Abgehängt?

Hochverehrtes Publikum!

Was politisches will ich hier nicht posten, auf keinen Fall. Aber es geht schon ein bisschen in die Richtung der gesamten Gesellschaft.

Man fühlt sich manchmal bei uns, im ländlichen Niederbayern, so ein bisserl wie das berühmte „5.te Rad“ am Wagen. Das nur selten bis nie etwas zu tun bekommt – und darum bei vielen Autos heutzutage gar nicht mehr existiert. Aber das ist ein anderes Thema. Obwohl: eigentlich hängts irgendwie auch zusammen. Warum?

Naja, in der Groß-Stadt ist man immer in der Nähe von irgendetwas, mit dem man auch weiterkommt, wenn ein Reifendefekt das eigene Fahrzeug zumindest temporär vom Mobil zur Immobilie wandelt. Da hast halt zum Beispiel zwischen Hochstetten und Weisser Marter, bei uns im Bayerischen Wald, ganz schlechte Karten. Da kommt auch einfach mal keiner vorbei, der helfen kann. Eine Stunde lang. Oder länger. Da ist ein Reserverad schon sehr, sehr hilfreich. Denn es gibt auch nicht überall Mobilfunk – Empfang zum Anrufen bei der Mobilitätsgarantie. Also sind die Autos einfach nicht für unsere regionalen Einsätze geeignet.

Da wird von unserem Importeur ein neues Fahrzeug vorgestellt. Grad mal etwas über 4 Meter lang, auf Wunsch mit Allradantrieb, praktischer (höherer) Karrosserie und zweitgemässem, ausreichendem Hybrid-Antrieb mit 85kW Leistung . Wie gemacht für den Einsatz in unserer Region: einigermassen bezahlbar, auf schmalen Strassen einsatzbar, bei Einsatz auf dem Feldweg nicht gleich ein Totalschaden zu befürchten. Als ich das erste Prospekt in die Hand nehme, Yaris Cross heisst das wirklich schöne Auto, steht beim Aufschlagen der ersten Seite zu lesen: „100% URBAN, 100% SUV“. Urban??? Brauch ich nicht, will ich nicht, auch meine Kunden nicht. Nochmal umblättern, die nächste Überschrift: „PERFEKT FÜR DIE STADT“ . Ja, leckts mich doch … ist der vielleicht nix für uns?

Sollen wir nicht-URBAN-lebenden Menschen das gar nicht kaufen? Fällt die Karre um, wenn man auf dem Land fährt, ausserhalb der Stadt? Ein „Online-Navigationssystem“ hat er, auf Wunsch, je nach Ausstattung sogar serienmässig. Ja und? Wenns kein Online gibt, gibts dann auch kein Navi, oder wie funktioniert das? Dann, wenn ich nix mehr seh und mich nicht mehr auskenne, funktioniert auch das Navi nicht, oder was?

Das Stadt-Land-Gefälle: Es betrifft sehr viele Bereiche des täglichen Lebens. Die Leute sollen doch den ÖPNV nutzen, sagen die Politiker, auch solche, bei denen die Haare hinten lang sind und die beim Friseurbesuch einen Ölwechsel vertragen könnten. Dabei müsste z.B. „die Anton“ am besten wissen, dass ein bezahlbarer öffentlicher Nahverkehr in der heutzutage notwendigen Taktfrequenz einfach nicht darstellbar und vor allem nicht bezahlbar ist – in unserer Region. Oder muss man sich das ganz einfach leisten, wegen Verkehrswende – ist das dann aber wirklich umweltschonender, wenn statt jeweils zwei oder drei Autos ein Bus fährt? So viele Busfahrer gibts auch gar nicht, und erst recht nicht so viele Busse. Die Bahngleise wurden vor 3-4 Jahrzehnten abgebaut und zu Radlwegen umgebaut, die am Wochenende von buntbekleideten, schwitzenden „Schdoderan“bevölkert werden.

In vielen weiteren Bereichen gehts genauso: Lieferdienste könnte man nennen. Da wird geworben, dass Getränke auch in den fünften Stock geliefert werden. Und wo gibts 5-stöckige Häuser, naaa, merkt Ihr was?

Wenn man das ganz, ganz große Ganze ansieht: lediglich 15% der Einwohner Deutschlands leben in Dörfern mit unter 5000 Einwohnern – wie das bei uns der Fall ist. Aber 77% in Ballungsgebieten und Großstädten. Die Gesellschaft wird oder ist schon urbanisiert. Weil mehr einfach mehr, also ein größerer Markt ist, wird auch von der Industrie die Produktentwicklung dahingehend betrieben. Wo bleiben da wir? Wie schon früher, könnte die Lösung sein: einfach selbermachen. Schau mer mal.

50 Jahre in Toyoten leben – Teil 2

Husch, husch – schon ist es soweit. 21. September 2021.

Vor 50 Jahren kam der erste Toyota – Vertragshändler/Werkstatt-Vertrag.

