Episode 2 – die Rückkehr

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Wann geht Kult los?

Spätestens dann, wenn die Macher einer Sache wegen der Nachfrage der Fans eine Fortsetzung auflegen, obwohl sie mal gesagt haben, die Geschichte wäre zu Ende.

Das gibt es auch in Sachen automobiler Fortbewegung.

Wenn es ein Auto gibt, das sich seinen guten Ruf in Deutschland (und weltweit) erarbeiten musste und das mit Bravour geschafft hat, dann ist das der Toyota Corolla.

Er war die typische billige „Reisschüssel“ – aber gleich die ersten Käufer, die sich an ihn herangetraut hatten, wurden mit zuverlässiger Fortbewegung und ordentlicher Ausstattung zu vernünftigen Preisen belohnt.

In den Jahrzehnten seiner Marktpräsenz wurde er verbessert, verfeinert – und blieb sich doch immer treu. Man konnte ihn einfach benutzen, pflegen, lieben, ihn schinden, umbauen – er blieb immer problemlos.

Sein Nachfolger, der Auris, hat diese Talente übernommen. Aber eben nicht diesen Ruf der Unzerstörbarkeit. Der nicht von ungefähr kommt: wenn man in einer Fernsehreportage über Afrika’s Enwicklungsländer irgendwo ein Taxi im Hintergrund über eigentlich unbefahrbare Strassen rumpeln sieht, ist das mit großer Wahrscheinlichkeit ein (irgendwo bei uns ausgemusteter) Corolla. Die Dinger fahren einfach immer und sind simpel reparierbar.

Wenn ich so nachdenke, was ich selbst alles mit und in einem Corolla erlebt habe:

  • die ersten Kindheits-Erinnerungen im Fond eines Corolla KE20 Coupe, noch ohne Kindersitz oder Gurt. Im Winter durfte ich schonmal in den Kofferraum, damit die Traktion den Berg rauf reichte
  • mein allererstes eigenes Auto war ein Corolla
  • das Auto, dessen Verkauf ich heute am meisten bereue: Corolla Coupe AE86. Ich war jung und brauchte das Geld
  • meine Erfahrungen im Motorsport bei Slalom-Veranstaltungen mit dem Gruppe G – Corolla
  • mein erster Urlaub alleine – mit einem Corolla
  • meine bisher längste Urlaubsfahrt – im Corolla
  • der erste Unfall – mit einem Corolla, er hat mich mit seinem Leben beschützt und dafür hab ich ihn dann wieder erweckt
  • meine erste Runde auf dem Nürburgring – mit einem Corolla TS
  • das Auto mit den meisten Kilometern auf dem Tacho, das ich je selbst privat gefahren hab – ein Corolla mit 4A-GE-Motor und knapp 500000km

Schon faszinierend, wenn man da drüber nachdenkt.

Ein Corolla wird auch so gut wie nie verschrottet – es gibt immer Abnehmer für diese Fahrzeuge, wenn sie in Deutschland aus optischen Gründen keiner mehr fahren will. Die sind dafür richtig dankbar.

Jetzt komme ich zur Zukunft: die Geschichte geht weiter! Der Corolla kommt zurück! Als Ergänzung zum Auris, der sich (doch vielleicht wegen der Namensänderung) immer noch nicht so ins Autofahrergedächtnis eingebrannt hat wie der Corolla.

Wie immer und wie von seinen Väter vor Jahrzehnten geplant:

Angepasst mit aktueller Technik, ohne großen Schnickschnack. Eine klassische 4-türige Limousine, nicht allzu groß, genug Platz für 4-5 Leute und Gepäck. Ausreichend motorisiert mit absolut ausgereiften und problemlosen Benzin-Triebwerken, sparsam durch Toyota Optimal Drive. Günstiger Kaufpreis, vernünftige Ausstattung.

