Supra. Legende. Wiederauferstanden oder Zombie?

Das wird keiner der üblichen Fahrberichte – davon gibts schon viel zuviel.

Worum gehts und was weiß ich überhaupt darüber?

Mein erster intensiver Supra-Kontakt war ein mehrtägiger Alpen- und Italien-Trip, lang bevor ich selbst einen Autoführerschein hatte – mit einem MA61 Supra. Der erste Sport-Sechszylinder von Toyota bei uns.

Der nächste war dann der MA70, mit Saugmotor. Nicht gerade ein Ausbund an Temperament, aber das Auto war stabil wie ein Panzer. Ein kleine Eskalation dann mit dem Turbomotor: der war schon richtig schnell, also richtig, richtig schnell. Ohne jede Abregelung sind wir Ende der 80er Jahre mit dem Ding auf der Autobahn (laut Tacho) bis zu 280km/h gefahren. Allerdings nur tagsüber oder nachts mit ganz viel Mut und eingeschalteten Nebelscheinwerfern auf bekannter Strecke – weil mit geöffneten Klappscheinwerfern fehlten knapp 10km/h. Ein richtiger „Gran Turismo“ mit Luxus und Kraft, sogar mit abnehmbarem Targadach. Er war absolut auf Augenhöhe mit dem damaligen Sportkäfer. Also dem Porsche 911. Ich hatte damals etliche tausend Kilometer mit dem Supra gefahren. Den Turbo hab ich im 5ten Gang durch Steinburg fahren können mit knapp 50km/h und im gleichen Gang auf der Autobahn mit jenseits 250km/h. Einmal hatten wir so ein Gerät, ein „Vector“-Umbau mit Leistungssteigerung, irgendwas zwischen 300 und 400 PS. Vor dem hatte ich Angst, den bin ich nur ganz langsam gefahren.

Dann kam der, den heute alle verklären. Der JZA80. Wir hatten nie selbst so ein Auto, da kenne ich nur Kundenfahrzeuge. Der war mit Automatik echt eine Gurke, meiner Meinung nach. Trotz 70 Mehr-PS keine Chance gegen einen 964er Porsche. Der Schalter war flotter, aber die Abregelung und Traktionskontrolle machte das Ganze ein bissl langweilig. Die aufgeblasenen 1000PS-Monster sind halt noch heute auf der Autobahn eine Macht, aber wie gut wäre so einer auf schmalen Bayerwald-Landstraßen?

Es hat viele, viel zu viele Jahre gedauert, bis Akio Toyoda den Auftrag für die Fertigung des aktuellen Supra gen Steyr geschickt hat. Felix Austria! Von dort kommen alle Supra für die ganze Welt.

Unser aktueller Supra ist einer, über den die sogenannten „Fans“ mit hochgezogener Nase reden. Ein Vierzylindermotor! Im Supra! Die wenigsten Leute wissen, dass der schnellste Supra überhaupt, die japanischen Rundstreckenautos, immer einen 2-Liter-Vierzylinder hatten. Mit bis zu 800PS. Also ist der Vierzylinder durchaus legitim.

Von aussen sieht das keiner, und über die Optik brauchen wir auch gar nicht zu diskutieren. Also rein in die Bude:

Uii, bequem. Und Knöpfe links am Sitz, mal probieren, was passiert denn jetzt – und schon hat er mich: ein Fahrersitz, bei dem man die Lehne in Sachen Abstützung / Weite verstellen kann, wie damals beim MA61 (bei dem war das damals eine Sensation). Sehr schön. Die Bedienung im Allgemeinen ist anders als bei anderen Toyota-Fahrzeugen, aber mei … wer sich nicht mit seinem Auto beschäftigen will, der braucht auch kein solches Sportwagerl.

Starten: Öha, der hört sich ja richtig gut an! Nicht nervig, passt schon. Gut, die zweipedalige Antriebssystem-Energiezufuhr/Energieentnahme-Regelung würde ich mir lieber als traditionelles 3-pedaliges System mit manueller Antriebsübersetzungsänderungseinrichtung (Schaltgetriebe) wünschen. Aber die Möglichkeit gibts ja nicht. Noch nicht oder niemals nicht?

