Bewegung des Autos aufzeichnet. Ohnehin gibt es, nochmal Digitalisierung, bald z.B. einen Einparkvorgang ohne Gepiepse, Lenkunterstützung oder Kamerabild bald wohl nur noch bei
  17. Oldtimern. Bei vielen Leuten scheint die Sehnsucht nach selbst beherrschbarer und ursprünglicher Automobiltechnik immer noch größer zu werden. Da kann und will ich mich selbst nicht ausschliessen. Engagierte Fahrer interessieren sich oft für die Traumautos ihrer Jugend – allerdings preislich mittlerweile oft genauso weit von der „Leistbarkeit“ entfernt sind, wie das damals war. Oder die Generation der Autos der Eltern – bei der das Beherrschen der Technik noch im Vordergrund steht und jede Fahrt einen ganz besonderen Genuss darstellt. Das kann sich die Generation „Carsharing“ aber wahrscheinlich nicht vorstellen – aber ohne Veränderung gehts halt nicht voran! #imagautos – ganz bestimmt auch über 2018 hinaus !
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Trickser oder Genie – und wer glaubt was

Diesel Skandal – warum haben wir da nicht eher was bemerkt

Zwischendrin was ganz ohne Hybridsystem: der Diesel-Diskussion kann man seit Monaten kaum entkommen. Wer hat wann und wo wen betrogen, wer hat nicht kontrolliert oder falsche Richtlinien angewandt, wer ist böse, wer ist ein Opfer geworden …

Jetzt sollen sich die (deutschen) Autohersteller auch noch abgesprochen haben. Liebe Presse: glaubt ihr wirklich, die Hersteller sind untereinander so zerstritten, dass die nicht miteinander reden? Ein Mitarbeiter von Audi redet im Biergarten nicht mit seinem BMW Kollegen und tauscht sich mit ihm aus? Ja? Dann seid ihr noch wesentlich weiter weg von der Alltagswelt, als ich das ohnehin schon befürchtet hab. Sogar Autohändler reden miteinander, stellt euch das mal vor!

Abgesehen davon kommt alles so nach und nach auf den Tisch: ja, auch der Daimler kann per Softwareupdate nachbessern. Und gibt damit zu, dass nicht alles so ganz optimal aufeinander eingestellt ist. Ja, was ist denn jetzt los? Ein paar geänderte Programmierzeilen sorgen also für weniger NOx Ausstoss ohne sonstige Nachteile? Wer das glaubt, sucht bestimmt auch im Frühwinter nach fliegenden Rentieren.

Was mich wurmt: eigentlich wissen wir das seit über 10 Jahren. Warum und woher? Anfang der 2000er Jahre kam ein neuer Produktmanager/Entwicker zu TME (Toyota Motor Europe), der eine ganz neue, bis dahin bei Toyota nicht vorstellbare Generation von Turbodieselmotoren eingeführt hat (AD-Motorenfamilie). Das war der erste Toyota-Dieselmotor, der so richtig „geschubst“ hat, wie man das von europäischen Dieseln kennt. Das Ganze dann auch gleich noch mit Partikelfilter und NOx-Redukationskatalysator. Also alles top? Leider nicht ganz: es gab anfangs mit Dieselruss verklebte/zugwachsene Abgas-Rückführventile. (weil das System immer aktiv ist und nicht, wie bei anderen Herstellern und seit kurzem bekannt, bei vielen Umweltbedingungen einfach ausgeschltet wird). Wichtiger und noch mehr im Fokus: der Motor geht genauso gut wie z.B. ein VW- oder BMW-Motor, braucht aber 10-20% mehr Kraftstoff. Was wir natürlich bei unserem Hersteller reklamiert haben. Die Antwort lautete sinngemäss, man könne den Verbrauch nicht weiter reduzieren, ohne die Grenzwerte für den Schadstoffausstoss zu überschreiten. Wie die anderen das können, hat man leider nicht herausfinden können.

