Chef, ich klau mal was. #ilovecars #imagautos

Zugegeben: ich hab ja viele Chefs. Zuhause gehts los mit den Kindern, meiner Frau, es geht weiter bei der Bank (die mein Haus finanziert), im Geschäft, bei unserem Gruppenhändler, beim Importeur – allen darf, sollte oder muss ich folgen, wenn die eine Aufgabe für mich haben.

Einen ganz großen Chef habe ich noch nicht genannt. Naja, so ganz groß ist er körperlich nicht, gegen Vladimir Klitschko wahrscheinlich sogar etwas mickrig – für mich ist er aber dennoch der Größte von allen: Akio Toyoda, dem „Chef“ von Toyota. Er ist es, dem ich was wegnehmen möchte. Wegnehmen ist auch falsch, aber halt auch benutzen.

Seinen Spruch nämlich. Auf seiner Visitenkarte steht:

„I love Cars“

Das sagt eigentlich schon alles über ihn. Anders als andere Konzernlenker, die Manager in Reinkultur sind und zum Teil einfach möglichst großen finanziellen Erfolg haben wollen, ist Akio Toyoda für mich ein „Autonarrischer“. Gut, er hat es als Enkel des Firmengründers des (gerade gestern, 21.01.2015 wieder bestätigt) größten Autobauers der Welt vermutlich auch persönlich nie nötig gehabt, möglichst viel Geld zu sparen oder zu sammeln – ausreichender Wohlstand wird schon da gewesen sein.

Dennoch ist es dann auch ausgerechnet so einem doch hoch anzurechnen, dass er die erste Hälfte seines Arbeitslebens irgendwo „unten“ gearbeitet hat und erst mit etwa 50 Jahren in die oberste Ebene Toyota’s eingestiegen ist. Seitdem hat er dort schon einiges verändert. Ohne, dafür horrende Vorstandsgehälter einzusacken – er verdient, das wird ja veröffentlicht, nur einen Bruchteil (vielleicht 10-15%, aber auch das ist eine ordentliche Summe) des Gehalts eines Herrn Winterkorn. Und ist damit dennoch Top-Verdiener im Konzern, obwohl dieser derzeit wiederum weit mehr als Volkswagen an Ertrag erwirtschaftet! Dadurch hat Toyota als Konzern die Möglichkeit, in Forschung und Entwicklung zu investieren und damit herausragende Entwicklungen für alle Autofahrer zugänglich zu machen – nicht nur erstmal für die „Oberklasse“, wie das in Europa leider häufig der Fall ist. Der Chef, Akio Toyoda, sorgt also für bezahlbare Mobilität für viele Menschen.

Er ist es auch, dem wir dem Vernehmen nach den GT86 zu verdanken haben. Danke dafür! Von ihm stammt der Ausspruch:

Wenn es keinen Spaß macht, dann ist es kein Toyota

Und ein anderer Satz ist eben das „I love cars“.

Daraus mache ich „#imagautos“ . Weil wir ja in Niederbayern bleiben wollen, gell?

Ab sofort werde ich jeder meiner online-Äusserungen nach Möglichkeit diesen Hashtag beifügen #imagautos. Ich hab schon überlegt, irgend so etwas wie #imagordentlicheautos oder #imagguteautos zu nehmen. Nicht, dass da einer meint, ich mag so ein komisches Autos mit Stern oder so. Aber das wird zu lang für einen Hashtag.

Und #imagautos beschreibt meine Einstellung schon recht gut. Weil ich die guten Autos wirklich mag. Zum fahren. Bei manchen reicht mir auch schon das Anschauen. Zum träumen – ein Lancia Stratos wird wohl mein Traum seit Kindertagen bleiben. Dennoch mag ich ihn. Und ich mag auch, wenn andere Leute, speziell meine Kunden, ordentlich fahren können. Die richtig zu beraten und die Autos lange Zeit in einem Zustand zu halten, der Fahrspaß sichert – das sehe ich mittlerweile als meine Aufgabe. Mit Toyota. Am liebsten nur mit Toyota.

Ich fahr keinen Japaner! Oder: Toyota. Made in Germany.

