Automobile Thesen 2017

Als ungewöhnlich kann man das abgelaufene Jahr in automobiler Hinsicht schon bezeichnen. Es fand jetzt keine große Reformation oder Revolution statt, aber alles vieles beginnt, sich zu ändern.

Öfter mal was Neues ist ja in Ordnung. Hier mal ein paar Gedanken dazu:

  1. Diesel. In der Öffentlichkeit, auf jeden Fall in den Medien sind die verschiedenen Diesel-Betrugsdelikte ein vieldiskutiertes Thema. Keine Angst, liebe Anhänger der nagelnden Klapper-Wärmekraftmaschine nach Art des des Rudolf Diesel: das Teil wird nicht aussterben. Aber ganz sicher gibt es für verschiedene Arten der motorgetriebenen Fortbewegung bessere Antriebsgerätschaften. Egal, ob Hybrid, Benzin, Elektro oder Wasserstoff: Alle benötigen in leichten Fahrzeugen weniger Aufwand zur Reduktion der Schadstoffemissionen, die beim Fahren nunmal entstehen, als ein Dieselmotor. Andersrum ist der Diesel unschlagbar, wenn das Gefährt mal 3, 4 oder mehr Tonnen auf die Waage bringt. Das wird auch für 2018 und viel, viel später gelten. Allerdings wird am 22. Februar 2018 das  Bundesverwaltungsgericht entscheiden, ob Dieselfahrverbote auf Grundlage des aktuell geltenden Rechts machbar sind. Je nachdem, wie die Entscheidung ausfällt, wird sich das Diesel-Geschäft wieder beleben oder weiter abschwächen.
  2. Elektromobilität. Immer noch sehr, sehr zögerlich gehts voran. Ein paar Hybridautos zum Aufladen (PlugIn-Hybrid), ein paar Tesla, einige BMW i3, wenige i8. Aber langsam werden es mehr. Den i8 durfte ich selbst erleben: gegen das Auto spricht ja ausser den bescheuerten Drehflügeltüren ja schon fast gar nix, wenn man das nötige Kleingeld für die Anschaffung hat! Mein lieber Mann, macht das Ding Spaß! Bei durchaus vertretbarem Verbrauch. Eine oder zwei Nummern kleiner bzw. weniger Leistung und dafür bitte unter 50000€ Anschaffungswert – hui, da würde aber was losgehen. Auch ohne die unsäglich furchtbare
  3. Dieselprämie, Abwrackprämie oder wie findige Marketingleute die neue Form der Verkaufsförderungsprämien der Hersteller nennen. So ein Schmarrn. Alle wissen, dass die Listenpreise viel zu hoch sind. Warum werden die nicht zurückgefahren? Dann würden die Restwerte bei Gebrauchtwagen auch wieder in realistische Verhältnisse kommen. Es gibt ja schon fast kein Auto mehr, dass nach etwas mehr als 3 Jahren, nach der Garantiezeit, mehr als die Hälfte des ursprünglichen Listenpreises inkl. Zubehör wert ist. Zurückrudern, bitte!
  4. Downsizing. Eine der wenigen Punkte, in denen die Automobilindustrie tatsächlich kleine Brötchen bäckt: die Hubräume und Zylinderzahlen der Motoren sinken, dafür steigt der Druck von den fast überall verbauten Turboladern und von der Hochdruckeinspritzung. Alles höchst komplizierte Technik, die auch der Wartung bedarf, zusätzliche Technik hinterher erfordert (Partikelfilter zukünftig auch für Benziner notwendig) und wodurch möglicherweise das Gesamtpaket „Auto“ nicht zuverlässiger oder langlebiger wird.
  5. Motorleistung wird mehr, mehr und mehr. Warum? Klar, ein Zweitonner-SUV  bewegt sich mit 100PS nicht besonders gut. Aber warum braucht jedes normale Familienmittelklassegefährt 500Nm Drehmoment und 200PS? Ist das wirklich notwendig – oder kommt es einfach daher, dass ein Hersteller dann viel, viel mehr Geld verdient? Wenn man schon die größere Maschine fährt, dann dürfen ja Ledersitze und Navigationssystem nicht fehlen. Das ist „uns“ Verbrauchern schon was wert. Da kommt ja gleich der nächste Punkt, die sogenannte
  6. Connectivity. Jetzt gäbs ja diesen Blog auch nicht ohne dieses Internet. Darum wärs blöd, jetzt auf die ganze Onlinegeschichte zu schimpfen. Unter sinnvoller Connectivity im Auto verstehe ich genau maximal drei Funktionen: Freisprechanlage, Audiostreaming und Ansage/Anzeige von Navigationsdaten. Und nicht mehr! Der wichtigste und eigentlich einzig relevante Bildschirm im Autoverkehr ist die Windschutzscheibe, da soll und muss rausgeschaut werden! Der Fahrer soll sich gefälligst um die Bedienung des Autos kümmern, und nicht sich mit irgendwelchen Wischkastlaktionen beschäftigen. Wenn jetzt einer sagt, es wäre ihm im Stau ohne die Unterhaltungselektronik langweilig, dann entgegne ich: genau wegen solcher Deppen wie Dir entsteht überhaupt erst so mancher Stau! Hat zu tun mit der