Einfach ein Auto, um damit jeden Tag, oder auch nur einmal in der Woche, die notwendigen Fahrten zu erledigen. Oder zum Spaß in der Gegend rumzufahren. Er macht wieder alles mit. Ohne irgendwelche angeberischen SUV-Optikallüren oder pseudo-sportliche Anbauten, das braucht er alles  nicht. Aber er ist aktuell und vielleicht auch vor vielen Mitbewerbern mit den heute beliebten und praktischen Dingen wie z.B. Bluetooth-Telefon-Freisprecheinrichtung und Bluetooth-Audiostreaming. Das gefällt sogar mit, immer meine Musik ganz simpel vom Smartphone hören zu können. Die Verbindung mit Toyota Touch klappt in vielleicht 20 Sekunden, fertig.

Und das Navigationssystem, das man auf Wunsch haben kann, wird in Straubing gebaut. Bei Harman. Für Toyota Europa. Die wollen da aber nicht drüber reden. Naja.

Diese Video beschreibt es recht gut: Aus der Mode kommt er nie.

Ich freu mich drauf! Oder hat ihn der Prius als Legende schon überholt? Bei mir im Hof steht so ein  89 Gramm CO2-Racer – vielleicht wart ich noch auf Episode 3 …

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Alternative Antriebe auf IAA

2013-09-22 13.18.25

Ein paar Tage nach dem IAA – Besuch habe ich mir Zeit gelassen.

Irgendwie war jetzt nichts, was mich so richtig begeistert. Wie beim iPhone. Nicht wirklich was Neues oder wenigstens eine ganz neue, mutige Form.

Sind die Ideen ausgegangen? Nein, es gab schon ein paar Ansätze. Der Lexus LF-NX mit wirklich coolem, aber noch nicht serientauglichem Design. Der BMW i3 mit Carbon-Karosserie und Elektro (Hybrid) – Antrieb – leider klein und teuer. Die in Köln bei Toyota Motorsport gebaute Yaris Hybrid – Studie – da sollte die Reise hingehen, mit etwas weniger Leistung vielleicht schon bald für die Serie reif? Das Alfa – Mittelmotorcoupe – die Italiener können halt Autos designen. Der BMW i8 – leider einfach sehr teuer.

Der erste i8 war jetzt ungetarnt bei uns im Bayerischen Wald auf der Strasse. Optisch von vorne so-lala, von hinten der Hammer. Ganz seltsam, oder sagen wir ungewoht, der Sound von aussen: beim langsamen Fahren wie ein Rasenmäher, wenn der Fahrer Gas gibt, wie die Trompeten von Jericho. Aber insgesamt doch ein relativ „normaler“ Sportwagen.

Was einfach immer noch fehlt: ein günstiges Auto, das bei kurzen Strecken mit möglichst hohem Anteil an preiswerter Energie (Elektrisch!) fährt und dennoch keine Einschränkungen in Sachen Reichweite und praktischer Nutzen hat. So wie der Toyota Prius Plug-in, den es ja schon fast ein ganzes Jahr zu kaufen gibt. Etwas mehr Batteriekapazität sollte man sich bestellen können. Und das alles noch etwas günstiger, wenns geht.

Wenn wir gerade beim Wünsch-Dir-Was sind: Wenn mich persönlich aktuell für ein Auto wirklich begeistern würde, dann wär das ein maximal 4,30 langer Hochdach – Kombi mit traktionsstarkem Hybrid – Allradantrieb, der über eine elektrische Reichweite von 50-70km verfügt und wie der Prius PlugIn in einer Stunde an einer Haushaltssteckdose aufgeladen werden kann. Mit einfacher, pflegeleichter Innenausstattung und simpel bedienbarem Multimedia-System – ToyotaTouch ist da schon sehr nahe dran. Und aussen mit unlackierten Stossfängern, die den Namen auch verdienen und den einen oder anderen Parkrempler wegstecken. Apropos Parken: eine Rückfahrkamera muss natürlich auch drin sein. Aber das ist ja heute auch schon üblich.

Könnte das ein neues iPhone unter den Autos sein? Mehr Nutzungsmöglichkeiten und und in jeder Situation verwendbar. Langstrecke, Stadt, Autobahn, Transport, Skiurlaub – überall, wo man halt unterwegs sein will oder muss.