Immer schon in der Region hier bei uns – insgesamt waren es vier verschiedene Standorte: Steinburg, zweimal Hunderdorf und seit 1980 in Neukirchen. Leider durfte mein Vater dieses Jubiläum nicht mehr miterleben, darum wollen wir jetzt gerade nicht einmal feiern. Sondern auf dem Boden bleiben.

In den nächsten Tagen werden wir uns auch ganz besonders mit unseren treuen Kunden beschäftigen. Vielleicht ist auch jemand mit einem kleinen Interview einverstanden. Mehr kommt dann hier.

Mal was Neues probieren. Wie früher.

Hochverehrte Leserschaft!

Bestimmt ist Euch nicht entgangen, dass ich die Welt um uns herum verändert. Halten wir dagegen oder machen wir mit?

Ich will das ausprobieren, ob das überhaupt geht und möglichst jeden Tag dokumentieren.

Meinen Boykott. Was könnte man denn boykottieren, um der Umwelt Belastungen zu ersparen? Fleisch zum Abendessen? Jede 18°C übersteigende Wohnraumtemperatur im Winter? Oder gar die Fahrt mit einem SUV ?

Gemach, gemach. Fangen wir mal damit an, was früher auch nicht notwendig war. Die Klimaanlage im Auto.

Egal, ob automatisch geregelt oder manuell: Das Ding muss angetrieben werden und kostet Energie. Gar nicht mal so wenig. Wer schonmal mit einem, sagen wir, nicht übermotorisierten 1,0-Liter-Auto von Neukirchen nach Sankt Englmar gefahren ist, ohne Klima gestartet und auf der Bergauf-Strecke bei 80-90km/h der „A/C“-Knopf gedrückt hat, der weiss, wovon ich rede. Das merkt man schon deutlich.

Diese Energie will ich ab sofort spraren, also den persönlichen Komfort in dieser Hinsicht einschränken und keine Klimaanlage mehr nutzen.

Ab welcher Temperatur hilft das System denn eigentlich?

Vor einigen Jahren wollten manche Leute die Klimaanlage nicht nutzen, weil sie davon öfter eine Erkältung bekamen. Die Zeit ist seit den automatisch geregelten Anlagen zum Glück vorbei. Allerdings sind die Fahrzeug-Innenräume heutzutage schon beinahe hermetisch abgeschlossen und werden nur durch einen Frischluftfilter, oder im besseren Falle einen Aktivkohle-Filter, mit Aussenluft versorgt.

Ist dadurch eine Klimaanlage unabdingbar geworden, weil sonst beschlagene Scheiben gar nicht mehr vermeidbar sind?

Auch das will ich ausprobieren und schauen, wie lange ich es ohne den gedrückten „A/C“-Knopf aushalte.

Auf Twitter werd ich die Tage mitzählen, dort findet Ihr mich als @bavarian_hybrid

Bis bald!

50 Jahre in Toyoten leben

Etwas mehr als 4 Jahre und 3 Monate war ich jung, als mein Vater die ersten Toyota-Fahrten mit seinen Vorführwagen damals machte und ich hinten drin sitzen durfte.

Das jährt sich im September jetzt zum fünfzigsten Mal!

Ich find, das ist ein Grund zum Feiern – und darum ist diese kleine Gedankensammlung jetzt auch unter https://50jahretoyota.de erreichbar.

Gerne mal teilen und austauschen!

Wir und ich haben wirklich alles mögliche mit diesen Toyota – Autos ausprobiert.

Tatsächlich stehe ich nach wie vor hinter den Produkten, die aus den Toyota-Herstellerwerken kommen. Und es ist egal, ob ein Werk in Japan, Tschechien, Thailand oder Südafrika steht: die Qualität der Autos ist immer top! Na gut, es gibt Autos, die mit Toyota – Label aus Werken kommen, die nicht von TMC betrieben werden – das ist die einzige Ausnahme für mich: so ein Gerät aus Stellantis-Produktion Frankreich, da müsste man mich schon sehr bestechen, damit so ein Gefährt für mich privat in Frage kommt. Die Autos sind gut, sehr sparsam, und/oder haben viel Platz – sind aber vergleichbar zuverlässig wie ein VW oder Mercedes oder ein Produkt eines anderen europäischen Abgasbetrügerkonzerns. Damit stehen sie aber halt in Sachen Zuverlässigkeit nicht weit über den Mitbewerbern, wie das ein Toyota sonst normalerweise zu tun pflegt.

Die wenigen Toyota’s, die in Deutschland gebaut wurden, übersteigen mein Budget leider bei weitem.

In der nächsten Zeit werde ich hier immer wieder ein paar Gedanken zu den vergangenen 50 Jahren teilen. Seit wann seit Ihr dabei?

Update. Warum?

