ADAC – Affäre: Täter, blöd gelaufen oder Opfer?

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Die Oberfläche hat zumindest Risse bekommen:

Der ADAC betrügt! Egal, ob jetzt die Endergebnisse der Leserwahl auch mit „ungehübschten“ Zahlen von der Reihenfolge her so passen oder nicht: es wurde nicht die Wahrheit gesagt und geschrieben.

Warum? Weil man mit einer Beteiligung von „nur“ einigen tausend Mitgliedern sich schämt? Oder der Industrie was anderes vorgegaukelt hat? Oder, für mich am wahrscheinlichsten: weil sich sonst der Rest der deutschen Autopresse lächerlich macht über den ADAC.

Heutzutage, wo jeder Facebook-Teilnehmer eine Umfrage einstellen kann, zur Abstimmung, wie Tante Ernas neuer Kanarienvogel heissen soll – und sich daran schon oft ein paar hundert Leute mit einbringen. Da bringt ein Club mit (angeblich) über 18 Millionen Mitgliedern grad mal ein paar tausend Leute zusammen, die bei einer Leserwahl mitmachen, wo es noch dazu was zu gewinnen gibt?

Ganz ehrlich: am Ergebnis würde sich auch bei wesentlich höherer Beteiligung kaum etwas ändern. Der Durchschnitt wählt halt einfach den Durchschnitt. Das hätten viele Statistiker auch so vorhergesagt. Wenn man sich das aber nicht zu sagen traut …  tja, blöd gelaufen.

Ich bin persönlich nicht der allergrößte Fan des ADAC. Auch brauch ich ihn (hoffentlich) nicht als Pannenhelfer, weil ich ja Toyota fahre. Was ich mal vom Club bekommen habe, ist eine vergünstigte Rennfahrerlizenz. Und ein Urlaubs-Planungs-Paket mit Landkarten. Jaja, schon ein paar Jahre her.

Definitiv muss man als Berater in unserer schönen Auto-Branche aber schon wissen, was der ADAC zum Beispiel in Sachen Reifentest empfiehlt. Weil die Leute sich einfach da drauf verlassen. Ob wir davon überzeugt sind und unsere Kunden damit beste Erfahrungen gemacht haben, steht auf einem ganz anderen Blatt. Wenn jemand kommt und sagt, „Der ADAC sagt, auch, der XY Reifen ist der Beste …“  naja, dann bieten wir den halt an. Wenn keine Beratung durch uns gewünscht wird – dann ist es mir egal, jeder ist seines eigenen Glückes Schmied. Und ein bisschen was ist zumindest dran, an den Testergebnissen des ADAC. Meistens, jedenfalls. Wobei es halt einfach keinen vollkommen objektiven Tester gibt. Ich wär auch keiner. Geb ich ja zu. Jeder hat so seine Vorlieben, und die beeinflussen das Testergebnis – ob man will oder nicht, ob man zu zugibt oder nicht.

Der ADAC hat uns jahrelang Verkaufsargumente für unsere Toyota’s geliefert: mit der Pannenstatistik. Seit etwa 10 Jahren gibts aber Pannenhilfsdienste, die blöderweise auch der ADAC zum Teil als Dienstleister übernimmt – und damit wird die Statistik verändert. Auch die werkseigenen Pannendienste (jeder hat, glaub ich, schon mal ein BMW-Service-Mobil fahren sehen) tun das ihre dazu. Aber daran Kritik zu üben, kommt schon fast einer Gotteslästerung gleich. „Der ADAC ist absolut neutral. Die haben ja nix davon.“ So die Meinung vieler Autofahrer.

Das sieht jetzt ein bisschen anders aus.

Allerdings sind die allermeisten ADAC-Mitarbeiter ziemlich engagiert und ehrlich bei der Sache. An denen werden die Fehler von einigen wenigen Marketingmenschen, die falsche Entscheidungen getroffen haben, jetzt ausgelassen. Nicht gut. Gar nicht gut. Es gibt z.B. Pannenhilfsfahrer, die vom Kfz-technischen Wissen her den allermeisten Werkstattmeistern bei „Premium“-Vertragshändlern weit überlegen sind. Vor denen ziehe ich meinen Hut. Die leisten eine Top-Arbeit und werden jetzt möglicherweise blöd angequatscht. Das haben die Leute nicht verdient.

Vielleicht reformiert sich je der Club neu, konzentriert sich auf das, was er am besten kann: den Autofahrern dabei zu helfen, immer und überall – wo nötig –  sinnvoll mobil zu bleiben. Und was rundum dazu hilfreich ist. Ich werde meine Mitgliedschaft also deswegen nicht kündigen. Auch wenn meine Karte schon seit ein paar Jahren Risse hat …

Abenteuer

Schaut ihr auch bei der Rallye Dakar zu? Oder findet ihr das langweilig?

