2022. Zweitausendzweiundzwanzig!

Mehr Zweier in einer Jahreszahl werde ich vermutlich nicht mehr erleben. 2022, wenn ich da an alte Artikel oder ScienceFiction denke, ist das eine Zahl, die für völlig andere Verkehrs- und Energieversorungskonzepte stand. Zumindest in der Vorstellung und auch in meiner Erwartung. Kommt also jetzt die Zukunft? Was davon sollte man wissen, hoffen oder fürchten?

Ein paar Gedanken dazu.

  • Es wird in den kommenden 12 Monaten wieder mehr neue Programme, Apps, Online-Anwendungen, Umfragen und digitale Formulare statt Papier geben als in mehreren Jahren zuvor zusammen. Auch die werden gefühlt überhaupt nicht weiterhelfen – ausser den iT’lern, die wieder für eine Anwendung 39€ mehr pro Monat kassieren können. Muss ja sein, Nachweispflicht, gesetzliche Regelungen und andere Begründungen mehr.
  • Gebraucht ist geil. Diese Erkenntnis stimmt bei unseren Autos schon seit einigen Jahren, kommt jetzt auch langsam im Elektronik-Bereich wie Computer oder Smartphone an. Gleiche Zuverlässigkeit (nahe 100%) für mehrere Jahre wie bei einem neuen Produkt, bei annähernd gleichen Nutzungsmöglichkeiten und deutlich niedrigeren Kosten. Und dabei wesentlich umweltverträglicher als extra neu gebaut.
  • Vorschriften, auch europäische. Im Auto-Bereich kommt da wirklich Großes im Jahr 2022: Die Pflicht, in neue Modelle viele Dinge zwangsweise einzubauen, z.B. Spurhalteassistent oder die Vorrüstung für eine Onboard-Alkoholkontrolle bzw. Wegfahrsperre. Das Daten-Übermittlungsmodul für Energie-Verbrauchsdaten gibts jetzt schon. Ohje. Die armen, reichen Neuwagenkäufer kommen doch jetzt schon mit mindestens 50% der eingebauten Funktionen nicht zurecht oder nutzen sie zumindest nicht. Wie soll man das ganze Zeugs bei der Auslieferung erklären?
  • Elektromobilität, jetzt hats jeder kapiert: von der Politik wird das batterielektrische Auto favorisiert und unterstützt. Also gehts dort hin. Komischerweise in Bereichen, die problemlos mit elektrischen Antrieben ausrüstbar wären, passiert nichts. Siehe z.B. Motorräder oder ATV’s, bei vielen Freizeitfahrzeugen würde eine Reichweite von 150km längst reichen, und da wäre auch genug Zeit und Möglichkeit zum zum Wieder-Aufladen. Warum kommt da nichts? Wenn man hier die Einstellung „Elektro ist geil“ wecken könnte, müsste das auch einen will-haben-Effekt auf die notwendige, tägliche Mobilität haben.
  • Lade-Infrastruktur: gerade jetzt erfahren wir am eigenen Leib, dass das gar nicht so einfach ist. Was man sich leisten und anschliessen kann, ist nicht schnell-lade-fähig. Was schnell-lade-fähig ist, kann mit unserem Netz, an unserem Grundstück nicht angeschlossen werden (geht von der Leistung über die vorhandenen Verteilerkästen im Gebäude und hört bei der Verkabelung nicht auf). Leider helfen da auch keine 90% finanzielle Unterstützung vom Staat, weil die zu investionierenden Summen so gigantisch sind.