Vielleicht findet man so was ja auf der nächsten IAA. Zu einem Preis, den sich ein fleissig arbeitender Familienvater auch leisten kann. Bis bald!

Morgen, ja morgen …

Auris Touring Sports Hybrid
Auris Touring Sports Hybrid

…fang ich ein neues Leben an.

So oder so ähnlich kommen mir die Ankündigungen der Autohersteller jetzt, vor der IAA, vor.

Immerhin ist das ja eine der grössten Automessen der Welt, sagt man. Zumindest nach der Fläche und Anzahl der Aussteller.

Aber ist es auch die Messe mit dem grössten Ausblick auf die Entwicklung der nächsten Zeit?

Da werden Autos mit 800 und mehr PS, mit 10-Zylinder-Dieselmotoren und andere „Einzelstücke“ hergezeigt.

Sogar Toyota als führender Hersteller in Sachen alternativer Antrieb stellt einen Alibi-Prototypen, mit über 400PS und Hybridantrieb im Kleid eines Yaris hin. Schön, zu zeigen, was technisch möglich ist – aber warauf soll man sich da als Händler/Verkäufer oder Kunde denn freuen? Da hätte die sich auch von Airbus einen Flieger ausleihen können und hinstellen – die Wahrscheinlichkeit, dass so ein Ding serienmässig zu kaufen sein wird, ist ähnlich gross.

Warum kein Auto, das so tatsächlich zu verkaufen sein könnte? Es kann ja ruhig ein sportlicher Yaris Hybrid sein – so 150-180PS drin, mit Elektroantrieb an der Hinterachse, zu einem noch leistbaren Preis – da könnt man sich schon drauf freuen.

Von den europäischen Herstellern sollen jetzt ja mehr Hybridfahrzeuge dort stehen. Ich bin gespannt und fahre morgen dort hin, um mir selbst einen Eindruck zu verschaffen. Zeit wird’s, dass diese Technik mehr Menschen erreicht – weil Toyota alleine schaffts, zumindest in Deutschland,  nicht die Leute davon zu überzeugen. Obwohl jetzt sogar Anhängerbetrieb möglich ist – aber das ist jetzt ein anderes Thema.

Seit Jahren soll es ja „jetzt dann bald“ einen VW Golf mit alternativem Antrieb zu kaufen geben.

Schaun mer mal, morgen.

Auf jeden Fall hab ich schon mal einen Messetermin bei einem Hersteller von E-Bikes vereinbart.

Wiewaswo – Autofahren macht Spaß?

GT86AeroA03 2013-08-15 14.44.48Es Es gibt tatsächlich viele Leute, die sich nur in die Blechkiste setzen, um von A nach B zu kommen. Das find ich schade.

So viele verschiedene Autos es gibt, so viele verschiedene Seiten der automobilen Fortbewegung können Freude machen!

Und immer gibt es Neues zu entdecken. Und sportliche Herausforderungen. Wobei „sportlich“ gar nichts mit Raserei zu tun haben muss. Ein Beispiel ist unser privates Hybridauto, der aktuelle Toyota Prius: mittlerweile fährt auch meine Frau das Ding im Alltag, bei uns im bayerischen Wald, deutlich unter 5l/100km Verbrauch. Bergauf, bergab, Kurzstrecken, Einkaufen – alles dabei. Total entspannt und sicher.

Langsam aber sicher kommen wir jetzt in den Bereich, in dem ich mich anstrengen muss, um sparsamer als sie zu fahren. Irgendwo muss der Mann ja besser sein als das Mädel, meiner Meinung nach. Wobei wir beide immer grad so schnell fahren, wie es erlaubt ist – also keinesfalls als Verkehrshindernis rumschleichen. Schon aus Prinzip, um nicht mit den Sonntagsmithutmercedesfahrern verwechselt zu werden.

Mein neues „Projekt“ in dieser Beziehung: ich arbeite an meiner Disziplin in Sachen Ideallinie auf der Strasse. Also versuche ich, jede Kurve, jede Kreuzung mit einem möglichst großen Radius zu durchfahren, ohne nachlenken zu müssen.

