Vergleichstest mal anders.

Normalerweise werden immer Produkte verglichen, die den gleichen oder ähnlichen Zweck erfüllen, ähnlich aufgebaut sind und für eine ähnliche Menge des Tauschmittels Geld erhältlich sind. Bei Autos ist das nicht anders.

Einen Autovergleich der etwas anderen Art hatte ich letzte Woche: von Neukirchen nach Karlsruhe und wieder zurück, jeweils rund 400km.

Eine Wegstrecke mit einem neuwertigen Toyota Aygo – die andere mit einem 19 Jahre alten Lexus GS300.

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Geht gar nicht zu vergleichen? Doch, ich find schon. Die Fahrzeit war mit beiden Autos fast genau gleich. Und darum gehts doch eigentlich, von A nach B zu kommen, oder etwa nicht?

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Viele sagen, für weite Strecken braucht man einen ordentlich motorisierten, schweren Wagen mit viel Komfort. Der Lexus hat einen 3-Liter-6-Zylinder unter der Haube, mit Automatikgetriebe, Heckantrieb und einem höchst komfortablen Fahrwerk.

Damit unterwegs, vergisst man sofort, dass dieses Gefährt schon 19 Jahre und knapp 300000 km auf dem Buckel hat. Die Lederausstattung ist noch einwandfrei, jede der ungefähr 19 Sitzverstellungsoptionen funktioniert noch absolut perfekt, natürlich elektrisch. Das Soundsystem mit vielen Lautsprechern sorgt für Unterhaltung an Bord, weil man den Motor ohnehin fast nicht hört. Da quietscht und knarzt nichts, dieses Auto ist scheinbar für die Ewigkeit gebaut.

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In Sachen Antrieb sehr deutlich zu unterscheiden: der Aygo mit seinem Motor mit grad mal einem Drittel des Hubraums (1,0 Liter) und der halben Zylinderanzahl des Lexus.

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Der Aygo erreichte bei meiner Testfahrt die höhere Endgeschwindigkeit – zwar hauptsächlich verkehrsbedingt, aber man fühlt sich in dem modernen Kleinwagen auch bei „Tacho über 170 bergab“ immer noch gut aufgehoben. Etwas lauter als im Lexus zwar, aber – dafür mit Wunschmusik per Bluetooth-Audiostreaming und auch am Telefon jederzeit und legal erreichbar dank Freisprecheinrichtung.

Wenn ich es mir aussuchen könnte, welcher wär mir lieber? Schwierig, aber die Tendenz geht zum Aygo. Das Ding reicht wirklich! Und passt auf jeden Parkplatz. Nebenher hat er grad mal, wie schon erwähnt, bei identischer Reisezeit, nur die Hälfte Kraftstoff verbraucht wie der Lexus.

Für den Lexus spricht natürlich der Komfort, der Audio-Sound und das Fahrgefühl, dass einfach eine gewisse Überlegenheit vermittelt. Und, verkehrte Welt, der Preis: der Lexus kostet gerade mal ein Viertel des Aygos! Wirklich! So ein neuer oder neuwertiger Aygo kostet um oder knapp unter 10000€, der Lexus unter 2500€. Da kann man mit dem Geld einiges an Sprit verbrennen, bevor alles die Chinesen kriegen …

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Fahrbericht: Aygo – wirklich günstige Mobilität

Hier wirds ab jetzt Fahrberichte über jeden Toyota geben. Vielleicht mit etwas rosaroter Brille, aber die sollen ja sogar schon Autotester vom ADAC aufgehabt haben – und ich kenne, ganz bestimmt, die meisten Toyota-Modelle besser als die allermeisten Tester.

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Los gehts also mit dem Aygo. Gleich ein paar Superlative dazu:

Der günstigste Kaufpreis aller aktuellen Toyota-Modelle. Am wenigsten Ausstattung aller aktuellen Toyota-PKW’s, die schmalste Serienbereifung (155/65R14) – spart beim Spritverbrauch und beim Reifenkauf. Von allen PKW-Modellen, die es je in Deutschland von Toyota zu kaufen gab, mit derjenige mit der längsten Modell-Laufzeit – jetzt schon bald 9 Jahre, und das fast unverändert! Nur in den 90er Jahren gabs mal den MR2, der ähnlich lange relativ unverändert gebaut wurde.