  • Digitalisierung: ist leider manchmal nicht mehr als die Umstellung von Formularen, statt Papier irgendwelche Excel-Listen. Das ändert aber nicht den Prozess, der oft viel einfacher stattfinden könnte – wirklich digitalisiert. Dazu müssten aber z.B. Verbraucher und Verkäufer mitspielen – für einen von beiden würde das aber möglicherweise oder auch nur vermutet Nachteile bringen, darum gehts nur ganz selten gut.
  • Sicherheit im Strassenverkehr: alle Systeme, die zukünftig zwingend vom Gesetzgeber vorgeschrieben werden, schaffen es gerade mal, die Zahl der schweren Unfälle nicht weiter ansteigen zu lassen. Also die Ablenkung durch die Smartphone-Integration-Digitalcockpit-Spielereien auszugleichen. Solange nicht mindestens 60-70% der Bedienfehler durch den Fahrer von Systemen korrigiert werden, wird sich das nicht ändern. Darum bleibt der wichtigste Bildschirm im Auto die Windschutzscheibe. (für die richtig „spassigen“ Autofahrer unter kontrollierten Bedingungen auch noch manchmal die vorderen Seitenscheiben). Es wird auch lange nicht genutzt, was mit
  • Assistenz-Systemen möglich wäre. Warum lässt mich ein Anti-Kollisions-Assistent nicht vernünftig in eine Parklücke fahren – aber bei eingeschalteter Nebelschlussleuchte ist weiterhin eine Geschwindigkeit von über 50km/h möglich? Die Rot-Blender auf den Straßen könnte man doch einfach per „System“ dazu zwingen, sich an die Sichtweiten-Regelungen zu halten.
  • Gewährleistung, neuer Verbraucherschutz bei z.B. auch bei Gebrauchtwagen: schauen wir mal, ob hier alles so heiss gegessen wird, wie es Mama EU gekocht hat. Vor allem die Verpflichtung zum Update von digitalen Elementen bei gebrauchten Dingen (Fahrzeugen) ist doch recht unrealistisch durchzuführen, aus heutiger Sicht. Es gibt sogar Autohändler, so sagt man, die angesichts dieser zukünftigen Verpflichtungen in den nächsten Wochen oder Monaten aufgeben werden. Im Endeffekt wird jede Fahrzeug-Bestellung von 4-10 zusätzlichen Blättern Papier mit vielen neuen Formulierungen begleitet. Der Käufer muss hier bestätigen, dass er über „Abweichungen vom üblichen Zustand der Ware“ vor dem Kauf hingewiesen worden ist, wie genau diese Abweichungen sind und dass er genug Zeit hatte, sich seine Kaufentscheidung noch einmal reiflich zu überlegen. Ob das jeder Käufer/Interessent lesen und auch verstehen kann?
  • Inflation, Teuro, Euro, : seit 20 Jahren gibts den Euro jetzt, fast unglaublich, wie die Zeit vergeht. Wie war noch gleich die Umrechnung, 1,95583 zur D-Mark? Was wurde alles befürchtet, was davon ist eingetreten?
  • Tatsächlich gibt es in den letzten Monaten bei verschiedenen Produkten Preissteigerungen, die schon fast apokalyptisch anmuten: ADBlue zum Beispiel, wurde bei unserem Lieferanten im 10-Liter-Kanister innerhalb von 3 Wochen um über 100% teurer – und dann war es gar nicht mehr lieferbar. Oder professionelle Chemie-Produkte wie Rostlöser oder Schutzmaterialien, die jetzt 50-70% teurer sind als vor ein paar Monaten. War das vorher alles zu billig oder hat man jetzt die mögliche Umweltbelastung bei Falschanwendung mit berücksichtigt?