  7. Achtsamkeit. Wenn man mit dem Auto fährt, dann sollt man sich doch bitte darauf konzentrieren. Das fehlt bei immer mehr Autofahrern und wird nur zum Teil von elektronischen System wie Spurhalteassistent, Notbremsassistent etc. übernommen. Ein kleines Beispiel: wenn auch der dritte, vierte oder fünfte wartende Fahrer an der Ampel auf ebendiese achten würde und nicht auf den „Kevin-an-Bord“ Aufkleber am Fahrzeugheck vor ihm, dann könnte er sich schon fahrfertig machen, wenn die Ampel umschaltet. Das spart ein paar Sekunden – und durch so eine kleine Änderung  insgesamt würde der Verkehr viel, viel flüssiger werden. Solche Situationen gibts es viele. Einfach ein bissl mehr bei der Sache bleiben!
  8. Fairness. Aus verschiedenen Gründen will ich das nicht an selber erlebten Beispielen festmachen, sondern an einem Beispiel, das auch durch die Presse ging: Der Automobilhersteller Volkswagen kündigt als Marktführer alle Händlerverträge. Und kündigt gleichzeitig an, dass die Partner zukünftig mit weniger Standards belegt werden, sondern sich noch mehr um den Kundenkontakt kümmern sollen. Ist das fair gegenüber denjenigen Händlern, die riesige Investitionen und Grundstücke und Bauten getätigt haben? Bestimmt trifft das keine Hartz 4-Gefährdeten, aber dennoch eine ziemliche Sauerei, wie da mit „Partnern“ umgegangen wird, von einer überlegenen Hersteller-Situation aus. Darum gibt es auch die
  9. Geplante oder künstliche Obsolenz. Wird immer noch und immer wieder abgestritten. Ich will jetzt gar nicht von elektronischen Bauteilen reden (wer weiss eigentlich, wie lange die Industrie eine Sorte „Chips“ produziert?), die vermutlich verhindern werden, dass ein im Jahr 2017 ausgeliefertes Fahrzeug zum fahrfähigen Oldtimer wird. Ein ganz einfaches Beispiel: der Korrosionschutz der Karosserie. Man schafft es mittlerweile ziemlich hersteller-übergreifend, dass ein 12 Jahre altes Auto zumindest von aussen betrachtet noch richtig gut aussieht. Aber gleichzeitig sind bei dem gleichen Gefährt in einem Alter von 15 Jahren die Federnbeindome dermassen rostzerfressen, dass eine mögliche Reparatur den Zeitwert bei weitem übersteigt. Zum Wert eines Autos überhaupt muss ich denken an
  10. SUV. SportUtilityVehicle sollte die Abkürzung mal bedeuten, als weichgespülte Geländewagen zuerst – wie könnte es bei einer Modeerscheinung denn anders sein – in den USA der große Renner wurden. Viele Jahre und zwei Modellgenerationen lang habe ich selbst ausschliesslich und mit Begeisterung einen der Urväter dieser Fahrzeuggattung gefahren – sieben oder acht verschiedene Toyota RAV4 ’s. Die Autos waren super, auch im nicht allzu schwerem Gelände zu gebrauchen, mit Schutzplanken an der Karosserie einfach praktisch, innen notfalls abwaschbar und das Gefährt halt richtig belastbar mit reichlich Fahrspaß. Als es dann losging mit partikelgefilterten Hochleistungsdieselmotoren und Niederquerschnittreifen, habe ich für mich keinen Sinn mehr an so einem Auto gesehen/gefunden. Jetzt ist es ja richtig schlimm: Autos, die höher sind als nötig und damit ein schlechteres Kurvenfahrverhalten und weniger Fahrsicherheit haben, als das mit einfachsten Konstruktionsmitteln möglich wäre, die lediglich mit Frontantrieb lieferbar sind, die mehr Kraftstoff verbrauchen als ein gleichviel Platz bietender Kompaktwagen, die weniger Platz bieten als ein gleich langer Van/Kleinbus – alles das sind „SUV“. Manche mehr, manche weniger optisch gelungen. Die meisten ziemlich sinn- und nutzlos. Aber halt einfach modisch „in“ und darum wird’s gekauft. Scheinbar gehts uns ziemlich gut. Wirklich schade in diesem Zusammenhang: die echten Geländewagen sind am Absteigen. Es gibt auch nur noch wenige – ein paar LandRover/RangeRover (schonmal mit englischer Elektrik zu tun gehabt? Ich sag nur: Lucas – der Erfinder der elektrischen Dunkelheit), die Jeeps (die immer noch sehr, sehr cool sind) und ein paar seltene Mitsubishi Pajero und Toyota LandCruiser – sehr viel mehr ernstzunehmende Offroader gibts heute gar nicht mehr zu kaufen. Wer sein Auto zum Arbeiten braucht, kauft sich scheinbar auch in good old Europe heutzutage einen
  11. Pickup. Immer mehr Hersteller bieten einen an. Wobei: ein Nissan wird auch als Renault und als Mercedes verkauft. Oder ein Fiat ist in Wirklichkeit ein Mitsubishi. Interessiert das die Kunden wirklich nicht? So scheint es zu sein. Die Entwicklung geht hier auch klar in Richtung „Lifestyle“ und – mir wird schlecht – Connectivity.  Nicht abzusehen, ob das zu einer wirklich größeren Verbreitung führt – durch die Form und Größe der Fahrzeuge werden bestimmte Nutzergruppen automatisch abgehalten. Glaube ich. Auch in diesen Autos gehts los mit