Jetzt, mit den heutigen Kenntnissen über Prüfstands-Erkennungsmodus und weitere illegale Tricksereien, wird das schon nachvollziehbar. Aber wir sind auch überhaupt nicht auf die Idee gekommen, dass die Wettbewerber einfach schlau bescheissen.

Anstatt ein Eingeständnis abzugeben, dass man möglichst billige Technik verwendet hat, um den eigenen Gewinn zu maximieren, erzählt man dem Verbraucher jetzt, dass man per Softwareupdate eine erhebliche Verbesserung der Motorverhaltens erzielt. Aha. Ohne Nachteile für Rest des Motors. Soso. Ohne Erhöhung des Kraftstoffverbrauchs – HAHA!!

Einem Hersteller hat man schon nachgewiesen, dass im Rahmen des Softwareupdates auch die Verbrauchsanzeige des Bordcomputers so rekonfiguriert wird, dass wieder der gleiche, niedrige Verbrauch wie zuvor angezeigt wird – tatsächlich an der Tankstelle aber mehr pro Kilometer nachgefüllt werden muss.

O wie groß ist die Verarsche.

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Immer wieder gerne. Hybrid Teil 3.

Einer meiner allerliebsten „Keine-Ahnung“-Klassiker:

„Wie weit fährt der denn jetzt, so rein elektrisch?“

Ja, wie ist die Antwort?

Es gibt keine. Weil das kein Elektroauto ist. Und damit die elektrische Reichweite gar nicht wichtig ist. Eher schon wichtig: wie weit kommt der mit einer Tankfüllung?

Aber von vorne.

Derzeit gibt es eine Aktion bei Toyota, da werden Kunden-Probefahrten per „Äpp“ aufgezeichnet und ausgewertet. Da kommt raus – das sage ich voraus, ohne eine Auswertung gesehen zu haben-, dass ein Anteil von etwa 50% durchschnittlich elektrisch stattfindet. Dieser Anteil ist deswegen so hoch, weil die allermeisten Verkaufshändler ihren Standort in einem urbanen Umfeld haben. Somit finden die meisten Testfahrten dort statt, wo man eigentlich gar kein Auto braucht – uups, das ist jetzt eine ganz andere Geschichte und einen komplett anderen Beitrag wert.

Zurück dorthin, wo man wirklich ein Auto braucht und es auch noch Spaß macht, damit zu fahren – also in unseren Alltag.

Weil wir von Toyota Deutschland die App und die Technik aus vertragsrechtlichen Gründen nicht bekommen, haben wir uns selber ein Auswertungs-System am freien Markt besorgt. Mit dem zusätzlichen Vorteil, dass hier nicht „auswertungsoptimiert“ aufgezeichnet wird. Man sieht dennoch, wie groß der Hybrid-Vorteil ist!

Im folgenden eine Aufzeichnung einer ganz normalen Alltagsfahrt in einem Auris TS Hybrid von Neukirchen nach Niederwinklung, kurz aussteigen (in diesem Fall 10 Minuten, dabei das Fahrzeug inklusive Klimaanlage laufen lassen) und was besorgen, wieder zurück nach Neukirchen.

Das sieht dann so aus:

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Von den gut 35km Gesamtstrecke ist der Auris dabei über 8km elektrisch unterwegs gewesen. Gar nicht schlecht, oder? Darum kommt ein hochgerechneter Gesamt-Durchschnittsverbrauch auf 100km von grad mal viereinhalb Litern raus. Und der Benzinmotor (also Autofahren mit Geräuschentwicklung) lief nur ziemlich genau die Hälfte der gesamten Reisezeit.

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Dabei wurde der Benzinmotor hauptsächlich nur dann betrieben, wenn er zur Gesamt-Systemleistung zwischen 15-35kw Leistung beisteuert. Da ist er am effizientesten. Mit Drehzahlen, die meist unter 3000min-1 liegen.