Nicht einmal 12 Monate wird es dauern – dann wissen wir, was 2022 alles los war. Bis dann!

Abgehängt?

Hochverehrtes Publikum!

Was politisches will ich hier nicht posten, auf keinen Fall. Aber es geht schon ein bisschen in die Richtung der gesamten Gesellschaft.

Man fühlt sich manchmal bei uns, im ländlichen Niederbayern, so ein bisserl wie das berühmte „5.te Rad“ am Wagen. Das nur selten bis nie etwas zu tun bekommt – und darum bei vielen Autos heutzutage gar nicht mehr existiert. Aber das ist ein anderes Thema. Obwohl: eigentlich hängts irgendwie auch zusammen. Warum?

Naja, in der Groß-Stadt ist man immer in der Nähe von irgendetwas, mit dem man auch weiterkommt, wenn ein Reifendefekt das eigene Fahrzeug zumindest temporär vom Mobil zur Immobilie wandelt. Da hast halt zum Beispiel zwischen Hochstetten und Weisser Marter, bei uns im Bayerischen Wald, ganz schlechte Karten. Da kommt auch einfach mal keiner vorbei, der helfen kann. Eine Stunde lang. Oder länger. Da ist ein Reserverad schon sehr, sehr hilfreich. Denn es gibt auch nicht überall Mobilfunk – Empfang zum Anrufen bei der Mobilitätsgarantie. Also sind die Autos einfach nicht für unsere regionalen Einsätze geeignet.

Da wird von unserem Importeur ein neues Fahrzeug vorgestellt. Grad mal etwas über 4 Meter lang, auf Wunsch mit Allradantrieb, praktischer (höherer) Karrosserie und zweitgemässem, ausreichendem Hybrid-Antrieb mit 85kW Leistung . Wie gemacht für den Einsatz in unserer Region: einigermassen bezahlbar, auf schmalen Strassen einsatzbar, bei Einsatz auf dem Feldweg nicht gleich ein Totalschaden zu befürchten. Als ich das erste Prospekt in die Hand nehme, Yaris Cross heisst das wirklich schöne Auto, steht beim Aufschlagen der ersten Seite zu lesen: „100% URBAN, 100% SUV“. Urban??? Brauch ich nicht, will ich nicht, auch meine Kunden nicht. Nochmal umblättern, die nächste Überschrift: „PERFEKT FÜR DIE STADT“ . Ja, leckts mich doch … ist der vielleicht nix für uns?

Sollen wir nicht-URBAN-lebenden Menschen das gar nicht kaufen? Fällt die Karre um, wenn man auf dem Land fährt, ausserhalb der Stadt? Ein „Online-Navigationssystem“ hat er, auf Wunsch, je nach Ausstattung sogar serienmässig. Ja und? Wenns kein Online gibt, gibts dann auch kein Navi, oder wie funktioniert das? Dann, wenn ich nix mehr seh und mich nicht mehr auskenne, funktioniert auch das Navi nicht, oder was?

Das Stadt-Land-Gefälle: Es betrifft sehr viele Bereiche des täglichen Lebens. Die Leute sollen doch den ÖPNV nutzen, sagen die Politiker, auch solche, bei denen die Haare hinten lang sind und die beim Friseurbesuch einen Ölwechsel vertragen könnten. Dabei müsste z.B. „die Anton“ am besten wissen, dass ein bezahlbarer öffentlicher Nahverkehr in der heutzutage notwendigen Taktfrequenz einfach nicht darstellbar und vor allem nicht bezahlbar ist – in unserer Region. Oder muss man sich das ganz einfach leisten, wegen Verkehrswende – ist das dann aber wirklich umweltschonender, wenn statt jeweils zwei oder drei Autos ein Bus fährt? So viele Busfahrer gibts auch gar nicht, und erst recht nicht so viele Busse. Die Bahngleise wurden vor 3-4 Jahrzehnten abgebaut und zu Radlwegen umgebaut, die am Wochenende von buntbekleideten, schwitzenden „Schdoderan“bevölkert werden.

In vielen weiteren Bereichen gehts genauso: Lieferdienste könnte man nennen. Da wird geworben, dass Getränke auch in den fünften Stock geliefert werden. Und wo gibts 5-stöckige Häuser, naaa, merkt Ihr was?

