Fastenzeit 2017.

Abgesehen von der körperlichen Entgiftung soll die Fastenzeit den Blick für das Wesentliche schärfen.

Seit 01.03.2017 , 06.44 Uhr ist mein mobiles Internetdatenvolumen ausgeschaltet.

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Und so solls auch die ganze Fastenzeit bleiben. Whatsapp lese ich weiterhin – aber nur noch ein- oder zweimal täglich am Computer übers Web.

Ich werd zu alt für die Minibildschirmwischerei. Oder denke, dass mir zu wenig Lebenszeit bleibt, um sie damit zu verschwenden.

Wenn das problemlos geht, dann hol ich mir vielleicht ein neues Nokia 3310 …

Coupe High Rider. Soso.

Weil mich jetzt schon einige darauf angesprochen haben: ein erstes Fazit zum neuen Toyota C-HR. Ganz persönlich und garantiert nicht frei von Vorurteilen.

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Ich hatte ja geschrieben, dass ich gespannt bin, wie sich die Geschichte entwickelt. Ganz allgemein, zu den SUV-Crossover-und-was-die-sonst-noch-für-Bezeichnungen-haben Fahrzeugen, und zum Toyota C-HR im besonderen.

Der C-HR schneidet ja in Autotests derzeit ganz besonders gut ab. Was mich zu zwei Möglichkeiten der Interpretation bringt: entweder die Mitbewerber bauen in dieser Klasse wirklich nicht besonders gute Autos – oder die Auto-Journalisten sind zwar vielleicht Journalisten, aber keine Auto – Leute.

Das Auto sieht ja auf jeden Fall mal echt cool aus. Es hat auch genügend Platz für mindestens vier Leute. Wobei mir auch seit Jahren ein Yaris Hybrid reicht, als Familienauto, für Einkäufe, Ausflüge. Der C-HR hat auch einen ausreichend großen Kofferraum. Der Einstieg ist für mich ok – allerdings auf gar keinen Fall so gut, wie das in den Tests beschrieben wird: man hat auch einen Türschweller zu überwinden. Die Autotester, die sich über einen herausragenden Tiguan (oder eines seiner Konzern-Derivate) freuen, sind an so einen Mist natürlich gewöhnt. Wer schonmal einen Toyota RAV4 hatte, der hat gesehen, dass es noch besser geht.

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Mal fahren. Der erste Eindruck: das Auto hat eine hervorragende Strassenlage. Der Schwerpunkt konnte offensichtlich niedrig gehalten werden, er lässt sich kaum aus der Ruhe bringen. Wirklich für 99% aller Fahrsituationen bestens abgestimmt. Und dabei ausreichend komfortabel. Gut gemacht!

OK, wenn man ans fahrdynamische Limit geht, dann wirds ziemlich indifferent. Aber das wird mit so einem Auto wohl selten jemand machen. Ausser so ein Depp wie ich vielleicht.

Wie wird er im Alltag wohl genutzt? Zum Gleiten durch die Stadt. Mit dem top abgestimmten Hybridantrieb. Ausserhalb der Stadt wird ihm allerdings die SUV-Form zum Verhängnis: bei höherer Geschwindigkeit ist einfach die Höhe der Karrosserie entscheidend dafür, wieviel Luft davor hergeschoben bzw. verdrängt weden muss. Da merkt man dann doch deutlich den Unterschied zum Prius, der als ökonomisches Auto entwickelt wurde: der C-HR braucht bei gleichem Antrieb einfach deutlich mehr Sprit.

Der 1,2er mit Allradantrieb lässt sich noch etwas engagierter um Kurven treiben – bietet allerdings über etwas mehr Querdynamik hinaus sonst nicht wirklich mehr. Die Traktion bei Schnee ist in Ordnung, die Bodenfreiheit leider nicht. Und das stufenlose Getriebe muss man mögen – mehr sag ich dazu nicht.

