Kalt wirds! Tips zur automobilen Überwinterung.

Das macht erstmal in Sachen Automobil fast gar nix aus. Erst dann, wenn man das Auto bei Kälte auch fahren will, sollte man verschiedene Dinge beachten.

2010-12-16 18.38.05

Als erstes und allerwichtigstes die Funktionsfähigkeit. Damit durch Frost keine Schäden entstehen, muss im Kühlwassersystem des Motors ausreichend viel Frostschutzmittel beigemischt sein. Dies kann man an der Tankstelle messen lassen  – …  wenn das noch eine Tanke aus dem vorigen Jahrtausend ist und an der Theke nicht nur eine Bockwurstverkäuferin steht, die auch den Sprit kassiert. Tschuldigung, ich schweife ab. Weiter. Auch die Scheibenwaschanlage sollte genug Frostschutzmittel intus haben. Wenn dann schonmal die Motorhaube offen ist, auch gleich noch den Ölstand kontrollieren und nachsehen, wann der letzte Ölwechsel war – wenn da wieder einer fällig ist, ist jetzt die richtige Zeit! Frisches Leichtlauföl macht dem Motor, dem Anlasser und der Batterie im Winter das Leben leichter.

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Apropos Batterie: wenn das Auto nicht allzu modern ist und seinen Akku irgendwo unter der Rücksitzbank oder im Kofferraum versteckt hat, kann man da auch einen Blick drauf werfen. Einen kurzen Batterietest gäbs auch an der Tan … nein, gibts tatsächlich kostenlos beim FTH (freundlichen Toyota Händler).

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Als zweites die Sicherheit. Weil man auch auch fahren will. Da gibts eine Werbung, die bringt es auf den Punkt: das einzige Sicherheitssystem, das tatsächlich mit der Straße verbunden ist und alle, sämtliche Kräfte beim Beschleunigen, Kurvenfahren, Bremsen und so weiter übertragen muss und kann, sind die Reifen. Wenn ein Auto ein älteres Baujahr hat, wird die Fahrsicherheit nicht automatisch besser. Ein Auto sammelt ja keine Lebenserfahrung. Darum ist es einfach nicht verständlich, dass ältere Autos immer billigere und schlechtere Reifen bekommen – vor allem im Winter! Also bitte: lasst ordentliche Winter-Reifen auf Eurer Auto machen. Die Beratung vom Profi ist meistens kostenlos. Die Profiltiefe der Winterreifen sollte beim Wechsel mindestens 5mm betragen – weil unter 4mm gelten die Reifen, ganz unabhängig von der Markierung und Schneeflockensymbol, zum Beispiel in Österreich nicht mehr als Winterreifen. Man fährt ja auch ein paar tausend Kilometer übern Winter und das verursacht entsprechend Verschleiss – also, darum beim Wechseln mindestens 5mm Profiltiefe. Wer mit den sogenannten „Allwetterreifen“ unterwegs ist (die haben auch M+S – bzw. Schneeflockenmarkierung), sollte sich darüber im klaren sein, dass bei extremen Verhältnissen seine Pneus in Sachen Haftung den Spezialisten nicht das Wasser reichen können. Also im Zweifel vorsichtiger fahren – und ebenfalls mindestens 5mm Profilgummi beachten.

Die Türschlösser: bitte auch dran denken. Ja, ich weiß, kaum jemand sperrt mehr mit dem Schlüssel auf. Aber sollte bei extrem niedrigen Temperaturen die Fahrzeug- oder Schlüselbatterie zusammenbrechen, dann ist es doppelt blöd, wenn auch das Schloss nicht funktionsfähig, weil eingefroren, ist. Im besten Falle wird die Türöffnung dann zeitaufwendig. Kann aber auch richtig teuer werden.

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Das war die Pflicht – als Kür kommen die optischen Angelegenheiten. Wer jetzt den Lack perfekt reinigt und versiegelt, der schützt das Blech nicht nur vor dem Verlust des Glanzes, sondern vermindert auch die Anhaftung von Schmutz und Flugrost. Der Frühjahrsputz geht in ein paar Monaten dann um so leichter. Wenn das Auto schon ein bissl älter ist und der Original-Rostschutz am Fahrzeugboden sich schon verflüchtigt hat, dann sollte man hier nachbessern (lassen). Das Salz im Winter auf den Strassen bedeutet extreme Rostgefahr fürs Blech! Löcher im Boden sieht der Inschenööör bei der Hauptuntersuchung gar nicht gerne. Wer das alles nicht selber machen will oder kann – für den gibts ja immer noch den FTH. Weil die Tankstelle machts vermutlich nicht mehr …

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Im Prinzip geht alles.

Aber ohne Strom geht nichts. 

Dieser Spruch gilt auch für das Auto – und hier im speziellen für die Starterbatterie, ohne die einfach gar nichts geht.

Moderne Batterien sind weitgehend wartungsfrei – haben aber dennoch kein ewiges Leben. Ganz im Gegenteil, durch immer mehr Elektronik im Auto sind die Stromspender stark belastet und geben oft schon nach wenigen Jahren den Geist auf.

Auch die Überprüfung der Akkus wird immer aufwendiger: ein einfaches Messen der Spannung reicht schon lange nicht mehr aus, um zu beurteilen, ob die Startsicherheit in der nächsten Zeit gegeben sein wird.

Hier mal der Ablauf eines ordentlichen Batterietests:

Erstmal muss klar sein, wo die Batterie eingebaut ist. Ein Profi weiß das, kann aber bei verschiedenen Fabrikaten auch schon mal ins Grübeln kommen. Eventuell müssen diverse Verkleidungen und/oder Abdeckungen demontiert werden.

Dann muss der Typ der Batterie erkannt und die Typangabe entschlüsselt werden. Es gibt zum Beispiel die Kapazitätsangaben in CCA, JIS, DIN, SAE, IEC oder EN-Norm. Die Angabe ist irgendwo auf der Batterie zu finden.

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In diesem Fall also JIS 115D31L.

Jetzt kommt 1500.- Euro teures Spezial-Testgerät zum Einsatz. Hier wird sofort nach dem Anschliessen die aktuelle Spannung angezeigt.

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Den korrekten Code eingeben, und die Temperatur der Batterie messen – das ist wichtig zur Kalkulation der Startleistung des Akkus.

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Der Test läuft an.

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Ein nicht ganz korrekte Funktion wird festgestellt.

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Zur Kontrolle müssen die Scheinwerfer eingeschaltet werden (das Gerät erkennt das), dann wieder ausgeschaltet – und ein erneuter Test erfolgt.

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Ergebnis: obwohl die Batterie ausreichend geladen ist, muss sie in diesem Fall für sichere Starteigenschaften erneuert werden.

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Der Ladezustand wäre ja noch in Ordnung – aber die Leistung wird nicht mehr reichen .

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Das Ergebnis kann gespeichert und auch ausgedruckt werden.

Das Ganze erledigen wir zu fast jeder Zeit und kostenlos.

Nicht ganz uneigennützig: Wir kommen auch am Wochenende, Feiertags oder Nachts zu unseren netten Kunden, wenn sie ein Problem haben. Wenn wir auf diese Art sicherstellen können, dass kein Auto startunfähig liegenbleibt – können wir auch im Bett liegenbleiben. Und allen geht’s besser.

Eben besser bewegt.