Nicht nur beinahe, sondern tatsächlich täglich trifft es mich irgendwo: Ein Smartphone, eine App, ein Programm, ein Betriebssystem – irgendetwas will immer ein „Update“ haben und hat es oft schon aus den unergründlichen Tiefen des Internets selber geladen. Man muss dann nur noch die „Allgemeinen Geschäftbedingungen“und oft zusätzlich eine 34 – seitige Datenschutzerkärung bestätigen, dann geht die wilde Fahrt mit dem wer-weiß-wie-stark verbesserten Produkt los. Aber, provokativ gesagt, ist es nicht eigentlich so: wenn irgendwo ein Update notwendig ist, dann wurde das Teil nicht fertig entwickelt und ist somit fehlerhaft. Sollte also auf Herstellerkosten ausgetauscht werden.

Die Einwände kenne ich schon: Ein Update ist eine Software für den sicheren Betrieb eines Computers, Programms oder sonstigen softwaregesteuerten Gerätes. Angeblich völlig normal, die Notwendigkeit von Updates. Hat angeblich nichts mit „nicht fertig entwickelt“ zu tun, mit „fehlerhaft“ auch nicht zwingend. Das Update bringt das Gerät nur auf dem neuesten Stand. Ja, man hat mir auch schon erklärt, dass es nicht möglich ist, ein perfektes Computerprogramm zu schreiben: weil der Programmierer (und alle, die daran rumtesten) unmöglich alle Szenarien vorhersehen kann und in einer ganz bestimmen Situation irgendein Tastendruck eine Ereigniskette anstossen kann, die man nicht planen konnte. Aber ist das Programm dann nicht viel zu umfangreich, wenn man zwangsläufig mit einem Fehler rechnen muss?

Okay. Wenn kein Fehler drin ist, dann brauch ich also auch kein Update. Zumindest nicht „notwendig“. Updates für sämtliche Computer sind mir immer „unangehm“. Wenn ich mir ein Teil kaufe, dann entscheide ich mich dafür mit den Eigenschaften, die das Teil im Moment des Erwerbs hat – mit den Vor- und Nachteilen, die ich akzeptiere. Warum muss da irgendjemand, ohne dass ich es will, mit Updates nachträglich dran rumpfuschen? Egal, ob Computerprogramm, Gerät, Gadget, Auto, was auch immer. Wenn ich zusätzliche Funktionen will oder brauche, dann sollte es meine Entscheidung sein, ob ich die dazukaufen will oder nicht!

Vielleicht will ich ja die neuesten Funktionen gar nicht? Ein Beispiel aus meinem Umfeld sind die Dienste, die für das „Connected Car“ angeboten, teilweise aufgezwungen werden. Vielleicht ist das Auto für mich eine Art Rückzugsort, eine Zeitkapsel, in der ich keine Störung und keine Nachverfolgbarkeit haben will. Und die angebotenen Updates haben hauptsächlich den Zweck, ungefragt exakt auf mein Verhalten, angeblich auf meinen Bedarf zugeschnittene Angebote zu machen.

Die Hersteller sind stolz darauf, zukünftig Updates „OTA“, „Over the Air“, also ohne Werkstattbesuch anzubieten. Die ändern die Ausstattung quasi beim Fahren. Will das irgendjemand? Der Vorteil für die Hersteller ist unter anderem, dass niemand außer sie selbst den genauen technischen, den software-technischen Stand des Gefährts kennt und auch nur sie selbst darauf uneingeschränkten Zugriff haben. Daraus folgt: wer was wissen will, muss zahlen …

Wirklich notwendig sind Updates nur, um die „NullerundEinser“-Dompteure, also die IT-Branche, viel schneller viel einflussreicher zu machen als es das jemals zuvor gab. Und ja, ich weiss, dass jeder selbst seinen Beruf gewählt hat – habe somit keine Berechtigung zur Beschwerde.

Viele Softwareprodukte kann man ohnehin nicht mehr kaufen, sondern muss sie monatlich/jährlich mieten. Als Vorteil wird angeführt, dass das Programm immer auf dem neuesten Stand wäre. Eine temporäre Nicht-Verfügbarkeit des weltumspannenden Internets wird dabei gar nicht mal in Betracht gezogen. Was ohne Netz nicht funktioniert, funktioniert gar nicht.

Man mag das jetzt altbacken finden, aber so etwas hat meiner Meinung nach in kritischen Bereichen nichts zu suchen. Und das Fahren mit einem Auto sehe ich als so einen kritischen, potentiell lebensgefährlichen Bereich.

Liebe IT’ler: macht bitte die Fahrzeugsysteme also so zuverlässig, dass sie in jedem Fall, sei er noch so unwahrscheinlich, funktionieren. Ohne Updates. Also macht sie einfacher. Provozieren könnte man auch: macht sie bei allen Herstellern exakt gleich zu bedienen! Es hilft dem Fahrer die bestgemeinte Warnung oder Unterstützung nichts, wenn er sie nicht erkennt, weil er sie nicht versteht.

Ein Update fände ich allerdings gut: ein regelmässiges Update für den Fahrer. Ein verpflichtendes Sicherheitstraining, spätestens alle fünf Jahre, damit der Chauffeur wenigstens ungefähr weiß, was sein Gefährt zu leisten im Stande ist, worauf er sich einstellen muss und worauf er sich hoffentlich verlassen kann.

Unrealistisch? Wie ist Eure Meinung dazu?