Wenn man das ganz, ganz große Ganze ansieht: lediglich 15% der Einwohner Deutschlands leben in Dörfern mit unter 5000 Einwohnern – wie das bei uns der Fall ist. Aber 77% in Ballungsgebieten und Großstädten. Die Gesellschaft wird oder ist schon urbanisiert. Weil mehr einfach mehr, also ein größerer Markt ist, wird auch von der Industrie die Produktentwicklung dahingehend betrieben. Wo bleiben da wir? Wie schon früher, könnte die Lösung sein: einfach selbermachen. Schau mer mal.

50 Jahre in Toyoten leben – Teil 2

Vor 50 Jahren kam der erste Toyota – Vertragshändler/Werkstatt-Vertrag.

Husch, husch – schon ist es soweit. 21. September 2021.

Vor 50 Jahren kam der erste Toyota – Vertragshändler/Werkstatt-Vertrag.

Immer schon in der Region hier bei uns – insgesamt waren es vier verschiedene Standorte: Steinburg, zweimal Hunderdorf und seit 1980 in Neukirchen. Leider durfte mein Vater dieses Jubiläum nicht mehr miterleben, darum wollen wir jetzt gerade nicht einmal feiern. Sondern auf dem Boden bleiben.

In den nächsten Tagen werden wir uns auch ganz besonders mit unseren treuen Kunden beschäftigen. Vielleicht ist auch jemand mit einem kleinen Interview einverstanden. Mehr kommt dann hier.

Supra. Legende. Wiederauferstanden oder Zombie?

Das wird keiner der üblichen Fahrberichte – davon gibts schon viel zuviel.

Worum gehts und was weiß ich überhaupt darüber?

Mein erster intensiver Supra-Kontakt war ein mehrtägiger Alpen- und Italien-Trip, lang bevor ich selbst einen Autoführerschein hatte – mit einem MA61 Supra. Der erste Sport-Sechszylinder von Toyota bei uns.

Der nächste war dann der MA70, mit Saugmotor. Nicht gerade ein Ausbund an Temperament, aber das Auto war stabil wie ein Panzer. Ein kleine Eskalation dann mit dem Turbomotor: der war schon richtig schnell, also richtig, richtig schnell. Ohne jede Abregelung sind wir Ende der 80er Jahre mit dem Ding auf der Autobahn (laut Tacho) bis zu 280km/h gefahren. Allerdings nur tagsüber oder nachts mit ganz viel Mut und eingeschalteten Nebelscheinwerfern auf bekannter Strecke – weil mit geöffneten Klappscheinwerfern fehlten knapp 10km/h. Ein richtiger „Gran Turismo“ mit Luxus und Kraft, sogar mit abnehmbarem Targadach. Er war absolut auf Augenhöhe mit dem damaligen Sportkäfer. Also dem Porsche 911. Ich hatte damals etliche tausend Kilometer mit dem Supra gefahren. Den Turbo hab ich im 5ten Gang durch Steinburg fahren können mit knapp 50km/h und im gleichen Gang auf der Autobahn mit jenseits 250km/h. Einmal hatten wir so ein Gerät, ein „Vector“-Umbau mit Leistungssteigerung, irgendwas zwischen 300 und 400 PS. Vor dem hatte ich Angst, den bin ich nur ganz langsam gefahren.

Dann kam der, den heute alle verklären. Der JZA80. Wir hatten nie selbst so ein Auto, da kenne ich nur Kundenfahrzeuge. Der war mit Automatik echt eine Gurke, meiner Meinung nach. Trotz 70 Mehr-PS keine Chance gegen einen 964er Porsche. Der Schalter war flotter, aber die Abregelung und Traktionskontrolle machte das Ganze ein bissl langweilig. Die aufgeblasenen 1000PS-Monster sind halt noch heute auf der Autobahn eine Macht, aber wie gut wäre so einer auf schmalen Bayerwald-Landstraßen?