Was das bringen soll? Jeder, der schonmal ein Auto geschoben hat, wird mitbekommen haben, dass mit eingeschlangenen Rädern der Widerstand stark ansteigt. Also braucht man in der Situation mehr Energie, richtig? Und die muss der Antrieb des Autos bereitstellen – dafür ist Energiezufuhr nötig.

Wenn also die Idealline auf der Strasse getroffen wird, müsste der Gesamtverbrauch pro gefahrene Strecke sinken. Ich kanns noch nicht beweisen, aber das kommt noch. Bestimmt.

Wobei: Es gibt für mich auch die andere Seite der Medallie. Am letzten Wochenende haben wir uns wieder mal was geleistet. Mit dem Sportwagen Toyota GT86 in den Alpen, Deutschland, Österreich, Schweiz unterwegs gewesen. Und rund um den Bodensee. Also einmal quer durch Deutschland und wieder zurück. Knapp 1600km in 36 Stunden. War das ein Genuss! Pässe mit dem GT86 zu fahren, fast ohne Verkehr, mit komplett deaktivierten elektronischen Fahrhilfen, in den Kurven die Grenze zwischen Haft- und Gleitreibung zu suchen, zu finden und den heissen Ritt im Drift zu beherrschen – ist das ein geiles Gefühl!

Das kann vermutlich jemand, der schon Angst hat, im Winter in einem „rutschenden“ Auto zu sitzen, nicht nachvollziehen. Das ist halt eine andere Facette der Auto-Fahrerei – und ich ganz persönlich geniesse das sehr!

Auf der Autobahn, auf den „Verbindungsetappen“, fahr ich immer ganz gemütlich mit 120-150km/h, selten schneller, weil es keinen Zeitvorteil bringt, keine Herausforderung darstellt und mir erst recht keinen Spaß macht. Darum: Gesamtverbrauch auf der Tour mit dem 200PS – GT86 war 7,3lt/100km. Geht doch. Da hab ich kein schlechtes Gewissen.

Es kommt nicht auf die Größe an. Oder doch?

Bild

Wenn schon Spoiler, dann richtig groß.

Gilt das auch für ganze Autos? Den Eindruck habe ich schon häufig.

Wenn man 10 Leute fragt, ist 8 davon egal, was der Nachbar/Verwandschaft/Freunde über das derzeitige oder neu anzuschaffende Auto denkt.

Und trotzdem fahren genausoviele ein Auto, das mindestens eine „Nummer“ größer ist, als sie es eigentlich brauchen. Für uns, geschäftlich, ist das ja in Ordnung. Dennoch wundere ich mich darüber.

Warum ist das so, dass Rentner mit einem 180PS-Diesel-Premiumfahrzeug im Jahr für grad mal12000km einen völlig leeren Kombi-Kofferraum rumfahren? Weil man möglicherweise mal einen Ausflug mit den Enkeln machen wird, dann alle Rücksäcke transportieren muss und dabei schnellstens bergauf überholen muss? Wäre ein möglicher Grund.

Oder liegt es doch an einem gewissen Geltungsbedürfnis?  Ist ja nix schlimmes, zu zeigen, dass man viel gearbeitet hat und sich was leisten kann. Aber warum gibt das keiner zu und schiebt irgendwelche anderen Argumente vor? Zum Beispiel das Komfort-Rückenschonungs-Argument: 12000km pro Jahr sind bei 50km/h Durchschnittsgeschwindigkeit ein täglicher Aufenthalt im Auto von durchschnittlich 40 Minuten. Das müsste auch auf einem „einfacheren“ Sitz auszuhalten sein.

Das würde bedeuten: wesentlich geringere Kosten, dadurch könnte mal öfter oder weiter unterwegs sein, ohne das Budget zu strapazieren. Ach ja: dann wären die Strassen wieder voller. Dann lieber doch das größere  Auto zuhause in der Garage stehen lassen, gell?

Also kommts doch auf die Größe an – und es gibt, wie sonst auch, nur niemand zu!