Losfahren. Schon merkt man, warum es da kein Schaltgetriebe gibt: vor dem Verlassen des Kreisverkehrs ist schon der dritte, nein, der vierte Gang drin. Ja leck, schaltet der viel und schnell. Aber irgendwie … egal, in nullkommanix ist man bei den erlaubten 100km/h angekommen und fährt angenehm dahin.

Verschiedene Sicherheits- und Fahrprogramme kann man teils unabhängig voneinander aus- und einschalten. Und per Schaltwippe am Lenkrad oder per Schalthebel die Gänge wechseln. Wenn man sich daran gewöhnt hat und ein bisschen rumprobiert, dann merkt man: die betrügen ja, die Softwareanzeiger! Ein Beispiel: man rollt durch einen Ort mit 50km/h und will nach Ortsende die wirklich beeindruckende Durchzugskraft nutzen. Ein kleines bisschen Gas geben und an der „Plus“-Schaltwippe gezupft: sofort springt die Anzeige auf den nächsten Gang, die Drehzahlanzeige fällt runter – der nächste Gang ist aber in Wirklichkeit erst ein paar Zehntelsekunden später kraftschlüssig drin! Das selbe Spiel beim engagierten runterschalten. Ja, Hund sans scho. Vorgaukeln, dass man noch schneller ist, als man in Wirklichkeit ist. Obwohl das ja reichen würde.

Man sagt ja als Verkaufsargument für den kleiner motorisierten Supra, der 2,0-Liter hätte eine noch bessere Gewichtsverteilung und er ist damit noch besser für die genussvolle Landstraßen-Kilometer-Inhalation geeignet.

Das stimmt natürlich, denn Marketing-Menschen würden nie lügen. Zumindest nicht die von Toyota. Grundsätzlich richtig, hakts irgendwie im Gebälk. Das Auto lenkt bei erlaubten Geschwindigkeiten zackig ein und bleibt auch problemlos auf dem gewünschten Kurs. Wenn man einen Lastwechsel in den Kurvenverlauf mit einbaut, wirds irgendwie komisch: erst „wackelt“ der Hintern ein bisschen, dann hakt unter Last die Sperre ein – von da an kann man zwar wieder ordentlich beschleunigen, ist aber ganz schnell wieder bei Geschwindigkeiten angelangt, die nicht mehr erlaubt sind. Im Vergleich z.B. mit einem GT86 ist der Fahrspass erst bei wesentlich höheren Kurvengeschwindigkeiten da. Das ist gefährlicher, wenn man korrigieren muss – und auch nicht erlaubt. Leider hat man sooooo weit zu fahren, von uns aus, wenn man auf eine abgesperrte Strecke, Fahrsicherheitszentrum oder Rennstrecke zum Ausloten des fahrdynamischen Limits will.

Nach ein paar Wochen, nicht nur nach ein paar Kilometern Rennstrecke, will ich euch sagen:

Die Motorleistung des 2-Liter-Supra ist jederzeit ausreichend. Ich behaupte, der geht im einigermassen legalen Geschwindigkeitsbereich (bis ca. 120km/h) besser als ein Serien-JZA80 mit Automatik. Er klingt auch als Vierzylinder richtig gut, für mich, und nervt nicht die Umwelt. Er hat eine echt gute Stereo-Anlage. Er ist teuer, aber im Vergleich zu anderen, vergleichbaren Sportwagen das Geld wert. Er ist routiniert verarbeitet, da klappert nix. Die gelbe Farbe ist eine Sensation, die find ich super. Und er sorgt für Arbeit in unserer Region: diverse Teile für Front und Heck werden für die Produktion in Viechtach gefertigt. Das Fahrwerk ist in Serienzustand oke, für einen „Gran Turismo“ auch genug Bewegung um die Hochachse möglich.

Aaaaber: er hat kein Kupplungspedal, er hat viel zu viele Gänge, er hat keine Handbremse (die man im Sinne der Fahrdynamik nutzen könnte) und er hat eine Lenkung, an die ich mich auch nach vielen hundert Kilometern nicht so richtig gewöhnen kann. Einerseits fast zu direkt, andererseits passiert nix, wenn man ein bisschen korrigieren möchte.