Der Name stört halt ein bisschen, weil mit Dakar hat die Veranstaltung gar nichts zu tun.

Sie ist eine große organisierte Ausfahrt mit Wettbewerbsanteilen. Was speziell für Motorradfahrer ganz schön gefährlich werden kann.

Aber einfach unglaublich faszinierend. Vielleicht eine der letzten Motorsportveranstaltungen überhaupt, wo wirklich bis ans Limit von Mensch und Material gegangen wird. Die 2-3 Stunden, die so ein Formel 1 – Rennen dagegen dauert, würden die Dakar-Piloten ganz locker nach einer Etappe noch extra absitzen.

Einige hundert Kilometer unterwegs auf unbefestigtem – und unbekanntem Terrain, bei zum Beispiel einem Reifenschaden müssen Fahrer und Beifahrer selber ran. Sollte es einen grösseren Schaden geben, ist technisches Verständnis und Improvisationstalent gefragt. Wer nicht reparieren kann oder will, muss halt so langsam fahren, dass nix kaputt geht.

Ganz unterschiedliche Fahrzeuge und Konzepte sind am Ende immer fast gleich schnell! Egal, ob der Rennwagen auf der Basis eines höhergelegten Kleinwagens oder eines eigentlich fahrleistungsmässig unterlegenen, aber fast unzerstörbaren Pickups gebaut wurde, oder ein extra konstruierter Buggy mit Monstermotor und Rallyeweltmeister am Steuer – wenn nach ein paar hundert Kilometern nur wenige Minuten Zeitabstand zwischen den ersten 20 Teilnehmern liegen, dann zeugt das von einer extremen Leistungsdichte.

Fahrspass pur.

Was kommt?

In diesen Tagen läuft die grosse nordamerikanische Autoshow, die USA feiert die individuelle Mobilität.

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Fast nichts ist zu hören von den zukünftigen energieeffizienten Fahrzeugen.

Stattdessen Riesen-Pickups und wirklich emotionsgeladene Sportautos.

Hat die Ölgewinnung durch das „Fracking“ alles auf den Kopf gestellt? Besteht keine Notwendigkeit mehr, sparsam mit dem Energieträger umzugehen?

Das glaub ich nicht!

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Die Kunst für die Hersteller wird darin bestehen, den „Habenwill“-Faktor bei der jungen Generation von Autofahrern einzupflanzen. Formen und Fahrleistungen müssen dazu animieren, auch unbedingt so ein Gefährt nicht nur mal fahren, sondern auch besitzen zu wollen!

Was man bisher sehen kann, könnte das gelingen – bei mir haben sie das schon geschafft.

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Hybrid Power und Fahrspass!

Garantie – was muss dafür getan werden? Bürokratie oder notwendig

Ach wenn das jetzt langweilig klingt:

Grundsätzlich steht das im Serviceheft unter den Garantiebedingungen.

Die Benutzung soll „bestimmungsgemäss“ sein, also sind Motorsportveranstaltungen, Benutzung im Gelände bei einem normalen PKW und andere Dinge ausgeschlossen.

Ein gewisses Mass an Pflege durch den Benutzer/Besitzer ist auch Voraussetzung. Zum Beispiel muss das Fahrzeug regenmässig gereinigt werden – zumindest von aussen.

Beim Service oder der Inspektion werden durch die Werkstatt dann auch Sachen gereinigt, die man so von aussen nicht sehen kann, zum Beispiel die Abgasrückführung bei einem moderne Dieselmotor:

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Werden die Kohlenstoff-Ablagerungen nicht entfernt, funktioniert das System irgendwann nicht mehr – der Motor geht ins Notlaufprogramm, das Auto ist nicht mehr benutzbar.

Wenn trotz durchgeführter, durch den Hersteller empfohlener Wartungen doch etwas defekt wird, leistet der Hersteller über seinen Händler Ersatz für die Kosten der defekten Teile und die Einbaukosten. Oft sogar für die Mobilität während der Reparaturzeit (Ersatzfahrzeug)

Und hier schliesst sich der Kreis mit den Kosten und dem höheren Wert eines scheckheftgepflegten Fahrzeugs:

Nach Ablauf der Garantiezeit sind alle Leistungen absolut freiwillig – der Hersteller leistet Kulanz. Ganz genau wird nun geschaut, wie genau die empfohlenen Servicearbeiten – auch nach der offiziellen Garantie – durchgeführt wurden. Wenn das nicht der Fall ist und/oder nicht vom Vertragshändler gemacht wurde, dann gibts auch keine Kostenbeteiligung. Punkt. Dafür werden scheckheftgepflegte Fahrzeuge oft um so großzügiger behandelt – bei ungewöhnlichen Defekten auch nach 4,5, oft sogar nach 7 Jahren.

