Au (t) o – Ersatzteilpreise – ein grosser Kreis

Vermutlich hat es jeden Autobesitzer schonmal erwischt:

Die Ersatzteile waren doch einiges teurer, als man das erwartet hätte.

Ein lieber Kunde brachte den Yaris seiner Tochter, die damit eine leichte Feindberührung mit der Garagenmauer hatte, zur Erstellung eines Kostenvoranschlages für die entsprechende Reparatur. Es war nicht schlimm und liess sich per SmartRepair, mit einer Spotlackierung für unter 200€ beheben. Er hat sich da richtig darüber gefreut – was schon etwas ungewöhnlich ist. Er gab die Reparatur dann auch sofort in Auftrag.

Bei der Abholung erzählte er dann auch von sich aus, warum er sich über die faire Rechnung gefreut hat: zwei Wochen zuvor war er mit seinem Geschäftswagen – ein europäisches „Premiumfabrikat“ – mit dem Aussenspiegel unglücklich gegen die gleiche Garagenmauer gekommen. Er hat bei seinem Händler einen neuen Spiegel bestellt und montieren lassen – bei der Rechnung wäre er fast umgefallen, sagte er: über 1500.- € !

Schon eine stolze Summe, die bei vielen Leuten für den jährlichen gesamten Wertverlust des Autos reichen muss. Warum ist das so?

Meine Meinung dazu:

Nun, zum einen steckt da einiges an Technik drin in so einem Teil. Weil man ja eine Spurwechselwarner, elektrische Anklappfunktion, Heizung, Blinker und natürlich elektrische Verstellung dabei haben will. Allerdings kosten ein paar kleine Elektromotoren und Elektronikbauteile ja nicht die Welt, wie man bei den Supermarkt-Gadgets täglich gezeigt bekommt. Warum also dieser horrende Preis?

Weil es der Auto-Hersteller durchsetzen kann, ganz einfach. Vielleicht sogar muss. Mit dem Verkauf der Neuwagen wird kaum Geld verdient: vor allem in den höheren Fahrzeugklassen sind Nachlässe im 2-stelligen Prozentbereich schon fast üblich, mit zusätzlichen Unterstützungsmassnahmen bei gewerblichen Leasingverträgen. Damit verdient vielleicht der Hersteller noch ein bisschen was, aber keinesfalls mehr der Händler, wenn er seine Kosten realistisch kalkuliert.

Was macht also der Hersteller oder Importeur, damit ihm seine Händler nicht pleitegehen? Er sucht und findet die Möglichkeit, sein Vertriebsnetz am Leben zu halten, im Service bzw. bei der Reparatur.

Bei Teilen, die wenig wettbewerbsgefährdet sind, wird ein fast schamloser Preis verlangt oder eine schon unverschämte Marge draufgeschlagen. Der Händler kann und will sich kaum dagegen wehren, weil: ein paar Prozent Rabatt von 1000€ sind halt viel schöner in der Kasse als von 200€. Bei einfach herzustellenden Teilen wie z.B. Filtern oder Bremsklötzen können viele Lieferanten  schnell und in ähnlicher Qualität wie der Hersteller liefern, da kann man nicht allzuviel zuschlagen – darum passen hier die Preise auch einigermassen.

Die Geschichte mit dem Spiegel hat mir keine Ruhe gelassen, und ich habe die Preise für die Aussenspiegel unserer Autos mal nachgesehen: ein Spiegel für den Prius, mit elektrischer Anklappfunktion und integriertem LED-Blinker, kostet komplett knapp 470.-€. Für den GT86, ohne LED-Blinker, etwas über 600.-€. Wieso ist der GT86-Spiegel teurer? Weil es weniger Autos davon gibt?

Egal: wenn damit der Fahrzeugpreis bzw. der Nachlass subventioniert wird, dann hätte ich lieber den echten Preis fürs Auto – und dafür faire Teilepreise. Da kann man sich drauf einstellen, als Kunde und als Händler.