Ein richtiger Hammer an Fahrspass wird daraus, wenn man ihn vor Fahrtantritt gegen einen GR Yaris austauscht. An dem passt einfach komplett alles.

Da könnte man auch zwei nehmen.

Update. Warum?

Angeblich völlig normal, die Notwendigkeit von Updates.

Nicht nur beinahe, sondern tatsächlich täglich trifft es mich irgendwo: Ein Smartphone, eine App, ein Programm, ein Betriebssystem – irgendetwas will immer ein „Update“ haben und hat es oft schon aus den unergründlichen Tiefen des Internets selber geladen. Man muss dann nur noch die „Allgemeinen Geschäftbedingungen“und oft zusätzlich eine 34 – seitige Datenschutzerkärung bestätigen, dann geht die wilde Fahrt mit dem wer-weiß-wie-stark verbesserten Produkt los. Aber, provokativ gesagt, ist es nicht eigentlich so: wenn irgendwo ein Update notwendig ist, dann wurde das Teil nicht fertig entwickelt und ist somit fehlerhaft. Sollte also auf Herstellerkosten ausgetauscht werden.

Die Einwände kenne ich schon: Ein Update ist eine Software für den sicheren Betrieb eines Computers, Programms oder sonstigen softwaregesteuerten Gerätes. Angeblich völlig normal, die Notwendigkeit von Updates. Hat angeblich nichts mit „nicht fertig entwickelt“ zu tun, mit „fehlerhaft“ auch nicht zwingend. Das Update bringt das Gerät nur auf dem neuesten Stand. Ja, man hat mir auch schon erklärt, dass es nicht möglich ist, ein perfektes Computerprogramm zu schreiben: weil der Programmierer (und alle, die daran rumtesten) unmöglich alle Szenarien vorhersehen kann und in einer ganz bestimmen Situation irgendein Tastendruck eine Ereigniskette anstossen kann, die man nicht planen konnte. Aber ist das Programm dann nicht viel zu umfangreich, wenn man zwangsläufig mit einem Fehler rechnen muss?

Okay. Wenn kein Fehler drin ist, dann brauch ich also auch kein Update. Zumindest nicht „notwendig“. Updates für sämtliche Computer sind mir immer „unangehm“. Wenn ich mir ein Teil kaufe, dann entscheide ich mich dafür mit den Eigenschaften, die das Teil im Moment des Erwerbs hat – mit den Vor- und Nachteilen, die ich akzeptiere. Warum muss da irgendjemand, ohne dass ich es will, mit Updates nachträglich dran rumpfuschen? Egal, ob Computerprogramm, Gerät, Gadget, Auto, was auch immer. Wenn ich zusätzliche Funktionen will oder brauche, dann sollte es meine Entscheidung sein, ob ich die dazukaufen will oder nicht!

Vielleicht will ich ja die neuesten Funktionen gar nicht? Ein Beispiel aus meinem Umfeld sind die Dienste, die für das „Connected Car“ angeboten, teilweise aufgezwungen werden. Vielleicht ist das Auto für mich eine Art Rückzugsort, eine Zeitkapsel, in der ich keine Störung und keine Nachverfolgbarkeit haben will. Und die angebotenen Updates haben hauptsächlich den Zweck, ungefragt exakt auf mein Verhalten, angeblich auf meinen Bedarf zugeschnittene Angebote zu machen.

Die Hersteller sind stolz darauf, zukünftig Updates „OTA“, „Over the Air“, also ohne Werkstattbesuch anzubieten. Die ändern die Ausstattung quasi beim Fahren. Will das irgendjemand? Der Vorteil für die Hersteller ist unter anderem, dass niemand außer sie selbst den genauen technischen, den software-technischen Stand des Gefährts kennt und auch nur sie selbst darauf uneingeschränkten Zugriff haben. Daraus folgt: wer was wissen will, musss zahlen …

Wirklich notwendig sind Updates nur, um die „NullerundEinser“-Dompteure, also die IT-Branche, viel schneller viel einflussreicher zu machen als es das jemals zuvor gab. Und ja, ich weiss, dass jeder selbst seinen Beruf gewählt hat – habe somit keine Berechtigung zur Beschwerde.