  12. Infotainment. Wenn man für etwas schon nichtmal mehr eine deutschsprachige Bezeichnung finden kann, dann wirds Zeit darüber nachzudenken, ob man das braucht. In Wikipedia steht dazu: „Unter Infotainment (Kofferwort aus dem englischen information und entertainment) versteht man den Teil eines Medienangebotes, bei dem die Rezipienten gezielt sowohl informiert als auch unterhalten werden sollen. “ Aha. Und das Ganze im Auto. Information: Wichtig sind Verkehrsnachrichten. Unterhaltung: kann ich mir während der Fahrt nur durch  Musik in vernünftiger Lautstärke vorstellen. Hängt alles direkt zusammen mit der Connectivity. Meistens in Verbindung mit einem
  13. Touchscreen. Bildschirm. Oder Wischkastl fürs Auto. Das, wenn unser Gesetzgeber recht hat, viel weniger vom Geschehen auf der Fahrbahn ablenkt als ein Smartphone. Weil ein eingebautes Navigations- und/oder Infotainmentsystem darf man während der Fahrt bedienen.  Meiner Meinung nach lenkt das genauso oder sogar noch stärker ab, weil man es im Alltag weniger oft bedient und dadurch immer auf dem Bildschirm nach dem nächsten Schritt suchen muss. Bitte nicht falsch verstehen: ich bin gegen die Nutzung von Smartphones im Auto – das ist gefährlich! Ich finde aber, die anderen Bildschirme lenken genauso ab. Wenn mittlerweile auch die Instrumentenanzeigen als Bildschirm ausgeführt werden und in vielen Bereichen frei konfiguriert werden können, stelle ich mir folgende Situation vor: Der Fahrer ist auf einer langen Strecke unterwegs. Den Bildschirm vor sich bedient er vom Lenkrad aus. Er hat eine neue Einstellung gefunden, bei der er die Farbe , die Optik besonders schön findet. Jetzt sieht er eine Tankstelle mit besonders günstigen Angebot und sucht auf seinem Bildschirm nach der Tankanzeige – die er nicht findet und dadurch schon wieder mehrere Sekunden vom wirklich wichtigen Verkehrsgeschehen abgelenkt ist. Kann so vorkommen? Ich glaube schon. Man könnte aber auch einfach beim fest eingebauten Instrumentenbord mit echter 3D-Darstellung bleiben.
  14. Kein Tempolimit: diese speziell deutsche Regelung wird auch in der Regierungsbildungskrise kein einziges Mal angesprochen. Ist das wirklich eine so heilige Kuh? Naja, meist gilt auf der Autobahn ja ohnehin ein tageszeitabhängiges, baustellenbedingtes, staubedingtes, wetterabhängiges oder sonstwie begründetes Limit.
  15. Ach ja, Autobahn: weil die Österreicher gegen die deutsche Maut in Brüssel Einspruch eingelegt haben, kommt die Maut ohnehin frühestens 2019. Oder noch viel später. Wir sind als Industrienation einfach nicht in der Lage, ein paar Plaketten zu drucken.
  16. Autonomes Fahren und Digitalisierung: es gibt schon Autos, die viel mehr können, als sie dürfen. Im letzen Moment doch noch bremsen oder den entscheidenen Ruck am Lenkrad – das gibts tatsächlich schon. Und funktioniert, wenn Kamera und Radarsensoren freie Sicht haben. Die fallen aber beim ersten ernsthaften Schneefall aus – und warnen den Fahrer per Blinkzeichen. Hoffentlich ist der dann nicht ganz so gut dran gewähnt, dass er vergisst, entsprechend zu handeln. Bei einem Stauassistenten sähe das Ganze dann gar nicht gut aus. Bei aller Technik legt niemand ernsthaft Wert darauf, Staubildung frühzeitig zu erkennen und mittels Verkehrsleitsystemen weitgehend zu vermeiden, Da geht noch mehr, vor allem, wenn das Gefährt ohnehin Online verbunden sein wird (E-Call ab April 2018 Pflicht für neue Modelle) und jede Bewegung des Autos aufzeichnet. Ohnehin gibt es, nochmal Digitalisierung, bald z.B. einen Einparkvorgang ohne Gepiepse, Lenkunterstützung oder Kamerabild bald wohl nur noch bei
  17. Oldtimern. Bei vielen Leuten scheint die Sehnsucht nach selbst beherrschbarer und ursprünglicher Automobiltechnik immer noch größer zu werden. Da kann und will ich mich selbst nicht ausschliessen. Engagierte Fahrer interessieren sich oft für die Traumautos ihrer Jugend – allerdings preislich mittlerweile oft genauso weit von der „Leistbarkeit“ entfernt sind, wie das damals war. Oder die Generation der Autos der Eltern – bei der das Beherrschen der Technik noch im Vordergrund steht und jede Fahrt einen ganz besonderen Genuss darstellt. Das kann sich die Generation „Carsharing“ aber wahrscheinlich nicht vorstellen – aber ohne Veränderung gehts halt nicht voran! #imagautos – ganz bestimmt auch über 2018 hinaus !
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Trickser oder Genie – und wer glaubt was

