Fahrbericht: Auris. Legende schreibt man anders – bisher. Der Volks-Wagen von Toyota.

Fahren mit dem Toyota Auris – und dem Auris Hybrid

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Jetzt sind schon beinahe acht Jahre vergangen, als ein Aufschrei des Entsetzens durch die „Toyota-Welt“ hallte: es sollte zukünftig keinen Corolla mehr geben. Auris hieß ab Ende 2006 das neue Auto von Toyota in der (Entschuldigung, aber so kennts in Deutschland fast jeder) Golf-Klasse.

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Er hatte gleich bei Markteinführung einen Vorsprung vor den Mittbewerbern: einen Knieairbag für den Fahrer.

Und sonst? Er sah von Anfang aus gut aus, nicht über-desingt, gefällig, ganz Nachfolger des Corolla E12. Mit einer höhergelegten Mittelkonsole und damit optimal platziertem Schalthebel, fast wie in einem Rennauto. Und als Top-Motorisierung der D-CAT: über 2,2 Liter Hubraum, 130kW (177PS) Leistung im Kompaktauto. Spezielle Hinterachskonstruktion mit Einzelradaufhängung beim D-CAT.

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So einen hab ich, natürlich, auch selbst gefahren. Zeitweise mit Zusatzsteuerät zur Leistungssteigerung auf über 200PS – mal ausprobiert, war aber wirklich nicht notwendig.

Wie er fährt? Top! Für ein Frontantriebsauto ganz offensichtlich die richtige Gewichtverteilung macht spaßige Kurvenhatz möglich. Leise ist er, und es klappert und knistert nichts – naja, zumindest kaum was.

Genug Platz für 4-5 Leute, zwei Erwachsene und zwei Kinder auf einer Urlaubstour in Italien, mit entsprechendem Gepäck – kein Problem.

2010 kam dann der nächste Paukenschlag: der Auris als Hybrid-Version. Mit der Antriebstechnik des Prius III, Systemleistung 100kW(136PS).

Musste ich natürlich auch haben, und gleich noch etwas optimieren:

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Tiefergelegt und mit 8,5×18-Rädern. Selbstverständlich im Sinne der Umwelt: wer schneller um die Kurve rollen kann, muss vorher weniger Bremsen und braucht danach weniger Energie zum Beschleunigen. Genauso die schwarz getönten Heck- und Seitenscheiben: die Klimaanlage benötigt damit weniger Energie zur Abkühlung des Innenraumes. Optische Effekte werden dafür akzeptiert 😉

Was ist an der Hybridversion anders? Nur wenig: es fehlt das Kupplungspedal, dafür hat er LED-Tagfahrleuchten im Stoßfänger. Der Schalthebel sieht anders aus, und der Kofferraum ist wegen des Hybrid-Akkus etwas geschrumpft.

Das Fahrverhalten ist fast noch etwas besser ( etwas ausgeglichenere Gewichtsvertreilung zwischen Vorder- und Hinterachse), und der Alltagsverbrauch liegt zwischen 4,5 und 6 Liter – je nach Fahrstrecken und Temperament des Fahrers.

Absolut einfache Bedienung, kein Aufladen nötig und auch nicht möglich.

Am allerwichtigsten: er hat die Zuverlässigkeit des Prius übernommen, in einer Karosserie, die besser zum europäischen Geschmack passt. Und führt damit die Legende des Corolla weiter. Bei dem Dauertest der „Auto, Motor und Sport“ gab es noch nie ein Auto, das weniger Probleme bereitet hat.

Leider hat es Toyota bei der ersten Generation des Auris versäumt, eine Kombi-Version mit grösserem Kofferraum zu entwickeln.

Das wurde 2013 nachgeholt: die erste Modellüberarbeitung des Auris, nein, ein komplett neues Modell! Bis auf die Motorisierungen, die natürlich auch verbessert wurden, blieb kein Stein auf dem anderen, weder innen noch aussen.

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Etwas flacher ist er geworden, aber der Einstieg ist immer noch besser als bei vielen europäischen oder deutschen Modellen, die damit Sportlichkeit suggerieren wollen – ein Sportauto wird ein Kompaktwagen aufgrund seine Layouts aber sowieso nie. Darum geniesse ich schon die gute Sitzposition und den bequemeren Einstieg. Der Kofferraum und die Sitz-Varibialität ist jetzt beim Hybrid-Modell exakt gleich wie bei den anderen Motorisierungen, also auch keine kleinen Einschränkungen beim Kofferraum mehr.

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Der Auris Hybrid, den es auch als TS-Version gibt – TS steht für „Touring Sports“, weil man offensichtlich keinen ganz normalen Kombi mehr auch so nennen will – ist noch etwas leiser geworden. Wenig verbraucht hat auch der Vorgänger-Auris schon.

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Wie auch der supersparsame 1,4 Liter Diesel, der kräftige 2,0 Liter Diesel, der entspannte 1,33er Benziner und der vernünftige 1,6er Benziner. Viele Möglichkeiten also, die es in Verbindung mit 3 verschiedenen Ausstattungslinien und diversen Paketen einfach machen, ein Wunschauto zu finden. Ein  richtig vernünftiges Fahrzeug.  Mit zeitgemässer Multimedia-Ausstattung, fast jeder hat die geniale Rückfahrkamera dabei und eine Bluetooth-Freisprechanlage, die mit beinahe jedem Mobiltelefon kommuniziert.

Bluetooth AudioStreaming funktioniert auch, und der USB-Anschluss kann die meisten angeschlossenen Geräte laden.

Nochmal: fast 8 Jahre schon wird der Auris produziert und funktioniert ganz einfach, bringt seine Besitzer zuverlässig, wohin sie auch fahren wollen. Dem Lancia Stratos haben in den 70er Jahren noch ein paar Jahre Produktionszeit und nicht einmal 500 Fahrzeuge gereicht, um zur Legende zu werden. Das wird der Auris wohl nicht so schnell erreichen – obwohl schon mehr als hundert mal so viele Auris rumfahren.

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Autor: Michael Ströher

Auto- und Motorradldamisch seit kurz nach der Geburt. Toyota - Profi und Fan von allem, was auf Rädern Spaß macht. Hybrid - Junkie - mit eigener Meinung.

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