Auch eine ganz interessante Grafik: welcher Antrieb trägt bei welcher Geschwindigkeit wieviel zum Vortrieb bei?

Bild3Die grünen Werte unter Null zeigen an, welche Leistung durch die E-Maschinen an den Akku zurückgeliefert wurden.

Zu guter Letzt: die Bremserei. Wie oft insgesamt gebremst, wie oft „gut“ (elektrisch) und wie oft „schlecht“ (mit hydraulischer Bremsanlage und damit mit Verschleiss). Über 30 mal gebremst, ganz schön oft, finde ich.

Bild4Bremse

Zurück zum Anfang: wie weit fährt er denn elektrisch? Auch im Bayerischen Wald auf jeden Fall rund ein Viertel der gesamten Fahrstrecke. Das sind, wenn man nur 12000km im Jahr fährt, auch schon immerhin 3000km! Rein elektrisch, oder Abgas, ohne Lärm. Schon einiges gespart (der Umwelt er-spart), oder?

Wollt Ihr mehr solcher Auswertungen sehen? Oder selber mal mit einem Vollhybrid-Toyota das eigene Fahrprofil auswerten? Einfach bei mir melden …

 

Kein Beweis nötig. Hybrid Teil 2

Das kommt natürlich immer drauf an, wen man überzeugen will. Oder muss. Es gibt ja da ein politisches Trampeltier, das den Umweltschutz – so, wie ihn die restliche Welt versteht – auf irgendeine andere Art und Weise sicherstellen will. Hab ich heute gehört.

Auf jeden Fall und aus eigener Erfahrung ist es ein unglaublich gutes Gefühl, ohne laufenden Verbrennungsmotor z.B. im Stop- und -Go – Verkehr mitzuschwimmen. Macht irgendwie das Gewissen ein bissl sauberer, wenn man nicht in so einer stinkenen Dieselkiste sitzt.

Und, noch dazu, wenn das Gefährt über viele Jahre zuverlässig funktioniert, ohne Ausfälle oder Mucken. Damit nochmal zur häufigsten Hybridautofrage:

Wie lange hält die Batterie?

Es braucht keinen Beweis für die Haltbarkeit – weil es, mit dem jährlichen Hybridcheck, von Toyota in Europa 10 Jahre Garantie auf den Akku gibt!

win_20170602_11_07_57_pro.jpgOhne allzuviel Kleingedrucktes – einfach selber mal lesen.

Dann kommt oft die Frage:

Und wenn die Batterie dann doch mal kaputtgeht – was kostet die dann?

Ich hab das mal rausgesucht für einen Prius II: 1823,41 € inklusive Mehrwertsteuer, Preisstand 02.06.2017.

Das ist in etwa der Bereich, den viele Fahrer deutscher Premiumfabrikate mit Kompressionszündungszerknalltreibling für einen sogenannten Turbolader ausgeben – und zwar mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit, innerhalb der 10 Jahre.

Also auch im Falle eines Falles bei einem alten Auto gar nicht sooo tragisch. Wir reden schliesslich von einem Toyota Hybridauto – und nicht von einem relativ kurzlebigen Elektrofahrzeug.

Darum, und das ist eine weitere, häufig gestellte Frage, ist auch kein Ladeanschluss draussen am Bürgersteig notwendig. Weil so ein Fahrzeug sich immer und aussliesslich selbst auflädt – beim Bremsen, Rollen, Bergabfahrt oder einfach durch den sauberen Benzinmotor.

Wieso der Benzinmotor sauber ist?

Na, einfach weil der immer so betrieben wird, dass sich das Verhältnis Leistung/Verbrauch/Schadstoffausstoss immer in einem optimalen Bereich befindet. Nicht mit zu wenig und nicht mit zu viel Drehzahl. Ohne Turbolader, Direkteinspritzung oder andere empfindliche und emissionsfördernde Bauteile.