Viele Softwareprodukte kann man ohnehin nicht mehr kaufen, sondern muss sie monatlich/jährlich mieten. Als Vorteil wird angeführt, dass das Programm immer auf dem neuesten Stand wäre. Eine temporäre Nicht-Verfügbarkeit des weltumspannenden Internets wird dabei gar nicht mal in Betracht gezogen. Was ohne Netz nicht funktioniert, funktioniert gar nicht.

Man mag das jetzt altbacken finden, aber so etwas hat meiner Meinung nach in kritischen Bereichen nichts zu suchen. Und das Fahren mit einem Auto sehe ich als so einen kritischen, potentiell lebensgefährlichen Bereich.

Liebe IT’ler: macht bitte die Fahrzeugsysteme also so zuverlässig, dass sie in jedem Fall, sei er noch so unwahrscheinlich, funktionieren. Ohne Updates. Also macht sie einfacher. Provozieren könnte man auch: macht sie bei allen Herstellern exakt gleich zu bedienen! Es hilft dem Fahrer die bestgemeinte Warnung oder Unterstützung nichts, wenn er sie nicht erkennt, weil er sie nicht versteht.

Ein Update fände ich allerdings gut: ein regelmässiges Update für den Fahrer. Ein verpflichtendes Sicherheitstraining, spätestens alle fünf Jahre, damit der Chauffeur wenigstens ungefähr weiß, was sein Gefährt zu leisten im Stande ist, worauf er sich einstellen muss und worauf er sich hoffentlich verlassen kann.

Unrealistisch? Wie ist Eure Meinung dazu?

Herausragende Monate liegen hinter uns. Was kommt jetzt?

So manch einer hatte in den vergangenen Monate den Eindruck, es läuft einiges verkehrt in unserer Welt.

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Dabei war doch auch vieles recht positiv in den vergangenen 12 Monaten!

Gut, für die allermeisten Leute (da schliesse ich mich ein) war die finanzielle Situation nicht so gut, wie man sich das wünschen würde oder wie es in den letzten Jahren war. Aber es sagen doch ohnehin immer alle, Geld ist nicht das Wichtigste auf der Welt! Wenn das stimmt, dann hat es doch für die große Mehrheit gepasst, oder?

Für mich, für uns, war 2020 tatsächlich gespickt mit Höhepunkten, die es so zuvor nicht gab. Nicht nur in Sachen automobiler Fortbewegung. Ein paar Beispiele – die chronologische Reihenfolge mal nicht immer berücksichtigt: Es ging los mit einem Eis-Training mit Allrad-Evo’s.

Dazu passend kam Kalle Rovanperä zu Toyota Gazoo Racing. Anfang Februar: Schotterslalom Emmersdorf – Gaudi pur.

Dann kam die erste Absperr-Welle, in der wir sehr, sehr viel probiert und gelernt haben. Zum Beispiel, dass man aus altem Restholz und einer kaputten Windschutzscheibe einen hervorragenden Spuckschutz bauen kann

Oder, dass die Rücken-Papplkartons von Schreibblocks in Verbindung mit einer Packung Gummiringen das ganze Jahr als Markierungsanhänger für Autoschlüssel hervorragende Dienste leisten.

Zwei Beispiele für „Upcycling“ oder Wiederverwenden von Dingen, die eigentlich nur zum Wegwerfen gut sind. Jaja, ich weiss, kleine Beispiele. Aber wenn immer wieder was dazukommt, wird das doch ganz schön viel vermiedener Müll!

In dieser Zeit hab ich mein letztes, privates neues Auto im Leben mit Verbrennungsmotor bestellt: GR Yaris. Und wurde bei der Lieferung nach 9 Monaten nicht enttäuscht, sondern begeistert.