Diesel Skandal – warum haben wir da nicht eher was bemerkt

Zwischendrin was ganz ohne Hybridsystem: der Diesel-Diskussion kann man seit Monaten kaum entkommen. Wer hat wann und wo wen betrogen, wer hat nicht kontrolliert oder falsche Richtlinien angewandt, wer ist böse, wer ist ein Opfer geworden …

Jetzt sollen sich die (deutschen) Autohersteller auch noch abgesprochen haben. Liebe Presse: glaubt ihr wirklich, die Hersteller sind untereinander so zerstritten, dass die nicht miteinander reden? Ein Mitarbeiter von Audi redet im Biergarten nicht mit seinem BMW Kollegen und tauscht sich mit ihm aus? Ja? Dann seid ihr noch wesentlich weiter weg von der Alltagswelt, als ich das ohnehin schon befürchtet hab. Sogar Autohändler reden miteinander, stellt euch das mal vor!

Abgesehen davon kommt alles so nach und nach auf den Tisch: ja, auch der Daimler kann per Softwareupdate nachbessern. Und gibt damit zu, dass nicht alles so ganz optimal aufeinander eingestellt ist. Ja, was ist denn jetzt los? Ein paar geänderte Programmierzeilen sorgen also für weniger NOx Ausstoss ohne sonstige Nachteile? Wer das glaubt, sucht bestimmt auch im Frühwinter nach fliegenden Rentieren.

