Jetzt mal ernsthaft zum Fahrspass.

Aaaaalso: ich bin ja der Meinung, die ganzen Presseberichte über den Schmarrn mit Pegida, Islamismus, Griechenland und sonstigen Belanglosigkeiten sollen nur ablenken:

von der Tatsache, dass es keine kleinen Autos mit Heckantrieb mehr gibt, die es auch den niedrigen Volk zu geringen Kosten ermöglichen, Spaß an der automobilen Fortbewegung zu haben!

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Dies wurde vermutlich im versteckten Weltcapitol von der geheimen Weltregierung vor geraumer Zeit beschlossen.

Die haben allerdings nicht damit gerechnet, dass einige wenige Fahrzeuge dieser Art einfach nicht kaputtzumachen sind (Toyota Starlets seien hier allen voran genannt, aber auch etwas ältere Modelle des 3er BMW und andere mehr). Diese werden von ein paar aufrechten lustigen Menschen auch heute noch mit sehr viel Spaß in der Freizeit benutzt. Hauptsächlich findet man diese in Nordeuropa, Skandinavien.

Die Gaudi wird in diversen Youtube-Kanälen verteilt, damit aber nicht zu viele auf den Geschmack kommen und den Bau solcherlei Gefährte fordern, wird von der allgegenwärtigen „Schwindelpresse“ halt intensiv davon abgelenkt, auch mit so seltsamen Sachen wie  „Stangerlautos“ (genannt Formel 1), mit denen ein paar Buben im kreis um die Wette fahren . . . So, wer jetzt alles ernst und bierernst meinen muss, der soll jetzt diese Zeilen gleich wieder vergessen. Und sich das folgende Video mal anschauen, ich meins ja trotzdem ernst.

http://owl.li/Hzgpf

Kalt wirds! Tips zur automobilen Überwinterung.

Das macht erstmal in Sachen Automobil fast gar nix aus. Erst dann, wenn man das Auto bei Kälte auch fahren will, sollte man verschiedene Dinge beachten.

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Als erstes und allerwichtigstes die Funktionsfähigkeit. Damit durch Frost keine Schäden entstehen, muss im Kühlwassersystem des Motors ausreichend viel Frostschutzmittel beigemischt sein. Dies kann man an der Tankstelle messen lassen  – …  wenn das noch eine Tanke aus dem vorigen Jahrtausend ist und an der Theke nicht nur eine Bockwurstverkäuferin steht, die auch den Sprit kassiert. Tschuldigung, ich schweife ab. Weiter. Auch die Scheibenwaschanlage sollte genug Frostschutzmittel intus haben. Wenn dann schonmal die Motorhaube offen ist, auch gleich noch den Ölstand kontrollieren und nachsehen, wann der letzte Ölwechsel war – wenn da wieder einer fällig ist, ist jetzt die richtige Zeit! Frisches Leichtlauföl macht dem Motor, dem Anlasser und der Batterie im Winter das Leben leichter.

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Apropos Batterie: wenn das Auto nicht allzu modern ist und seinen Akku irgendwo unter der Rücksitzbank oder im Kofferraum versteckt hat, kann man da auch einen Blick drauf werfen. Einen kurzen Batterietest gäbs auch an der Tan … nein, gibts tatsächlich kostenlos beim FTH (freundlichen Toyota Händler).

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Als zweites die Sicherheit. Weil man auch auch fahren will. Da gibts eine Werbung, die bringt es auf den Punkt: das einzige Sicherheitssystem, das tatsächlich mit der Straße verbunden ist und alle, sämtliche Kräfte beim Beschleunigen, Kurvenfahren, Bremsen und so weiter übertragen muss und kann, sind die Reifen. Wenn ein Auto ein älteres Baujahr hat, wird die Fahrsicherheit nicht automatisch besser. Ein Auto sammelt ja keine Lebenserfahrung. Darum ist es einfach nicht verständlich, dass ältere Autos immer billigere und schlechtere Reifen bekommen – vor allem im Winter! Also bitte: lasst ordentliche Winter-Reifen auf Eurer Auto machen. Die Beratung vom Profi ist meistens kostenlos. Die Profiltiefe der Winterreifen sollte beim Wechsel mindestens 5mm betragen – weil unter 4mm gelten die Reifen, ganz unabhängig von der Markierung und Schneeflockensymbol, zum Beispiel in Österreich nicht mehr als Winterreifen. Man fährt ja auch ein paar tausend Kilometer übern Winter und das verursacht entsprechend Verschleiss – also, darum beim Wechseln mindestens 5mm Profiltiefe. Wer mit den sogenannten „Allwetterreifen“ unterwegs ist (die haben auch M+S – bzw. Schneeflockenmarkierung), sollte sich darüber im klaren sein, dass bei extremen Verhältnissen seine Pneus in Sachen Haftung den Spezialisten nicht das Wasser reichen können. Also im Zweifel vorsichtiger fahren – und ebenfalls mindestens 5mm Profilgummi beachten.

Die Türschlösser: bitte auch dran denken. Ja, ich weiß, kaum jemand sperrt mehr mit dem Schlüssel auf. Aber sollte bei extrem niedrigen Temperaturen die Fahrzeug- oder Schlüselbatterie zusammenbrechen, dann ist es doppelt blöd, wenn auch das Schloss nicht funktionsfähig, weil eingefroren, ist. Im besten Falle wird die Türöffnung dann zeitaufwendig. Kann aber auch richtig teuer werden.