Es hat viele, viel zu viele Jahre gedauert, bis Akio Toyoda den Auftrag für die Fertigung des aktuellen Supra gen Steyr geschickt hat. Felix Austria! Von dort kommen alle Supra für die ganze Welt.

Unser aktueller Supra ist einer, über den die sogenannten „Fans“ mit hochgezogener Nase reden. Ein Vierzylindermotor! Im Supra! Die wenigsten Leute wissen, dass der schnellste Supra überhaupt, die japanischen Rundstreckenautos, immer einen 2-Liter-Vierzylinder hatten. Mit bis zu 800PS. Also ist der Vierzylinder durchaus legitim.

Von aussen sieht das keiner, und über die Optik brauchen wir auch gar nicht zu diskutieren. Also rein in die Bude:

Uii, bequem. Und Knöpfe links am Sitz, mal probieren, was passiert denn jetzt – und schon hat er mich: ein Fahrersitz, bei dem man die Lehne in Sachen Abstützung / Weite verstellen kann, wie damals beim MA61 (bei dem war das damals eine Sensation). Sehr schön. Die Bedienung im Allgemeinen ist anders als bei anderen Toyota-Fahrzeugen, aber mei … wer sich nicht mit seinem Auto beschäftigen will, der braucht auch kein solches Sportwagerl.

Starten: Öha, der hört sich ja richtig gut an! Nicht nervig, passt schon. Gut, die zweipedalige Antriebssystem-Energiezufuhr/Energieentnahme-Regelung würde ich mir lieber als traditionelles 3-pedaliges System mit manueller Antriebsübersetzungsänderungseinrichtung (Schaltgetriebe) wünschen. Aber die Möglichkeit gibts ja nicht. Noch nicht oder niemals nicht?

Losfahren. Schon merkt man, warum es da kein Schaltgetriebe gibt: vor dem Verlassen des Kreisverkehrs ist schon der dritte, nein, der vierte Gang drin. Ja leck, schaltet der viel und schnell. Aber irgendwie … egal, in nullkommanix ist man bei den erlaubten 100km/h angekommen und fährt angenehm dahin.

Verschiedene Sicherheits- und Fahrprogramme kann man teils unabhängig voneinander aus- und einschalten. Und per Schaltwippe am Lenkrad oder per Schalthebel die Gänge wechseln. Wenn man sich daran gewöhnt hat und ein bisschen rumprobiert, dann merkt man: die betrügen ja, die Softwareanzeiger! Ein Beispiel: man rollt durch einen Ort mit 50km/h und will nach Ortsende die wirklich beeindruckende Durchzugskraft nutzen. Ein kleines bisschen Gas geben und an der „Plus“-Schaltwippe gezupft: sofort springt die Anzeige auf den nächsten Gang, die Drehzahlanzeige fällt runter – der nächste Gang ist aber in Wirklichkeit erst ein paar Zehntelsekunden später kraftschlüssig drin! Das selbe Spiel beim engagierten runterschalten. Ja, Hund sans scho. Vorgaukeln, dass man noch schneller ist, als man in Wirklichkeit ist. Obwohl das ja reichen würde.

Man sagt ja als Verkaufsargument für den kleiner motorisierten Supra, der 2,0-Liter hätte eine noch bessere Gewichtsverteilung und er ist damit noch besser für die genussvolle Landstraßen-Kilometer-Inhalation geeignet.

Das stimmt natürlich, denn Marketing-Menschen würden nie lügen. Zumindest nicht die von Toyota. Grundsätzlich richtig, hakts irgendwie im Gebälk. Das Auto lenkt bei erlaubten Geschwindigkeiten zackig ein und bleibt auch problemlos auf dem gewünschten Kurs. Wenn man einen Lastwechsel in den Kurvenverlauf mit einbaut, wirds irgendwie komisch: erst „wackelt“ der Hintern ein bisschen, dann hakt unter Last die Sperre ein – von da an kann man zwar wieder ordentlich beschleunigen, ist aber ganz schnell wieder bei Geschwindigkeiten angelangt, die nicht mehr erlaubt sind. Im Vergleich z.B. mit einem GT86 ist der Fahrspass erst bei wesentlich höheren Kurvengeschwindigkeiten da. Das ist gefährlicher, wenn man korrigieren muss – und auch nicht erlaubt. Leider hat man sooooo weit zu fahren, von uns aus, wenn man auf eine abgesperrte Strecke, Fahrsicherheitszentrum oder Rennstrecke zum Ausloten des fahrdynamischen Limits will.