Was mich wurmt: eigentlich wissen wir das seit über 10 Jahren. Warum und woher? Anfang der 2000er Jahre kam ein neuer Produktmanager/Entwicker zu TME (Toyota Motor Europe), der eine ganz neue, bis dahin bei Toyota nicht vorstellbare Generation von Turbodieselmotoren eingeführt hat (AD-Motorenfamilie). Das war der erste Toyota-Dieselmotor, der so richtig „geschubst“ hat, wie man das von europäischen Dieseln kennt. Das Ganze dann auch gleich noch mit Partikelfilter und NOx-Redukationskatalysator. Also alles top? Leider nicht ganz: es gab anfangs mit Dieselruss verklebte/zugwachsene Abgas-Rückführventile. (weil das System immer aktiv ist und nicht, wie bei anderen Herstellern und seit kurzem bekannt, bei vielen Umweltbedingungen einfach ausgeschltet wird). Wichtiger und noch mehr im Fokus: der Motor geht genauso gut wie z.B. ein VW- oder BMW-Motor, braucht aber 10-20% mehr Kraftstoff. Was wir natürlich bei unserem Hersteller reklamiert haben. Die Antwort lautete sinngemäss, man könne den Verbrauch nicht weiter reduzieren, ohne die Grenzwerte für den Schadstoffausstoss zu überschreiten. Wie die anderen das können, hat man leider nicht herausfinden können.

Jetzt, mit den heutigen Kenntnissen über Prüfstands-Erkennungsmodus und weitere illegale Tricksereien, wird das schon nachvollziehbar. Aber wir sind auch überhaupt nicht auf die Idee gekommen, dass die Wettbewerber einfach schlau bescheissen.

Anstatt ein Eingeständnis abzugeben, dass man möglichst billige Technik verwendet hat, um den eigenen Gewinn zu maximieren, erzählt man dem Verbraucher jetzt, dass man per Softwareupdate eine erhebliche Verbesserung der Motorverhaltens erzielt. Aha. Ohne Nachteile für Rest des Motors. Soso. Ohne Erhöhung des Kraftstoffverbrauchs – HAHA!!

Einem Hersteller hat man schon nachgewiesen, dass im Rahmen des Softwareupdates auch die Verbrauchsanzeige des Bordcomputers so rekonfiguriert wird, dass wieder der gleiche, niedrige Verbrauch wie zuvor angezeigt wird – tatsächlich an der Tankstelle aber mehr pro Kilometer nachgefüllt werden muss.

O wie groß ist die Verarsche.

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Downsizing. Gut oder gut – und für wen?

Der Begriff wird seit ein paar Jahren in der Autopresse immer öfter verwendet.

Downsizing – was bedeutet das?

Es soll aussagen, dass ein neuer Motor die gleiche oder sogar etwas höhere Leistung bei geringerem Hubraum entwickelt. Oft reduziert sich auch die Anzahl der Zylinder im Motor – es sind sogar deutsche „Premiumautomobile“ mit 3-Zylinder-Motor zu haben, wo vor ein paar Jahren standesgemäss noch mindestens ein 6-Zylinder eingebaut war. Gleichzeitig mit der Reduzierung der Motorgröße wird die Aufladung, meist per Turbolader, erhöht.

Was ist der Effekt?

Die Hersteller werben mit Verbrauchs (CO2) – und Schadstoffreduzierungen. Auf dem Papier nachvollziehbar, die Verbrauchswerte laut Angabenverordnung reduzieren sich. Allerdings: in der Praxis ist davon nicht viel zu spüren, das kann man  auch nachvollziehen, z.B. auf www.spritmonitor.de (hier ermitteln viele tausend Autofahrer die tatsächlichen Verbräuche ihrer Autos) . Das liegt meiner Meinung nach daran, dass die Hersteller die Motor – Steuerungselektronik mittlerweile ganz exakt auf die vorgeschriebenen Zyklusfahrten hin optimieren. Für die alltäglichen Fahren leider meist ohne Auswirkung, mache Fahrzeuge haben sogar einen höheren Verbrauch als die direkten Vorgänger.