Wenn nämlich die Kundenzufriedenheit im Autogeschäft wirklich wichtig ist, dann, finde ich, soll mit offenen Karten gespielt werden. Wenn ich mir dann ein Auto nicht leisten kann, fahre ich halt eines aus meiner Preiskategorie – und muss beim Unterhalt und kleinen Reparaturen keine unliebsamen Überraschungen erleben.

Vielleicht  bin ich ja ein Träumer, und eine faire Welt gibts gar nicht. Oder die will fast gar niemand haben, lieber immer ein bisschen vorgespielt bekommen, wie gut und schön doch alles ist. Die mittelfristige Entwicklung nicht nur in Sachen Mobilität wird es zeigen.

Car Multimedia. Segen oder Teufelszeug?

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Immer wichtiger, immer mehr Funktionen. Wie viele Autokäufer können mit den neuen Geräten überhaupt umgehen?

Wieviel der eingebauten Möglichkeiten nutzen?

Wer kann das alles erklären und überblicken? Ich gebe zu: bis vor kurzem habe ich nicht gewusst, das es einige verschiedene Bluetooth-Profile (Verbindungs-Protokolle) gibt, die regeln, in welcher „Sprache“ die Geräte miteinander kommunizieren. Zum Beispiel für Bluetooth-Audiostreaming direkt auf die Fahrzeug-Stereoanlage. Und dass dadurch verschiedene Funktionen eben möglich oder nicht möglich sind. Wo, in welchem Mobiltelefon,  was verbaut ist, wissen oft nichtmal die Telekom-Verkäufer – die Angaben sind nur auf der Hersteller-Homepage zu finden.

Eine Funktion, die z.B. mit einem Apple-Handy (aber nur ab Version 4) einwandfrei funktioniert, geht mit einem nigelnagelneuen Nokia-Gerät überhaupt nicht. Beim nächsten Auto, das eingebaute Gerät des gleichen Herstellers sieht sehr ähnlich aus, funktionieren plötzlich beide. Und im nächsten Auto ist es genau umgekehrt, ein Nokia funktioniert und das Apple nicht. Warum ganz genau das so ist, kann auch keine Hotline klären – ich hab das selber erleben müssen.

Die Autofahrer haben da auch einen sehr stark differierenden Wissens – bzw. Nutzungsstand:  So kann es gut vorkommen, am gleichen Nachmittag einen Kunden zu beraten, der Internet per WLAN-Hotspot im Auto zum Betrieb seines Druckers im Kofferraum will (weil er da als Aussendienstler per iPad seine Bestellungen gleich beim Kunden vor Ort ausdrucken will) – und gleich darauf kommt ein Autofahrer, der es nicht mehr schafft, bei seinem Draufdrückbildschirm zurück zum UKW-Radioempfang zu wechseln – nachdem seine Frau versehentlich mit dem Handrücken drangekommen ist und auf Mittelwelle umgeschaltet hat.

Mittlerweile sogar bei Kleinwagen verfügbar, beim Toyota Yaris in vielen Versionen serienmässig dabei: die wahrscheinlich nützlichste Erweiterung des Draufdrückbildschirms im Auto – eine Rückfahrkamera. Die hilft auf jeden Fall, Schäden und Unfälle zu vermeiden.

Wobei es auch hier Menschen gibt, die das Bild nicht „zuordnen“ können – eine Aussage: „wenn ich jetzt rückfährts fahre, ist ja links und rechts vertauscht, ich schau jetzt ja vorwärts“.

Also auch nicht so einfach.

Ein „Must-have“: eine Bluetooth-Freisprechanlage. Wenn es auch jetzrt noch einige Leute gibt, die kein entsprechendes Telefon haben und nutzen, wird das in ein paar Jahren sicher zum allergrössten Teil vorausgesetzt. Wohl dem Gebrauchtwagen, der dann darüber verfügt – und das Ganze auch noch bedienungsfreundlich und zukunftssicher (jetzt sind wir wieder bei den Bluetooth-Profilen) verpackt. Restwert, ich hör Dich wachsen …