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Das war die Pflicht – als Kür kommen die optischen Angelegenheiten. Wer jetzt den Lack perfekt reinigt und versiegelt, der schützt das Blech nicht nur vor dem Verlust des Glanzes, sondern vermindert auch die Anhaftung von Schmutz und Flugrost. Der Frühjahrsputz geht in ein paar Monaten dann um so leichter. Wenn das Auto schon ein bissl älter ist und der Original-Rostschutz am Fahrzeugboden sich schon verflüchtigt hat, dann sollte man hier nachbessern (lassen). Das Salz im Winter auf den Strassen bedeutet extreme Rostgefahr fürs Blech! Löcher im Boden sieht der Inschenööör bei der Hauptuntersuchung gar nicht gerne. Wer das alles nicht selber machen will oder kann – für den gibts ja immer noch den FTH. Weil die Tankstelle machts vermutlich nicht mehr …

Episode 2 – die Rückkehr

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Wann geht Kult los?

Spätestens dann, wenn die Macher einer Sache wegen der Nachfrage der Fans eine Fortsetzung auflegen, obwohl sie mal gesagt haben, die Geschichte wäre zu Ende.

Das gibt es auch in Sachen automobiler Fortbewegung.

Wenn es ein Auto gibt, das sich seinen guten Ruf in Deutschland (und weltweit) erarbeiten musste und das mit Bravour geschafft hat, dann ist das der Toyota Corolla.

Er war die typische billige „Reisschüssel“ – aber gleich die ersten Käufer, die sich an ihn herangetraut hatten, wurden mit zuverlässiger Fortbewegung und ordentlicher Ausstattung zu vernünftigen Preisen belohnt.

In den Jahrzehnten seiner Marktpräsenz wurde er verbessert, verfeinert – und blieb sich doch immer treu. Man konnte ihn einfach benutzen, pflegen, lieben, ihn schinden, umbauen – er blieb immer problemlos.

Sein Nachfolger, der Auris, hat diese Talente übernommen. Aber eben nicht diesen Ruf der Unzerstörbarkeit. Der nicht von ungefähr kommt: wenn man in einer Fernsehreportage über Afrika’s Enwicklungsländer irgendwo ein Taxi im Hintergrund über eigentlich unbefahrbare Strassen rumpeln sieht, ist das mit großer Wahrscheinlichkeit ein (irgendwo bei uns ausgemusteter) Corolla. Die Dinger fahren einfach immer und sind simpel reparierbar.

Wenn ich so nachdenke, was ich selbst alles mit und in einem Corolla erlebt habe:

  • die ersten Kindheits-Erinnerungen im Fond eines Corolla KE20 Coupe, noch ohne Kindersitz oder Gurt. Im Winter durfte ich schonmal in den Kofferraum, damit die Traktion den Berg rauf reichte
  • mein allererstes eigenes Auto war ein Corolla
  • das Auto, dessen Verkauf ich heute am meisten bereue: Corolla Coupe AE86. Ich war jung und brauchte das Geld
  • meine Erfahrungen im Motorsport bei Slalom-Veranstaltungen mit dem Gruppe G – Corolla
  • mein erster Urlaub alleine – mit einem Corolla
  • meine bisher längste Urlaubsfahrt – im Corolla
  • der erste Unfall – mit einem Corolla, er hat mich mit seinem Leben beschützt und dafür hab ich ihn dann wieder erweckt
  • meine erste Runde auf dem Nürburgring – mit einem Corolla TS
  • das Auto mit den meisten Kilometern auf dem Tacho, das ich je selbst privat gefahren hab – ein Corolla mit 4A-GE-Motor und knapp 500000km

Schon faszinierend, wenn man da drüber nachdenkt.

Ein Corolla wird auch so gut wie nie verschrottet – es gibt immer Abnehmer für diese Fahrzeuge, wenn sie in Deutschland aus optischen Gründen keiner mehr fahren will. Die sind dafür richtig dankbar.

Jetzt komme ich zur Zukunft: die Geschichte geht weiter! Der Corolla kommt zurück! Als Ergänzung zum Auris, der sich (doch vielleicht wegen der Namensänderung) immer noch nicht so ins Autofahrergedächtnis eingebrannt hat wie der Corolla.

Wie immer und wie von seinen Väter vor Jahrzehnten geplant:

Angepasst mit aktueller Technik, ohne großen Schnickschnack. Eine klassische 4-türige Limousine, nicht allzu groß, genug Platz für 4-5 Leute und Gepäck. Ausreichend motorisiert mit absolut ausgereiften und problemlosen Benzin-Triebwerken, sparsam durch Toyota Optimal Drive. Günstiger Kaufpreis, vernünftige Ausstattung.

Einfach ein Auto, um damit jeden Tag, oder auch nur einmal in der Woche, die notwendigen Fahrten zu erledigen. Oder zum Spaß in der Gegend rumzufahren. Er macht wieder alles mit. Ohne irgendwelche angeberischen SUV-Optikallüren oder pseudo-sportliche Anbauten, das braucht er alles  nicht. Aber er ist aktuell und vielleicht auch vor vielen Mitbewerbern mit den heute beliebten und praktischen Dingen wie z.B. Bluetooth-Telefon-Freisprecheinrichtung und Bluetooth-Audiostreaming. Das gefällt sogar mit, immer meine Musik ganz simpel vom Smartphone hören zu können. Die Verbindung mit Toyota Touch klappt in vielleicht 20 Sekunden, fertig.

Und das Navigationssystem, das man auf Wunsch haben kann, wird in Straubing gebaut. Bei Harman. Für Toyota Europa. Die wollen da aber nicht drüber reden. Naja.

Diese Video beschreibt es recht gut: Aus der Mode kommt er nie.

Ich freu mich drauf! Oder hat ihn der Prius als Legende schon überholt? Bei mir im Hof steht so ein  89 Gramm CO2-Racer – vielleicht wart ich noch auf Episode 3 …