Wie der das kann? Durch das Planetengetriebe, das von Toyota auch THS-Kraftweiche genannt wird und schlichtweg genial und extrem haltbar konstruiert ist.

Wie das funktioniert?

Ich wollte jetzt grad ein kleines Video hochladen, merke aber, dass mein WordPress-Account das nicht zulässt. Mal überlegen, ob ich jetzt dafür zahle, Youtube nutze – oder gibts was anderes, kann  mir jemand helfen?

 

Jede Menge keine Ahnung. Hybrid. Teil 1.

Nach zwei Tagen Verbraucherinformation am 26. und 27. Mai bei der Möbel Wanninger Autoschau in Straubing sind zwei Erkenntnisse in mir gereift:

  1. Gefühlt über 80% der Autofahrer haben keine Ahnung, wie einfach sich ein Vollhybrid-Antrieb im Alltag darstellt.
  2. Sie haben Angst davor!!

Woher kommt das? Die besten, und die allermeisten Vollhybridautos baut Toyota. Und Toyota hat einen Marktanteil in Deutschland von ungefähr 2,5 %. Wenn ich jetzt realistisch davon ausgehe, dass etwas weniger die Hälfte „unserer“ Kunden diese Technik schon richtig kennengelernt haben, dann wissen etwa 99% der Autofahrer gar nicht, wovon ich rede. Und unsere Wettbewerber mit ihrer Markt-Übermacht machen alles, damit das auch so bleibt. Natürlich gibt es Anforderungen, für die der Vollhybridantrieb weniger oder sogar gar nicht geeignet ist – aber für die allermeisten Leute passt das!

Eigentlich muss man nur zwei Dinge wissen, wenn es stimmt, dass der „Bauch“ die Kaufentscheidung so massgeblich beeinflusst, mehr Argumente  brauchts nicht:

  • Ein Vollhybridauto zu fahren ist weniger anstrengend und weniger schwierig als andere Autos durch die Gegend zu lenken.
  • Es ist sicherer und problemloser als alles andere in Sachen Auto, was ich kennenlernen durfte.

Aber irgendwie reicht das als Kaufargument doch nicht. Oder, man glaubt mir das nicht. Ich würde nicht selbst seit so vielen Jahren mit Hybridautos rumfahren, wenn das nicht vernünftig funktionieren würde. Zur Verdeutlichung: schon vor ca. 15 Jahren ging unser Familienurlaub mit Prius, Kinder und Klamotten über kleine Bergpässe und einfach schöne Landstraßen nach Istrien.

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Wenn ich der Technik nicht vertraut hätte – eine Reparatur wär dort damals ziemlich sicher nicht möglich gewesen. Das Auto damals – einer der allerersten Prius II – war übrigens exakt das Auto, mit dem die AutoBild damals den Marathon-Test vom Nordkap nach Gibraltar gemacht hat. Ich hatte das Auto aus dem Pressefuhrpark von Toyota Deutschland gekauft und dann weiter getestet – ohne irgendwelche Ausfälle oder Auffälligkeiten natürlich.

Zurück zur Gegenwart: Helfen vielleicht rein rationale Argumente für den Hybridantrieb, kann man damit Menschen zu ihrem Fahrzeug-Glück zwingen?

Ein paar Dinge, die ich von den Leuten in den letzten Tagen immer wieder gehört habe:

  • Wie lange hält die Batterie bei einem Hybridauto?
  • Was kostet die Batterie?
  • Was soll das mit dem Hybrid überhaupt bringen?
  • Ich hab keine Lademöglichkeit
  • Sind zwei Motoren nicht viel schwerer und anfälliger?
  • Warum gibts den nur mit diesem CVT-Getriebe, das ist ja so eine seltsame Technik
  • Der darf sicher nur weniger zuladen, weil die Batterien so schwer sind

Ganz Pauschal kann man zu jedem Punkt mit „kein Problem“ oder „stimmt nicht“ antworten.