Entsprechend sind seine Qualitäten: Verlass Dich auf mich – das sagt er seinem Fahrer! Der aktuelle Neuwagen-Kaufpreis liegt immer noch auf dem gleichen Niveau wie 2005! Das Auto ist absolut ausgereift und zuverlässig.

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Er wird in einer extra „für ihn“ gebauten Farbrik im tschechischen Kolin gebaut (etwas östlich von Prag) – ich war schonmal dort. Es werden dort auch der Citroen C1 und der Peugeot 107 gebaut – es gibt aber einen kleinen, feinen Unterschied, den ich selbst gesehen habe: Normalerweise wird jedes Auto, das fertig gebaut ist, wie in jeder anderen Toyota-Fabrik auf dem Globus, von der Produktionsstraße direkt zur Verladung gefahren. Das ist auch dort so, denn die Qualität wird schon während der Montage ständig überwacht. Der Toyota-Way – das ist aber eine andere Geschichte, die man auch mal googeln kann. Allerdings werden nur die Peugeots und Citroens sofort verladen. Die Aygos gehen – auf jeden Fall war es so, als ich dort war – in eine separate Halle und werden dann nochmal gecheckt. Vielleicht ist das der kleine Unterschied und Grund dafür, warum der Aygo in sämtlichen Statistiken des TÜV, DEKRA, ADAC und Co. in Sachen Haltbarkeit und Zuverlässigkeit besser abschneidet als seine Brüder C1 und 107.

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Jetzt aber zum Fahren:

Ich beschreibe ihn am einfachsten als ehrliches Auto. Wenn er schwerer arbeiten muss beim Bergauffahren, dann brummt der 3-Zylindermotor halt lauter. In den Kurven hat er ein ehrliches, berechenbares Fahrverhalten – wenn man viel zu schnell ist, wird man aus der Kurve rausfliegen, in Serienzustand hilft da kein elektronisches Stabilitätsprogramm (obwohl das auf Wunsch, gegen Aufpreis, zu haben ist). Die Federung macht das, was man davon erwarten kann: sie bügelt grobe Straßenunebenheiten aus, damit das Gefährt nicht von der Fahrbahn springt – lässt aber den Fahrer nicht über den Straßenzustand im unklaren. Manche Tester und andere Auto-Hersteller beschrieben so etwas als „sportlich-straff“.

Die Fahrleistungen sind mehr als ausreichend: der Aygo beschleunigt gut, lässt sich mit dem 2. Gang bei Höchstdrehzahl über 100km/h treiben und ist auf der Autobahn (lt. Tacho) über 170km/h schnell! Er ist nicht zu laut und auf jeden Fall flott genug.

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Natürlich gibts zur leichteren Bedienung eine Lenkhilfe – früher mal als Servolenkung bezeichnet, funktioniert das Ding beim Aygo elektrisch und spart entsprechend Energie, da das System nur dann aktiv wird, wenn es auch benötigt wird – im Gegensatz zu einer ständig mitlaufenden hydraulischen Servopumpe.  Auch Antiblockiersystem und diverse Airbags sind mit an Bord. Zum Sicherheitsniveau kann ich ein Beispiel bringen: Eine Kundin ist mit dem Aygo bei glatter Fahrbahn eine ca. 1,5 hohe Böschung hintergespringen, hat mit der Fahrzeugschnauze „eingespiesst“, das Auto hat sich vorwärts überschlagen und blieb auf dem Dach liegen.
Ihr ist dabei fast nichts passiert – mit etwas Glück und dank der stabilen Konstruktion.

Er lässt sich ganz einfach bedienen – man braucht keinen Lehrgang wie bei anderen Herstellern, alleine um die Heizung wärmer zu stellen: die Bedienelemente erklären sich jedem, der über ein klein bisschen Fahrpraxis verfügt, von selbst. Bei keinem anderen Auto haben wir so wenig Nachfragen wegen der Bedienung und Einstellung. Er ist pflegeleicht.