Immer wieder mal bekomme ich zu hören, ein japanisches Auto käme sowieso schon nicht in Frage, weil man die heimische Wirtschaft stützen müsse.

Soso. Und wo wird er gebaut, z.B. der nigelnagelneue Audi TT? Oder der BMW X5? Was genau daran hilft der niederbayerischen Wirtschaft, wenn in Ungarn ein Audi TT zusammengeschraubt wird – oder in USA /Spartanburg ein BMW X5 ?

Genausowenig ist ein Toyota ein „Japaner“:

Manche Teile in den Toyota – Autos kommen aus Italien

Madeinxx01wie diese Lichtmaschine. Gibts aber auch aus Spanien oder Polen. Natürlich auch Teile aus z.B. Serbien

Madeinxx03oder dem Mutterland des festen roten Wassers, auch Tomaten genannt – nämlich den Niederlanden.

Madeinxx02Natürlich ist auch made in France, Poland, Russia und viele andere, auch EU-Staaten, mehr vertreten.

Und – der Anteil ist gar nicht so gering – „Made in Germany“. So werden zu Beispiel die Naviboxen für die Touch&Go – Navis von Toyota für ganz Europa von Harmann in unserer Heimat, im niederbayerischen Straubing, hergestellt!

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Andere, z.B. Spoiler/Verkleidungsteile in Viechtach bei der Fa. Rehau.

Die Toyota-Rennwagen für die Langstreckenweltmeisterschaft werden in Köln gebaut – dort wurden auch die Formel 1- Autos gebaut, eine Anlage, in der sich auch einige andere Hersteller einmieten, um ihre Teile und Fahrzeuge in einem der besten und leistungsfähigsten Prüfstände / Windtunnel Europas zu testen und abzustimmen.

TMDE_1027943Deswegen sieht aber auch keiner Toyota als „deutschen“ Hersteller, oder? Die Autos sind einfach „Made by Toyota“ ! Ganz egal, wer die baut: unsere Autos sind immer mindestens so gut und fast immer ein kleines bisschen besser als die Mitbewerber. Manchmal sogar viel besser, unschlagbar praktisch.

Ganz interessant, wenn man sich mit Leuten unterhät, die bei Automobilzulieferern arbeiten. Toyota ist da als Kunde immer ein bisschen gefürchtet – die spinnen, die Japaner. Was die alles wollen.

Scheinbar hat das aber Auswirkungen – weil die Toyota’s, die in Japan gebaut werden, immer noch die allerbesten sind. In Sachen Zuverlässigkeit und Haltbarkeit auf jeden Fall. Das hab ich vielfach selbst erfahren – das einzige Mal, an dem mein Toyota aus technischen Gründen nicht selbst nach Hause fahren konnte, lag das an einem Defekt eines Steuergeräts, das von Bosch hergestellt wurde. Es war „Made in …“, nein, das sag ich jetzt nicht. Schiess mir doch nicht ins eigene Bein.

Also, liebe Deutschautofahrer: schaut mal nach, wo die Teile Eurer fahrbaren Untersätze gebaut wurden, oder wo das Auto zusammengebaut wurde. Ihr werdet Euch wundern.

Andererseits, wenn sich jemand nur aus patriotischen Gründen keinen Toyota ansehen will: macht es einfach mal. So ein Toyota Avensis z.B. wird in England gebaut, mit mehr als zu drei vierteln rein in Europa entwickelten und hergestellten Teilen. Ein echter Europäer also, und „deutscher“ als so manch anderer europäischer Wagen. Oder der Yaris aus Frankreich. Der Verso aus der Türkei. Der Aygo aus Tschechien. Und der Auris, der auch größtenteils aus England kommt. Keine Angst vor „Made by Toyota“ – die nehmen Euch keinen Arbeitsplatz weg!

Madeinxx11Ganz im Gegenteil.

Au (t) o – Ersatzteilpreise – ein grosser Kreis

Vermutlich hat es jeden Autobesitzer schonmal erwischt:

Die Ersatzteile waren doch einiges teurer, als man das erwartet hätte.