Mittlerweile wird die Drehmomententwicklung dieser aufgeladenen Motoren so gesteuert, dass der Fahrer im meistens genutzten niedrigen Drehzahlbereich das Gefühl von viel „Motorkraft“ vermittelt bekommt. Bei mehr Leistungsanforderung / höheren Drehzahlen merkt man dann aber schnell, dass auch hier nur mit Wasser gekocht wird – vor allem im direkten Vergleich zu einem guten Saugmotor auf der Straße.

Wie sieht es mit der Haltbarkeit von solch aufgeladenen kleinen Motoren aus? Nun, prinzipiell glaube ich schon, dass die Entwicklungsabteilungen der Autohersteller das Thema im Griff haben und die Motoren technisch halten werden, auch bei hohen 6-stelligen Laufleistungen. Allerdings ist das ganze „Drumherum“ um so einen Motor so kompliziert, aufwendig und damit störanfällig, dass schon relativ kleine Defekte an dem Turboladersystem oder Abgasrückführung den Motor in einen Notlauf mit minimaler Leistungsabgabe zwingen. Solche Reparaturen sind, da sie meist auch ausserhalb der Garantiezeit auftreten, aber dann schnell im 4-stelligen Eurobereich angesiedelt, bei schon relativ geringer Laufleistung – im Vergleich ist sogar ein Akku eines Hybridautos (der bei Toyota bis zu 10 Jahre Garantie hat) günstig. Die Hersteller machen auch unverständliche Fehler, so dass z.B. viele VW- und BMW – Motoren mit abgerissenen, weil offensichtlich unterdimensionierten Steuerketten verenden – ganze Internetforen werden mit dem Thema gefüllt. Manche meinen gar, die Hersteller machen die ganzen Dinge mit der Reduzierung der Dauerhaltbarkeit, um den Umsatz und die Absatzzahlen auf dem hohen Niveau zu halten.

Gibt es Alternativen ? Ja, aber relativ wenige: Es gibt ein paar Benzin-Saugmotoren, die mittels spezieller Verbrennungsverfahren und hohen Verdichtungen bessere Effizienz versprechen. Ansonsten und vor allem bei allen Dieselmotoren bleibt den Herstellern derzeit kein anderer Ausweg. Ausser ein Vollhybridsystem wie bei Toyota: das arbeitet mit relativ anspruchslosen Benzinmotoren, die nur in einem gewissen Drehzahlbereich arbeiten müssen (kein unter- oder zu hochtouriges Fahren) und in diesem Bereich auf maximale Effizienz getrimmt werden.

Wie gehts weiter, vielleicht mit einer Kombination aus Downsizing und Hybridantrieb? Man darf gespannt bleiben.

Ein ganz besonderer Saft. Motoröl.

Im besten Fall kostet es einfach nur einiges, viel oder sehr viel Geld beim Ölwechsel.

Es kann aber auch sein, dass man sich als Autofahrer – je nach Anspruch des Autos – regelmässig und intensiv darum kümmern muss:

Das Motoröl. Was hat es überhaupt für Aufgaben?

Es muss Schmieren, klar. Die beweglichen Teile in Motoren bewegen sich mit sehr hoher Geschwindigkeit in äußerst engen Toleranzen. Die Additive zur Reibungsreduzierung im Motoröl bilden eine dünne, aber extrem belastbare Schicht, so dass sie problemlos übereinander gleiten können. Ohne diese Schutzschicht würde sich der Motor aufgrund der Reibung überhitzen und festfressen.

Öl muss Abdichten
Obwohl die Toleranzen z.B. zwischen Kolben und Zylinderwand extrem eng gehalten werden, entsteht ein winziger Spalt. Das Öl trägt dazu bei, diesen Spalt zu verschließen, und sorgt damit für die Aufrechterhaltung der Kompression und somit der Motorleistung.

Öl muss Kühlen
Eine weniger bekannte, aber ganz entscheidende Funktion des Motoröls ist seine Kühlfunktion. Es leitet die Wärme aus den heißeren Motorbereichen ab.

Öl reinigt den Motor von innen
Die im Öl enthaltenen Reinigungsadditive tragen dazu bei, die Bildung von Ablagerungen auf heißen Flächen zu verhindern. Dadurch bleibt der Motor innerlich länger sauber.

Öl schützt vor Rost
Ja, klar. Die Brennvorgänge im Motor erzeugen Säuren, die zu Rost und Korrosion führen können. Motoröl enthält spezielle Additive, die in der Lage sind, diese Säuren zu neutralisieren und damit Rost und Korrosion zu beseitigen.