Er sieht gut aus: keine übertriebenen Design-Experimente, sondern ein freundliches Gesicht und ein hübscher Hintern.

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Der Aygo ist der vielfach bewiesene Kilometerkosten – König: günstiger fahren geht einfach nicht. Es gibt Aussendienst-Mitarbeiter unter unseren Aygo-Kunden, die damit pro Jahr über 40000 Kilometer zurücklegen. Pflegedienst kommen auf ähnliche Fahrleistungen und verlassen sich auch auf den Aygo. Problemlos und wartungsarm ist er: kein Zahnriemen, der teuer getauscht werden muss, sondern eine wartungsfreie Steuerkette. Robuste Trommelbremsen hinten, damit auch nach mehreren Wintern keine verrosteten Bremssscheiben für viel Geld ausgetauscht werden müssen, wie bei vielen anderen Fahrzeugen heutzutage üblich.

Er ist halt ein Toyota, wie sie früher mal waren: nicht der allerkomfortabelste, nicht mit dem allerneuesten Schnickschnack. Sondern einfach zu bedienen und robust.

Und Spaß macht er auch, vor allem jungen Leuten: die können sich wegen günstiger Versicherungseinstufung das Fahrzeug auch leisten und freuen sich über aktuelle Audio- und Navigationsgeräte, auch mit Bluetooth-Freisprechanlage und mehr dieser aktuellen Features.

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Alles in allem: Was man wirklich braucht, ist da und funktioniert. Er ist halt klein und hat nur Platz für vier Leute. Aber das hat auch oft seine Vorteile – wer will schon immer alle dabeihaben …

Hybrid fahren – das ist kompliziert!?

Absolut gar nicht!

Einen Vollhybrid-Toyota braucht man nicht aufzuladen und auch keinerlei komplizierte Bedienungsbesonderheiten zu beachten.

Einfach einsteigen, auf die Bremse treten, den Anlasser betätigen (je nach Ausstattung mit Startknopf oder Schlüssel), den Wählhebel auf „D“ wie „Drive“ bewegen, von der Bremse gehen – und los geht’s!

Zum Beschleunigen einfach auf Gaspedal treten – und beim Bremsen bereits auf den logischen Anzeigen dabei zusehen, wie die Bremsenergie erstmal in Strom umgewandelt wird -bevor beim stärkeren Bremsen das leistungsfähige, konventionelle hydraulische Bremssystem in Aktion tritt.

Auch beim Rollen oder Bergabfahren wird Energie nicht einfach ein Reibung und Wärme umgewandelt, sondern als elektrische Energie im bordeigenen Akku gespeichert.

Es gibt verschiedene Fahrtprogramme, die in erster Linie beeinflussen, wie schnell das System auf Bewegungen des Gaspedals reagiert – im Eco-Modus werden Gaspedalbefehle etwas verzögert umgesetzt, im Normalmodus wesentlich schneller – und im Power-Modus mit maximaler Reaktionsschnelligkeit.

Die Höchstleistung bei durchgetretenem Gaspedal ist immer gleich hoch, so dass zum Beispiel beim Überholen immer die maximale Kraft zur Verfügung steht.

Das Allerschönste für viele Fahrer: die absolut ruckfreie Fahrt und das in jeder Situation problemlos mögliche Anfahren, z.B. beim Parken, oder wenn man einen Randstein „erklimmen“ muss. Der Elektromotor stellt schon beim Anfahren, bei 0 km/h, volles Drehmoment und dadurch große Kraft beim Anfahren zur Verfügung!

Man könnte an einen Randstein hinfahren, ganz langsam Zentimeter für Zentimeter den Randstein erklimmen – und auf halber Höhe stehenbleiben und auch wieder anfahren, so feinfühlig lässt sich das Anfahren dosieren!

Also ganz, ganz einfach zu bedienen ist so ein System, einfacher als die allermeisten anderen Fahrzeuge.

Der geringe Verbrauch ist noch eine Zugabe dazu!

Am besten einfach selbst erleben, ich nehme mir gerne für eine Probefahrt Zeit, zeige es vorher selbst und lass dann jeden (mit Führerschein), der es will, diese entspannte Dimension des Fahrens selber erleben!

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