Das das Verlassen der eigenen Wohnung zeitweise mit 150 Euro Strafandrohung belegt war, musste ein 3D – Drucker ins Haus, um manchmal notwendige Kleinteile zukünftig selber herstellen zu können.

In Bayern 1 läuft plötzlich Musik, die man sich tatsächlich ganz gut anhören kann. Nix mehr für alte Leute. Das liegt doch nicht an mir, oder?

Die Maskenpflicht: tja, da hat keiner damit gerechnet, dass das soooo lange dauert. Dabei wirds noch viel länger werden, denke ich. Für unsere Region vielleicht gar nicht schlecht: Straubing->Hochschule->Nachwachsende Rohstoffe->Wald->Zellstoff für Masken->Pflicht für Mund/Nasenschutzmasken->Straubing … naja, ganz so hats nicht geklappt.

Irgendwann gab es auch den Totalausfall des Telekom-Mobilfunknetzes bei uns im Dorf. War interessant – manche wurden panisch, bei manchen sank der Blutdruck nach ein paar Tagen Ruhe vor dem Mobiltelefon auf gesundheitsfördernde Werte.

Beim GT86drivers.de – Forumstreffen waren wieder viele nette Leute da. Genauso viele übrigens, wie es erlaubt war, zu diesem Zeitpunkt.

Sogar der „Supra No.1“ war da. Ein Erlebnis, optisch und auch in Fahrt!

Irgendwann in diesem jahr hat ein Gericht entschieden, dass die Bedienung des TouchScreens eines Tesla während der Fahrt so stark ablenkt, dass es gar nicht erlaubt sein kann, die Einstellungen während der Fahrt zu ändern.

Wir sind 2020 nicht in den Urlaub gefahren – das hat mir gar nix ausgemacht. Störend war aber, dass man nicht mal schnell abends mal irgendwo auf einen Burger hinfahren kann. Damit ist unsere Challenge auf 2021 verschoben: die niederbayerischen Burger-Läden alle einmal besuchen. Vielleicht sogar noch ein paar im befreundeten Ausland (z.B. Oberpfalz).

Mehrmals konnten wir in der Eifel die Nordschleife besuchen. Ein Erlebnis, absolut und wiederholbar.

Es gab den Sprit zeitweise unter einem Euro – Diesel, ok, dennoch unter einem Euro … aber fast 20 Cent Unterschied zwischen Klingelwasser und Sprit für richtige Autos

Ein ganz, ganz langjähriger Freund wurde zum Diakon geweiht. Ich durfte im Regensburger Dom dabeisein – es waren zwei Leute, die in der heutigen Zeit so ein Amt auf sich nehmen. Da habe ich sehr großen Respekt. Ich war mit dem Willi das allererste Mal alleine von zuhause weg (ohne Eltern, Onkel etc.) – eine Woche zum Skifahren, mit dem Jugendring. Mit ihm konnte man auch damals schon gut reden.

Sebastien Ogier wurde Rallye-Weltmeister – mit einem Yaris. Ok, das ist jetzt vielleicht nicht die wichtigste Meldung des Jahres. Mich hats aber dennoch gefreut.

Es gab etliche neue, interessante Autos. Über den GR Yaris muss ich mal extra was schreiben, der ist absolut herausragend.

Der „normale“ Yaris Hybrid ist auf seine Art aber genauso einmalig: weit besser als alles andere, was in der Klasse aktuell am Markt ist. Meiner Meinung nach.

Die Hybrid-Toyota’s werden immer besser. Und bleiben unglaublich zuverlässig.

Wieder sind mehrere PlugIn-Hybrids bestellt worden – es geht langsam, aber stetig voran.

Vielleicht fahren wir 2021 den ersten Wasserstoff-Mirai in unserer Region. Wer weiss … die Zukunft beginnt jeden Tag!

Was ich mir wünsche:
Dass wir unsere Mitarbeiter, Kunden und Freunde im nächsten Jahr wiedersehen und wir zusammen wieder durchstarten.

Fahrbericht: Respekt und Ehre. Hilux.