Ein lieber Kunde brachte den Yaris seiner Tochter, die damit eine leichte Feindberührung mit der Garagenmauer hatte, zur Erstellung eines Kostenvoranschlages für die entsprechende Reparatur. Es war nicht schlimm und liess sich per SmartRepair, mit einer Spotlackierung für unter 200€ beheben. Er hat sich da richtig darüber gefreut – was schon etwas ungewöhnlich ist. Er gab die Reparatur dann auch sofort in Auftrag.

Bei der Abholung erzählte er dann auch von sich aus, warum er sich über die faire Rechnung gefreut hat: zwei Wochen zuvor war er mit seinem Geschäftswagen – ein europäisches „Premiumfabrikat“ – mit dem Aussenspiegel unglücklich gegen die gleiche Garagenmauer gekommen. Er hat bei seinem Händler einen neuen Spiegel bestellt und montieren lassen – bei der Rechnung wäre er fast umgefallen, sagte er: über 1500.- € !

Schon eine stolze Summe, die bei vielen Leuten für den jährlichen gesamten Wertverlust des Autos reichen muss. Warum ist das so?

Meine Meinung dazu:

Nun, zum einen steckt da einiges an Technik drin in so einem Teil. Weil man ja eine Spurwechselwarner, elektrische Anklappfunktion, Heizung, Blinker und natürlich elektrische Verstellung dabei haben will. Allerdings kosten ein paar kleine Elektromotoren und Elektronikbauteile ja nicht die Welt, wie man bei den Supermarkt-Gadgets täglich gezeigt bekommt. Warum also dieser horrende Preis?

Weil es der Auto-Hersteller durchsetzen kann, ganz einfach. Vielleicht sogar muss. Mit dem Verkauf der Neuwagen wird kaum Geld verdient: vor allem in den höheren Fahrzeugklassen sind Nachlässe im 2-stelligen Prozentbereich schon fast üblich, mit zusätzlichen Unterstützungsmassnahmen bei gewerblichen Leasingverträgen. Damit verdient vielleicht der Hersteller noch ein bisschen was, aber keinesfalls mehr der Händler, wenn er seine Kosten realistisch kalkuliert.

Was macht also der Hersteller oder Importeur, damit ihm seine Händler nicht pleitegehen? Er sucht und findet die Möglichkeit, sein Vertriebsnetz am Leben zu halten, im Service bzw. bei der Reparatur.

Bei Teilen, die wenig wettbewerbsgefährdet sind, wird ein fast schamloser Preis verlangt oder eine schon unverschämte Marge draufgeschlagen. Der Händler kann und will sich kaum dagegen wehren, weil: ein paar Prozent Rabatt von 1000€ sind halt viel schöner in der Kasse als von 200€. Bei einfach herzustellenden Teilen wie z.B. Filtern oder Bremsklötzen können viele Lieferanten  schnell und in ähnlicher Qualität wie der Hersteller liefern, da kann man nicht allzuviel zuschlagen – darum passen hier die Preise auch einigermassen.

Die Geschichte mit dem Spiegel hat mir keine Ruhe gelassen, und ich habe die Preise für die Aussenspiegel unserer Autos mal nachgesehen: ein Spiegel für den Prius, mit elektrischer Anklappfunktion und integriertem LED-Blinker, kostet komplett knapp 470.-€. Für den GT86, ohne LED-Blinker, etwas über 600.-€. Wieso ist der GT86-Spiegel teurer? Weil es weniger Autos davon gibt?

Egal: wenn damit der Fahrzeugpreis bzw. der Nachlass subventioniert wird, dann hätte ich lieber den echten Preis fürs Auto – und dafür faire Teilepreise. Da kann man sich drauf einstellen, als Kunde und als Händler.

Wenn nämlich die Kundenzufriedenheit im Autogeschäft wirklich wichtig ist, dann, finde ich, soll mit offenen Karten gespielt werden. Wenn ich mir dann ein Auto nicht leisten kann, fahre ich halt eines aus meiner Preiskategorie – und muss beim Unterhalt und kleinen Reparaturen keine unliebsamen Überraschungen erleben.

Vielleicht  bin ich ja ein Träumer, und eine faire Welt gibts gar nicht. Oder die will fast gar niemand haben, lieber immer ein bisschen vorgespielt bekommen, wie gut und schön doch alles ist. Die mittelfristige Entwicklung nicht nur in Sachen Mobilität wird es zeigen.