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Kann man da alles nehmen? Geht das billige vom Baumarkt  – ein Liter 3 € -, oder muss es das von der Tankstelle zum fast zehnfachen Preis sein?

Worauf kommts überhaupt an?

Wie so oft, gibt es keine pauschalen Antworten. Hängt immer von den Anforderungen ab.

Baumarktöl muss nicht immer schlecht sein, aber das billigste wird sicher nicht die hohen Anforderungen erfüllen, die an ein PKW-Öl heutzutage gestellt werden.

Ich war vor ein paar Monaten bei einem richtigen „Motorölseminar“ und muss zugeben, dass ich 25 Jahre lang immer nur Halbwissen verkauft habe – obwohl ich immer noch nicht behaupten möchte, jetzt ein Spitzenexperte zu sein.

Der Bereich ist unglaublich umfangreich, was es da alles zu beachten gibt!

Ein paar Beispiele:

Die Viskositätsangaben auf den Ölflaschen, gemeinhin als bekanntestes Merkmal. Diese Klassen werden bereits seit 1911 (!!) von der SAE( = Society of Automotive Engineers) beschrieben. Zum Beispiel 10W40: Der erste Wert „10“ beschreibt die Viskosität bei einer Kaltstart-Temperatur von -18°C, W bedeutet einfach „Winter“, der Wert „40“ beschreibt die Viskosität bei einer Temperatur von 100°C. Jetzt kommt das erste Problem: das sagt jetzt eben gar nichts darüber aus, ob das Öl z.B. bei -25°C (könnte schon mal vorkommen, oder?) überhaupt noch schmierfähig ist  – ebenso wenig darüber, ob bei Temperaturen im Motor von 150°C, wie sie bei modernen Motoren öfter der Fall sind, eine ausreichende Hochtemperaturschmierung möglich ist.

Ein großer Unterschied besteht, trotz gleicher Viskositätsangaben, zwischen PKW- und LKW-Ölen: der besteht in der unterschiedlichen Art und Weise, wie Notlaufeigenschaften z.B. beim Kaltstart sichergestellt werden. Die Technik beim LKW stellt hier ganz andere Anforderungen wie im PKW – und die Zusätze, die im LKW-Öl gute Arbeit leisten, können sehr schnell einen Partikelfilter im PKW zerstören!

Apropos Partikelfilter: zwei ansonsten sehr ähnliche Motoröle können mit den sogenannten „C“-Spezifikationen (C1, C2, C3, ..) oder eben auch ohne hergestellt werden. In einem dafür ausgelegten Benzinmotor leisten beide gleich hervorragende Dienste, in einem modernen PKW-Dieselmotor mit Rußpartikelfilter kann das Öl ohne „C“-Klassifizierung großen Ärger anrichten: Das C-Öl verbrennt Aschearm (oder -frei), im anderen Fall wird Asche abgelagert, die eben Partikelfilter und Abgasrückführung zerstören kann. Andererseits kann ein teures „C“-Öl völlig ungeeignet für einen anderen Motor, insbesondere Young-oder Oldtimer sein und hier den Motor zerstören, also Vorsicht!

Bei uns gibts Original-Öle von Toyota, die „TGMO“ (Toyota Genuine Motor Oil) genannt werden.

100% gestestet und passend für Toyota. Selbstverständlich auch hier ganz verschiedene Anforderungen, für die es unterschiedliche Produkte gibt.

Alle Original Toyota-Motoröle erfüllen nicht nur die international anerkannten Standards von API (American Petroleum Institute) und ACEA (Association des Constructeurs Européens d’Automobiles), sondern darüber hinaus strengere Anforderungen an Qualität und Leistungsfähigkeit. Toyota führt Tests an aktuellen Fahrzeugen und Bauteilen durch, so dass die Öle mit optimalen Qualitätsmerkmalen ein Höchstmaß an Leistungsfähigkeit sicherstellen.
Die TGMO-Reihe umfasst alle Arten von Motorölen, vom Hochleistungsöl bis zum Universalöl, vom Mineralöl bis zum Synthetiköl.Von super-sicher bei heissem Einsatz mit Höchstgeschwindigkeit bis super(Diesel)-Kraftstoff-Sparend. Und preiswert sind sie auch noch, viel günstiger als an der Tankstelle! Sogar ein Nachfüllpack mit Handschuhen, Tuch und Trichter ist erhältlich.