Was wollte ich mit diesem Post eigentlich sagen? Ach ja, Fazit: Kann der C-HR was? Ja, tut er. Aber ist ist ganz sicher kein „Coupe“, so wie ich das verstehe. Und er ist kein „Hybrid-Gleiter“, so wie ich ihn mag. Von allem a bissl was. Um bei Vorurteil zu bleiben: wie nicht anders zu erwarten – nix davon optimal. Aber wenn man keine Kompromisse eingehen will, hoch sitzen muss/mag und auf die wirklich unendlich coole Optik steht: (noch) ein echter Geheimtip.

Wenn alles Neue alt aussieht.

Das Jahr 2017 hatte für mich seinen ersten Höhepunkt am siebten Tage. Direkt biblisch, oder? Was passiert ist:

Ich hatte überraschend die Gelegenheit, die Zukunft des Autofahrens selber zu fahren – das erste richtige Brennstoffzellenauto, den Toyota Mirai ! Ganz normal im Strassenverkehr im Raum München. Bei keineswegs optimalen Straßenbedingungen, halt im richtigen Leben.

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Dafür bedanke ich mich ganz herzlich bei Herrn D. P. von der Toyota – Versicherung, der mir diese Möglichkeit verschafft hat! Ich hätte nicht damit gerechnet, hatte es letztes Jahr auch einige Male bei Toyota Deutschland versucht – aber so eine Vertriebsabteilung ist ja schliesslich nicht dafür da, sich die Zeit mit mir zu vertreiben.

Wie wars? Als erstes verblüffend unspektakulär. Obwohl es der bisher kälteste Tag des Winters war, funktioniert die Technik ganz einfach. Das Auto ist von seiner Aussenansicht her klar anders als gewohnt – das schadet aber nichts. Fahrer und bis zu 3 Beifahrer sind bestens untergebracht und haben alle Sitzheizung sowie reichlich Platz. Es gibt sogar so etwas wie Rundumsicht, man fühlt sich auf Anhieb wohl.

Die Bedienung ist für jemanden, der ein Toyota Hybridauto kennt, ohne irgendeine Anweisung oder Studium einer Anleitung völlig problemlos und selbsterklärend. bei getretener Bremse auf den Startknopf drücken, Wählhebel auf „D“ – und los geht die wilde Fahrt!

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Wobei …  überraschend „wild“ ist die Beschleunigung, der Mirai geht richtig gut ab, auch bei höheren Geschwindigkeiten (im erlaubten Rahmen). Ungewohnt und unglaublich angenehm: es kommt keinerlei Geräusch an meinen Ohrwascheln an, nur Reifenabrollgeräusche. Deutlich leiser als z.B. ein kürzlich gefahrener Nissan Leaf. Ein Prius hat ähnliche Fahrleistungen, da kommt halt immer bei erhöhter Leistungsanforderung der Benziner dazu. Das bin ich jetzt seit 16 Jahren so gewohnt – Zeit, wieder was Neues zu erleben, oder?

Wenn wir grad beim Vergleich sind: als ich den Leaf gefahren habe, sagte mir das Fahrzeug-System, mein in 65km Entfernung liegendes Ziel ist möglicherweise nicht erreichbar (obwohl ich das Auto unmittelbar von der Ladesäule abgeholt habe. Kälte und Heizung machen den Elektroautos schwer zu schaffen). Der Mirai dagegen war nicht frisch betankt und hatte immer noch 270km Reichweite. Kein Problem, das Auto auch bei sehr niedrigen Temperaturen zu nutzen.

Im Raum München gibt es derzeit 3 Wasserstoff-Tankstellen, die allerdings alle  mit weniger Abgabedruck arbeiten, als der Mirai verträgt. Er könnte sogar über 500km weit kommen – von entsprechend ausgerüsteten Tankstellen betankt.

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Nochmal zum Fahren: wenn die Zukunft so wird, kann sie gerne kommen. Man fährt mit dem Mirai selbstbestimmt, mit gutem Schadstoff-Ausstoss-Gewissen und viel Komfort. Sogar sowas wie Fahrspass kommt auf. Gut, man müsste das mal bei einem Winterfahrtraining ein bissl intensiver probieren. Die Toyota – Versicherung ist, wie schon öfter mal, hier ein absoluter Vorreiter und sammelt schon einmal Erfahrungen mit neuester und optimal umweltverträglicher Technik. Klar wollen und müssen die auch damit Geld verdienen – aber wenn solche Aktionen Vorteile für alle Leute bringen, warum denn nicht?