Ich werde aber in der nächsten Zeit auf alle diese Punkte, und vielleicht noch ein paar mehr, hier eingehen. Das werden mehrere Folgen hier im Blog werden – alles aus meiner Sicht, mit nun 17 Jahren Hybridauto-Erfahrung. Wenn ich auf einen Punkt  nicht ausführlich genug eingehe – einfach schreiben oder kommentieren, wir reden drüber!

Die häufigste Frage:

  • Wie lange hält die Batterie?

hat die einfachste Antwort:

  • so lange wie das Auto.

Warum fragen das so viele Leute? Ich denke, weil man aus allgemeiner Lebenserfahrung gelernt hat, wenn eine Batterie oder ein Akku nicht mehr funktioniert, muss man das Ding wegschmeissen und für relativ viel Geld ein neues Teil kaufen.

Daher also der Faktor Angst – also wirtschaftliche Unsicherheit. Jede Batterie, jeder Akku geht irgendwann kaputt, egal ob Taschenlampe, Mobiltelefon oder Transistorradio (gibts sowas eigentlich noch?)

Bisher, bis heute, haben wir bei rund zweihundert im Kundenstamm laufenden Toyota- und Lexus-Vollhybridautos nicht eine einzige Batterie gewechselt.

Warum ist das so?

Es gibt einige Faktoren, die hier zusammentreffen.

Der wichtigste wird die Laderegelung sein:

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Die sorgt dafür, dass der SOC (Ladezustand) des Nickel-Metallhydrid-Hybrid-Akkus immer in einem relativ kleinen, begrenzten Bereich bleibt (zwischen etwas mehr als 50% bis ca. 80% der maximalen Kapazität des Akkus). Diese Regelung sorgt dafür, dass sich die Zyklenfestigkeit des Akkus um etwa den Faktor 3 erhöht. Hab ich gelesen – wenn es jemanden gibt, der das genauer erklären kann – immer gerne her damit!

Ein weiterer Faktor ist aus meiner Sicht das Wettbewerbsumfeld: Toyota war und ist hier der führende Hersteller und Pionier dieser Technik. Wie gerne würden die Wettbewerber einen Konstruktions- oder Serienfehler finden und über die neutrale Presse verteilen! Das wissen die Konstrukteure bei Toyota sehr genau und legen darum bei der Produktion der Hybridautos die Latte mit zusätzlichen Qualitätskontrollen und überwiegender Eigenfertigung der Komponenten (hier bei der Batterie: Joint-Venture-Unternehmen) so hoch, dass die Wettbewerber andere Fabriken mit anderen Abläufen bauen müssten, um einen ähnlichen Qualiätsstandard zu erreichen. Das gilt übrigens nicht nur für die Batterie.

Die Profiteure davon sind ausnahmsweise wir Verbraucher: da geht einfach nix kaputt.

Jetzt hab ich schon über 700 Wörter geschrieben, das sind für einen Sonntagmorgen viel genug. Die nächste Folge folgt demnächst, erstmal gehts jetzt zum Autoslalom – Fahrspass geniessen, ausnahmsweise ohne Hybridantrieb. Weil: die Hybrid’ler sind vom Reglement her ausgeschlossen. Sonst würde ich mit einem Yaris Hybrid im nationalen Slalom-Clubsport dabei sein.

 

Wenn alles Neue alt aussieht.

Das Jahr 2017 hatte für mich seinen ersten Höhepunkt am siebten Tage. Direkt biblisch, oder? Was passiert ist:

Ich hatte überraschend die Gelegenheit, die Zukunft des Autofahrens selber zu fahren – das erste richtige Brennstoffzellenauto, den Toyota Mirai ! Ganz normal im Strassenverkehr im Raum München. Bei keineswegs optimalen Straßenbedingungen, halt im richtigen Leben.