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Natürlich haben auch andere Hersteller gute Öle. Es muss halt ganz einfach sichergestellt werden, dass das Öl zum jeweiligen Motor und auch Einsatz passt.

Wer noch viel, viel mehr und auch chemische Hintergrundinfos haben will, sollte das hier mal lesen:

http://www.castrol.com/liveassets/bp_internet/castrol/castrol_switzerland/STAGING/local_assets/downloads/a/ABC_D_Mai_2009.pdf

Warum haltet Ihr uns für blöd?

Liebe Mineralöler oder Benzinverkaufsfuzzis,

wie immer ihr Euch auch nennen mögt:

Sagt mal, warum haltet Ihr uns denn für so blöd?

Meint Ihr ernsthaft, dass Euch irgendjemand glaubt, ein täglicher (!!) Spritpreisunterschied vom Morgen zum Abend von 15 Cent je Liter wäre durch irgendwas gerechtfertigt?

Der „Materialanteil“ liegt je etwa bei 70 Cent je Liter, schwankt also der Ölpreis um über 20% am Tag? Wollt Ihr das behaupten?

Oder der Dollar, Kursverschiebungen könnten ja auch schuld sein. Der Dollar müsste also am Morgen mehr wert sein wie Abends. Meistens, jedenfalls, derzeit.

Oder sinds die Transportkosten? Bekommen die Fahrer am Wochenende weniger Geld? Oder wird die Spätschicht mal besser und mal schlechter bezahlt?

Oder liegt daran, dass ihr schamlos und schonungslos dann abkassiert, wenn sowieso getankt werden muss – und in der restlichen Zeit zum normalen Preis zurückkehrt?

Mal nachgedacht: Würdet ihr beim einem Bäcker einkaufen, der seine Ware jeden Wochentag zu ganz unterschiedlichen Preisen anbietet? Es würde doch niemand am Donnerstag eine Breze für 15 Cent kaufen und am Wochenende für einen Euro – jeder ginge dann zu einem Bäcker, der immer einen vernünftigen Preis anbietet.

Aber da habt Ihr uns Verbraucher ja ganz schon gut erzogen, über die Jahre hinweg. Und Eure Taktik mit den Hochs und Tiefs ändert Ihr auch unregelmäßig, damit sich keiner drauf einstellen kann. Ganz schön schlau. Glaubt Ihr das wirklich?

Haltet Ihr uns Verbraucher für so blöd? Behaltet Euch Eure Sammelpunkte und steckt das Geld für die Flyer in vernünftige Produkte, schaut zu, dass weniger Ablagerungen vom Bio-Anteil im Diesel in den Fahrzeugen bleibt. Das wär doch mal eine Herausforderung! Oder eine zusätzliche Anzeige an der Preistafel: „Letzte Preisänderung vor 72 Stunden“. Als Qualitätsmerkmal.

Leider brauchen wir Euch. Noch. Ich hoffe drauf: Wasserstoff kaufen wir mal nicht bei Euch, wenn es soweit ist. Und Strom auch nicht.

Außer, Ihr behandelt uns jetzt mal ordentlich. Fragt uns doch mal, was wir wollen und handelt danach!

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Womit am Besten fahren?

Welchen Antrieb werden Autos zukünftig haben? Kommt darauf an, wen man fragt. Journalisten, Entwicklungsingenieure, Autohersteller, Wissenschaftler – jeder hat seine eigene Meinung.

Die allermeisten Hersteller haben keinen bezahlbaren, keinen gut funktionierenden oder gar keinen Hybridantrieb im Programm – und setzen auf die Verbesserung von
Diesel- oder Benzinmotoren.

Das macht Toyota auch, aber kann zusätzlich die absolut ausgereiften, top-
zuverlässigen Hybridaggregate anbieten. Der Prius war der Vorreiter und ist in der dritten Modell-Generation verfügbar, mittlerweile gibt’s mit dem Toyota Vollhybridantrieb auch den Yaris, den Auris, ganz neu den Auris
TouringSports als Kombi, den 7-sitzigen Prius+ , die Lexus-Modelle und den Prius PlugIn – den man an der Steckdose aufladen kann und der dann für die allermeisten Strecken genug elektrische Energie an Bord hat, so dass der Verbrennungsmotor gar nicht mehr anspringen muss.

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