Service, Inspektion und Co. – notwendig oder Geldschneiderei?

Jeder Autofahrer kennt es: Das kleine Heftchen im Auto, in dem die durchgeführten Kundendienst (Inspektions-)- und weitere Servicearbeiten an jeweiligen Fahrzeug mit Stempel dokumentiert werden.

IMG_3401

„Scheckheftgepflegt“ gilt bei Gebrauchtwagen oft als werterhöhend, zumindest als erwünscht.

Was ist da dran?

Helfen die nach den Vorgaben des Herstellers ausgeführten Servicearbeiten wirklich, die Betriebssicherheit zu gewährleisten?

Und wie ist das mit der Garantie?

Grundsätzlich sind zwei Aspekte zu unterscheiden:

Die Technik und die Wirtschaftlichkeit.

Jeder, der sich dafür interessiert und mit seinem GMV (gesunder Menschenverstand) darüber nachdenkt, dem ist klar, dass bei einem Verbrennungsmotor und dem Fahrgestell eines Autos einige Teile einem natürlichen, teilweise sogar gewollten (die Bremse z.B. funktioniert – ausser bei Hybrid-bzw. Elektrofahrzeugen – ausschliesslich durch Reibung von Teilen aneinander) Verschleiss unterliegen und entsprechend – in unterschiedlich langen Intervallen -ausgetauscht werden müssen. Das betrifft zum Beispiel das Motoröl, Filter für Ansaugluft und Innenraumluft, Kühlmittel für Klimaanlage und Motor, Hydraulikflüssigkeit zur Übertragung von  Brems- und Motorkraft und vieles andere mehr.

Dies sollte am allerbesten eine Vertragswerkstatt des entsprechenden Fahrzeugherstellers, aber natürlich auch eine sorgfältig arbeitende und gut organisierte Freie Werkstatt wissen. Entsprechende Informationen liegen EDV-technisch aufbereitet zwar nicht kostenlos, aber ohne grössere Schwierigkeiten zugänglich auch im Internet vor.

Hier gibt es schon den ersten wesentlichen Unterschied zwischen gut informierter Werkstatt und – egal wie kompetent – selber machen:

Im Laufe eines Produktlebenszyklus stellen sich beim PKW manchmal Dinge als wartungsbedürftig oder wenigstens zur Überprüfung notwendig erst dann heraus, wenn viele tausend Fahrzeuge im richtigen Einsatz unterwegs sind. Diese Informationen bekommt aber der „Selbermacher“ nie und geht so das Risiko ein, durch kleine, fehlende Handgriffe die Lebensdauer, Zuverlässigkeit oder im schlimmsten Falle sogar die Sicherheit seines Autos nicht auf dem aktuellen Stand zu haben.

Sehr wahrscheinlich also: Im besten Fall kostet das Selbermachen nur zusätzlich Geld, weil Teile kaputtgehen, die bei entsprechender Einstellung oder vorbeugender Untersuchung länger halten könnten. Oder vielleicht weil falsche, schlecht passende oder schlecht funktionierende Teile verwendet werden. Oder falsches Öl. Oder, oder.

Wirtschaftlichkeit und Technik kommen zusammen: Reparaturen werden minimiert und dadurch Kosten gespart.

Wer ein neues Fahrzeug hat und es innerhalb der Garantiezeit wieder verkauft, der ist fein raus? Im Prinzip ja. Allerdings wird ein Fahrzeug, das keine entsprechende Wartungshistorie hat, im Vergleich zu einem vom Vertragshändler gepflegten Auto einen wesentlich höheren Wertverlust erleiden, als die durch Kosten für die Inspektion gespart wurde. Warum? Demnächst hier.

Warm, wärmer, Autoheizung. Und schnell solls gehen.

Wer ins kalte Auto einsteigt und keine Standheizung hat, will natürlich möglichst schnell eine angenehme Temperatur im Innenraum.

Aber ganz egal, ob die Heizung manuell gesteuert wird oder ob eine Klimaautomatik für die Wohlfühltemperatur sorgt:

Es bringt nichts, den Heizungsregler bei kaltem Motor auf ganz maximale Temperatur zu stellen.

Erst wird das Wasser für den Motor aufgewärmt, dann erst öffnet das Thermostat und auch die Heizung bekommt von der Wärmeenergie  etwas ab.

DSCF8332

Die Klimaautomatik (oder automatische Heizungsregelung) macht das selbsttätig:

Das Gebläse wird erst dann auf höhere Leistung gebracht, wenn die Temperatur im Wärmetauscher des Fahrzeugs hoch genug ist, um den Innenraum effektiv zu erwärmen. Es bringt daher auch nichts, die Temperatur bei kaltem Motor höher einzustellen: er wird deswegen nicht schneller warm.

Also bei der Klimaautomatik die Temperaturregelung einfach immer auf „Wohlfühltemperatur), meist zwischen 20 – 23 °, einstellen.