Eine Besonderheit sind die Gebrauchtwagengarantien: Hier wird ein Versicherungsvertrag mit dem Käufer geschlossen, in dem steht, was am Fahrzeug funktioniert und wie viel davon im Falle eines Defektes vom Garantiegeber bezahlt wird. Hier ist die Wartung nach Vorschrift bzw. Vereinbarung absolute Bedingung, hier wird auch eine lückenlose Wartungshistorie verlangt und nur minimale Abweichungen bei der Einhaltung von Fristen und Intervallen toleriert.

Das ist der Grund, warum ein scheckheftgepflegter Gebrauchtwagen einem Händler meist mehr „wert“ ist: das Reparaturrisiko und damit das Kostenrisiko ist viel niedriger.

Das war jetzt alles ein bissl langweilig, oder? Aber es geht halt um ziemlich große Summen, die man ganz schnell unbedacht „verbrennen“ kann.

Das nächste Mal wird’s wieder lustiger, versprochen!

Service, Inspektion und Co. – notwendig oder Geldschneiderei?

Jeder Autofahrer kennt es: Das kleine Heftchen im Auto, in dem die durchgeführten Kundendienst (Inspektions-)- und weitere Servicearbeiten an jeweiligen Fahrzeug mit Stempel dokumentiert werden.

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„Scheckheftgepflegt“ gilt bei Gebrauchtwagen oft als werterhöhend, zumindest als erwünscht.

Was ist da dran?

Helfen die nach den Vorgaben des Herstellers ausgeführten Servicearbeiten wirklich, die Betriebssicherheit zu gewährleisten?

Und wie ist das mit der Garantie?

Grundsätzlich sind zwei Aspekte zu unterscheiden:

Die Technik und die Wirtschaftlichkeit.

Jeder, der sich dafür interessiert und mit seinem GMV (gesunder Menschenverstand) darüber nachdenkt, dem ist klar, dass bei einem Verbrennungsmotor und dem Fahrgestell eines Autos einige Teile einem natürlichen, teilweise sogar gewollten (die Bremse z.B. funktioniert – ausser bei Hybrid-bzw. Elektrofahrzeugen – ausschliesslich durch Reibung von Teilen aneinander) Verschleiss unterliegen und entsprechend – in unterschiedlich langen Intervallen -ausgetauscht werden müssen. Das betrifft zum Beispiel das Motoröl, Filter für Ansaugluft und Innenraumluft, Kühlmittel für Klimaanlage und Motor, Hydraulikflüssigkeit zur Übertragung von  Brems- und Motorkraft und vieles andere mehr.

Dies sollte am allerbesten eine Vertragswerkstatt des entsprechenden Fahrzeugherstellers, aber natürlich auch eine sorgfältig arbeitende und gut organisierte Freie Werkstatt wissen. Entsprechende Informationen liegen EDV-technisch aufbereitet zwar nicht kostenlos, aber ohne grössere Schwierigkeiten zugänglich auch im Internet vor.

Hier gibt es schon den ersten wesentlichen Unterschied zwischen gut informierter Werkstatt und – egal wie kompetent – selber machen:

Im Laufe eines Produktlebenszyklus stellen sich beim PKW manchmal Dinge als wartungsbedürftig oder wenigstens zur Überprüfung notwendig erst dann heraus, wenn viele tausend Fahrzeuge im richtigen Einsatz unterwegs sind. Diese Informationen bekommt aber der „Selbermacher“ nie und geht so das Risiko ein, durch kleine, fehlende Handgriffe die Lebensdauer, Zuverlässigkeit oder im schlimmsten Falle sogar die Sicherheit seines Autos nicht auf dem aktuellen Stand zu haben.

Sehr wahrscheinlich also: Im besten Fall kostet das Selbermachen nur zusätzlich Geld, weil Teile kaputtgehen, die bei entsprechender Einstellung oder vorbeugender Untersuchung länger halten könnten. Oder vielleicht weil falsche, schlecht passende oder schlecht funktionierende Teile verwendet werden. Oder falsches Öl. Oder, oder.

Wirtschaftlichkeit und Technik kommen zusammen: Reparaturen werden minimiert und dadurch Kosten gespart.

Wer ein neues Fahrzeug hat und es innerhalb der Garantiezeit wieder verkauft, der ist fein raus? Im Prinzip ja. Allerdings wird ein Fahrzeug, das keine entsprechende Wartungshistorie hat, im Vergleich zu einem vom Vertragshändler gepflegten Auto einen wesentlich höheren Wertverlust erleiden, als die durch Kosten für die Inspektion gespart wurde. Warum? Demnächst hier.