Wann ich ihn zum ersten Mal einen gesehen hab, weiss ich nicht mehr. Der erste Eindruck – es war ein RN45 – ist aber im Gedächtnis geblieben: Hat der eine Riesen-Bodenfreiheit! Das war zu einer Zeit, als ich selbst noch lange nicht Auto fahren durfte. Aber gezeichnet hab ich solche Autos. Und davon geträumt. In Zeitungen davon gelesen.

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Irgendwann hab ich dann einen Hilux als Plastik-Modellbausatz bekommen. Den hatte ich rot lackiert. Die aktuelle Recherche im Keller hat leider ergeben, dass zur Ersatzteilgewinnung irgendwann einige Sachen ausgebaut wurden. Aber definitiv: Wenn man ihn von vorne angesehen hat, war das komplette Achsrohr zu sehen – wie auch beim Original, natürlich. Ein fast unendlicher Rampenwinkel vorne ergab sich dadurch. Das Modell war ohne Stoßstange hinten, so dass die Geländewerte viel besser waren als bei all meinen anderen Modellautos. Um so größer die Enttäuschung, als ich erstmals bei einem Skiausflug in Österreich bei einem Hüttenwirt einen  Hilux „live“ gesehen hab: der hatte eine Anhängevorrichtung montiert, die aussah, als ob ein Krankonstrukteur eine nach unten reichende Abstützvorrichtung gebastelt hätte. Klar, das ging nicht anders – irgendwie musste der Kugelkopf auf eine Höhe, in der die Anhänger waren.

Später dann festigten zwei filmische Erlebnisse meine Pickup-Verbundenheit: einmal die Serie „Ein Colt für alle Fälle“ mit dem hochgelegten GMC-Pickup. Wobei ich da schon kapiert hatte, dass das nicht ganz alles mit rechten Dingen zugehen konnte, wenn Colt Seavers einen Porsche Turbo auf einer Landstraße überholte. Noch emotionaler wurde es Mitte der achziger Jahre im Kino: bei den „Zurück in die Zukunft“-Filmen spielte ein schwarzer Hilux eine mittragende Nebenrolle. Mann, war das Auto schön. Aber damals unerreichbar.

Ein paar Jahre später, mit den LN85, kamen die Hilux dann in meinem echten Leben an. Leider ohne Starrachse vorne – aber mit ganz viel Spaß am Fahren und Benutzen. Eine der intensiveren Erfahrungen der neunziger Jahre: alleine, ohne Beifahrer, mit dem 2,4 ltr. Saugdiesel und heißblütigen 75 Pferden mit dem Anhänger nach Spanien, in die Nähe von Alicante, einfache Strecke über 2000km. Dort ein Auto mit Automatikgetriebeschaden aufgeladen und wieder zurück. Dem Hilux wars völlig egal, die 2000km nach Hause waren ausnahmslos mit Vollgas-Stellung zu absolvieren – bergab in Sachen Geschwindigkeit an der Grenze der Legalität, bergauf haben mich die LKW’s öfter mal wieder erwischt. Es konnte schon vorkommen, dass Autobahnsteigungen mit dem dritten Gang kaum noch zu packen waren. Der Hilux hat alles ausgehalten und musste gleich wieder im Geschäft los, ich war nach den drei Tagen Fahrerei noch drei Tage lang völlig fertig.

Wie gesagt, Respekt vorm Hilux. Wir fahren seit 2005 einen 2,5 ltr. Xtracab ohne Ladeluftkühler, mit 102 PS – der zieht jetzt seit deutlich über 200000km ohne Murren Tag für Tag den Autoanhänger, schleppt verunfallte Autos ab oder zieht bei glatter Strasse schon öfter mal jemand aus dem Graben.

Jetzt kommen wir zur aktuellsten Version mit dem derzeit einzigen in Europa für den Hilux offiziell erhältlichen Motor, dem 2,3 ltr. GD-16-Ventil-Diesel. Er leistet 110kW (150PS) und stellt rund 400Nm Drehmoment bereit. In der „Duty“-Ausführung werden die an die Hinterachse per manuellem 6-Gang-Getriebe weitergeleitet. Ist das zu wenig oder ausreichend? Ich finde: sehr ausreichend! Das Auto geht in Sachen Beschleunigung mindestens genauso gut wie ein als „legendär“ bekannter HDJ80 Landcruiser. Und kostet als Neuwagen kaum mehr als so ein altes Liebhaberstück.