28° oder mehr würde man mit  dicker Kleidung ohnehin nicht aushalten 😉

Noch wichtig: wenn eine Klimaanlage vorhanden ist, sollte diese auch im Winter immer wieder mal laufen. Zum einen funktioniert damit auch die Beschlagentfernung wesentlich besser und zum anderen wird die Zuverlässigkeit und der Anlage erhöht, wenn das im System befindliche Kompressoröl immer wieder mal durch die Leitungen gepumpt wird und damit die Dichtungen/O-Ringe geschmeidig hät. Das sichert auf längere Zeit die Dichtigkeit der Klimaanlage.

Was benutzt wird, funktioniert länger! Gilt auch in vielen anderen Bereichen – technische Dinge, die nur rumstehen, gehen einfach von selbst kaputt.

Im Prinzip geht alles.

Aber ohne Strom geht nichts. 

Dieser Spruch gilt auch für das Auto – und hier im speziellen für die Starterbatterie, ohne die einfach gar nichts geht.

Moderne Batterien sind weitgehend wartungsfrei – haben aber dennoch kein ewiges Leben. Ganz im Gegenteil, durch immer mehr Elektronik im Auto sind die Stromspender stark belastet und geben oft schon nach wenigen Jahren den Geist auf.

Auch die Überprüfung der Akkus wird immer aufwendiger: ein einfaches Messen der Spannung reicht schon lange nicht mehr aus, um zu beurteilen, ob die Startsicherheit in der nächsten Zeit gegeben sein wird.

Hier mal der Ablauf eines ordentlichen Batterietests:

Erstmal muss klar sein, wo die Batterie eingebaut ist. Ein Profi weiß das, kann aber bei verschiedenen Fabrikaten auch schon mal ins Grübeln kommen. Eventuell müssen diverse Verkleidungen und/oder Abdeckungen demontiert werden.

Dann muss der Typ der Batterie erkannt und die Typangabe entschlüsselt werden. Es gibt zum Beispiel die Kapazitätsangaben in CCA, JIS, DIN, SAE, IEC oder EN-Norm. Die Angabe ist irgendwo auf der Batterie zu finden.

DSCF8297

In diesem Fall also JIS 115D31L.

Jetzt kommt 1500.- Euro teures Spezial-Testgerät zum Einsatz. Hier wird sofort nach dem Anschliessen die aktuelle Spannung angezeigt.

DSCF8298

Den korrekten Code eingeben, und die Temperatur der Batterie messen – das ist wichtig zur Kalkulation der Startleistung des Akkus.

DSCF8300

Der Test läuft an.

DSCF8302

Ein nicht ganz korrekte Funktion wird festgestellt.

DSCF8301

Zur Kontrolle müssen die Scheinwerfer eingeschaltet werden (das Gerät erkennt das), dann wieder ausgeschaltet – und ein erneuter Test erfolgt.

DSCF8303

Ergebnis: obwohl die Batterie ausreichend geladen ist, muss sie in diesem Fall für sichere Starteigenschaften erneuert werden.

DSCF8306

Der Ladezustand wäre ja noch in Ordnung – aber die Leistung wird nicht mehr reichen .

DSCF8305

Das Ergebnis kann gespeichert und auch ausgedruckt werden.

Das Ganze erledigen wir zu fast jeder Zeit und kostenlos.

Nicht ganz uneigennützig: Wir kommen auch am Wochenende, Feiertags oder Nachts zu unseren netten Kunden, wenn sie ein Problem haben. Wenn wir auf diese Art sicherstellen können, dass kein Auto startunfähig liegenbleibt – können wir auch im Bett liegenbleiben. Und allen geht’s besser.

Eben besser bewegt.

App und zu wundert man sich

IMG_3109Was es nicht alles gibt.

Eine Spritspar-App von einem Chemieunternehmen fürs Smartphone – auch im Internet zuhause kann man das Ding probieren. Was soll man jetzt davon halten?

Ich habs natürlich getestet.

Bisher keine Bewertung vorhanden. Hmm, obwohl darauf ja auch kein Verlass ist, doch ein komisches Gefühl. Ob das was taugt?

Download und Installation waren problemlos.

Jährliche Fahrleistung, aktuellen Spritpreis und Durchschnittsverbrauch des Autos (den kann man realistisch selber angeben oder den prüfstandsermittelten Verbrauch aus einer Fahrzeugliste asuwählen) eintippen – und schon kommts:

Wenn jetzt auf meinem Prius Reifen der Effizienzklasse B statt der Klasse E montiert sind, dann liegt das Sparpotential bei 103.- Euro pro Jahr. Sagt die App. Der Umwelt bleiben 152 kg CO2 erspart – weil ich 65 Liter Sprit einspare.

Und auf der nächsten Seite der App: Wenn die Reifen der Klasse B um 30.- Euro pro Stück teurer sind als die E – Reifen, dann lohnt sich das nach 14 Monaten bzw. 27800 gefahrenen Kilometern. Das find ich jetzt mal interessant. Und dann kan man noch ausrechnen lassen, wieviel man für zusätzliches Gewicht im Auto und den Luftdruck der Reifen ausgibt – bzw. was man durch Optimierung hier noch sparen könnte.

Also doch ein schönes Spielzeug.

Wer es selber probieren will: einfach der der TÜV-geprüften „App.green-mobility“ suchen. Kostet nix und könnte nur was bringen.