Wenn jetzt jemand Lust bekommen hat, den Wasserstoffantrieb selbst zu erleben: meldet Euch bei mir. In einem gewissen Rahmen wird es schon möglich sein, sich das Auto anzusehen und zu erleben. Ich bin gespannt, ob es bei uns – oder unter meinem hochverehrten Bloglesern – Leute gibt, die mit in eine positive Individual-Mobilitäts-Zukunft schauen wollen.

 

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Warnung!

Abgas-Skandal, gutes Ende?

Vor einiger Zeit hab ich hier mal geschrieben, man sollte doch die Kirche beim Dorf lassen – so schlimm ist die ganze Sache nicht, sie wird halt von den Amerikanern hochgepuscht, um die eigene Industrie zu unterstützen.

Zum Teil muss ich meine Aussage revidieren:

Es ist schon ein ganz schön schlimmer Betrug. Nicht nur das, was sich der VW – Konzern da über alle Marken leistet. Und es bis heute nicht vollumfänglich zugibt, wohl aus wirtschaftlichen Erwägungen. Immer wieder kommt was Neues raus. Aber nie mit Infos vom Hersteller, sondern immer wieder finden Prüforganisationen oder Journalisten irgendwelche weiteren Bausteine. Als letztes: Auch Benzinerfahrzeuge sind offensichtlich  mit Software ausgerüstet, die Prüfstandsbedingungen erkennt und entsprechend auf das Motormanegement einwirkt.

Noch schlimmer aber ist, dass unser Gesetzgeber den Betrug schon seit vielen Jahren kennt – und absolut nichts unternimmt! Nicht nur der ADAC hat in einem offenen Brief schon 2010 darauf hingewiesen, dass manche Dieselfahrzeuge auf der Straße einen vielfach (!!!) höheren Schadstoffausstoss haben als das eigentlich sein sollte und als  erlaubt ist. Nochmal: es ist nicht Rede von den Abweichungen des „Prospektangabenverbrauchs“, der im Strassenverkehrsalltag um 20, 40, von mir aus 100% höher ausfällt  als am Prüfstand ermittelt. Das kann jeder Fahrer auch zum großen Teil durch seine Fahrweise beeinflussen. Hier geht es um mehr: Der Ausstoss einer krebserregenden Substanz (NOx) ist um ein vielfaches, teilweise 1000% und mehr höher, als das der Fahrzeughersteller verspricht!

Begründet wird die temporäre Abschaltung der Abgasreinigung mit halbseidenen Argumenten wie zum Beispiel „Aggregateschonung bei niedrigen/hohen Temperaturen“ (was halt grad in den Kram passt), auch lustig wegen „extrem hoher Belastung“ (über 120km/h). Soso. Aber es wird eben auch erst begründet, seit die US-Umweltbehörde da reingestochert hat! Oder man sucht juristische Finten und Formulierungen, die gleich mal die Tasachen verleugnen und verniedlichen.

Die Presse berichtet immer öfter so wie hier: Das Märchen vom sauberen Diesel

Keineswegs ist das so, dass die Sache nicht technisch beherrschbar/lösbar wäre. Nur: die Regierung hat die Industrie vor höheren Kosten zu Lasten der Abgasqualität verschont. Das ist die eigentliche, riesige Sauerei. Wenn der aktuelle Verkehrsminister Dobrindt derzeit darauf angesprochen wird, gibt er einfach keinen Kommentar ab. Normalerweise   müsste der Gesetzgeber die entsprechenden Fahrzeuge aus dem Verkehr ziehen, die Betriebserlaubnis entziehen – das wird aber nicht gemacht. Aber wehe, jemand hat auf einem Auto nicht ordnungsgemäss abgenommenes Zubehör. Da reichen schon Scheibentönungsfolien, um jemand aus dem Verkehr zu ziehen.