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Dafür bedanke ich mich ganz herzlich bei Herrn D. P. von der Toyota – Versicherung, der mir diese Möglichkeit verschafft hat! Ich hätte nicht damit gerechnet, hatte es letztes Jahr auch einige Male bei Toyota Deutschland versucht – aber so eine Vertriebsabteilung ist ja schliesslich nicht dafür da, sich die Zeit mit mir zu vertreiben.

Wie wars? Als erstes verblüffend unspektakulär. Obwohl es der bisher kälteste Tag des Winters war, funktioniert die Technik ganz einfach. Das Auto ist von seiner Aussenansicht her klar anders als gewohnt – das schadet aber nichts. Fahrer und bis zu 3 Beifahrer sind bestens untergebracht und haben alle Sitzheizung sowie reichlich Platz. Es gibt sogar so etwas wie Rundumsicht, man fühlt sich auf Anhieb wohl.

Die Bedienung ist für jemanden, der ein Toyota Hybridauto kennt, ohne irgendeine Anweisung oder Studium einer Anleitung völlig problemlos und selbsterklärend. bei getretener Bremse auf den Startknopf drücken, Wählhebel auf „D“ – und los geht die wilde Fahrt!

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Wobei …  überraschend „wild“ ist die Beschleunigung, der Mirai geht richtig gut ab, auch bei höheren Geschwindigkeiten (im erlaubten Rahmen). Ungewohnt und unglaublich angenehm: es kommt keinerlei Geräusch an meinen Ohrwascheln an, nur Reifenabrollgeräusche. Deutlich leiser als z.B. ein kürzlich gefahrener Nissan Leaf. Ein Prius hat ähnliche Fahrleistungen, da kommt halt immer bei erhöhter Leistungsanforderung der Benziner dazu. Das bin ich jetzt seit 16 Jahren so gewohnt – Zeit, wieder was Neues zu erleben, oder?

Wenn wir grad beim Vergleich sind: als ich den Leaf gefahren habe, sagte mir das Fahrzeug-System, mein in 65km Entfernung liegendes Ziel ist möglicherweise nicht erreichbar (obwohl ich das Auto unmittelbar von der Ladesäule abgeholt habe. Kälte und Heizung machen den Elektroautos schwer zu schaffen). Der Mirai dagegen war nicht frisch betankt und hatte immer noch 270km Reichweite. Kein Problem, das Auto auch bei sehr niedrigen Temperaturen zu nutzen.

Im Raum München gibt es derzeit 3 Wasserstoff-Tankstellen, die allerdings alle  mit weniger Abgabedruck arbeiten, als der Mirai verträgt. Er könnte sogar über 500km weit kommen – von entsprechend ausgerüsteten Tankstellen betankt.

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Nochmal zum Fahren: wenn die Zukunft so wird, kann sie gerne kommen. Man fährt mit dem Mirai selbstbestimmt, mit gutem Schadstoff-Ausstoss-Gewissen und viel Komfort. Sogar sowas wie Fahrspass kommt auf. Gut, man müsste das mal bei einem Winterfahrtraining ein bissl intensiver probieren. Die Toyota – Versicherung ist, wie schon öfter mal, hier ein absoluter Vorreiter und sammelt schon einmal Erfahrungen mit neuester und optimal umweltverträglicher Technik. Klar wollen und müssen die auch damit Geld verdienen – aber wenn solche Aktionen Vorteile für alle Leute bringen, warum denn nicht?

Wenn jetzt jemand Lust bekommen hat, den Wasserstoffantrieb selbst zu erleben: meldet Euch bei mir. In einem gewissen Rahmen wird es schon möglich sein, sich das Auto anzusehen und zu erleben. Ich bin gespannt, ob es bei uns – oder unter meinem hochverehrten Bloglesern – Leute gibt, die mit in eine positive Individual-Mobilitäts-Zukunft schauen wollen.

 

Abgas-Skandal, gutes Ende?

Vor einiger Zeit hab ich hier mal geschrieben, man sollte doch die Kirche beim Dorf lassen – so schlimm ist die ganze Sache nicht, sie wird halt von den Amerikanern hochgepuscht, um die eigene Industrie zu unterstützen.