Nach ein paar Wochen, nicht nur nach ein paar Kilometern Rennstrecke, will ich euch sagen:

Die Motorleistung des 2-Liter-Supra ist jederzeit ausreichend. Ich behaupte, der geht im einigermassen legalen Geschwindigkeitsbereich (bis ca. 120km/h) besser als ein Serien-JZA80 mit Automatik. Er klingt auch als Vierzylinder richtig gut, für mich, und nervt nicht die Umwelt. Er hat eine echt gute Stereo-Anlage. Er ist teuer, aber im Vergleich zu anderen, vergleichbaren Sportwagen das Geld wert. Er ist routiniert verarbeitet, da klappert nix. Die gelbe Farbe ist eine Sensation, die find ich super. Und er sorgt für Arbeit in unserer Region: diverse Teile für Front und Heck werden für die Produktion in Viechtach gefertigt. Das Fahrwerk ist in Serienzustand oke, für einen „Gran Turismo“ auch genug Bewegung um die Hochachse möglich.

Aaaaber: er hat kein Kupplungspedal, er hat viel zu viele Gänge, er hat keine Handbremse (die man im Sinne der Fahrdynamik nutzen könnte) und er hat eine Lenkung, an die ich mich auch nach vielen hundert Kilometern nicht so richtig gewöhnen kann. Einerseits fast zu direkt, andererseits passiert nix, wenn man ein bisschen korrigieren möchte.

Ein richtiger Hammer an Fahrspass wird daraus, wenn man ihn vor Fahrtantritt gegen einen GR Yaris austauscht. An dem passt einfach komplett alles.

Da könnte man auch zwei nehmen.

Update. Warum?

Angeblich völlig normal, die Notwendigkeit von Updates.

Nicht nur beinahe, sondern tatsächlich täglich trifft es mich irgendwo: Ein Smartphone, eine App, ein Programm, ein Betriebssystem – irgendetwas will immer ein „Update“ haben und hat es oft schon aus den unergründlichen Tiefen des Internets selber geladen. Man muss dann nur noch die „Allgemeinen Geschäftbedingungen“und oft zusätzlich eine 34 – seitige Datenschutzerkärung bestätigen, dann geht die wilde Fahrt mit dem wer-weiß-wie-stark verbesserten Produkt los. Aber, provokativ gesagt, ist es nicht eigentlich so: wenn irgendwo ein Update notwendig ist, dann wurde das Teil nicht fertig entwickelt und ist somit fehlerhaft. Sollte also auf Herstellerkosten ausgetauscht werden.

Die Einwände kenne ich schon: Ein Update ist eine Software für den sicheren Betrieb eines Computers, Programms oder sonstigen softwaregesteuerten Gerätes. Angeblich völlig normal, die Notwendigkeit von Updates. Hat angeblich nichts mit „nicht fertig entwickelt“ zu tun, mit „fehlerhaft“ auch nicht zwingend. Das Update bringt das Gerät nur auf dem neuesten Stand. Ja, man hat mir auch schon erklärt, dass es nicht möglich ist, ein perfektes Computerprogramm zu schreiben: weil der Programmierer (und alle, die daran rumtesten) unmöglich alle Szenarien vorhersehen kann und in einer ganz bestimmen Situation irgendein Tastendruck eine Ereigniskette anstossen kann, die man nicht planen konnte. Aber ist das Programm dann nicht viel zu umfangreich, wenn man zwangsläufig mit einem Fehler rechnen muss?