Auffällig: japanische Hersteller sind, wenn überhaupt, nur mit Fahrzeugen als Betrüger dabei, wenn die Autos rein in Europa entwickelt wurden und mit europäischen Zuliefererteilen gebaut werden. Die trauen sich nicht – sind halt alte Samurai mit Ehre …

Was aber passiert jetzt? Ich gehe ziemlich fest davon aus, dass es sich der Volkswagen-Konzern zukünftig nicht mehr erlauben wird, zu betrügen wie bisher. So gesehen, ein Gewinn für  Umwelt und Menschen. Vor allem, wenn die Verbraucher dadurch drarauf kommen, dass es wirklich wesentlich weniger umweltschädliche Alternativen gibt. Heute schon.

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Ob das was wird?

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Wenn man das sicher wüsste, müsste man nicht so viel nachdenken …  aber mal von vorne, worum gehts:

Natürlich um ein Auto. Eines, das zu einer relativ neuen Kategorie gehört. Ein „Crossover“. Oder SUV-Coupe. Wie man auch immer zukünftig dazu sagen wird. Zum Toyota C-HR – der „Coupe High Rider“

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Von Fahrfans für Fahrfans? Ja cool, da kann ich ja voll dahinter stehen, und wovon man selber überzeugt ist (wie das z.B. bei der ersten Version des Toyota RAV4 mitte der 90er Jahre war), das kann man auch erfolgreich verkaufen.

Also bin ich schon mal voll positiver Vorfreude. Bin auch extra nach Genf gefahren, um das Gerät möglichst früh in Augenschein nehmen zu können. Der Vorverkauf startet demnächst.

Und jetzt sind die ersten offiziellen Daten da. Mein erstes Interesse gilt dem Auto so, wie ich es selber fahren würde: Mit Allradantrieb, weil ein Auto mit zwei angetriebenen Rädern ist schliesslich blos nicht ganz fertig konstruiert. Oha. Zwangsweise mit stufenloser Automatik, naja, muss man mögen und kann man auch. Dann der Motor. ein 1,2 Liter-Turbo, mit relativ viel Drehmoment und irgendwie muss der ganz eng mit ein paar Turbodieselmotoren aufgewachsen sein – der dreht ja keine fünfeinhalbtausend Umdrehungen. Was kommt dabei raus? Ohje, 116PS, das Ding wiegt vermutlich locker 1,4 Tonnen, der wird beschleunigen wie eine Wanderdüne …  STOPP !

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Vielleicht sind meine Erwartungen gar nicht die von der „Zielgruppe“? Vielleicht stehen die auf Design, Flow, Radio-statt Auspuffsound und Umweltverträglichkeit?

Darum gibts den ja schliesslich mit dem Hybrid-Antriebsstrang aus dem neuen Prius!

Da hat er zwar keinen Allradantrieb, aber den haben ganz viele andere SUV auch nicht – hab ich mir sagen lassen. Nochmal: nicht in diesem Leben für mich persönlich/privat, aber vielleicht mögen andere Leute das? Wenn Hybrid, dann möglichst sparsam, finde ich – und auch gerne ein bissl spacig wie der Prius. Es hilft nix, wenn man aussieht, als könnte man am Feld ackern – und in Wirklichkeit sind Randsteine das maximal erklimmbare Hindernis.

Es fahren jedoch so viele von diesen Dingern rum – und wenn schon SUV-Optik sein muss, dann doch wenigstens möglichst umweltverträglich und bequem zu fahren mit höchstmöglicher Sicherheit.

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Wer weiß, vielleicht macht das „Hybrid-Gleiten“ auch mit erhöhter Sitzposition sogar noch mehr Spaß – probier‘ ma’s mal!

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Damals, beim RAV4, haben die meisten anderen Leute nicht geglaubt, dass das Auto so ein Riesenerfolg wird und sogar der Begründer einer ganzen, neuen Fahrzeugklasse – davon war ich vom ersten Moment an überzeugt. Und jetzt? Lass ich mich gerne überzeugen, dass der C-HR ein Vorreiter ist – weil ichs noch nicht erkennen kann. Bin gespannt, ob das was wird.