Zum Teil muss ich meine Aussage revidieren:

Es ist schon ein ganz schön schlimmer Betrug. Nicht nur das, was sich der VW – Konzern da über alle Marken leistet. Und es bis heute nicht vollumfänglich zugibt, wohl aus wirtschaftlichen Erwägungen. Immer wieder kommt was Neues raus. Aber nie mit Infos vom Hersteller, sondern immer wieder finden Prüforganisationen oder Journalisten irgendwelche weiteren Bausteine. Als letztes: Auch Benzinerfahrzeuge sind offensichtlich  mit Software ausgerüstet, die Prüfstandsbedingungen erkennt und entsprechend auf das Motormanegement einwirkt.

Noch schlimmer aber ist, dass unser Gesetzgeber den Betrug schon seit vielen Jahren kennt – und absolut nichts unternimmt! Nicht nur der ADAC hat in einem offenen Brief schon 2010 darauf hingewiesen, dass manche Dieselfahrzeuge auf der Straße einen vielfach (!!!) höheren Schadstoffausstoss haben als das eigentlich sein sollte und als  erlaubt ist. Nochmal: es ist nicht Rede von den Abweichungen des „Prospektangabenverbrauchs“, der im Strassenverkehrsalltag um 20, 40, von mir aus 100% höher ausfällt  als am Prüfstand ermittelt. Das kann jeder Fahrer auch zum großen Teil durch seine Fahrweise beeinflussen. Hier geht es um mehr: Der Ausstoss einer krebserregenden Substanz (NOx) ist um ein vielfaches, teilweise 1000% und mehr höher, als das der Fahrzeughersteller verspricht!

Begründet wird die temporäre Abschaltung der Abgasreinigung mit halbseidenen Argumenten wie zum Beispiel „Aggregateschonung bei niedrigen/hohen Temperaturen“ (was halt grad in den Kram passt), auch lustig wegen „extrem hoher Belastung“ (über 120km/h). Soso. Aber es wird eben auch erst begründet, seit die US-Umweltbehörde da reingestochert hat! Oder man sucht juristische Finten und Formulierungen, die gleich mal die Tasachen verleugnen und verniedlichen.

Die Presse berichtet immer öfter so wie hier: Das Märchen vom sauberen Diesel

Keineswegs ist das so, dass die Sache nicht technisch beherrschbar/lösbar wäre. Nur: die Regierung hat die Industrie vor höheren Kosten zu Lasten der Abgasqualität verschont. Das ist die eigentliche, riesige Sauerei. Wenn der aktuelle Verkehrsminister Dobrindt derzeit darauf angesprochen wird, gibt er einfach keinen Kommentar ab. Normalerweise   müsste der Gesetzgeber die entsprechenden Fahrzeuge aus dem Verkehr ziehen, die Betriebserlaubnis entziehen – das wird aber nicht gemacht. Aber wehe, jemand hat auf einem Auto nicht ordnungsgemäss abgenommenes Zubehör. Da reichen schon Scheibentönungsfolien, um jemand aus dem Verkehr zu ziehen.

Auffällig: japanische Hersteller sind, wenn überhaupt, nur mit Fahrzeugen als Betrüger dabei, wenn die Autos rein in Europa entwickelt wurden und mit europäischen Zuliefererteilen gebaut werden. Die trauen sich nicht – sind halt alte Samurai mit Ehre …

Was aber passiert jetzt? Ich gehe ziemlich fest davon aus, dass es sich der Volkswagen-Konzern zukünftig nicht mehr erlauben wird, zu betrügen wie bisher. So gesehen, ein Gewinn für  Umwelt und Menschen. Vor allem, wenn die Verbraucher dadurch drarauf kommen, dass es wirklich wesentlich weniger umweltschädliche Alternativen gibt. Heute schon.

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