Wenn dann noch der nächste Kunde kommt, der in seinem RAVv4 Baujahr 2001 damals ein Navigationssystem eingebaut bekommen hat, das Ding in den ersten paar Monaten ein paarmal nutzte und jetzt, heute, in 2014 mit seiner alten Tante in die Klinik in der großen Stadt fahren will: „Bitte stell mir das Ziel doch mal kurz ein, Du kannst das sicher, ich find keine Anleitung mehr …“ dann gehts mir schon auch  so, dass ich da steh wie der Ochs vorm Berg. Aber bisher haben wirs noch immer geschafft. Wie das mit der Vielfalt der aktuellen Geräte in ein paar Jahren aussieht, bin ich ja mal gespannt. Mal sehen, ob meine eingebaute Festplatte mit der Entwicklung Schritt halten kann.

 

ADAC – Affäre: Täter, blöd gelaufen oder Opfer?

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Die Oberfläche hat zumindest Risse bekommen:

Der ADAC betrügt! Egal, ob jetzt die Endergebnisse der Leserwahl auch mit „ungehübschten“ Zahlen von der Reihenfolge her so passen oder nicht: es wurde nicht die Wahrheit gesagt und geschrieben.

Warum? Weil man mit einer Beteiligung von „nur“ einigen tausend Mitgliedern sich schämt? Oder der Industrie was anderes vorgegaukelt hat? Oder, für mich am wahrscheinlichsten: weil sich sonst der Rest der deutschen Autopresse lächerlich macht über den ADAC.

Heutzutage, wo jeder Facebook-Teilnehmer eine Umfrage einstellen kann, zur Abstimmung, wie Tante Ernas neuer Kanarienvogel heissen soll – und sich daran schon oft ein paar hundert Leute mit einbringen. Da bringt ein Club mit (angeblich) über 18 Millionen Mitgliedern grad mal ein paar tausend Leute zusammen, die bei einer Leserwahl mitmachen, wo es noch dazu was zu gewinnen gibt?

Ganz ehrlich: am Ergebnis würde sich auch bei wesentlich höherer Beteiligung kaum etwas ändern. Der Durchschnitt wählt halt einfach den Durchschnitt. Das hätten viele Statistiker auch so vorhergesagt. Wenn man sich das aber nicht zu sagen traut …  tja, blöd gelaufen.

Ich bin persönlich nicht der allergrößte Fan des ADAC. Auch brauch ich ihn (hoffentlich) nicht als Pannenhelfer, weil ich ja Toyota fahre. Was ich mal vom Club bekommen habe, ist eine vergünstigte Rennfahrerlizenz. Und ein Urlaubs-Planungs-Paket mit Landkarten. Jaja, schon ein paar Jahre her.

Definitiv muss man als Berater in unserer schönen Auto-Branche aber schon wissen, was der ADAC zum Beispiel in Sachen Reifentest empfiehlt. Weil die Leute sich einfach da drauf verlassen. Ob wir davon überzeugt sind und unsere Kunden damit beste Erfahrungen gemacht haben, steht auf einem ganz anderen Blatt. Wenn jemand kommt und sagt, „Der ADAC sagt, auch, der XY Reifen ist der Beste …“  naja, dann bieten wir den halt an. Wenn keine Beratung durch uns gewünscht wird – dann ist es mir egal, jeder ist seines eigenen Glückes Schmied. Und ein bisschen was ist zumindest dran, an den Testergebnissen des ADAC. Meistens, jedenfalls. Wobei es halt einfach keinen vollkommen objektiven Tester gibt. Ich wär auch keiner. Geb ich ja zu. Jeder hat so seine Vorlieben, und die beeinflussen das Testergebnis – ob man will oder nicht, ob man zu zugibt oder nicht.

Der ADAC hat uns jahrelang Verkaufsargumente für unsere Toyota’s geliefert: mit der Pannenstatistik. Seit etwa 10 Jahren gibts aber Pannenhilfsdienste, die blöderweise auch der ADAC zum Teil als Dienstleister übernimmt – und damit wird die Statistik verändert. Auch die werkseigenen Pannendienste (jeder hat, glaub ich, schon mal ein BMW-Service-Mobil fahren sehen) tun das ihre dazu. Aber daran Kritik zu üben, kommt schon fast einer Gotteslästerung gleich. „Der ADAC ist absolut neutral. Die haben ja nix davon.“ So die Meinung vieler Autofahrer.