Okay. Wenn kein Fehler drin ist, dann brauch ich also auch kein Update. Zumindest nicht „notwendig“. Updates für sämtliche Computer sind mir immer „unangehm“. Wenn ich mir ein Teil kaufe, dann entscheide ich mich dafür mit den Eigenschaften, die das Teil im Moment des Erwerbs hat – mit den Vor- und Nachteilen, die ich akzeptiere. Warum muss da irgendjemand, ohne dass ich es will, mit Updates nachträglich dran rumpfuschen? Egal, ob Computerprogramm, Gerät, Gadget, Auto, was auch immer. Wenn ich zusätzliche Funktionen will oder brauche, dann sollte es meine Entscheidung sein, ob ich die dazukaufen will oder nicht!

Vielleicht will ich ja die neuesten Funktionen gar nicht? Ein Beispiel aus meinem Umfeld sind die Dienste, die für das „Connected Car“ angeboten, teilweise aufgezwungen werden. Vielleicht ist das Auto für mich eine Art Rückzugsort, eine Zeitkapsel, in der ich keine Störung und keine Nachverfolgbarkeit haben will. Und die angebotenen Updates haben hauptsächlich den Zweck, ungefragt exakt auf mein Verhalten, angeblich auf meinen Bedarf zugeschnittene Angebote zu machen.

Die Hersteller sind stolz darauf, zukünftig Updates „OTA“, „Over the Air“, also ohne Werkstattbesuch anzubieten. Die ändern die Ausstattung quasi beim Fahren. Will das irgendjemand? Der Vorteil für die Hersteller ist unter anderem, dass niemand außer sie selbst den genauen technischen, den software-technischen Stand des Gefährts kennt und auch nur sie selbst darauf uneingeschränkten Zugriff haben. Daraus folgt: wer was wissen will, muss zahlen …

Wirklich notwendig sind Updates nur, um die „NullerundEinser“-Dompteure, also die IT-Branche, viel schneller viel einflussreicher zu machen als es das jemals zuvor gab. Und ja, ich weiss, dass jeder selbst seinen Beruf gewählt hat – habe somit keine Berechtigung zur Beschwerde.

Viele Softwareprodukte kann man ohnehin nicht mehr kaufen, sondern muss sie monatlich/jährlich mieten. Als Vorteil wird angeführt, dass das Programm immer auf dem neuesten Stand wäre. Eine temporäre Nicht-Verfügbarkeit des weltumspannenden Internets wird dabei gar nicht mal in Betracht gezogen. Was ohne Netz nicht funktioniert, funktioniert gar nicht.

Man mag das jetzt altbacken finden, aber so etwas hat meiner Meinung nach in kritischen Bereichen nichts zu suchen. Und das Fahren mit einem Auto sehe ich als so einen kritischen, potentiell lebensgefährlichen Bereich.

Liebe IT’ler: macht bitte die Fahrzeugsysteme also so zuverlässig, dass sie in jedem Fall, sei er noch so unwahrscheinlich, funktionieren. Ohne Updates. Also macht sie einfacher. Provozieren könnte man auch: macht sie bei allen Herstellern exakt gleich zu bedienen! Es hilft dem Fahrer die bestgemeinte Warnung oder Unterstützung nichts, wenn er sie nicht erkennt, weil er sie nicht versteht.

Ein Update fände ich allerdings gut: ein regelmässiges Update für den Fahrer. Ein verpflichtendes Sicherheitstraining, spätestens alle fünf Jahre, damit der Chauffeur wenigstens ungefähr weiß, was sein Gefährt zu leisten im Stande ist, worauf er sich einstellen muss und worauf er sich hoffentlich verlassen kann.

Unrealistisch? Wie ist Eure Meinung dazu?