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Apropos Kosten: So ein „Duty“ hat alles, was man zum Fahren braucht, und noch etwas mehr. Wenn man das Paket mit Klimaanlage und (Sicherheit muss einfach sein) Safetysense-Paket nimmt, kann man so einen XtraCab-Hilux mit den praktischen, gegenläufig öffenden Türen schon als Tageszulassung oder Vorführwagen unter 30000 Euro bekommen! Deutlich billiger als z.B. ein RAV4. Nichts gegen den RAV4, aber da steht Blechspielzeug gegen legendär haltbare Hilux-Qualität! Natürlich ist auch ein moderner Hilux nicht ganz unzerstörbar, er muss halt auch einiges an Elektronik aufbieten, um aktuelle Schadstoff- und Sicherheitsnormen zu erfüllen. Und prinzipiell sind die unvermeidlichen Clips und Klammern im Auto die gleichen wie z.B. bei einem Prius, beim Hilux sträuben sie sich aber irgendwie zäher gegen das Abreissen. Alles eben eine Frage der Ehre, wenn man in einem Hilux verbaut wurde.

Wie fährt denn so ein Auto jetzt, mit vermeintlich altertümlicher Fahrwerkstechnik? Er zieht gut los, ist nicht zu laut – aber natürlich bekommt man mit, dass da ein Verbrennungsmotor unter der Haube steckt. Der Verbrauch in unserem Alltag liegt bei etwa 9 Liter Diesel pro 100km, etwas über 1 Liter AdBlue sind alle 1000km zusätzlich fällig, um die Abgase sauber zu halten. Das Fahrwerk ist in der strafferen „Duty“-Abstimmung mitteilsam, was die Straßenoberflächenbeschaffenheit betrifft – das stört mich nicht im geringsten, man bleibt wenigstens wach. Also eigentlich ein Sicherheitsfeature, das keinen Aufpreis kostet! Noch dazu bewirkt die Abstimmung, dass sich das Gefährt ziemlich engagiert um Kurven jeglicher Radien fahren lässt.

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Immer wieder überraschend: die Beweglichkeit im Verkehr, die überraschend leichte Parkbarkeit durch die gute Übersicht. Das Auto ist verhältnismässig schmal und passt dadurch in viele Parklücken – er kann halt mit seinen über fünf Metern Länge mal ein bissl drüberschauen, über die Abgrenzungen. Ja mei.

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Er kann tatsächlich auch richtig was im Gelände! Natürlich der starr zuschaltbare Allradantrieb und die kurze Geländeübersetzung. Eine ziemlich gute Flexibiliät des Fahrwerks, dabei auch noch einen 100% Hinterachssperre. Ein bisserl Kritik: die elektrische Umschalterei funktioniert leider nicht immer 100%ig so schnell, wie man das gerne hätte. Und man kann nicht bei eingelegtem Gang in der Untersetzung ohne getretene Kupplung starten – das hat mir früher einige Male aus brenzligen Situationen geholfen. Vielleicht muss man vor extremen Offroad-Abenteuern da mal mit Klebeband den entsprechenden Schalter, wie sagt man da, modifzieren.

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Für mich super-angenehm: das Originalradio ohne irgendwelchen „Touch“-Mist, wo man erst in 12 Untermenüs irgendwas findet und so lange ohne Strassenaufmerksamkeit dahinrollt. Radio, USB-Anschluss, Bluetooth-Verbindung – mehr braucht man doch nicht, oder?

 

Ich könnte noch einige Zeit weitermachen, will aber keinesfalls hier im Blog einen Beitrag mit über 1000 Worten haben. Darum: wer immer schon mal mit einem Pickup geliebäugelt hat – jetzt ist das richtige Auto, passend in Sachen Fahrleistung zur aktuellen Stimmungslage, da! Gebt dem Hilux die Ehre und probiert ihn einfach mal aus. Aber Vorsicht: er ist soooo cool, Män!