Das sieht jetzt ein bisschen anders aus.

Allerdings sind die allermeisten ADAC-Mitarbeiter ziemlich engagiert und ehrlich bei der Sache. An denen werden die Fehler von einigen wenigen Marketingmenschen, die falsche Entscheidungen getroffen haben, jetzt ausgelassen. Nicht gut. Gar nicht gut. Es gibt z.B. Pannenhilfsfahrer, die vom Kfz-technischen Wissen her den allermeisten Werkstattmeistern bei „Premium“-Vertragshändlern weit überlegen sind. Vor denen ziehe ich meinen Hut. Die leisten eine Top-Arbeit und werden jetzt möglicherweise blöd angequatscht. Das haben die Leute nicht verdient.

Vielleicht reformiert sich je der Club neu, konzentriert sich auf das, was er am besten kann: den Autofahrern dabei zu helfen, immer und überall – wo nötig –  sinnvoll mobil zu bleiben. Und was rundum dazu hilfreich ist. Ich werde meine Mitgliedschaft also deswegen nicht kündigen. Auch wenn meine Karte schon seit ein paar Jahren Risse hat …

Abenteuer

Schaut ihr auch bei der Rallye Dakar zu? Oder findet ihr das langweilig?

Der Name stört halt ein bisschen, weil mit Dakar hat die Veranstaltung gar nichts zu tun.

Sie ist eine große organisierte Ausfahrt mit Wettbewerbsanteilen. Was speziell für Motorradfahrer ganz schön gefährlich werden kann.

Aber einfach unglaublich faszinierend. Vielleicht eine der letzten Motorsportveranstaltungen überhaupt, wo wirklich bis ans Limit von Mensch und Material gegangen wird. Die 2-3 Stunden, die so ein Formel 1 – Rennen dagegen dauert, würden die Dakar-Piloten ganz locker nach einer Etappe noch extra absitzen.

Einige hundert Kilometer unterwegs auf unbefestigtem – und unbekanntem Terrain, bei zum Beispiel einem Reifenschaden müssen Fahrer und Beifahrer selber ran. Sollte es einen grösseren Schaden geben, ist technisches Verständnis und Improvisationstalent gefragt. Wer nicht reparieren kann oder will, muss halt so langsam fahren, dass nix kaputt geht.

Ganz unterschiedliche Fahrzeuge und Konzepte sind am Ende immer fast gleich schnell! Egal, ob der Rennwagen auf der Basis eines höhergelegten Kleinwagens oder eines eigentlich fahrleistungsmässig unterlegenen, aber fast unzerstörbaren Pickups gebaut wurde, oder ein extra konstruierter Buggy mit Monstermotor und Rallyeweltmeister am Steuer – wenn nach ein paar hundert Kilometern nur wenige Minuten Zeitabstand zwischen den ersten 20 Teilnehmern liegen, dann zeugt das von einer extremen Leistungsdichte.

Fahrspass pur.

Was kommt?

In diesen Tagen läuft die grosse nordamerikanische Autoshow, die USA feiert die individuelle Mobilität.

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Fast nichts ist zu hören von den zukünftigen energieeffizienten Fahrzeugen.

Stattdessen Riesen-Pickups und wirklich emotionsgeladene Sportautos.

Hat die Ölgewinnung durch das „Fracking“ alles auf den Kopf gestellt? Besteht keine Notwendigkeit mehr, sparsam mit dem Energieträger umzugehen?

Das glaub ich nicht!

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Die Kunst für die Hersteller wird darin bestehen, den „Habenwill“-Faktor bei der jungen Generation von Autofahrern einzupflanzen. Formen und Fahrleistungen müssen dazu animieren, auch unbedingt so ein Gefährt nicht nur mal fahren, sondern auch besitzen zu wollen!

Was man bisher sehen kann, könnte das gelingen – bei mir haben sie das schon geschafft.

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Hybrid Power und Fahrspass!