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Sonntagsgedanken.

Wie so ein Sonntag ablaufen kann:

Aufstehen um 6e, dann erstmal Walking: ca. 12 km zu Fuss unterwegs, auf unserem mehrmals pro Woche benutzten Wanderweg.

Dann gibts das Frühstück – mit isotonischen Quarktaschen, man ernährt sich ja schliesslich gesund.

Weil Sonntag ist, darf mal genossen werden: die Fahrt zum letzten Automobil-Slalom der Saison.

Zwischen Neukirchen und Grün springt plötzlich vor unserem Gespann ein Mann auf die Straße und erzählt fast schon verzweifelt:

Ein paar Leute sind schon stehengeblieben, aber niemand konnte helfen. Weil keiner mehr Werkzeug im Auto hat.

Der Mann war unterwegs mit seinem BMW V8 Baujahr 1959 – und, es sei dem Oldtimer verziehen, der Auspuff hinten ist abgefallen.

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Wir haben ihm natürlich geholfen, das Rad demoniert, telefonisch zu Hause Schrauben bestellt und bringen lassen – soooo viel zu früh waren wir gar nicht losgefahren, wir wollten schliesslich auf gar keinen Fall den Slalom versäumen!

Danach hatte ich ein intensives Gespräch im Auto mit Roman.

Dieser BMW-Oldtimer wurde gebaut, 8-9 Jahre vor meiner Geburt, und er ist ein Oldtimer, der auch schon an meinem 18.Geburtstag eine alte, zum dynamischen Fahren nicht mehr brauchbare Kiste war. Die Fahrdynamik ist auf jeden Fall so weit weg von den Autos, die in meiner Zeit als Autofahr-Anfänger üblicherweise genutzt wurden, dass ich niemals darauf gekommen wäre, dass so ein Gefährt für mich erstrebenswert gewesen wäre.

Roman ist 2001 geboren, 8 Jahre vorher gab es den Supra JZA 80 oder auch Porsche 964 – diese Autos müssen sich bis heute in Sachen Fahrdynamik absolut auch vor neuen Entwicklungen nicht verstecken!

Die Entwicklung bei Autos hat sich also sicher extrem verlangsamt oder ist stehengeblieben! Fahrwerk, Gewicht, Nutzbarkeit – keine großen Fortschritte! Nur „Elektronikschmarrn“ gibts immer mehr. Äpps zum Aufzeichnen von Fahrten oder zum wiederfinden des Autos – weil alle Blechkisten immer mehr Ähnlichkeit haben und auch niemand was farbiges fahren will. Nicht mal Elektroautos sind richtig giftgrün.

So ein 2-Tonnen-Tesla-ElektroPanzer macht sowieso nur beim Beschleunigen kurzzeitig Spaß. Aber dann wird das hohe Gewicht ganz schnell zum Stimmungskiller. Wo sind denn die agilen, leichten Elektrofahrzeuge, die von der Industrie seit Jahrzehnten versprochen werden?

Sind wir jetzt Teil einer kleinen Minderheit, die Spaß am Autofahren hat und gerne weiter haben möchte? Oder gibts mehr Menschen, für deren Wünsche und finanzielle Möglichkeiten keine neuen Fahrzeuge mehr von den großen Herstellern angeboten werden?

Wir hatten in den folgenden Stunden noch viel Spaß beim Erforschen des Limits – was geht, was ist grad noch beherrschbar?karnbruckWende

Das Ganze ohne schlechtes Gewissen, da der Hauptsponsor der niederbayerischen Motorsportmeisterschaften den CO2-Ausstoss aller Wettbewerbs- und Transportfahrten durch verschiedene Umweltmassnahmen ausgeglichen hat.

Wir verzichten weitestgehend auf Flüge (2x in den letzten 20 Jahren gings leider gar nicht anders) und nutzen für die täglichen Wege Hybridautos, die sparsam und wirklich extrem umweltverträglich gefahren werden.

Irgendwie sind wir also auch Sonntagsfahrer. Werden aber niemanden aufhalten, voraussichtlich.